Epirus

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Brenn, 16. Februar 2014.

  1. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es handelt sich um mykenische Keramik, wie sie im ganzen ägäischen Raum zu finden ist, unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit. Mykenische Keramik fand sich auch in Troja und auf Kreta. Das alles sagt überhaupt nichts über Sprachen oder Ethnien aus. Da der Epirus dem antiken Griechenland benachbart war, sind Funde griechischer Provenienz zu erwarten.

    Es gibt so gut wie keine Schriftzeugnisse des Illyrischen; die Sprache ist lediglich durch wenige Einzelwörter sowie einige Orts- und Personennamen überliefert, die auf Grab- oder Gebäudeinschriften zu finden sind. Wie willst du also etwas über "bilinguale Illyrer" wissen?

    Dorisch ist Teil der nordwestgriechischen Dialektgruppe. Da ihre Verteilung in frühgeschichtlicher Zeit unbekannt ist, lässt sich daraus nichts mehr für Epiroten ableiten.

    Ein äolischer Dialekt deutet auf eine Verbindung zum thessalischen und böotischen Raum hin, wo äolische Stämme zur frühgriechischen Zeit saßen.

    Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es Wissenschaftler gibt, die im Makedonischen einen archaischen nordwestgriechischen Dialekt sehen und keine eigenständige Sprache.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Februar 2014
  2. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Diese Linie gibt es halt nicht. dies gilt nicht nur für die "Dunklen Jahrhunderte" über die uns weitgehen das Material fehlt´, um solch eine Aussage ausreichend zu belegen oder zu negieren, sondern viel mehr die zeit der Byzantinischen Reiches, deren Bevölkerung sich als Romaioi sah und die Hellenes als heidnische Vergangenheit weitgehend ablehnte. Zudem hat dann erst später wieder ein Rückgriff auf das klassiche Griechentum eingesetzt. Würde man die Helden der germanischen Sage zu Deutschen machen und Germanisch wieder versuchen einzuführen, würde uns dies nicht wirklich zu Germanen machen.
     
  3. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Es ist kaum zu bezweifeln, dass die Bevölkerung des antiken Griechenlands eine "griechische" bzw. "hellenische" Identität besaß, auch wenn den meisten Griechen die kleinräumige Polis vermutlich näher stand. Diese griechische Identität erhielt sich von der Antike über das Mittelalter bis heute, auch wenn nach dem 6. Jh. ein großer Zustrom slawischer Siedler erfolgte.

    Die kulturelle griechische Dominanz zeigt sich schon darin, dass sich die griechische Sprache gegenüber allen slawischen und albanischen Migranten durchsetzte. Der Wandel vom Altgriechischen (8. Jh. v. Chr.- etwa 450 n. Chr,) über das Mittelgriechische (5. Jh. n. Chr.-etwa 15. Jh.) bis zum Neugriechischen seit der zweiten Hälfte des 15. Jh. lässt sich gut verfolgen. Das Byzantinische Reich war eine Mischung aus römischem Staatswesen, griechischer Kultur und christlichem Glauben und als "griechisch" wurde es auch im abendländischen Europa wahrgenommen.

    Dass solche ethnischen Idemtitäten um Verlauf vieler Jahrhunderte Schwankungen und Krisen unterliegen, ist erwartbar.

    Ob man allerdings eine Kontinuität bereits seit mykenischer Zeit postulieren kann, ist zweifelhaft. Die Quellenbasis ist hier so dürftig, dass keine verlässliche Aussage gemacht werden kann. Seit der Entzifferung des Mykenischen durch Michael Ventris wissen wir zwar, dass die Bevölkerung ein archaisches Frühgriechisch sprach, aber wie es um ihr Selbstverständnis bestellt war, ist ungewiss. Das wird erst nach den "Dark Ages" und dem Eintritt Griechenlands in seine klassische Phase deutlicher.
     
  4. KTSKNS

    KTSKNS Gesperrt

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  5. Dieter

    Dieter Premiummitglied

  6. KTSKNS

    KTSKNS Gesperrt

    So, hier kommt noch mehr über das "mittelalterliche Epirus, scheint recht gut recherchiert worden zu sein.
    ----->

    http://www.cliohworld.net/onlread/5/44.pdf
    #

    Das pack ich einmal mit hinzu:
    http://article.sciencepublishinggroup.com/pdf/10.11648.j.history.20130102.11.pdf

    Erst einmal auch hierwegen:

    Fett unterlegt habe ich einmal das, was sich in dieser PDF Datei auch auf die Albaner und Epirus bezieht hinsichtlich der Frage, ob eine Mutmassung, das es die Vorfahren der Albaner substanziell schon im "antiken Epirus" gegeben haben mag, naheliegend ist bzw. eine Berechtigung haben könnte.......
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Der Autor des zweiten Artikels mag zwar in Litauen lehren, stammt aber trotzdem aus Serbien, was die Seriosität seiner Arbeiten zwar natürlich nicht von Vornherein ausschließt, aber trotzdem zumindest zu Vorsicht bei der Lektüre von Artikeln über Albaner und ihre Ursprünge mahnen sollte, vor allem, wenn er vermutet, dass sie aus Rumänien oder Serbien nach Albanien eingewandert seien.

    Das fett Markierte erschließt sich mir nicht: Warum müsste es im Albanischen mehr griechische Lehnwörter geben, wenn sie illyrischer Abstammung wären?

    Zum 1. Argument: Da antike illyrische Toponyme primär aus griechischen und lateinischen Quellen (somit in gräzisierter bzw. latinisierter Form) überliefert sind, würde ich es nicht verwunderlich finden, wenn sich die phonetischen Ähnlichkeiten mit dem heutigen Albanischen in Grenzen halten.

    Das 5. Argument finde ich recht hanebüchen: Es gibt auch keine Erwähnung von "Deutschen" in antiken Quellen. Soll man daraus schließen, dass sie erst im Mittelalter von irgendwoher ins Gebiet des heutigen Deutschland eingewandert sind?
     
  8. KTSKNS

    KTSKNS Gesperrt

    Zum Fett markierten: Ich nehme an, das altgriechisch und illyrisch nebeneinander koexistierten und beeinflussten irgendwo auch in der Epirusregion und das illyrische selbst wahrscheinlich von dem was bekannt gewesen ist prozentual eine groessere Anzahl an griechischen Lehnworten gehabt hat als das heutige Albanische selbst.Und sowas (griechische Lehnwoerter im Illyrischen) wird ja bei sprachlicher Verwandschaft (illyrisch---> albanisch)irgendwo mit weitergegeben.......
     

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