Zur Rolle des Lukas Notaras, der übrigens in verschiedenen Quellen als 1. Minister Konstantin XII. genannt wird, werd ich in den nächsten Tagen ausführlicher schreiben. Es ging um die Endphase, also kurz vor der Eroberung und Notaras hatte keineswegs die Rolle eines unbedeutenden "Bürgermeisters" gespielt. Und ich finde es schon sehr bezeichnend, diesen Schlachtruf, der wie du schreibst gegen die verhassten Lateiner gerichtet war, er zeigt trotzdem deutlich, dass man bereit war, eher die türkische Macht zu ertragen, als sich mit Christen zu einigen und gemeinsam gegen den Feind zu kämpfen.Loukas Notaras war weder der prominenteste Vetreter des Adels,noch in irgendeiner Weise maßgebend für den Adel.Er war ein Mitglied der Regierung des letzten Kaisers,Konstantin Palaiologos,während der letzten 20 Jahre des Bestandes des Kaiserreiches.Er war sowas wie der Bürgermeister von Konstantinopel.Zu seiner Zeit waren die Provinzen Anatoliens schon seit 130 Jahren Osmanisch.Sein überlieferter Spruch hat auch nichts mit der Ideologie des Adels vor 150 Jahren zu tun.Er äußerte lediglich die Wut der Byzantiner gegenüber den verhassten Lateinern.An diesem Zeitpunkt war nun wirklich nichts mehr zu machen um das Reich zu retten...Weit aus bedeutender waren zu seiner Zeit sogar die Familien der Kantakouzenoi oder der Kaiserlichen Adelsfamilie der Palaiologen.
Die bedeutensten Adelsfamilien der für die Entwicklung des Osmanischen Reiches MASSGEBLICHEN Zeit zwischen 1280 und 1340 waren die Familien der Angeloi,der Mavrozomai,der Doukai,der Komnenen(nicht der Kaiserlichen Komenen,sondern eines Abzweigs der Familie),der Skliroi,der Muzalon usw usw...All diese Familien haben all dies was ich in meinen vorherigen Beiträgen ausführlich erwähnte,ermöglicht.Zu den Zeiten nach Basileios des II sollte man noch die Familien des Bardas Fokas und des Bardas Skliros,im heutigen Kappadokien erwähnen.
Orhan,der Sohn des Osman,hat die Tochter des Johannes Kantakouzenos (freund des Kaisers Andronikos des III,und Kaiser nach dessen Tod)geheiratet.Seine Söhne und Nachfolger heirateten ebenfalls (nicht nur)byzantinische Prinzessinen.Dies ist historisch belegt,und ich kann dir in den nächsten Tagen ausführlich Quellen aus dem Buch des Steven Runciman,"Die Eroberung von Konstanrtinopel" liefern.
Zwischen 1280 und der epoche Mehmets zähle ich 170 Jahre (1450-1280=170).
Ich habe in meinen Beiträgen in keinerlei Weise behauptet,das dass Osmanische Reich wegen irgendeiner Heirat eines Sultans mit einer Byzantinischen Prinzessin das Erbe von Byzanz in irgendeiner Form angetreten hat.Ich habe lediglich gesagt(und dies ist historisch unstrittig)dass der Adel DIESER ZEIT (1280-1360) zu den Osmanen quasi übergelaufen ist,ihnen massiv geholfen hat,um seine Privilegien und Reichtümer zu erhalten und zu vermehren.Wir reden hier von der Anfangszeit der Osmanedynastie.Es gab also eine Art Verschmelzung des Adels mit den ersten Osmanen...Ich habe dazu auch Namen prominenter Osmanen gennant,die aus dieser Verschmelzung hervorkamen,wie zb Evrenoz Beg,Osmanischer General und Eroberer des südlichen Balkans.
Die Osmanen haben dadurch die Verwaltung und die Regierungsmethoden der Byzantiner übernommen.Es gibt enorme Ähnlichkeiten,wie zb das Timar System,wodurch Soldaten Land überlassen wurde zur Bewirtschaftung.Die Byzantiner nannten dies Pronoia-System...jedem Soldat wurde ein Stück Land überlassen,dass er bis zu seinem Lebensende bewirtschaftete.Voraussetzung war lediglich dass er 20 Jahre lang für das Heer des Kaiserreiches kämpfen musste.Es gibt unzählige Parallelen...dies haben die ersten Osmanen von den Byzantinischen Adligen die ihnen halfen erlernt,und perfektioniert.
ch empfehle die hierzu die Werke des Ralph Johannes Lilie sowie Georg Ostrogorsky.'Dort wird dieses Thema im übrigen (die Rolle des Anatolischen Adels während der kritischen Zeit von 1025-1350)sehr ausführlich behandelt.
Was du zur Verheiratung schreibst, hab ich nicht in Frage gestellt. Ich schrieb doch, diese Heiratspolitik endete mit Mehmed den II. Diese Politik traf also nur für die Anfangsphase zu, als die Osmanen noch nicht als Sultane agierten. Sie hatte in den kommenden Jahrhunderten kaum noch Einfluss auf die Dynastie Osman.