Empfehlenswerte Geschichtsdokus?

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Batu, 19. November 2013.

  1. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    @ Brissotin:

    Ich bewundere deinen Fleiß bei der Erstellung von Film- und Doku-Analysen. Wann darf man die Herausgabe deiner Filmanalysen in Buchform (evtl. Ebook) erwarten?
     
  2. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    Na es ging ja auch nur um den Prager Fenstersturz und seinen direkten Folgen. Dh Ausbruch des 30jährigen Krieges und der Flucht von Friedrich von der Pfalz. Aber dann einfach nur zu sagen "Und somit ging der Krieg noch Jahrzehnte weiter" ohne das Warum kurz anzureißen war schade.
     
  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Sachbuch? Auf Deutsch? Forget it!

    Man kann sich auch angenehmer arm machen. Z.B. mit Bier und Konzertkarten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Mai 2018
  4. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich denke, da sind die Ursachen zu unterschiedlich. Bräuchte mindestens 10 Minuten an sich.

    1. Ziele der katholischen Geistlichen (Restitutionsedikt)
    2. Böhmische Exilanten (Entschädigung? Rückkehr? Revanche?)
    3. Einmischung Frankreichs (Mantua - zwiespältige franz. Außenpolitik: Richelieu/Marie de Medici)
    4. Anhaltender Kriegsherd Niederlande (die laufend bereit waren Söldnerführer wie Mansfeld in Dienste zu nehmen, um die Spanier abzulenken)
    5. Rolle Englands (Versöhnung, aber Rückgabe der pfälzischen Besitzungen an Friedrich V.)
    6. Schweden oder Dänemark als Schutzmacht der deutschen "Libertät"?
     
  5. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Ein Ebook zu produzieren kostet nur Zeit, kein Geld.
     
  6. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Möglicherweise wäre eine Veröffentlichung in einem Wissenschaftsverlag eine noch bessere Alternative, als E-Book. Schwarzkopf& Schwarzkopf hat ein Buch "Seewolf und Co" über die ZDF-Weihnachtsvierteiler der 1970er und 1980er Jahre herausgebracht, und eine Sammlung von Filmrezensionen nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten wäre nicht nur interessant zu lesen, sondern kann auch Zuschusskosten für den Druck wieder hereinbringen. Wenn ein Buch wissenschaftlichen Anforderungen genügt und in mehreren Bibliotheken erhältlich ist, zahlt die VG-Wort Autoren eine Tantieme. Die VG-Wort ist eine Organisation, die ähnlich wie die Gema die Rechte von Autoren vertritt.
    Ich habe in den letzten Jahren jährlich eine Tantieme von ca. 200 Euro von der VG-Wort bekommen und mittlerweile sogar ein Plus herausgeholt.
    Es kann zwar einige Jahre dauern, bis das Geld wieder hereinkommt, aber es bringt Spaß und Befriedigung, ein Buch zu veröffentlichen und es auf die beschriebene weise zu tun ist wohl die beste Lösung, vor allem dann, wenn es nicht das letzte Werk ist, das man veröffentlichen will.
     
  7. Lafayette II.

    Lafayette II. Aktives Mitglied

    Was hast du denn veröffentlicht?
     
  8. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Räuber und Gauner ganz privat- Räuberbanden und die Justiz im 18. und frühen 19. Jahrhundert Tectum Verlag Marburg 2007 (ISBN 978-3-8288-9289-7)

    Den Tectum Verlag kann ich sehr empfehlen.
     
    Chan und muheijo gefällt das.
  9. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Über die Selfpublishing-Abteilung von Droemer Knaur, Neobooks, kann man Ebook-Sachbücher ohne Eigeninvestition bei allen möglichen Anbietern, wie amazon, Weltbild und Thalia, unterbringen. Über diese Kanäle wird ein Fantasy-Roman von mir - halbwegs erfolgreich - angeboten und demnächst auch die deutsche Neuübersetzung eines bedeutenden englischen Romans aus dem 18. Jahrhundert. Wenn ich schon Brissotin nicht zur Publikation seiner cineastischen Reviews via Ebook überreden kann, dann vielleicht doch dich...
     
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  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    [
    Danke für die Tipps!

    Das wäre vielleicht wirklich eine Option für eine kommentierte Übersetzung der Autobiographien des Abolitionisten Frederick Douglass Narrative of the Life of Frederick Douglass an American Slave written by himself und The Life and Times of Frederick Douglass.

    Hattest du nicht auch vor, ein Essay über Machiavellis Discorsi zu publizieren? Deine Beiträge zu Machiavelli hier im GF habe ich gerne gelesen.
     
