Die Kelten in den Augen antiker Schriftsteller

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Fogwitch, 23. März 2009.

  1. Fogwitch

    Fogwitch Neues Mitglied

    367 v. Chr. tauchten die ersten keltischen Söldner in Sparta auf.
    Ephoros (Ephoros von Kyme, auch Ephorus von Kyme, (* um 400 v. Chr.; † 330 v. Chr.) aus Kyme in Äolien war ein antiker griechischer Geschichtsschreiber.)
    beschrieb sie als todesmutig, angriffslustig, unbesonnen und prahlerisch.
    Platon (Platon (griechisch Πλάτων, lateinisch Plato; * 428/427 v. Chr. in Athen oder Aigina; † 348/347 v. Chr. in Athen) war ein antiker griechischer Philosoph aus Athen.)
    ließ beiläufig ein paar Bemerkungen fallen, aus denen deutlich wird, dass er die Kelten für eine saufende Räuberbande hielt.
    Aristoteles (griechisch Ἀριστoτέλης, * 384 v. Chr. in Stageira (Stagira) auf der Halbinsel Chalkidike; † 322 v. Chr. in Chalkis auf der Insel Euboia) gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen der Geschichte.
    Auch bei ihm finden wir Vorurteile, die sich hartnäckig hielten:
    Die Kelten lassen ihre Kinder halbnackt herumlaufen, damit sie abgehärtet werden; Fettleibigkeit der Männer würde bestraft; sie seien gastfreundlich, aber wenig intelligent. Die Männer bevorzugen die Gesellschaft von Männern und kümmern sich wenig um ihre Frauen.
    Die Römer, die von 387 bis 225 v. Chr. vor ihnen zitterten, empfanden sie als bedrohlich, grausam und roh. Andererseits wird die Tapferkeit und Ehre der Barbaren hochgelobt.
    Wenn wir das so Revue passieren lassen, drängt sich der Vergleich mit den nordamerikanischen Indianern auf, die den Engländern und Franzosen im selben Licht erschienen. Je nach persönlicher Erfahrung wird der Eingeborene als unzivilisierter Wilder oder als edler Wilder angesehen.
     
  2. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Die meisten Autoren hatten ja gar keinen Kontakt zu den "Kelten", sondern haben Berichte von anderen Menschen verarbeitet.
    Der Wechsel von edler Wilder zum Barbar ist immer auch vor dem soziopolitischen Hintergrund des Autors zu sehen.
     
  3. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Sagte man den Spartanern nicht ähnliches nach, vom Saufen und der Fettleibigkeit einmal abgesehen? :grübel:
    Also, dass sie ihre Kinder im Winter in den Fluss warfen und sich lieber mit sportlichen Wettbewerben vergnügten, als Kinder zu zeugen ...? Irgendwann hab ich mal solches gehört ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. März 2009
  4. Caledvwlch

    Caledvwlch Neues Mitglied

    Hallo Leute,

    ich bin seit gestern dabei und habe gleich mal meine erste Frage:

    Das Wort "Kelten" stammt ja aus dem Latein. Nun frage ich mich, wie nannten die Kelten sich selber?



    Grüße

    Thomas
     
  5. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Willkommen:winke:

    Fragen wir doch mal Caesar dazu:
    :fs:
    "Gallien ist in seiner Gesamtheit in drei Teile unterteilt, deren einen die Belgier bewohnen, einen zweiten die Aquitaner, den dritten diejenigen, die sich in ihrer Sprache Kelten nennen und in unserer Gallier genannt werden."

    Demnach ist Celtae/Keltoi schon ein dem keltischen entlehntes Wort.
    In erster Linie dürften sich die einzelnen Völker aber als Arverner, Häduer, Skordisker etc. bezeichnet haben.
     
  6. Caledvwlch

    Caledvwlch Neues Mitglied

    Danke für die Antwort. Ich lese momentan die Arthus Chroniken von Bernard Cornwell. Die Leute dort leben in Britannien und nennen sich nur Briten. Sie sind aber auch Kelten. Daher verwundert mich das.
     
