Deutsche Ostexpansion vom 10. bis 13. Jh.

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von balticbirdy, 6. November 2007.

  1. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das ist sicherlich richtig, doch ist zu berücksichtigen, dass die Gebiete jenseits von Elbe und Saale sehr dünn besiedelt waren. Der Siedlungsverlauf entwickelte sich wie folgt:

    Während der Völkerwanderung gaben die Germanenstämme jenseits der Elbe-Saale-Linie ihre Sitze auf und zogen nach West- und Südeuropa (z.B. Vandalen, Burgunder, Sweben, Rugier usw.). In die verlassenen Gebiete rückten allmählich Slawen nach, doch blieb der Raum nur dünn besetzt.

    Im 10. Jh. setzte dann unter den Ottonen eine Expansion nach Osten ein und es wurden unter anderem die Bistümer Havelberg, Brandenburg, Ratzeburg, Zeitz, Meißen sowie das Erzbistum Magdeburg gegründet. Dieser Zustand war jedoch nur von kurzer Dauer, denn nach dem großen Slawenaufstand von 983 ging das zwischen Elbe und Oder eroberte Gebiet wieder verloren, sodass die Elbe-Saale-Linie erneut politische und ethnische Grenze wurde.

    Erst seit dem 12. Jh. begann dann die Hauptphase der deutschen Ostsiedlung, die sich im übrigen relativ friedlich vollzog. Hier wird oft übersehen, dass auch slawische Fürsten und adlige Grundherren ein großes Interesse an der Urbarmachung ihrer öden Gebiete hatten und Siedler aus dem Westen ins Land riefen. Ihrem Ruf folgten vor allem Sachsen, Friesen, Flamen und Kolonisten vom Niederrhein, die ihr Glück im Osten versuchen wollten.

    Hinzu kommt, dass sowohl slawische als auch deutsche Fürsten mit lukrativen Angeboten lockten: Sie sicherten den neuen Siedlern persönliche Freiheit, vererbbares Land und geringe Abgaben zu - Bedingungen, die die Bauern im "Altsiedelland" nicht gekannt hatten! Auf jeden Fall war das für viele sehr attraktiv, sodass sie das Risiko eines Neuanfangs, die Strapazen einer langen Reise und die schwere Rodungsarbeit in Kauf nahmen. Dadurch entstand im Osten eine sehr milde Form der Grundherrschaft, da die neuen Siedler eine gute Rechtsstellung besaßen.

    Sichtbar wird, dass der in den Osten einwandernde deutsche Adel nach einer gewisen Zeit mit dem einheimischen slawischen Adel verschmolz. In Pommern und Mecklenburg stiegen die slawischen Fürsten sogar zu Reichsfürsten auf und erlangten für ihre Länder die Landesherrschaft. Es ist interessant anhand der Stammbäume zu beobachten, wie lange sich noch slawischen Fürstennamen einheimischer Dynastien erhielten, bis sie schließlich zu irgendeinem Zeitpunkt deutschen Namen wichen.

    In Pommern erhielten sich die Namen "Wartislaw" und "Bogislaw" sogar bis zum Aussterben des slawischen Fürstengeschlechts der "Greifen" und noch der letzte seines Stammes, mit dem das Fürstenhaus 1637 erlosch, hieß Herzog Bogislaw XIV.
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Natürlich gab es massenhafte Einwanderung deutscher Bauern. In Ausnahmefällen kam es vor, dass die Slawen vertrieben wurden, mehr aus ökonomischen Gründen, weil deutsche Bauern (Dreifelderwirtschaft, Streichbrettpflug) mehr erwirtschafteten - sprich man konnte mehr aus ihnen schröpfen.

    Sachsen ist bereits 200 Jahre früher (10 Jh.) kolonisiert worden, bereits in einem früheren Post habe ich das erwähnt. Die Sorben sind zwar bis heute slawischsprachig, aber es gab genauso auch dort deutsche Siedler. In den Städten der Lausitz blieben die weitgehend unter sich, auf dem Lande wurden sie (mal der umgekehrte Weg) allmählich slawisiert.

