El Quijote schrieb:
Es ist zumindest Unsinn, bei einem
griechischen Epos mit
lateinischen Vokabeln zu argumentieren.
Ich hatte mich hier zu wenig mit Fomenkos Theorie auseinandergesetzt, ich fand halt die Idee sehr interessant, dass ein altes Aquädukt die Vorlage für das trojanische Pferd sein könnte.
jetzt habe ich paar Infos zu Fomenkos Buch (Teil 2) gesammelt, um für mich das Rätsel griechisch/lateinisch zu klären
1. Innere-Logik-Annahme:
es muss bei Fomenko eine "innere Logik" geben - er mag die Geschichte verdrehen, aber so ein Fehler wie griechisch/lateinisch kann ihm nicht unterlaufen sein - ich muss etwas nicht gelesen/verstanden haben
2. Umgang mit Fomenko:
Ganz klar: was sein Gesamtwerk angeht (Teil 7 - die Geschichts-Rekonstruktion), dann ist das Unsinn.
Russland ist seit Jahrtausenden die führende Macht (selbst die Assyrer waren die Russen...) und aus Hass über diese lange Zeit der Unterdrückung, haben sich alle Länder gegen Russland verschworen, haben Beweise vernichtet und die Geschichte umgeschrieben. Eher hat Putin die Uni Moskau finanziert, dass Fomenko selbst die Geschichte umschreibt....und er (Putin) einen "geschichtlichen" Vorwand hat, um seine Kriege zu rechtfertigen.
Fomenko hat das Maximum an Verdrehung rausgeholt, was mit Sprachen und Textinterpretation möglich ist.
Was er nicht berücksichtigt hat ist eine relativ neue interdisziplinäre Methodik, die Analyse unserer Gene, die Archäogenetik. Und die widerlegt eben diese Theorien.
z.B. schreibt Fomenko im Teil 5, dass die
Etrusker Nachfahren der
Russen im heutigen Norditalien waren, bevor die Römer kamen. Als Beweise führt er u.a. an, dass die Sprache der Etrusker dem russischen ähnlich ist (was sogar stimmt), dass in Venedig für die Holzkonstruktionen sibirische Bäume verwendet wurden (was auch stimmt).
Was so nicht stimmt ist die
Genetik: die Etrusker stammen aus Anatolien, heutige Türkei, aber sie hatten
- wie bei fast allen genetischen Analysen in Europa - auch genetische Einflüsse osteuropäischer Wandervölker.
Auch wenn es kein 100% Gegenbeweis ist, so wackelt hier Fomekos Theorie, denn Fomenko erklärt explizit, dass die Türken immer die zweitstärkste Nation war (nach Russland versteht sich) und mit Russland verbündet. Aber ein eigenes Volk. Dann aber können die Etrusker keine Russen sein, so wie Fomenko das erklärt. Es können aber sehr wohl russische Geneinflüsse sein in den Genen der Etrusker, aber anders erklärt:
Es gab eben doch starke Reitervölker aus Zentralasien (Hunnen, Mongolen ..), was aber Fomenko ausschließt (dass die stark waren). Und diese asiatischen Völker haben sich ausgebreitet, auch nach Westen und dort eben die russischen Völker Richtung Europa gedrängt.
somit kommen die russischen Gene deshalb in Europa und auch bei den Etruskern vor, weil die Ur-Russen aus Schwäche den Asiaten weichen mussten, nicht aus einer Position der Stärke heraus als Eroberer.
I Etrusker:
a) der Stand 2007
Woher kamen die rätselhaften, in der Gegend der heutigen Toskana siedelnden Etrusker? Die Antwort auf diese lange diskutierte Frage könnte jetzt ein
www.scinexx.de
b) neuere Forschungen 2021
Mit den Pressemitteilungen bleiben Sie auf dem Laufenden, was an der Universität geschieht: neue Forschungsergebnisse, Großveranstaltungen und prominente Gäste
uni-tuebingen.de
II Assyrer:
hier ist leider komplizierter, es fehlen die ganz alten DNA um sie auszuwerten. Aber die heutigen Syrer, im weitesten Sinne Nachfahren der Assyrer weisen keine (signifikante) russische DNA nach:
2022 "Southern Arc" dataset — show exactly the blend geography predicts: Anatolian- and Zagros-related ancestry in region-specific ratios, some Levantine contribution, and no dominant steppe-related layer of the kind that reshaped Europe.