  7. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Wobei die überlieferten Stammesbezeichnung erst für die sog. Spätlatènezeit gelten.
    Also nur die Endphase der knapp 500 jährigen "Geschichte" der Kelten umfassen.
     
  8. Caledvwlch

    Caledvwlch Neues Mitglied

    500 jahre Kelten? Ich dachte sie wäre. ca. 500 v.Chr.-ca. 500n.Chr. gewesen. Es gab ja in Britannien noch Kelten zu dieser Zeit als das Christentum langsam in Mode kam
     
  9. andrix8888

    andrix8888 Aktives Mitglied

    Der GEIST spricht von der Klassisch Keltischen Periode ,fern ab der Fantasy Romane,Mittelaltermärkten und den Nebeln von Avalon :pfeif:
     
  10. Caledvwlch

    Caledvwlch Neues Mitglied

    Aso, da habe ich doch glatt etwas dazu gelernt. Ich bin auch nicht so für Fantasy aber von Berufswegen an Folklore interessiert.
     
  11. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Da muss ich doch gleich an Alexander der Große denken der auch meinte die Kelten seien Prahler.
     
  12. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    sprachlich wurde das keltische wohl auch noch teilweise bis ins 6. Jahrhundert gesprochen... also richtig: bis ca. 500 nach.

    Aber "kulturell" waren die Kelten dieser Zeit halt schon vollständig in der Spätantike angekommen und stark römisch geprägt...

    insofern habt ihr beide recht.Die archäologische Epoche die man die "keltische" nennt endet aber mit der Spätlatene im ersten Jahrhundert- und sie begann mit der frühlatene im 5. Jhd. vor - das meinte der Geist hier mit den 500 Jahren Kelten.
     
  13. Caledvwlch

    Caledvwlch Neues Mitglied

    Es ist schön ein paar Leute gefunden zu haben mit denen man diskutieren kann. find ich klasse.

    Da fällt mir ein, ist nicht ganz topic, kennt ihr eine Seite wo man seinen Namen mit einem Keltischen vergleichen kann oder nachschauen kann wie der Name im keltischen heißen würde?
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2009
  14. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Aus der von mir als keltisch beschriebenen Periode gibt es einige Grabsteine, aus Südfrankreich, sie gehören aber schon in den Bereich der gallo-römischen Kultur (Gallo-römische Kultur ? Wikipedia). Unter anderem gibt es dort einen Grabstein mit dem Namen Obelixus !
    Ansonsten gibt aus Irland, Schottland und Wales in dem jeweiligen keltischen Sprachen (Godelisch, Walisisches,....) ab dem Frühmittelalter aber vor allem im Hochmittelalter eine Vielzahl von Namen. Aber dies sind keinesfalls Namen der klassische keltischen Periode (Latènekultur) zuzuordnen.
     
  15. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    das mit dem Obelixus ist ein Scherz gewesen oder?
     
  16. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Einen Obelexxus gab es aber anscheinend:

    Figuren aus Asterix ? Wikipedia
    http://www.handelsregister.rundschau-online.de/html/artikel/1207494030505.shtml
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juni 2009
  17. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    ist das denn auch wirklich koscher?

    Ich kenne Andossus nur als gallischen Götternamen, als Personenname wäre der mir neu...
     
  18. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Ja, im Imperium-Romanum-Katalog ist das Votivblech auf S. 105 abgebildet:

     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Juni 2009
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das nehme ich der Frau Hanemann so nicht ab. Vielmehr sind doch die Namen sprechend, so wie Methusalix (von Methusalem) im Französischen Âgecanonix (âge canonique) heißt. Obelix ist ganz klar aufgrund seines Hinkelsteinfaibles eine Verballhornung des Obelisken. Vgl. Auch asterix und Asterisk.
     
  20. Witege

    Witege Aktives Mitglied

    Das denke ich auch. Der Name kam wohl einfach zufällig in ähnlicher Form wirklich vor.
     

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