    Ich denke wir alle können uns einig sein, dass Slawen die Ethnogenese des deutschen Volkes entscheidend mitgeprägt haben, insbesondere das ostelbische Junkertum.
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Der von mir erwähnte Slawenaufstand von 983 betraf die Gebiete östlich der Elbe zwischen Ostsee und mittlerer Elbe bis etwa zur Höhe Magdeburg/Wittenberg. Die Marken Meißen, Lausitz, Zeitz usw. blieben in deutscher Hand, waren also vom Aufstand nicht betroffen.

    Den Beginn der deutschen Siedlung im Gebiet der Mark Meißen lässt man gern mit der Erbauung der Burg Meißen beginnen, die 929 auf einem Felsvorsprung über der Elbe errichtet und nach dem in die Elbe fließenden Bach "Misni" benannt wurde. Dort etablierte sich also die deutsche Herrschaft schon sehr früh und dauerhaft.

    Die "Ethnogenese des deutschen Volkes" war im 10. Jh. längst abgeschlossen, sodass dies der falsche Terminus ist. Korrekt wäre die Aussage, dass die slawischen Stämme jenseits der Elbe-Saale-Linie im Zug der Ostsiedlung von der deutschen Bevölkerung assimiliert wurden.

    Wie stark die slawische Bevölkerung in diesem Raum war und wie man sich das Verhältnis zwischen neuen deutschen Siedlern und Slawen vorstellen muss, ist bis heute nicht restlos geklärt. Diese Frage zählt im Gegenteil zu den am heftigsten umstrittenen Themen zwischen der slawischssprachigen und deutschsprachigen Geschichtswissenschaft.
     
  4. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Darüber kann man streiten, zumal die weitere Expansion nicht an der Oder haltmachte. Wann war denn deiner Meinung der Abschluss der Ethnogenese erreicht?

    Das war nach dem 1. WK ein Streitpunkt und sollte heute nicht mehr durch nationale und/oder ideologische Scheuklappen betrachtet werden.
     
  5. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Hmm, müßte wohl eher "Stadt" heißen.

    Wobei das offenbar sprachlich ohnehin alles eng zusammenhängt.
    Wenn ich die Ausführungen meines alten Profs richtig in Erinnerung habe, gibt es da eine indogermanische Wurzel -grd-, die etwas Umschlossenes bezeichnet und in germanischen und slawischen Sprachen zu Wörtern wie "Garten" (von Zäunen umschlossen als Gegensatz zum Acker), "Gürtel", "Gorod" (von Mauern umschlossene Stadt) usw. führt.
     
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Worauf ich in meinem letzten Beitrag hinaus wollte, war wieder auf den Hauptgegenstand des Threads, also die Auswirkungen und den Ablauf der Expansion im Zuge des Wendenkreuzzuges des 12.Jh., zurückzukommen. Ich hatte nur ein bisschen den Eindruck, dass wir davon mit einigen Beispielen aus Sachsen eher wieder wegkämen.:)
     
  7. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Recht hast, man könnte den Thread durchaus auffächern. Ich wollte einfach nur mal eine Diskussion anschubsen und die Entwicklung abwarten. Welcher normale Gymnasiast (von anderen abgesehen) erfährt denn heute noch von diesem Thema.
    Ich verweise da auf mein o.g. Zitat in betr. "Schafft die russ. Ortsnamen wieder ab!" Der Mann war promoviert...
     
  8. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Genau auf diesen Punkt habe ich in meinem Post oben ebenfalls hingewisen. Die Hauptphase der deutschen Ostsiedlung begann erst im 12. Jh., da der Vorstoß der Ottonen wegen des Slawenaufstands im Jahr 983 nur Episode blieb. Lediglich die Mark Meißen und die Mark Lausitz blieben vom Aufstand unberührt und damit in deutscher Hand.