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich weiß ja normalerweise sind die Dokus vom History Channel nix, aber bei "Battlefield Detectives: Monmouth" (2004) habe ich wirklich mal den Eindruck gehabt, was neues dazu gelernt zu haben.
    Was an den Dokus dieser Art halt nervt, ist dass einem oft abschnittsweise eine Art Werbung für die US-Army präsentiert wird.
    In der Doku wird der Frage nachgegangen, ob die Schlacht bei Monmouth Court House als ein Sieg der Kontinentalarmee oder ein Unentschieden zu werten ist. Die Ursachen der höheren Verluste der Briten werden auch analysiert.
    Hier einige der Kernthemen:
    Die große Hitze an dem Tag (umgerechnet etwa 40°C, gefühlt sogar nochmal deutlich mehr), die ohne Uniformrock kämpfenden Amerikaner hatten einen leichten Vorteil hinsichtlich Überhitzung. Etwa die Hälfte der Toten sollen durch die Hitze gestorben sein. Ein Teil der Soldaten konnte - bspw. 42nd Highlanders während heftigem Kartätschenbeschuss - ihre Wasserflaschen einfach nicht auffüllen. Gen. Clinton erwähnte ausdrücklich dass es ihm nahegegangen sei bei dem Wetter seine Soldaten bei der Hitze in den Kampf zu schicken. Auch eine Autobiographie eines US-Soldaten beschreibt die Schlacht als den heißesten Tag im Leben des Autors.
    Die Briten kämpften aggressiver, da General Clinton soviele wie möglich an Continentals töten wollte, die ihm im Nacken saßen.
    Die nur von den Briten in der Schlacht eingesetzten Haubitzen haben sich entsprechend den Schlachtfeldfunden als enorm ineffektiv erwiesen, da viele Ladungen über der amerikanischen Artillerie garnicht detonierten, sondern sich wirkungslos im Boden vergruben.
    Auch taktisch hat sich Washington geschickt verhalten. Die gestärkt und disziplinierter aus dem Lager von Valley Forge hervorgegangene Contintal Army hat offenbar entsprechend dem archäologischen Befund nach einem anfänglichen Rückschlag überall die Stellung behauptet und somit Clintons Angriff zurückgewiesen.

    Insgesamt erstaunlich informativ. Die Spielszenen dienten primär zur Demonstration und erhoben offenbar keinen Anspruch auf Authentizität und es wurde auch darin nicht gesprochen.
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Eine weitere Folge "Battlefield Detectives" diesmal "American Revolutionary War: Oriskany" (Staffel 3, 2005).

    Diese "Schlacht" würde man nach europäischen Maßstäben wohl eher als ein Scharmützel bezeichnen. 800 Milizionäre wurden von etwa halb sovielen Indianer angegriffen, welche die Kolonne so ziemlich aufrieben. Die Forscher fanden heraus, dass zwar der Verlauf des Flusses in der Gegend der gleiche ist, aber der Wald von heute nichts mit dem von damals zu tun hat, da zwischenzeitlich die Gegend einmal völlig entwaldet worden war.

    Deutlich interessanter war die Recherche nach den Spuren der damaligen Waffen wie Tomahawk und Kugelkopfkeule an den Schädeln von Opfern. Die sehr einseitigen Verluste dieses Gefechts wurden ebenfalls unter die Lupe genommen. Als Ursachen wurden festgestellt:

    - starke Regenfälle (ermittelt durch Wetterbeobachtungen von Zeitgenossen im Hafen von New York) machten die Steinschlossflinten der Miliz wohl recht wirkungslos (ich würde das mal entsprechend diesem Thread mit Fragezeichen versehen: http://www.geschichtsforum.de/thema/bei-schlechtem-wetter-findet-die-schlacht-im-saale-statt-fruehe-feuerwaffen-und-das-wetter.54314/ )

    - die unerfahrenen Milizionäre ergriffen überwiegend kopflos die Flucht und wurden dadurch eine leichte Beute für die professioneller ausgebildeten Krieger der Irokesen

    - die Marschkolonne der Miliz war enorm lang, da sie durch die Enge des Weges nur 2 Mann breit marschieren konnten und einige Ochsenfuhrwerke mitfuhren, obendrein war der Abstand von jedem Mann zum Hintermann recht groß

    - die Irokesen legten sich in einen Hinterhalt und nutzten das Gelände und die Deckung der Bäume wahrscheinlich geschickt aus

    Fazit: trotz der hohen Verluste konnte Fort Stanvix nicht eingenommen werden.
     

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