Druiden

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von Lukrezia Borgia, 14. Juli 2004.

  1. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Aktives Mitglied

    dass der Lindow Man wahrscheinlich ein junger Druide war, entnahm ich dem Buch, welches ich in meiner Quelle angegeben habe. Habe im Internet auch noch einige Quellen gefunden. Einer der Forscher hieß Anne Ross, welche den Lindow Man untersuchten. Es wird wohl nur angenommen, dass er ein aristokratischer Druide war. Hätte ich wohl sollen auch in meinen Beitag deutlich machen sollen.:rolleyes: Habe das als Tatsache dahingestellt. Sorry.:engel:



    Es gehört zwar gerade nicht hierher, aber weißt du, wie gut es mir tat, sowas zu lesen? Das bezieht sich nicht auf das Thema hier und schon gar nicht auf dich, aber nach zwei verbissenen Diskussionen, wo genau sowas nicht ein mal kam, ist es eine echte wohltat.
    Wenn mehr vom "Faktendenken" gerade in der Alten Geschichte ein wenig abrücken könnten, wäre der Wahrheitsfindung wesentlich mehr gedient.

    Also, mein großes Kompliment für dieses kleine Wort :bussi: :hoch:
     
  2. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Danke für die Blumen.:bussi: Aber du hast wohl recht, in der Geschichte weiß man doch nie genau, wie es wirklich war. Es war ja auch keiner hautnah dabei, also kann man wohl nichts, was man nur vom Hörensagen kennt als Tatsache hinstellen...
     
  3. Runenklinge

    Runenklinge Neues Mitglied

    eine Theorie, die glaube ich in diesem Thread noch nicht aufgetaucht ist, ist dass es sich bei "den Druiden" nicht um eine einzige kultisch verschworene Gemeinschaft handelte, sondern um die gesamte intellektuelle Schicht der Kelten, vergleichbar den Brahmanen in Indien (Peter Berresford Ellis, "A Brief History of The Druids").
     
  4. Ambicatus

    Ambicatus Neues Mitglied

    Hallo, ich habe mal 2 eher praktische Fragen zu den Druiden.

    1. Wovon lebten die Druiden eigentlich ? Was die Drudien gemacht haben (Rechtsprechung, relig. Führung usw.) ist ja schon bekannt. Aber wovon finazierten sie sich ihr Leben und ihr täglich Brot? Bezogen sie in welcher Form auch immer sowas wie ein Gehalt ? Namen sie sowas wie Steuern oder Spenden von Gläubigen oder Rechtsuchenden?

    2. Das normal keltische Leben zu Zeiten der keltischen Könige spielte sich ja überwiegend in kleinen Siedlungen (zu sehen zb. http://www.keltendorf-steinbach.de ) ab die schätzungsweise um die 30 Menschen beherbergten. Sicher wird in so einer kleinen Ansiedlung kein Druide gewohnt haben (oder doch ?). Die Zeiten größer Dörfer oder gar Städte kamen ja erst später. Ich frage mich halt wieviel Druiden auf 1000 keltische Einwohner ca. kam. Und wo diese Druiden wohnten, bzw. in welchem sozialem Umfeld sie angesiedelt waren (nur am "Königshof"?). Gleichzeitg frage ich mich wie die Verteilung kleiner Siedlungen (s.O.) und größerer Siedlungen war. Heute würde man das nach einer Frage nach der Land- und Stadtbevölkerung verstehen.
     
  5. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Beide Fragen sind kaum zu beantworten, man hat einfach zu wenige Quellen.

    Archäologisch sind Druiden nicht zu fassen, etwa anhand von Grabbeigaben.
    Man hat auch noch keine goldene Sichel gefunden. ;-)

    Möglicherweise gab es "Fürstpriester", also eine Doppelfunktion als weltlicher und geistlicher Führer, das Grab der Fürstin von Reinheim könnte möglicherweise so etwas sein. Dort fand sich ein Bernsteinstab welcher als "Kultstab" gedeutet wird.
     
