Die persische Armee

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Mithras, 11. Oktober 2009.

  1. Mithras

    Mithras Neues Mitglied

    Liebe Forengemeinde!

    Ich hab mir schon daß Forum angeschaut,aber nichts darüber gefunden,also eröffne ich diesen Thread.

    Ich würde zu gern wissen,wie die persische Armee aufgebaut war, also Formationen,die Taktik, Ausrüstung und Waffen:

    Setzten die Perser z.B. auf Quantität oder Qualität der Truppen?
    Wie war der einfache Fußsoldat ausgerüstet,und wie ein Kavallerist?
    Hatten die Perser bestimmte Taktiken,oder versuchte die persische Armee stets durch ihre zahlenmäßige Überlegenheit zu siegen?

    Für Bilder,Links und vielleicht auch den ein oder anderen Buchtipp wäre ich dankbar!

    Der Grund für meine Neugier: Ich habe das Buch "Alexander der Große" von S.Fischer-Fabian gelesen.
     
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  2. Angrivarier

    Angrivarier Gesperrt

    Danke, du solltest hier aber wirklich per Suche fündig werden. Welche Perser meinst du?
    Wir hätten zu bieten antike Perser, Seleukiden, Parther, Sassaniden, spätere Perser, Es gibt hier unzählige Sreads dazu. Such mal bei Gaugamela, dann bist du bei schon Alexander (zu dem es auch unzählige Sreads gibt). Willkommen und ein Link, ansonsten suchen!

    http://www.geschichtsforum.de/f26/das-heer-der-perser-5394/
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Oktober 2009
  3. Mithras

    Mithras Neues Mitglied

    Oh,das habe ich in der Tat vergessen!
    Ich bitte um Verzeihung!

    Ich meine das Reich der Achämeniden.

    Und diesen Thread habe ich übrigens auch entdeckt,aber er konnte meine Fragen nicht befriedigen.
     
  4. Angrivarier

    Angrivarier Gesperrt

    Dann konkretisiere deine Fragen doch.
     
  5. Mithras

    Mithras Neues Mitglied

    Das wäre auch besser.

    Um mal ein Überblick zu erhalten: Die Armee zum Zeitpunkt von Kyros dem Großen,zum Zeitpunkt der Perserkriege,also unter Dareios I. und Xerxes dem I.,und unter Dareios dem III.
     
  6. Witege

    Witege Aktives Mitglied

  7. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Find ich auch; um das aber mit ein paar Schlagwörtern zu umreißen, also Delbrücks Ansichten kurz zusammenzufassen (so, wie ich sie verstanden habe):

    D. sieht im persischen Heer ein "ritterliches" Heer; damit meint er, dass die persischen Krieger hochqualifizierte Kämpfer waren, die auf ihre überlegenen Fähigkeiten vertrauten, im Gegensatz zum Einsatz eines "Massenheeres", dass durch die große Zahl wirkt; also eindeutig war die Qualität wichtiger als die Quantität.

    D. geht auch davon aus, dass die Perser sowohl in den Perserkriegen als auch in den Schlachten gegen Alexander eher in der Minderheit waren, so bei Marathon, Platää, Granikos oder Issos.

    Höchtens eine leichte Rüstung (Schuppen), Tücher anstatt eines Helmes, ein leichter Schild aus Flechtwerk; die Hauptangriffswaffe war der Bogen, daneben wurden kurze Speere und Seitenwaffen wie Dolch/Kurzschwert geführt.

    Ich find leider keines aber es wurden einige Abbildungen der persischen Kerntruppen gefunden, den Unsterblichen, die diese Bewaffnung zeigen. Fuß- und Reitertruppen nehmen sich da mWn nicht viel, bei beiden überwog die Bewaffnung mit Bögen.

    Die persische Taktik beruhte v.a. auf den überlegenen Bogenschützen und Reiterei; gerade gegen einen Gegner wie die Griechen (Phalanx) sah das dann wohl wie folgt aus: Der Feind wurde mit einem Pfeilhagel überschüttet, während ausgewählte Truppen (bes. die schnellen Reiter) die Flanken attackierten, um den Gegner zum Stehen zu bringen. War die Phalanx in den Flanken angegriffen konnte sie nicht mehr erfolgreich angreifen und war dem persischen Pfeilhagel ausgeliefert, ohne sich wehren zu können.

    Gegen anders vorgehende Gegner werden die Perser ihre Taktik natürlich variiert haben; wie gesagt bestand ihr Heer zu großen Teilen aus Kämpfern mit großer Erfahrung, man war nicht an eine Standardtaktik gebunden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2009
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  8. Remo1986

    Remo1986 Neues Mitglied

    Marathon ist keine Schlacht Alexanders
     
  9. Mithras

    Mithras Neues Mitglied

    Damit ist meine Frage beantwortet!
    Vielen Dank!
     
  10. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Hat auch niemand behauptet.
    Marathon steht hier als Beispiel für die Perserkriege.
    Oder meintest Du eine andere Stelle, die ich womöglich übersah?
     
  11. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Was der Themistoles sagt.

