Die Erben von Byzanz heute

Loukas Notaras war weder der prominenteste Vetreter des Adels,noch in irgendeiner Weise maßgebend für den Adel.Er war ein Mitglied der Regierung des letzten Kaisers,Konstantin Palaiologos,während der letzten 20 Jahre des Bestandes des Kaiserreiches.Er war sowas wie der Bürgermeister von Konstantinopel.Zu seiner Zeit waren die Provinzen Anatoliens schon seit 130 Jahren Osmanisch.Sein überlieferter Spruch hat auch nichts mit der Ideologie des Adels vor 150 Jahren zu tun.Er äußerte lediglich die Wut der Byzantiner gegenüber den verhassten Lateinern.An diesem Zeitpunkt war nun wirklich nichts mehr zu machen um das Reich zu retten...Weit aus bedeutender waren zu seiner Zeit sogar die Familien der Kantakouzenoi oder der Kaiserlichen Adelsfamilie der Palaiologen.
Die bedeutensten Adelsfamilien der für die Entwicklung des Osmanischen Reiches MASSGEBLICHEN Zeit zwischen 1280 und 1340 waren die Familien der Angeloi,der Mavrozomai,der Doukai,der Komnenen(nicht der Kaiserlichen Komenen,sondern eines Abzweigs der Familie),der Skliroi,der Muzalon usw usw...All diese Familien haben all dies was ich in meinen vorherigen Beiträgen ausführlich erwähnte,ermöglicht.Zu den Zeiten nach Basileios des II sollte man noch die Familien des Bardas Fokas und des Bardas Skliros,im heutigen Kappadokien erwähnen.

Orhan,der Sohn des Osman,hat die Tochter des Johannes Kantakouzenos (freund des Kaisers Andronikos des III,und Kaiser nach dessen Tod)geheiratet.Seine Söhne und Nachfolger heirateten ebenfalls (nicht nur)byzantinische Prinzessinen.Dies ist historisch belegt,und ich kann dir in den nächsten Tagen ausführlich Quellen aus dem Buch des Steven Runciman,"Die Eroberung von Konstanrtinopel" liefern.
Zwischen 1280 und der epoche Mehmets zähle ich 170 Jahre (1450-1280=170).
Ich habe in meinen Beiträgen in keinerlei Weise behauptet,das dass Osmanische Reich wegen irgendeiner Heirat eines Sultans mit einer Byzantinischen Prinzessin das Erbe von Byzanz in irgendeiner Form angetreten hat.Ich habe lediglich gesagt(und dies ist historisch unstrittig)dass der Adel DIESER ZEIT (1280-1360) zu den Osmanen quasi übergelaufen ist,ihnen massiv geholfen hat,um seine Privilegien und Reichtümer zu erhalten und zu vermehren.Wir reden hier von der Anfangszeit der Osmanedynastie.Es gab also eine Art Verschmelzung des Adels mit den ersten Osmanen...Ich habe dazu auch Namen prominenter Osmanen gennant,die aus dieser Verschmelzung hervorkamen,wie zb Evrenoz Beg,Osmanischer General und Eroberer des südlichen Balkans.
Die Osmanen haben dadurch die Verwaltung und die Regierungsmethoden der Byzantiner übernommen.Es gibt enorme Ähnlichkeiten,wie zb das Timar System,wodurch Soldaten Land überlassen wurde zur Bewirtschaftung.Die Byzantiner nannten dies Pronoia-System...jedem Soldat wurde ein Stück Land überlassen,dass er bis zu seinem Lebensende bewirtschaftete.Voraussetzung war lediglich dass er 20 Jahre lang für das Heer des Kaiserreiches kämpfen musste.Es gibt unzählige Parallelen...dies haben die ersten Osmanen von den Byzantinischen Adligen die ihnen halfen erlernt,und perfektioniert.
ch empfehle die hierzu die Werke des Ralph Johannes Lilie sowie Georg Ostrogorsky.'Dort wird dieses Thema im übrigen (die Rolle des Anatolischen Adels während der kritischen Zeit von 1025-1350)sehr ausführlich behandelt.
Zur Rolle des Lukas Notaras, der übrigens in verschiedenen Quellen als 1. Minister Konstantin XII. genannt wird, werd ich in den nächsten Tagen ausführlicher schreiben. Es ging um die Endphase, also kurz vor der Eroberung und Notaras hatte keineswegs die Rolle eines unbedeutenden "Bürgermeisters" gespielt. Und ich finde es schon sehr bezeichnend, diesen Schlachtruf, der wie du schreibst gegen die verhassten Lateiner gerichtet war, er zeigt trotzdem deutlich, dass man bereit war, eher die türkische Macht zu ertragen, als sich mit Christen zu einigen und gemeinsam gegen den Feind zu kämpfen.
Was du zur Verheiratung schreibst, hab ich nicht in Frage gestellt. Ich schrieb doch, diese Heiratspolitik endete mit Mehmed den II. Diese Politik traf also nur für die Anfangsphase zu, als die Osmanen noch nicht als Sultane agierten. Sie hatte in den kommenden Jahrhunderten kaum noch Einfluss auf die Dynastie Osman.
 