    Somit ist der Wendenkreuzzug von 1147, der unter der Leitung Albrechts des Bären, Heinrichs des Löwen, Konrads von Meißen, Adalberos von Bremen und Konrads von Zähringen durchgeführt wurde, der eigentliche Startschuss für die deutsche Ostsiedlung. Obwohl nicht alle expansiven Ziele erreicht wurden, begann doch mit diesem so genannten "Kreuzzug" die Begründung der Mark Brandenburg.

    Negativ ist anzumerken, dass dieser "Kreuzzug", der ja eigentlich der Christianisierung der Slawen dienen sollte, in Raub, Plünderung und blutige Eroberung mündete. Selbst zeitgenössische Quellen weisen vorsichtig auf diesen Tatbestand hin und somit war dieser Zug gewiss keine Ruhmestat deutscher Fürsten.
     
  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Eigentlich ist das noch milde ausgedrückt, genaugenommen war er ein Flop. Entscheidend war, das der aufkeimende Obotritenstaat (Westmecklenburg) erst 1160 zerschlagen wurde, Fürst Niklot (Reiterstandbild über dem Portal Schloss Schwerin) fiel. Seine Söhne mit den schönen altdeutschen Namen Pribislaw und Wertislaw kämpften weiter, wurden von Heinrich dem Löwen aber besiegt. Wertislaw wurde hingerichtet (Galgen, also ehrlos), Pribislaw erhielt das Obotritenland 1167 als Lehen zurück. Die Mecklenburger Großherzöge(bis 1918 im Amt) stammen in direkter Linie von ihm.
     
  10. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ein "Flop" war er wohl nicht ganz, denn er stärkte die Position Albrechts des Bären und trug zur raschen Eroberung der Mark Brandenburg bei. Im Raum Mecklenburg war der Ertrag minimal, obwohl der Obodritenfürst Niklot sich zur (Schein)taufe verstand und Fürst Ratibor von Stettin vertraglich zusicherte, sein Land zu christianisieren.

    Ich würde also von viel Schatten und etwas Licht sprechen, denn man muss schon sagen, dass dieser etwas missglückte militärische Vorstoß der endgültige Startschuss zur Eroberung der östlichen Gebiete war, was dann ja auch an vielen Stellen geschah. Mecklenburg fiel im Verlauf der nächsten Jahrzehnte endgültig unter die Oberherrschaft Heinrichs des Löwen, zugleich schritt die Eroberung der Mark Brandenburg rasch voran.

    Festzuhalten ist in jedem Fall, dass das angeblich "christliche" Motiv der Slawenbekehrung den beteiligten Fürsten nur als Vorwand diente und sie stattdessen durch Raub und Bedrückung in den eroberten Gebieten glänzten.
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Welchen Wert das "christliche Motiv" besaß zeigt die Tatsache, dass sich Heinrich II. 1014 mit den heidnischen Lutizen (Slawenstamm im Bereich der Mecklenburger Seenplatte; "Erbfeinde" der westlich ansässigen Obotriten) verbündete, um gegen den christlichen (!) König von Polen zu ziehen.
     
  12. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Aber wir wollen doch bitte den jeweiligen Kontext betrachten bzw. einhalten...

    In diesem Thread soll es zumindest vordergründig um den Wendenkreuzzug 1147 gehen - samt seiner Auswirkungen/Nachwirkungen.
    Da sind die Auseinanderssetzungen von Heinrich II. mit Boleslaw I. Chrobry nämlich in einem anderen Zusammenhang zu sehen: hier ging es dem deutschen König ja wohl darum, mittels jenes Bündnisses (Du hast übrigens noch die Redarier vergessen) den polnischen König zur Anerkennung seiner Autorität zu zwingen. Mit dem Wendenkreuzzug hat es jedenfalls nichts zu tun; es ist ein anderer Kontext...
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. November 2007
  13. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ich möchte nochmal betonen, dass der Thread Slawen und Wendenkreuzzug nur als Aufhänger von mir gewählt wurde, um überhaupt eine Diskussion anzustossen. Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen:
    Deutsche Ostexpansion vom 10.-12. Jh.
    Aber das bietet Stoff für viele Threads...
     