    Und der muss es wissen, der war quasi dabei... ;)
     
  12. Remo1986

    Remo1986 Neues Mitglied

    Ich habe den Satz wohl falsch verstanden, bzw. die Perserkriege überlesen. Sorry.
     
  13. Artabanos

    Artabanos Neues Mitglied

    Ein Achaemenidisches Heer hatte immer einen Persisch/Iranischen Kern dessen einheiten sehr gut ausgerüstet und kampfstark waren.

    Was die Ausrüstung betrifft stelle ich mir die Elite Einheiten so vor:

    [​IMG]

    Schwer gepanzerte Kavallerie und die schwere Infanterie der Unsterblichen. Letzteres war das einzige schwere Infanterie Regiment im Heer.
     
  14. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Delbrück geht sogar davon aus, dass die persischen Heere (zumindest die kämpfende Truppe) ausschließlich aus Persern bzw nah verwandten Völkern bestand; so standen bspw die Unsterblichen nur Persern und Medern offen.

    "Schwer gepanzert" würde ich diese nicht nennen; mWn kamen die persischen Schutzwaffen nicht an die der Griechen heran, v.a. was den viel leichteren Schild und den fehlenden Helm angeht.

    Um auch noch ein paar Bilder zu verlinken:

    Unsterbliche:
    http://monolith.dnsalias.org/~marsares/resource/pix/warfare/army/p_immort.jpg

    Persische Kavallerie:
    http://www.civfanatics.net/uploads8/000_Persian_Heavy_Cavalry.jpg

    Archäologisch nachgewiesene Vorlage:
    http://www.ne.jp/asahi/luke/ueda-sarson/Immortals1.jpg
     
  15. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

  16. Artabanos

    Artabanos Neues Mitglied

    @Reinecke

    Persische Schutzbekleidung war der Griechischen in einigen Fällen sogar überlegen, archäologische Funde beweisen das. Das Problem war das sich die Griechischen quellen fast immer auf die Infanterie beschränkten von denen die aller meisten eben leichte Infanterie waren.

    "Archäologisch nachgewiesene Vorlage:
    http://www.ne.jp/asahi/luke/ueda-sarson/Immortals1.jpg"

    Das sind Elamitische Soldaten in zeremonial Bekleidung, kein Element des Persischen Heeres trat so auf dem Schlachtfeld auf.
     
  17. Jürgen

    Jürgen Neues Mitglied

    Das angelinkte Bild zeigt,... jetzt mal ohne auf den Reiter einzugehen,... einen leicht bewaffneten Infanteristen (Peltasten),... zugegebenermaßen mit Schuppenpanzer.

    Damit lässt sich aber noch keine schwere Infanterieeinheit aufstellen.

    Die Stangenwaffe in der rechten Hand ist zu kurz,... eher ein Wurfspeer als eine Lanze.

    Das Peltastenschild am linken Arm ist zu klein,... man kann damit keine Formation schlüssig decken.

    Die dargestellte Ausrüstung eignet sich bestenfalls zu einem Geplänkel mit Wurfwaffen vor dem Hauptkampf,... dem Anprall einer Phalanx aber,... kann man damit nicht standhalten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Oktober 2009
    1 Person gefällt das.
  18. Artabanos

    Artabanos Neues Mitglied

    @Jürgen

    Das nur weil das Schild dem eines Peltasten ähnelt, muss der dargestellte Infanterist kein Peltast sein.
    Die Rolle des Schildes bei den Persern kann nicht einfach mit dem bei den Griechen verglichen werden. Die Persische Schuppen Brustpanzerung war sehr fortgeschritten, als die Griechen zum ersten mal Bekanntschaft mit ihr machten waren sie verblüfft.
    Wenn die Unsterblichen also über eine sehr effektive Brustpanzerung hatten konnten sie eventuell kleinere und leichtere schilde benutzen.

    Die Lanze ist eines wie es in den Anfängen des Reiches verwendet wurde. Diese Lanzen scheinen effektiv gegen Ionische Hopliten gewesen zu sein, da zur Kyros' Zeiten die Lanzen nicht so lang waren wie später.
     
  19. Jürgen

    Jürgen Neues Mitglied

    Es war unsachlich von mir, die künstlerische Darstellung deiner persönlichen Vorstellung eines Unsterblichen, wie eine gegebene Tatsache zu behandeln.

    Das habe ich falsch eingeschätzt und bitte um Entschuldigung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. November 2009
  20. Gegenkaiser

    Gegenkaiser Gesperrt

    Welche Funde? Dem steht aber die Aussage Herodots entgegen, dass die zahlreichen Bogenschützen im persischen Heer sich bei Plataiai 479 v. Chr. quasi mit bloßen Händen gegen die heranstürmenden Hopliten verteidigen mußten, nachdem diese die Zone des effektiven Pfeilbeschusses unterlaufen hatten.

    Und die Unsterblichen trugen Schilder aus geflochtenen Zweigen, während die Hopliten Mehrspanplatten mit Metallrand hatten sowie eine ganze Reihe von starken Körperpanzerungen (Linothorax, Muscula etc.). In Wirklichkeit haben die Perser nach und nach Teile der griechischen Ausrüstung übernommen, mit denen ab 400 v. Chr. die Anfänge der Kataphraktenreiterei gelegt wurden.
     

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