Flugzeuge auf der Autobahn

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von pelzer, 21. September 2010.

  1. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Neulich habe ich dieses unglaubliche Foto gesehen:
    [​IMG]
    Ein Tiger ll (J-3079) der Schweizer Luftwaffe wiurd von der Polizei
    mit 196km/h geblitzt - auf der Autobahn!
    :grübel:

    Das Foto entstand am 14. November 1991 auf der A2 bei Lodrino. Damals fand die Übung „U STRADA“ (Esercizio Strada) statt; die Autobahn wurde als Behelfs-Flugpiste genutzt. Solche provisorischen Autobahn-Flugpisten wurden in der Schweiz zwischen September 1970 und November 1991 insgesamt zehnmal eingerichtet. Ich weiss auch, dass andere Länder auf ihren Autobahnen Flugpisten einrichteten. Und dies bereits im 2. Weltkrieg...


    Gruss Pelzer


    .
     
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  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ja das ganze heißt dann Autobahn-Behelfsflugplatz. In Deutschland wurden diese Autobahn-Behelfsflugplätze insbesondere in den letzten Kriegsjahren eingerichtet, nachdem beriets viele (Militär-)Flughäfen zerstört waren:

    Autobahn-Behelfsflugplatz ? Wikipedia
     
  3. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    In Deutschland wurden sowohl im 2. WK Autobahnabschnitte dafür verwendet, so wie in der Nachkriegszeit beim Bau neuer Autobahnen entsprechende "Feld"-Flughäfen angelegt. Wenn man aufmerksam schaut, findet man hier und dort noch welche. 2-3 Km gerade Strecke, der Mittelstreifen ist durchbetoniert, die Leitplanken und die Beleuchtungn sind schnell demontierbar und die "Rastplätze" haben erstaunliche weite Flächen ohne Unterbrechungen. In den 80.ern gab es noch ein Manöver in Norddeutschlad wo so ein Flugplatz verwendet wurde und die Autobahn zeitweilig gesperrt wurde.
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Interessanterweise wurde im Rahmen des Baus der Transitautobahnen !!!! von W-Berlin nach Hamburg im Bereich des Berliner Rings (glaube ich, ist schon etwas her) ebenfalls ein sehr umfangreicher Behelfsflugplatz angelegt. Dieser lag sehr nahe an russichen Militäreinrichtungen.

    Ähnlich wurde der Behelfsflugplatz bei Lahr konzipiert, der fast parallel zur eigentlichen Landebahn auf die Autobahn gelegt wurde.

    Möglicherweise ist es ein strukturelles Merkmal, dass diese Behelfsflugplätze in räumlicher Nähe zu "festen" Einrichtungen / Basen konzipiert wurden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. September 2010
  5. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Gelegentlich erfolgt es auch umgekehrt. Bei Oranienburg verläuft die B96 über die Piste des ehemaligen Erprobugsflughafens. Man fährt an Bunkern Hangars und ruinösen Kontrollgebäuden entlang:

    Google Maps
     
  6. mhorgran

    mhorgran Gesperrt

    Hallo
    :pfeif:
    Die Flugzeuge des 2.Weltkrieges benötigten keine betonierten oder asphaltierten Roll- und Startbahnen. Erst mit dem Einsatz von Strahlflugzeugen (Me 262 / Ar 234) wurden diese nötig.
    IdR waren Befehls- und Einsatzflugplätze planierte und trockene ausreichend große Wiesenflächen. Wichtig war ein Bahnzugang in näherer Umgebung.
    Gleiches gilt für die Autobahnabschnitte, erst mit der Nutzung von Strahlflugzeugen wurden diese als Start- und Landebahnen genutzt.

    Schnellverlegeplatten (US-Version: http://140.194.76.129/publications/eng-pamphlets/ep870-1-42/c-3-4.pdf) oder -Netze (GB) wie sie alle Staaten verwendeten wurden angewandt wenn der Untergrund nicht genügend tragfähig war.
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Sie benötigten sie nicht, aber wurden sie genutzt (so wie oben angedeutet)?
     
  8. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Asphaltierte Pisten waren für die Allwettertauglichkeit wichtig. Betonpisten gab es zwar schon vorher, sie wurden aber mit den von dir erwähnten Strahlflugzeugen bedeutsam, da diese mit dem Strahl anscheinend Verbrennungen auf den Rasen und Asphaltpisten verursachten. Die britische Luftaufklärung hat (angeblich) anhand dieser Verbrennungsstellen die Einsatzorte der ersten Strahljäger identifiziert.

    Ich müsste dazu meine komplette Bibliothek durchforsten, in irgend einen alten Buch habe ich ein Foto von einer Reihe Flugzeugen (ich glaube Bf 110 Nachtjäger) an einer Autobahn nahe München.
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    A 15 Berlin - Krakau, südlich von Forst in der Lausitz.
     
  10. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    ... dieses Bild?
    [​IMG]

    Gruss Pelzer

    .
     
  11. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Genau dieses!
     
  12. mhorgran

    mhorgran Gesperrt

    Nein, waren sie nicht, schon gar nicht bei Befehlsflugplätze.

