Sie zwängten sich buchstäblich durch einen 2 bis knapp 5 Meter breiten Marschweg.
Ich wiederhole mich, eine Engstelle ist für beide seiten eng.
Und wenn Hindernisse zu den Seiten die Römer daran hinderten auf größerer breite zu marschieren und im Gelände mehr aufzufächern, dann hinderten sie auch die Germanen daran an beliebiger Stelle von den Seiten her an die römische Marschkolonne heran zu kommen, was den Nahkampf angeht.
Bedenke Lukullus, die Germanen benutzten Langbogen zur Jagd.
Allerdings weder das, was gemeinhin für das Mittelatler unter "Langbogen" verstanden wird, noch produzierten sie Pfeilspitzen auf dem Niveau des Hoch-/Spätmittelalters.
Ein Langbogen im Sinne eines deutlich über einen Meter langen Bogens ist in Wäldern, wenn der Schütze damit versucht sich durch die Botanik zu bewegen, im Übrigen schnell mal ein Hindernis.
Bei der Jagt, wenn das Wild in eine Engstelle getrieben wird, oder man darauf setzen kann, es, weil es ungeschützt ist, mit einem Schuss fatal zu verwunden, mag das ein hinnehmbarer Nachteil sein, aber in der Schlacht gelten etwas andere Regeln als auf der Jagd. Eine brauchbare Jagdwaffe ist nicht unbedingt auch für militärische Auseinandersetzungen besonders gut geeignet.
Oben erzählst du was von Wäldern, in denen die Römer gar kein Lager hätten aufschlagen können, fakt ist aber auch, dass Wälder mit einigermaßen dicht stehenden Bäumen für Fernkämpfer ein Hindernis sind, weil dauernd irgendwas im Weg steht, im Besonderen, wenn die eigene Waffe nicht über die Präzision eines konventionellen, einfachen Bogens hinausgeht.
Hinzu kommt die römische Ausrüstung. Ein Scutum kostet einiges an Beweglichkeit, es gibt aber eine recht gute Deckung gegen Wurf-, Schleudergeschosse und Pfeile ab, hinzu kommen die Rüstungselemente, der Legionäre, die auch einen guten Teil davon abgefangen haben dürften.
Römische Verluste durch germanische "Fernwaffen" dürften sich in Grenzen gehalten haben.
Nicht auszuschließen, dass der eine oder andere Glückstreffer dabei war, aber dagegen waren die Römer auch in Kolonne noch einigermaßen gut aufgestellt.
Außerdem müsstest du im Prinzip davon ausgehen, dass Wurfgeschosse oder Pfeile von germanischer Seite tendenziell von außerhalb der Reichweite der römischen Pila hätten geschleudert/geschossen werden müssen, da in einem Fernkämpfer-Duell römischer Pila gegen germanische Wurfgeschosse, der wesentlich bessere Schutz auf römischer Seite durch Scutum, Lorica Segmentata und eiserne Helme offensichtlich auf römischer Seite zu geringeren Verlusten geführt hätte, als auf germanischer Seite.
Angriff mit Fernwaffen ohne Inkaufnahme inakzeptabler Verluste auf germanischer Seite hätte also nur aus größerer Entfernung oder vereinzelt aus der Deckung heraus erfolgen können, was die Chance einen Legionär an den Schwachstellen seiner Rüstung zu treffen, nicht gerade erhöht hätte.
Man muss davon aufgehen, dass die Germanen aufgrund ihrer besseren Kenntnis des Geländes, der leichteren Bewaffnung und weil sie für den unmittelbaren Angriff keinen Tross und keine umfangreichere persönliche Ausrüstung und Vorräte mitschleppen mussten, die Engstellen von Anfang an umgehen die Römer an vielen Stellen von der Seite aus angreifen konnten.
1) Du gehst doch davon aus, dass das ganze irgendwo im Wald stattgefunden hat, relativ fernab von Siedlungen und du möchtest davon ausgehen, dass die Sache innerhalb eines Tages vorbei war, dann müsstest du davon ausgehen, dass die Germanen eine Truppe gehabt haben müssten, die ähnlich groß oder deutlich größer als die Römische hätte gewesen sein müssen.
Nun konnten aber auch die Germanen nicht von Luft und Liebe leben und wenn die ein, den 3 varianischen Legionen vergleichbar großes Heer aufgeboten haben würden, hätten sie es auch verpflegen müssen.
Verpflegung von ein paar 10.000 Man, ist in einer Umgebung, deren Siedlungen, wenn es hoch kommt, einige 100 Einwohner haben, allerdings offensichtlich nur mit Tross möglich, wenn die eigenen Truppen zusammen gehalten werden sollen.
Und da anders als die Römer die Germanen Kriegszüge dieses Ausmaßes wahrscheinlich eher nicht gewohnt waren, dürfte deren logistik weniger professionell und damit tendenziell schwerfälliger gewesen sein, als die Römische.
Ein Nachteil, den Ortskenntnisse und die Kenntnis kürzerer Wege, Wasserstellen, etc. evt. kompensiert haben mag, aber die Vorstellung, die Germane hätten ein Heer aufbieten können, dass groß genug gewesen wäre, 3 Legionen an einem Tag völlig aufreiben zu können, ohne selbst Tross mitführen oder Versorgungsdepots anlegen zu müssen, die ist ein wenig überoptimistisch.
2) Das ganze gilt natürlich auch bei Fernwaffen. Du möchtest davon ausgehen, dass die Germanen ausgiebig vom Bogen Gebrauch gemacht hätten. In die Richtung kann man natürlich erstmal denken, aber dann müsste man natürlich auch erklären können, wo die Munition dafür herkam und wie die mitgeführt wurde.
Die Menge an Pfeilen und Wurfsperen, die eine einzelne Person mit sich führen kann, ist offensichtlich begrenzt, im besonderen dann, wenn die Person noch hochbeweglich sein soll um Guerillia-Kriegsführung betreiben zu können.
Wenn man mal davon ausgeht, dass wegen Großer Entfernung, Hindernissen durch Bewaldung, Scuta und römischen Rüstungsteilen vielleicht ein oder zwei Pfeile oder meinetwegen auch eine Hand voll aus 100 tatsächlich in der Lage gewesen wären, zufällig mal ne Schwachstelle zu treffen, hätte das großer Mengen an Munition bedurft.
Und das wiederaufsammeln einmal abgeschossener Pfeile, wäre auch nicht gut gangbar gewesen, wenn man gleichzeitig Fühlung zu den sich weiterbewegenden Römern hätte halten wollen.
Außerdem wäre damit zu rechnen gewesen, dass viele Pfeile einfach auf nimmerwiedersehen irgendwo in Wald und Unterholz verschwunden wären und bei den auffindbaren, wäre wegen Abprallens von Scutum oder Lorica Segmentate vermehrt mit deformierten Pfeilspitzen zu rechnen gewesen, also erst nach wiederherrichtung wiederverwendbar.
Für großangelegten Einsatz von Bogenschützen um den Römern damit wirklich große Verluste zu bereiten, hätte man Mengen an Geschossen organisieren und mitführen müssen, die wahrscheinlich auch nicht Otto-Normal-Germane irgendwo auf dem Rücken mitschleppen konnte, jedenfalls nicht, wenn im Wald undUnterholz beweglich bleiben wollte.