Wo gibt es denn ein hellenistisches nichtrömisches Amphitheater?
Haben in Paris oder auf Istrien Griechen gesiedelt oder war dort der hellenistische Einfluß größer als in Trier?
Das Amphitheater in Trier unterscheidet sich von anderen Amphitheatern dadurch, daß es auf einer Seite in die natürliche Hanglage integriert ist, wie die alten griechischen Theater. Diese Bauweise ist eigentlich "griechischer" als die der sonstigen mir bekannten römischen Amphitheater.
In Aspendos zB.Das Amphitheater dort ist zwingend hellenistisch, nach dem Epidaurus Vorbild erbaucht worden.In Germanien und Rumäninen, wo die Römer auch waren, gibt es so eine Art nicht.
Paris hat mit Hellenen weniger zu tun, höchstens Marseille und Nizza.In Istrien war der hellenische Einfluss größer, Historiker behaupten, das manch griech.Stamm (Dorer)zB. vom Norden ins heutige GR eingewandert ist.Ferner waren die Illyrer im Einflussbereich des Hellenismusses (geograph.Nachbarn)auch durch griech.Küstenstädte oder auch durch den Handel.
-Die Römer haben die Bauweise der griech.Theater kopiert, das bleibt Tatsache ggf. noch etwas hinzugefügt.Es bleibt zu bemerken, das AmphiTheater zB. wie in Trier sehr selten in Altgermanien sind.Kleinasien ist voll mit Amphitheatern, und nach hellenistischem bzw. hellenischen Vorbild.
 
Thermen und Amphitheater im Mittelmeerraum sind zwingend hellenische Errungenschaften.Dazu gehören alle Theater, die es im heutigen Kleinasien , Albanien usw. gibt.


Ich habe bereits betont, dass die Römer vieles von dem fortgesetzt haben, was die Griechen begannen. Dass sie manches weiterentwickelten und häufig auch neue Wege beschritten. Es ist unsinnig nun bei jedem Bauwerk zu untersuchen, wie stark wohl der griechische und wie stark der römische Anteil gewesen sein mag.

Wenn Aquädukte, Straßen, Brücken und zahlreiche Kolonistenstädte in Spanien, Gallien, Britannien, Pannonien, Nordafrica, Noricum und dem römischen Germanien entstanden, so ist das eine originäre Leistung der Römer und des Imperium Romanum. Das wird durchaus nicht dadurch geschmälert, dass griechischer Genius vielfach die Wurzeln dafür gelegt hat.
 
Ich habe bereits betont, dass die Römer vieles von dem fortgesetzt haben, was die Griechen begannen. Dass sie manches weiterentwickelten und häufig auch neue Wege beschritten. Es ist unsinnig nun bei jedem Bauwerk zu untersuchen, wie stark wohl der griechische und wie stark der römische Anteil gewesen sein mag.

Wenn Aquädukte, Straßen, Brücken und zahlreiche Kolonistenstädte in Spanien, Gallien, Britannien, Pannonien, Nordafrica, Noricum und dem römischen Germanien entstanden, so ist das eine originäre Leistung der Römer und des Imperium Romanum. Das wird durchaus nicht dadurch geschmälert, dass griechischer Genius vielfach die Wurzeln dafür gelegt hat.
Ich weise darum darauf hin, das man gerade in Kleinasien bei Theatern,Bädern usw. mit dem Wort römisch vorsichtig und differenziert umgehen sollte.Das trifft auch für Unteritalien, Sizilien,Jordanien, Syrien usw. zu.