  14. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Off Topic Intermezzo - Nachfrage

    Wenn Du einverstanden bist, kann ich ihn dahingehend ändern - und ggf. ins Unterforum "Heiliges Römisches Reich" verschieben, denn
    ... und der Wendenkreuzzug ist nur ein Kontext dabei.
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Nur um tagesaktuell zu werden: Die slawische Einwanderung nach Deutschland scheint ein friedliches Einsickern aus zwei Richtungen gewesen zu sein. Eine germanische Bevölkerung hat es gegeben, das Land war keineswegs menschenleer.
    Eine Welle direkt von Osten aus dem Weichselgebiet (Sukow-Keramik), die andere von Südost aus dem mährisch-pannonischen Raum (Prager Keramik). Vielleicht erklären sich daraus die späteren Feindschaften zwischen den Stämmen (Obotriten vs Lutizen).
     
  16. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Meinst Du jetzt mit dem Vorstoß der Ottonen, die Versuche Otto III. oder die Absicht Otto I., welcher ja die Gegend um den Harz und Magdeburg herum sosehr im Fokus seiner Herrschaft hatte. Grundsätzlich kann man zwar sagen, dass die Fläche, welche mit dem Aufstand von 983 dem ostfränkischen Reich (oder nennen wir es schon besser HRR?) verloren ging, zwar bedeutend war, aber gerade die Marken Meißen und Lausitz bildeten später das mächtige Herrschaftsgebiet der Wettiner des Hochmittelalters. Vielleicht führte der Vorsprung von ca. 150-200 Jahren auch zu der wirtschaftlichen Überlegenheit des späteren Sachsens, mal ganz abgesehen von wichtigen Faktoren wie Bergbau, Handelswege etc..

    So negativ man moralisch sicherlich den Wendenkreuzzug bewerten kann, so bleibt auch bemerkenswert, dass die militärischen Leistungen der Angreifer zu einer so umfangreichen Niederlage der Wenden in Brandenburg führte, obwohl diese sich über so lange Zeit in der Position zwischen Polen und dem HRR, also zwei schon mächtigen Reichen, hatten behaupten können.
     
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Du hattest mich per PN gebeten, noch etwas zur so genannten "Ethnogenese des deutsches Volkes" zu sagen.

    Das deutsche Volk entstand aus dem Zusammenwachsen vieler germanischer Stämme im mitteleuropäischen Raum, ein Prozess, der ungefähr im 9. Jh. - oder noch früher - abgeschlossen war. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die großen deutschen Stämme Sachsen, Schwaben, Franken und Bayern gebildet, an deren Spitze Herzöge standen. Ein Bewusstsein, zu einem "deutschen Volk" zu gehören, hat es jedoch noch nicht gegeben, obwohl die Bevölkerung dieses Raums natürlich eine gemeinsame Sprache sprach, nämlich "althochdeutsch". Diesbezügliche Quellen sind uns in ausreichender Zahl überliefert.

    Das Lexikon des Mittelalters sagt hierzu:

    "Die Frage ist also nicht, wie Menschen Mitteleuropas von ihrer gemeinsamen Sprache her zu einem Volk der Deutschen wurden, sondern, wann der ostfränkische Staat unter den ottonisch-salischen Herrschern den Namen "Deutschland" erhalten hat, bzw. wann die in ihm lebenden Völker, die seit mehr als einem halben Jahrtausend bekannten Franken, Sahcsen, Bayern, Alemannen, zusätzlich zu ihrem bisherigen Volksnamen umfassend "Deutsche" genannt wurden. Es handelt sich dabei sowohl um den politischen Prozess des Herauswachsens eines Teilkönigtums aus dem fränkischen Gesamtreich zu eigenem Staastbewusstsein, als auch um eine sprachliche Spiegelung on der Verwendung des Wortes "deutsch" ...
    Ein deutsches Bewusstsein setzt kaum vor 1000, voll erst im 11. und 12. Jh. ein."