  6. beetle

    beetle Aktives Mitglied



    nachdem gestern dieser Threat wieder auftauchte, habe ich ihn mir auch durch gelesen. Gerade zu diesem "die haben halt daran geglaubt, daß der Druide so mächtig ist, einen verfluchen zu können":

    Das gibt es doch heut auch noch: diese sich selbst erfüllende Prophezeiung. Wer daran glaubt, für den geht es im Positiven (z.B.: Krankheitsheilung) als auch im Negativen

    Hat sich halt in all den Jahren doch nicht alles geändert.;)
     
  7. askan

    askan Neues Mitglied

    Heute nennt man es u.a. NLP
     
  8. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Ein Druiden aus der irischen Sage, Cathbad, war Berater an dem Hof eines der Könige. Das könnte häufiger so gewesen sein. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in den größeren Heiligtümern, wie es sie etwa in Gallien gab, Kultgemeinschaften existierten, deren Priester von der Bevölkerung versorgt wurden.

    Frage 2: dazu lassen sich unmöglich Angaben treffen. In England und Frankreich sind größere Heiligtümer bezeugt, in Deutschland weiß man eigentlich nach wie vor sehr wenig darüber. Ebenso lässt sich das Verhältnis der Siedlungen kaum abschätzen, weil Flachlandsiedlungen erst in neuerer Zeit verstärkt erforscht werden. Manche der großen Oppida konnten ohne Frage mehrere tausend Leute beherbergen. Interessant finde ich die neuen Theorien zu den Viereckschanzen: Nachdem sie jahrzehntelang für Kultstätten gehalten wurden, mehren sich neuerdings die Ansichten, dass sie doch möglicherweise auch Gehöfte sein könnten. Und deren Zahl ist in Süddeutschland beträchtlich.
     
  9. Hephaistos

    Hephaistos Neues Mitglied

    Man hat früher einfach alles Hexe und Druide genannt, was ein bisschen mehr Wissen hatte als man selber...

    http://www.druidenwelt.de/index5.html <- ganz lustig anzuschauen, auch wenn ich mich frage was zum Teufel so eine seite bringen soll ^^
     
  10. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Trifft so nur auf "Hexe" zu. Von Druiden wird eigentlich nur im Bezug auf den keltischen Kult gesprochen. Eine allgemeine Wortbedeutung des Wortes Druide als Bezeichnung für weise oder viel wissende Menschen, gibt es meines Wissens nicht.
     
  11. hyokkose

    hyokkose Gast

    Auf "Hexe" wohl auch nicht.
     
  12. Jürgen

    Jürgen Neues Mitglied

    Gute Frage, - was war ihre Existenzgrundlage, - woher bezogen sie ihre Macht? In einer Kultur ohne Aufschreibung erfüllt der Wissende alle Aufgaben der Lehre in Religion, Wissen, Kultur und Geschichtschreibung. Er ist der Einzige, der Wissen, Erfahrungen und Erkenntnisse über die Generationsgrenzen hinweg transportieren kann. Er fungiert als Bibliothek, als Gesetzeswerk, evtl. als Katasteramt. Er ist derjenige, der über strittige Fragen des Erbrechtes, der Rechtspflege oder der Nachfolge urteilen kann. Er wird als Ratgeber, als Anwalt, als Richter und nicht zuletzt als Priester aufgrund seines Wissens einfach benötigt. Keiner sonst, kann wissen, was geschah, bevor er geboren ward oder warum die Gegenwart so entstanden ist, wie sie jetzt aussieht und keiner hat mehr Wissen, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. Druiden erfüllten also abgesehen von religiösen und humanitären Aufgaben wahrscheinlich auch Aufgaben, die heute Schulen, Rechtsanwälte, Notare, Justiz und Ämter erfüllen. Dies ist meine persönliche Ansicht. Sie würde aber auch erklären, warum Druiden auch aus rein pragmatischen Gründen hochgeachtet waren und sich wohl keine Sorgen um ihr Auskommen machen mussten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Oktober 2006
  13. gabel

    gabel Neues Mitglied

    Hallo,
    noch ein altes Thema.
    Die Frage, wo sich eine Druidenkaste in einem keltischen Einzelgehöft, also in einer Familie, definieren lässt, habe ich mir auch schon gestellt.
    Möglicherweise erfüllten einfach die "alten Männer" die Funktion eines Druiden, während ein Jüngerer den "Fürsten" abgab. Möglicherweise hatten aber auch mehrere Gehöfte einer Kleinregion eine(n) zentrale(n) weisen Mann/Frau. Müsste es für letztere Annahme nicht auch archäolgische Nachweise geben?!
    Zentrale Kultstätten finden sich IMHO erst in der späten Latènezeit, in meiner Region auf dem Martberg, eben in Zusammenhang mit einem Oppidum.