Ansonsten bin ich mit der Gesamtaussage einverstanden.
 
Es ist einfältig und eindimensional zu behaupten, der römische Staat sei lediglich eine Militärmaschine gewesen. Bis heute beeinflusst die Geschichte Roms unser Leben in Europa: Latein wird noch heute gelehrt, unser Recht basiert auf römischen Grundlagen, städtische Kultur und Verwaltung haben römische Vorläufer. Und Befürworter der europäischen Einigung stellen sich noch heute die Frage: Könnte das Römische Reich mit seinen vielen Völkern und Sprachen ein Vorbild für unser vereintes Europa sein?
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Mag sein, dass ich einfältig bin, oder vielleicht zu emotional denke, aber seltsamerweise ruft kein anderer Staat bei mir eine Assoziation zum 3. Reich hervor, nur Rom u. umgekehrt geht es mir genauso, zuviele Parallelen.
Das römische Reich mit dem Gedanken eines einheitlichen Europa in Zusammenhang zu bringen, ich weiß nicht, wie ist da die Vorstellung? Ein Masterstaat, der die Zentralgewalt darstellt und alle anderen Kulturen, Traditionen, Sprachen nur duldet und sie mit der Zeit völlig auszuradiert? Dieter, ich glaub jetzt würden selbst die alten Römer lachen, dass man ihre Politik der Unterdrückung und Einverleibung fremder Territorien, ihre Vorstellungen der Herrenrasse mit den Gedanken eines friedlichen, einheitlichen Europas verindet.Sicher zählten zum Machtbereich der Römer viele Völker, nur zählten sie in den Augen der Römer nichts, egal welch hochentwickelter Kultur sie entstammten, in den Augen der Römer waren alle Nichtrömer Barbaren.
 
Mag sein, dass ich einfältig bin, oder vielleicht zu emotional denke, aber seltsamerweise ruft kein anderer Staat bei mir eine Assoziation zum 3. Reich hervor, nur Rom u. umgekehrt geht es mir genauso, zuviele Parallelen.
Das römische Reich mit dem Gedanken eines einheitlichen Europa in Zusammenhang zu bringen, ich weiß nicht, wie ist da die Vorstellung? Ein Masterstaat, der die Zentralgewalt darstellt und alle anderen Kulturen, Traditionen, Sprachen nur duldet und sie mit der Zeit völlig auszuradiert? Dieter, ich glaub jetzt würden selbst die alten Römer lachen, dass man ihre Politik der Unterdrückung und Einverleibung fremder Territorien, ihre Vorstellungen der Herrenrasse mit den Gedanken eines friedlichen, einheitlichen Europas verindet.Sicher zählten zum Machtbereich der Römer viele Völker, nur zählten sie in den Augen der Römer nichts, egal welch hochentwickelter Kultur sie entstammten, in den Augen der Römer waren alle Nichtrömer Barbaren.

Wenn ich das RR mit einem modernen Staat assoziieren würde, was ich im Regelfalle nicht tue, sondern nur auf Aufforderung, würde ich es eher mit den USA, als mit dem III. Reich assoziieren. Stichwort: McDonaldisierung. Eine rassistische oder ethnozentrische Politik hat es im RR nicht gegeben!
 
So ganz frei ist auch das römische Recht nicht von griechischen Einflüssen der Rhetorik und Philosophie. Und wenn man den Faden weiterspinnt, dann war es ein Franzose, der den Deutschen das BGB gab. Der kulturelle Austausch zwischen den Völkern erfolgt wesentlich stärker, als pauschal zu sagen, daß es "nur" Handelsbeziehungen sind. Gerade am Besipiel Rom zeigte sich ja, daß die römische Lebensweise ungemein schnell von den eroberten Völkern angenommen wurde, weil sie Vorteile gegenüber der herkömmlichen bot wie bequemeres Leben, mehr Kultur, mehr Freizeit, höhere Produktivität usw. Aber auch vor dne Römern gab es schon Kulturen, auf deren Leistungen eine römische Zivilisation aufbaute. Speziell bei den Römern eben die Etrusker und die Griechen, während die Griechen wiederum von den Ägyptern und den alten Kulturen aus Mesopotamiens und Syriens beeinflußt worden. usw.
 
seltsamerweise ruft kein anderer Staat bei mir eine Assoziation zum 3. Reich hervor, nur Rom u. umgekehrt geht es mir genauso, zuviele Parallelen.


