Der byzantinische Adel (Archonten) trug maßgeblich zum Ende des Reiches bei. Prominentester Vertreter ist Lukas Notaras, der Megas Dux, der Premierminister Konstantin XII. Nach den vorliegenden Quellen war der Schlachtruf seiner Partei „Lieber den türkischen Turban als die römische Mitra“. Daran dürfte eigentlich zu erkennen sein, dass eine der wichtigsten Wurzeln, nämlich das Christentum, nicht die maßgebliche Rolle spielte, sondern ganz allein der Machtgedanke. Insofern kann der Nachfolger, das Osmanenreich als weitaus stabiler bezeichnet werden. Das Russland sich als Nachfolger betrachtete, ist die eine Seite, die Übernahme eines großen Teiles der byzant. Gesetze, des Verwaltungswesens, der Zeremonien und der Traditionen des byzant. Hofes durch die Osmanen dürfte sie weitaus mehr als Nachfolger prädestinieren. Auch wurde einer der Grundgedanken byzant. Basileen von den osm. Kaisern übernommen. Ein größtmögliches Reich, ein Kaiser und damit die Zentralisierung der Macht, was das idealisierte Ziel ins Auge fasste, damit die Machtkämpfe und Kriege weiter einzuschränken. Was zu den Müttern der nachfolgenden Sultane geschrieben wurde, dürfte so nicht ganz stimmen. Mehmed II. war der Sohn einer unbekannten Sklavin, ebenso die Mutter seines Sohnes Bajesid. Die Heirat von griech./ byzant. Adelstöchtern oder byzant. Prinzessinnen endete bereits seit Mehmed II. Es gab also keinen Zeitraum von fast 150 Jahren, wie oben geschrieben u. es dürfte deshalb auch kein Hinweis auf das Antreten des byzant. Erbe sein.
Dass die Mütter der Sultane Islamisiert wurden, ist historisch kaum haltbar. Zum einen dürften sie nur selten aus dem christl. Raum gestammt haben, zum anderen ist aus hist. Quellen nur ein Fall bekannt. Naksch-edil, die Mutter des Mahmud II. trat zum Islam über, aber es ist belegt, dass bei ihrem Tode erstmals ein christl. Priester in das Serail gerufen wurde, um ihr die Beichte abzunehmen und als Priester seines Amtes zu walten. Im Grunde genommen, wenn man Byzanz und das osm. Reich miteinander vergleicht, ähnelten sie sich sehr stark in ihren Strukturen, wie schon oben geschrieben, gab es in beiden Reichen keine strenge Linie der Herkunft, zusammengewürfelt aus verschiedenen Nationalitäten, mit dem einen Unterschied, dass die Nachkommen Osmans durch das Brudermordgesetz Mehmed II. unangefochten als einzige Dynastie den Thron behalten konnten, im byzant. Reich aber ein ständiger Wechsel der Dynastien je nach Machtverlagerung den Thron ursupierte. Wenn man es mal tiefgründiger betrachtet, war weder Byzanz der Nachfolger Roms, noch das osman. Reich der Nachfolger von Byzanz. Es wurden lediglich von neuen Reichen u. deren Herrscherschicht effektive und rationale Aspekte des jeweiligen vergangenen Reiches übernommen.