    Davor dürften die Druiden von der Landwirtschaft gelebt haben, oder eben von ihren Nachfahren mitversorgt worden sein.

    Gibt es eigentlich antike Quellen, die belegen, dass Druiden schon in der Hallstattzeit existierten?

    Gruss
    gabel
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2007
  14. Ambicatus

    Ambicatus Neues Mitglied

    Das ist eher unwahrscheinlich. Übereinstimmend in verschieden Quellen ist, dass die Ausbildung eines Druiden 20 Jahre und mehr bedurfte (und zwar nur mündlich). Darunter fielen auch Reisen zu "Ausblidungszentren" wie z.B. die Insel Mona.

    Einem alter Mann auch wenn er sehr weise war fehlte damit das Wissen eines Druiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. März 2007
  15. Ogrim

    Ogrim Aktives Mitglied

    Hallo Leute, da habt ihr ja einiges an Wissenswertem zusammen getragen.
    Ich finde es wichtig, dass das Fürstengrab vom Glauberg nach allem, was wir wissen können, tatsächlich ein "Druidengrab" ist, und zwar das bislang erste auf europäischem Boden.
    Dafür sprechen die Mistelkappe, das kleine Heiligtum zum Ahnenkult und besonders das Kalenderbauwerk. Es scheint deutlich, dass der hier Bestattete verschiedene Funktionen im Kult ausgeübt hat.

    Eine Betrachtung zur Rolle der Druiden hat also von hier auszugehen.

    Von besonderem Interesse sind nach dem oben gesagten die Funde von "Sonderbestattungen" in der Nähe des Grabhügels. Hier wurden Menschen gefesselt in ehemalige Vorratsgruben geworfen. Es ist kaum eine andere Deutung als die als "Menschenopfers" denkbar, also auch hier eine Bestätigung der Schriftquellen aus der Perspektive des Glaubergs. Jeder neue Fund bringt neue Antworten und - was noch besser ist - stellt viele neue Fragen.
     
  16. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Als Druidengrab möchte ich das Glauberggrab nicht definieren, die Druiden werden ja erst in der Spätlaténezeit beschrieben, während das Grab vom Glauberg in der Frühlaténezeit datiert, die zeitliche Diskrepanz ist doch recht hoch.
    Dazwischen liegen die kelt. Wanderungen, die gerade für die Herausbildung der spätlaténezeitlichen Einheiten, äußerst wichtig gewesen sind.
    Das der Bestattete vom Glauberg eine hohe mglw. religiöse Stellung eingenommen haben kann, möchte ich damit nicht bezweifeln.
     
  17. Amazigh

    Amazigh Neues Mitglied

    Das kann man nicht mit absoluter Wahrscheinlichkeit sagen. Mit absoluter Sicherheit ist die LaTéne Kultur keltisch. In der Hallstattzeit haben noch andere Völker währenddessen in Mitteleuropa gelebt. Einige Forscher meinen auch dass diese Völker die Hallstatt gegründet haben. Das Wort "Hall" ist auf jeden Fall keltisch und bedeutet Salz. In der Hallstatt wurden auch Opfer Rituale vorgenommen. Am Salzberg bei Hallstatt wurde 1846 von Johann Georg Ramsauer ein ausgedehntes Gräberfeld entdeckt und teilweise ausgegraben. Die Gräber zeichnen kontinuierliche Besiedlungsepochen die bis in die Steinzeit reichen. Die Etrusker gehörten vermutlich auch zur Hallstattkultur. Ihr Konflikt mit den Etruskern fuehrte zu deren Hilfeersuchen an Rom, das die Kelten sehr abschaetzig behandelte. Die erbosten Kelten besiegten die Roemer darauf in zwei Schlachten und eroberten und pluenderten anschliessend Rom. Dabei blieb nur der zur Festung augebaute Huegel des Kapitols in der Hand der Roemer. Von der Besetzung Roms mussten sich die Roemer durch Zahlung eines hohen Loesegelds frei kaufen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Dezember 2011
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  18. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ein kontinuierliches Was?
     
  19. Amazigh

    Amazigh Neues Mitglied

    Musst nicht so schnell lesen
    Der Text war noch nicht fertig
     
  20. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Diese Ansicht war früher herrschend, wird mittlerweile aber infrage gestellt.

    Es gab natürlich Einflüsse, aber zugerechnet werden die Etrusker ihr normalerweise nicht.
     

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