Deine Aversion vermag ich nicht ganz nachzuvollziehen, Irene.

Rom war ein antikes Imperium, wie es einige in der Weltgeschichte gab: Assyrien, das Perserreich, das chinesische Kaiserreich, das indische Moghul-Reich, das arabische Kalifenreich und andere. Die Feldherren all dieser Reiche unterwarfen gewaltige Gebiete und dehnten ihren Herrschaftsbereich über einen damals riesigen Raum aus.

Ich vermag nicht zu erkennen, warum gerade das Imperium Romanum nun besonders "schlecht" oder "gut" gewesen sein soll. Das sind doch emotionale Begriffe, die in eine historische Analyse wenig hineinpassen!
 
So ganz frei ist auch das römische Recht nicht von griechischen Einflüssen der Rhetorik und Philosophie. Und wenn man den Faden weiterspinnt, dann war es ein Franzose, der den Deutschen das BGB gab. Der kulturelle Austausch zwischen den Völkern erfolgt wesentlich stärker, als pauschal zu sagen, daß es "nur" Handelsbeziehungen sind. Gerade am Besipiel Rom zeigte sich ja, daß die römische Lebensweise ungemein schnell von den eroberten Völkern angenommen wurde, weil sie Vorteile gegenüber der herkömmlichen bot wie bequemeres Leben, mehr Kultur, mehr Freizeit, höhere Produktivität usw. Aber auch vor dne Römern gab es schon Kulturen, auf deren Leistungen eine römische Zivilisation aufbaute. Speziell bei den Römern eben die Etrusker und die Griechen, während die Griechen wiederum von den Ägyptern und den alten Kulturen aus Mesopotamiens und Syriens beeinflußt worden. usw.
Was bequemere Lebensart u. Kultur betraf, dürfte das mehr die eroberten Länder des Westens betreffen. Im Osten sah es da schon etwas anders aus. Auf Grund der hohen Technisierung Roms (basierend auf den Grundlagen des Wissens griech. Mathematiker) und der damit verbundenen starken Militärmacht, gelang es wahrscheinlich gerade Rom auch umgekehrt, sehr viele Aspekte fremder Völker aufzusaugen u. sie natürlich auch zu nutzen.
Ist es nicht auch eine Form des Rassismus, wenn ein großer Teil der Menschen in einem Reich als solche gar nicht existieren, wenn jeder, der nicht Römer ist, Einschränkungen unterliegt, als unter den Römern stehend angesehen wird, als Barbar klassifiziert wird. Rassismus bedeutet nicht nur das Ablehnen und Verunglimpfen einer anderen Hautfarbe, Rassismus ist vielschichtiger und ich denke schon, dass er gerade im RR sehr wohl vorhanden war.

(Bestimmte Gruppen von Menschen werden abgewertet bzw. als minderwertig angesehen, und ihnen wird abgesprochen, auf derselben Stufe zu stehen wie man selbst.) Zitat
 
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Ist es nicht auch eine Form des Rassismus, wenn ein großer Teil der Menschen in einem Reich als solche gar nicht existieren, wenn jeder, der nicht Römer ist, Einschränkungen unterliegt, als unter den Römern stehend angesehen wird


Im Jahr 212 n. Chr. verlieh Kaiser Caracalla allen frein Einwohnern des Römischen Reiches das Bürgerrecht. Sklaven erhielten diesen Status nicht, wie das auch bei allen anderen antiken Staaten und auch bei den Barbarenvölkern war.
 