What ancient DNA and modern genetic studies say about Assyrian ancestry: deep Mesopotamian roots, two millennia of documented endogamy, the missing ancient transect, and how to read G25 and qpAdm results for an Assyrian genome.
www.ancestrify.io
III ägyptische Mumien:
Fomenko behauptet, die Assyrer = die Russen hätten Ägypten erobert. Dann fanden die Russen die Idee ganz toll, dass man die großen Herrscher mumifiziert und hätten das übernommen. Da das Klima in Ägypten (kaum Feuchtigkeit) große Vorteile bietet, so hätten die Russen irgendwann angefangen Ihr großen Zaren auch zu mumifizieren und nach Ägypten zu bringen und Sie dort aufzubewahren.
Die DNA sagt etwas anderes:
Die hauptsächliche Haplogruppe der Mumien ist E1b1a
Die alte russische DNA Gruppe ist aber R1a
eines ist merkwürdig: gerade die berühmte Pharonenlinie mit Echnaton und Tutanchamun hatte R1b in Ihren Genen
R1b ist hauptsächlich in Europa und auch Russland zu finden.
vermutlich wird die Archäogenetik auch die anderen Theorien von Fomenko nach und nach widerlegen.
Die aktuellen Ergebnisse stammen aus z.T. wenigen Funden, je mehr Funde, desto klarer die Ergebnisse
3) Fomenkos Troja-Theorie und die "innere Logik"
Fomenko nimmt ein reales Ereignis:
ab 535: Ostrom (Byzanz) startet eine militärische Kampagne, um Italien von den Goten zurückzuerobern
536: Belagerung von Neapel. Hier die Geschichtsschreibung:
Nach der 535 erfolgten Landung und schnellen Eroberung Siziliens marschierte die etwa 8.000 Mann starke Armee des oströmischen Feldherrn Belisar, nach dem Übersetzen der Meerenge von Messina im späten Frühjahr 536, an der italienischen Küste entlang auf Neapel zu. Als die Einwohner der Stadt vom Herannahen des oströmischen Heeres hörten begannen sie, auch durch die dramatische Rhetorik zweier gotischer Anführer, heftigen Widerstand zu leisten.
Belisar stellte sich im Angesicht der schweren Befestigung und des Widerstands der Bewohner der Stadt auf eine lange Belagerung ein. So schnitt er diese vom Meer durch seine Flotte, vom Land durch die Errichtung eines Feldlagers und von der Wasserversorgung durch die Unterbrechung der Aquädukte ab. Schließlich zeigte auch der anfängliche Beschuss der Stadt durch Belagerungsmaschinen nur wenig Wirkung. Erst durch einen isaurischen Verräter gelang es nach zwanzig Tagen der Belagerung die Stadt im Handstreich zu nehmen. Dieser zeigte den Byzantinern einen schmalen Zugang in der Nähe des Aquädukts, welches in die Stadt führte. Der Zugang wurde nun soweit verbreitert, dass sich in der Nacht etwa 400 vollausgerüstete bucellarii durch das Wasserversorgungssystem in die Stadt schleichen konnten. Die Wachmannschaften auf den Mauern wurden überwältigt und durch Trompetensignale den schon warteten Truppen das Zeichen zur Erstürmung der Mauern mittels Leitern gegeben.
und argumentiert so:
- ein Troja habe es nie gegeben, die Stadt war Neapel
- mit den Griechen in der Illias sei Ostrom, also das Byzantinische Reich, gemeint, Griechenland ist Teil davon.
- Die Eroberung über das Aquädukt sei die Vorlage für das trojanische Pferd gewesen
- da eine römisch-/byzantinische Eroberung ist der Originaltext in lateinisch geschrieben
- Byzanz aber sei Teil des russischen Reiches gewesen (seine Behauptung)
Damit ist die innere Logik von Fomenko gefunden, auch wenn die Theorie an sich krude bleibt, wie so oft:
Mittelalterliche Geschichtsschreiber hätten aus Hass auf Russland, die Geschichte umgeschrieben:
- Byzanz sei römisch gewesen, nicht russisch
- Die Geschichte über die Eroberung Neapels sei kopiert worden und weit in die Vergangenheit projiziert worden, um Europa (Griechenland + Rom) älter als Russland zu machen
- bei dieser Projektion sei aus aqua ducte dann equa ducte geworden, aus Neapel wurde Troja, aus dem Aquedukt ein großes gezogenes hölzernes Pferd usw.
- Final sei der projizierte Text (Illias) in griechisch geschrieben worden, um Beweise aus der Antike zu haben.
Fomenko halt...