Aus Wikipedia: In der Verwandtschaft mit
Argos sind sich die antiken Autoren jedoch alle einig, ausgenommen
Justinus, der Falerii als
chalkidische Kolonie bezeichnet.
Diese Angaben sind natürlich historisch wertlos. Sie entspringen dem Versuch, möglichst jeder Stadt Italiens einen trojanischen oder griechischen Ursprung zu verpassen. Solche Versuche gingen keineswegs nur von den Bewohnern Italiens selbst aus, auch griechische Autoren wie Dionysios von Halikarnassos waren bestrebt, allem und jedem einen griechischen Ursprung zu verpassen, um sich als Ahnherrn der übermächtig gewordenen Römer präsentieren zu können.
Strabons Versicherung, dass ihre Bevölkerung, die Falisker, nicht etruskischer Herkunft sei, wird durch die Sprache auf den ältesten lokalen Inschriften gestützt. Eine Verwandtschaft mit den
Sabinern kann zumindest durch sprachliche Vergleiche konstruiert werden. Dennoch werden die Falisker des Öfteren in der antiken Literatur auch als
Volk Etruriens (
Titus Livius) bezeichnet, wodurch zumindest zu Livius’ Zeiten eine enge Bindung an das etruskische Kernland bezeugt wird. Durch Grabungsbefunde ist belegt, dass das Gebiet seit dem 10. Jahrhundert v. Chr. besiedelt worden war, es zählt somit zu den ältesten dauerhaft bewohnten Zentren Mittelitaliens.
Auch Rom war stark etruskisch geprägt und wurde offenbar eine Zeitlang von Etruskern regiert. Trotzdem war Rom keine Etruskerstadt und waren oder wurden die Römer (in ihrer Mehrheit) keine Etrusker, wie man am besten an der Beibehaltung der latinischen Sprache erkennen kann.
In "Lybien" ja. Anderswo aber nicht, obwohl man sicherlich stark auch dort strak genug war.
War man das? Die eigene Bevölkerungsbasis war dünn, und Söldner kosteten Geld. Keine guten Voraussetzungen für eine intensive direkte Herrschaft über weitläufige Gebiete, die entsprechende Besatzungstruppen erfordert hätte. Mit Garnisonen scheint man sich in der Tat zurückgehalten zu haben.
Auch hier drängen sich Vergleiche mit Rom (während seiner Expansion in Italien) oder auch Athen auf. Beide hatten gar nicht die Möglichkeit, ihre Bundesgenossen direkt zu beherrschen, indem sie ganz Italien bzw. den ganzen Ägäisraum mit Besatzungen belegten. Das wäre schon von den rein demographischen Voraussetzungen her gar nicht möglich gewesen, aber auch politisch nicht, weil die Bürger nun einmal ein Wörtchen mitzureden hatten und sie nicht bereit waren, sich langfristig irgendwo stationieren zu lassen. Somit musste man in allen Fällen auf ein System von "Bündnissen" unter Beibehaltung der lokalen Autonomien zurückgreifen und sich darauf beschränken, notfalls einzugreifen, wenn sich Bündner widerspenstig zeigten. Athen hatte den Vorteil, dank seiner Flotte notfalls relativ rasch überallhin Eingreiftruppen verschiffen zu können; demgegenüber spielte die Anlage von Kleruchien [athenische Außenposten, die anders als (griechische) Kolonien Teil des Mutterlandes waren] nur eine untergeordnete Rolle. Rom hingegen überzog Italien mit einem Netz von latinischen und römischen Kolonien, von denen aus man die Umgebung im Auge behalten konnte. Das konnte jeweils funktionieren, solange sich nicht allzu viele "Bundesgenossen" gleichzeitig erhoben oder Aufständische nicht Unterstützung von "außen" erhielten.
Karthago hatte noch den Vorteil, seine Untertanen in gewissem Maße gegeneinander ausspielen zu können, indem es etwa den anderen Phoinikerstädten die Möglichkeit gab, sich als Teil der Herrscher und nicht der Beherrschten wähnen zu können.
Wie prekär aber all diese Systeme waren, zeigte sich, wenn es doch einmal einen mächtigen Feind gab, dem sich die eigenen "Bundesgenossen" anschließen konnten, oder wenn es zu großflächigen Abfallbewegungen kam.