Mich dünkt, dieses trifft wohl auf jeden heutigen und historischen Staat zu... :grübel:

Außerdem dachte ich, es ginge um vermeintliche Erben von Byzanz in diesem Thread...
:fs:
die vermeintlichen Erben oder überhaupt die Erben sind wir alle, ganz Europa egal welcher Nationalität und auch die Türkei - alle sind Erben von Byzanz und manche haben die Position und auch Aufgaben vielleicht sogar unbeabsichtigt übernommen. Byzanz war viele Jahrhunderte lang auch ein Bollwerk gegen die aufbrechenden Völker aus Asien, hat damit Ruhe für Europa gesichert, später hat Russland diesen Part übernommen, nach Russland die Sowjetunion, ob freiwillig oder mehr oder weniger der Situation geschuldet, spielt dabei keine Rolle.
 
die vermeintlichen Erben oder überhaupt die Erben sind wir alle, ganz Europa egal welcher Nationalität und auch die Türkei - alle sind Erben von Byzanz und manche haben die Position und auch Aufgaben vielleicht sogar unbeabsichtigt übernommen. Byzanz war viele Jahrhunderte lang auch ein Bollwerk gegen die aufbrechenden Völker aus Asien, hat damit Ruhe für Europa gesichert, später hat Russland diesen Part übernommen, nach Russland die Sowjetunion, ob freiwillig oder mehr oder weniger der Situation geschuldet, spielt dabei keine Rolle.
Am Schluss wurde Byzanz schändlich im Stich gelassen, und die Kreuzfahrer (Lateiner) drückten Byzanz 1204 das 1.Auge zu.So war Byzanz selbst da handlungsunfähig, wo die Osmanische Armee von den Mongolen mitten in Kleinasien aufgerieben wurde.
 
die vermeintlichen Erben oder überhaupt die Erben sind wir alle, ganz Europa egal welcher Nationalität und auch die Türkei
Aha, interessant und allumfassend, eine kurze Erläuterung dieser Ansicht würde mich aber auch interessieren. Inwiefern sind denn z.B. Irland oder die Basken als Erben zu sehen?

Byzanz war viele Jahrhunderte lang auch ein Bollwerk gegen die aufbrechenden Völker aus Asien, hat damit Ruhe für Europa gesichert,
Naja, dann frag ich mich aber, wie Awaren, Ungarn, Bulgaren und Mongolen durch dieses "Bollwerk" hindurchschlüpfen konnten... :grübel:

später hat Russland diesen Part übernommen,
Eher kann man doch wohl sagen, Rußland hat den Spieß umgedreht mit der Unterwerfung diverser Chanate und der Kolonisierung Sibieriens.

nach Russland die Sowjetunion,
Ich glaube kaum, daß, wenn es eine SU nicht gegeben hätte, nach 1917 noch irgendwelche Steppenvölker auf ihren Pferden daher geritten wären.
Ist aber zugegeben nur eine Vermutung.
 
Aha, interessant und allumfassend, eine kurze Erläuterung dieser Ansicht würde mich aber auch interessieren. Inwiefern sind denn z.B. Irland oder die Basken als Erben zu sehen?
Alle sind Erben, da Europa von Byzanz aus bzw. aus der griechischen Antike mit allem was dazu gehört, Wissen usw. empfangen hat.Nach dem Untergang von Byzanz verbreiteten geflüchtete griechische Wissenschaftler oder Philosophen Wissen und waren damit mit ein wesentlicher Faktor für die aufkeimende Renaissance.In Byzanz wurde antikes Wissen gepflegt und bewahrt.Und auch die Araber profitierten von Byzanz, die aber eigene Leistungen (Musik, Naturwissenschaft, Medizin )hinzufügten und über den Weg Spanien, Frankreich ebenfalls Europa inspirierten.
Im ZDF wurde einmal gezeigt, wie sich Cusanus (ein deutscher Philosoph?)im todgeweihten Byzanz (Konstantinopel) schlau gemacht hat und dieses Wissen nach Germanien ich glaube Richtung Worms mitgenommen hat.
Naja, dann frag ich mich aber, wie Awaren, Ungarn, Bulgaren und Mongolen durch dieses "Bollwerk" hindurchschlüpfen konnten... :grübel:
Ohne Byzanz wäre Europa ggf. von den Persern bzw. Arabern schon wenige Jahrhunderte nach Chr. etwaig aufgemischt worden.Die Araber höchstwahrscheinlich hätten sie ab 718 n. Chr. bei einem Sieg über Byzanz doch Teile von Europa früh islamisieren können.Russland selber wäre mutmasslich nicht unbedingt ein christlicher Staat geworden.Und Byzanz hat die kriegerischen Bulgaren bzw. die aus Innerasien anstürmenden Petschengenen ebenfalls abgelenkt...Ruhe in Europa ist natürlich übertrieben, dort gab es auch Auseinandersetzungen, soweit ich weiss und natürlich bemerkst du schon richtig, das Byzanz aufgrund seiner Geographie usw. natürlich nicht alle Völker stoppen konnte, aber doch einen beträchtlichen Teil.