    Und das beweist was?
     
  13. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich hatte deinen Beitrag so verstanden, dass vor der Einführung der Strahlflugzeuge die Verwendung von Autobahnen nicht erforderlich gewesen wäre. Ich bin der Meinung, das waren sie doch, da bei längeren Schlechtwetterperioden jede Graspiste sich am Ende in ein Schlammloch verwandelt und zuletzt unbenutzbar wird. Sonst hätte man ja keine asphaltierten oder betonierten Pisten bauen müssen.

    Das Foto beweist, dass auch für Propellermaschinen Behelfsflugplätze auf Autobahnen angelegt wurden. Du hattest folgendes geschrieben:

     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2010
  14. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Teile werden aber oftmals rückgebaut. Die Mittelstreifen werden wohl dann bei Fahrbahnverbreiterungen oder FDE-Losen eh nach neuen Ansichten zu dem Thema verändert.
     
  15. Repo

    Repo Neues Mitglied

    In einem Film über den Jagdflieger Marseille kommt eine Szene, wie er bei einem Orientierungsflug auf der Autobahn landet, und zufällig daherkommende Autofahrer nach dem "Weg" fragt.
    Obs wahr ist? Kein Schimmer.

    Wird so zwischen 30 und 40 Jahren her sein, da ist ein Passagierflugzeug bei Hamburg auf der Autobahn notgelandet, die Zahl der Todesopfer blieb dadurch relativ gering.

    Das fällt mir zu Flugzeugen und Autobahn ein. Muss ja nicht immer alles stramm militärisch sein.
     
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  16. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Für Forst/Lausitz finde ich weder einen verzeichneten Flugplatz der Luftwaffe noch eine Fliegerhorstkommandantur.

    Woher stammt denn die Information Forst bzw. vermutlich Wiesengrund oder Groß-Schacksdorf-Simmersdorf an der A15? Ein provisorischer Gefechtslandeplatz?


    Bekannt sind folgende:

    1800 m Autobahn-Teilstück 1,7 km OSO Leipheim (Tarnnummer 715), Me262
    2300 m Autobahn-Teilstück 6,5 km NO Augsburg-Haunstetten (vermutlich Tarnnummer 702) sowie
    1800 m Autobahn-Teilstück WNW Augsburg-Haunstetten, Me262 (vermutlich Tarnnummer 702)
    1600 m Autobahn-Teilstück 5,7 km O Schleißheim sowie
    1600 m Autobahn-Teilstück NO Flugplatz Schleißheim (Tarnnummer 726) für NJG 6

    Wie man an der Anzahl sieht, waren das Ausnahmen, einige für Me262. Die Einsatzhäfen der I. und II. Ordnung mußten zudem als "landwirtschaftliche Fläche" erscheinen, daneben gab es Feldflugplätze und Gefechtslandeplätze. Fliegerhorste waren voll ausgebaute Flugplätze.

    Quelle: Ries/Dierich, Fliegerhorste und Einsatzhäfen der Luftwaffe sowie Mattiello, Fligerhorstkommandanturen und Flugplätze der deutschen Luftwaffe 1935-1945 - Einsatzorte und Einsatzzeiten.
     
  17. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Betonpisten sind für Flugzeuge mit Bugrad wichtig. Bei Start oder Landung droht dieses auf unbefestigten Flugplätzen wegzubrechen. Kolbenmotorflugzeuge wie die Heinkel 219 oder die Dornier 335 z.B. besaßen ebenfalls ein Bugradfahrwerk und benötigten feste Pisten.

    Auf diesem Bild sind aber Junkers 388 zu sehen, die ab Ende '44 zur Jagd auf Mosquito-Bomber eingesetzt wurden. Sie besaßen BMW TJ 1800 PS-Doppelsternmotoren und wurden nur in kleiner Serie gebaut.
    Ich denke mir, hier spielt die Tarnung eine große Rolle. Die Flugplätze waren zu der Zeit alles andere als sicher.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2010
  18. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich hatte nur zweimotorige Jäger in Erinnerung, die ich für Messerschmidt Bf 110 Nachtjäger hielt.

    Sind das die mit der Lachgaseinspritzung für die Mosquitojagd?
     
  19. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die Junkers 388 hatte eine Glaskanzel, siehe zB hier
    Junkers Ju 388 ? Wikipedia

    Das Bild ist außerdem angabegemäß von der US-Army aufgenommen, demnach scheidet der Osten (Forst) ebenso wie die Ju388 aus. Der Tipp liegt daher unverändert auf Bayern.

    Bei den Flugzeugen würde ich auf Me 110 E/F (Motor DB 601) tippen, ua. wegen der nicht sichtbaren, markanten Luftansaugung des DB 605. Aber das Bild ist sehr schlecht in der Auflösung.
     
  20. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Ju 388 J gab es auch mit geschlossenem Bug. Sie hatte aber Propeller mit 4 Blättern, die dargestellte Maschine hat 3 blättrige. Könnte es eine Ju 88 G sein?


    Im Bild eine Ju 388 J mit Radar:
     

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