Das Turiner Grabtuch

Noch ein Hinweis zum Einwand von dekumatland, was ich mit dem Beweis der Überwindung des Todes gemeint hatte (natürlich den stofflichen Beweis, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, wie es in der Bibel geschrieben steht und dass er damit den Tod überwunden hatte - die vorangestellte Bezeichnung "mathematische Codierung" sollte nur verdeutlichen, dass man das Grabtuch anfassen und seine Parameter und Eigenschaften, mehr oder weniger mathematisch, messen kann).
Wie kommt denn dieser "Beweis" zustande? Die Auferweckung Jesu vom Tode ist ja ein reiner Glaubenssatz, und der Auferstehungsleib wird von den Evangelien auch nicht als bloße Fortsetzung des irdischen Lebens geschildert. Immerhin wird Jesus mehrfach von Jüngerinnen und Jüngern nicht erkannt. Was könnte denn ein Grabtuch dazu beitragen?

Natürlich wäre es faszinierend, das echte Abbild Jesu (oder auch bloß dasjenige eines Menschen der Zeitenwende) vor Augen zu haben, aber selbst hier waren gläubige Christen des hohen und späten Mittelalters nicht auf das Grabtuch angewiesen. Acheiropoieta - also (angeblich) nicht von Menschenhand geschaffene Abbilder Jesu oder prominenter Heiliger - waren spätestens seit dem 6. Jh. bekannt. Das Mandylion, eine Ikone aus dem syrischen Raum, zeigt bereits ein "echtes" Antlitz des Erlösers auf einem Tuch.

Wie schon gesagt, ich würde bei all diesen Ikonen, Bildern und Reliquien nicht automatisch einen Betrug unterstellen. Im Laufe der Zeit mag auch ein gewöhnliches Andachtsbild in den Rang eines von Gott geschaffenen Wunders aufgestiegen sein, ohne dass der Maler ursprünglich eine Täuschungsabsicht verfolgte.
 
Sofern man nicht eine auf spezielle Inhalte trainierte KI benutzt, kann man von "Informationstiefe" wirklich nicht sprechen.

Einem öffentlichen LLM wie ChatGPT stehen dieselben Informationen zur Verfügung wie dem Nutzer, es kann nur schneller und direkter darauf zugreifen, und die Inhalte auf eine Weise zusammenfassen, die eine Höchstzahl an Menschen verständlich fände.

Die Inhalte können immer noch falsch sein.

Und wenn man den Prompt nicht richtig formuliert, wird sich der Bot auf Inhalte fokussieren, die dem menschlichen Nutzer scheinbar am meisten zusagen werden. Wenn z.B. jemand eine religiöse Einstellung erkennen lässt, und der Prompt nicht die klare Anweisung zur Objektivität enthält, wird der Bot Quellen bevorzugen, die der jeweiligen Glaubensgemeinschaft nahestehen.

Ein LLM will gefallen, nicht informieren.

Wer informiert werden will, muss sich an dedizierte (und oft sehr teure) Tools für den jeweiligen Fachbereich halten.
 
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