Und auch die erstarkenden Türken wurden jahrzehntelang aufgehalten, bevor sie ganz Kleinasien einnehmen konnten.Die erste Hälfte war ab 1071 verloren.
 
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kurze zwischenbemerkung vom handy unterwegs:
das theater in aspendos, usw. ist kein amphitheater, sondern nur ein theater.
amphitheater bestehen aus zwei theatern, z. b. in halbovaler form gegeneinander, wie das colloseum in rom.

die (indirekten) erben von byzanz sind allgemein vielfältig, wenn man es aus dem einfluß definiert. konkretere erben sind da schon wenige reiche. hab inzwischen in einigen historischen abhandlungen gelesen, dass das osm. reich oft als erbe angehen wird. z.b. runciman. weitere evtl. später. nicht nur durch eigenen machtanspruch der osmanen, sondern auch durch die bestätigung durch zeitgenossen.
kulturell werden noch weitere direkte erben angesehen, mit am augenfälligsten das russ. reich.
 
Ich möchte doch um ein wenig mehr Sorgfalt bezüglich historischer Kontexte bitten...

Am Schluss wurde Byzanz schändlich im Stich gelassen, und die Kreuzfahrer (Lateiner) drückten Byzanz 1204 das 1.Auge zu.

Das ist ein wenig einseitig dargestellt, denn immerhin wurden die Kreuzfahrer von Alexios Angelos herbeigerufen, um zu seinen und seines Vaters Isaak II. Gunsten den gerade herrschenden Thronstreit zu entscheiden.
Daß die Kreuzfahrer Konstantinopel aufs Widerwärtigste plünderten, nachdem die beiden ihre vorher gemachten Zusagen nicht einhalten konnten, ist eine andere Sache...
Vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Kreuzzug

So war Byzanz selbst da handlungsunfähig, wo die Osmanische Armee von den Mongolen mitten in Kleinasien aufgerieben wurde.

Sicherlich war Byzanz nicht mehr die Großmacht vergangener Tage, als Michael VIII. Palaiologos das Reich wiederherstellte.
Hierbei ist aber wiederum auch zu beachten, daß man es danach 100 Jahre lang versäumte, die Grenze nach Osten zu sichern und dazu noch während der türkischen Konsolidierung in Kleinasien selbst in Bürgerkriege verstrickt war, wobei man sogar u.a. mit den Osmanen paktierte.
Das Hilfsgesuch an den Westen im 15. Jh. scheiterte dabei übrigens am Widerstand der byzantinischen Bevölkerung selbst.
Vgl. dazu http://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich

Alle sind Erben, da Europa von Byzanz aus bzw. aus der griechischen Antike mit allem was dazu gehört, Wissen usw. empfangen hat.
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In Byzanz wurde antikes Wissen gepflegt und bewahrt.
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Und auch die Araber profitierten von Byzanz, die aber eigene Leistungen (Musik, Naturwissenschaft, Medizin )hinzufügten und über den Weg Spanien, Frankreich ebenfalls Europa inspirierten.
Im ZDF wurde einmal gezeigt, wie sich Cusanus (ein deutscher Philosoph?)im todgeweihten Byzanz (Konstantinopel) schlau gemacht hat und dieses Wissen nach Germanien ich glaube Richtung Worms mitgenommen hat.

Nikolaus von Kues/Cusanus - Kirchenmann, Kardinal und Universalgelehrter.
Dessen Reise nach Konstantinopel hatte weniger mit Wissenserwerb zu tun, sondern mit dem Unionskonzil von Basel-Ferrara-Florenz, welches wiederum im Kontext mit dem o.g. Hilfsgesuch steht.

Richtig ist, daß sowohl über den Kontakt mit Byzanz wie auch mit der arabisch-islamischen Welt Wissen aus der Antike nach Europa zurückkehrte.
Es ist in diesem Kontext aber nicht so, daß im christlichen Westen vorher kein antikes Wissen bewahrt worden wäre; nur beschränkte sich diese Bewahrung lange Zeit auf die damalige Bildungselite (z.B. in den Ordensgemeinschaften/Klöstern).
 
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