    Man muss also sagen: Ethnisch war die Bildung des deutschen Volks um 1000 längst abgeschlossen, während trotz einer gemeinsamen Sprache ein "deutsches Bewusstsein" erst allmählich einsetzte.
     
  18. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Man kann also sagen, dass die Auswirkungen, darauf wollte balticbirdy wohl hinaus, des Dazukommens der slawischen Bevölkerung zur deutschen Bevölkerung keine wesentliche Bedeutung für die ethnische Bildung des deutschen Volkes mehr hatte. Wir sprachen ja schon darüber, dass sich Sprache und Kultur der vorher unabhängigen Slawen zwar mancherorten erhielten, aber der Großteil wohl von den Einwanderern assimiliert wurde, ohne parallel die eigene Kultur zu erhalten und weiter zu entwickeln.

    Übrigens gibt es in Bergen auf Rügen ein kleines Museum, in welchem u.a. auf die Kultur der Slawen auf Rügen z.B. eingegangen wird, welche wirklich interessant entwickelt war.
     
  19. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Auf Rügen und in einigen anderen Rückzugsgebieten - abgesehen von den Sorben z.B. auch das hannoversche "Wendland" an der Elbe - haben slawische Reste noch einige Zeit überdauert. So starb z.B. die slawische Sprache im Wendland erst um 1700 (!) aus, wo sie ein Pfarrer für die Nachfahren aufzeichnete.

    In den übrigen Gebieten jenseits von Elbe und Saale muss die Assimilierung der Slawen durch die einströmende deutsche Bevölkerung relativ rasch erfolgt sein. Ob die Slawen anfangs rechtlich schlechter gestellt waren, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Doch wurden Unterschiede im Lauf der Zeit eingeebnet, denn es kam bald zu einer Vermischung beider Bevölkerungsschichten, die zur Aufgabe der slawischen Identität und zur Übernahme der deutschen Sprache führte.

    In diesem Zusammenhang sagen alle einschlägigen Publikationen, dass es sich bei der Assimilation weitgehend um einen "friedlichen Prozess" gehandelt habe, nachdem der erste Widerstand der slawischen Stämme erst einmal gebrochen und die deutsche Vorherrschaft errichtet war.
     
  20. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das besagte auch die Literatur, die wir im Geschichtsunterricht zur Geschichte der Mark (Brandenburg) hatten. Gewissermaßen wurde vielleicht nochmehr als im militärischen Konflikt der Auflehnung gegen die neuen Herren ja genau deswegen der Kopf genommen, da der slawische Adel recht erfolgreich in die neue Ordnung integriert wurde. Betreffend einer kulturellen Beeinflussung der Gebiete, welche erst im 12. Jh. unterworfen wurde, durch die vorige slawische Kultur für die Zeit nach der Eroberung, müsste man untersuchen, was bleibendes künstlerisch auch architektonisch von den Slawen geschaffen wurde. Die neuen Städte im Hoch- und Spätmittelalter lagen zwar bisweilen nicht unweit von slawischen Siedlungen aber entwickelten sie sich auch daraus?
    Im Fall von Bad Freienwalde und Teterow sind mir slawische Burgen in der Nähe, aber nicht auf der Fläche heutiger Städte (Gründungen des Hoch- bzw. Spätmittelalters) bekannt. Wo sich allerdings Städte aus slawischen Siedlungen direkt entwickelten, könnten sich wohl eher Einflüsse finden lassen.:grübel:
     

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