Germanen in Nordwestdeutschland und die Völkerwanderung

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Tekker, 30. Juli 2007.

  1. Sascha

    Sascha Neues Mitglied

    Die Karte zeigt zumindest die westliche Region:

    http://www.archaeologie-krefeld.de/Bilder/Museum/Erdgeschoss/Raum%203/Tafel%20IV/stammesgebiete.JPG



    Da die Angaben recht ungenau sind, was Räume und Stämme betrifft, so kannst Du eventuell auch die Berichte zur Varusschlacht nehmen, Cherusker, Brukterer etc gaben sich im freien Germanien die Klinke in die Hand, Ubier z.B. wurden im jahrhundert vorher umgesiedelt, dies betrifft, aber wahrscheinlich den Raum südlich von dir.
    Ist es reines Interesse oder willst Du so etwas wie ein Darstellung eines Germanen anstreben?
     
  2. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Soweit eigentlich nur interresse, aber dies habe ich nicht ganz verstanden:
    :confused:
     
  3. Sascha

    Sascha Neues Mitglied

    Ich meine Reenactment...
     
  4. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Das ist mir jetzt ehrlichgesagt ein wenig peinlich:red:
    aber was heißt denn das?
     
  5. Sascha

    Sascha Neues Mitglied

  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Hase ist der Fluss nach dem die Chasuarier (auf Barbarossas Karte) benannt sind.
     
  7. Sindri

    Sindri Neues Mitglied

    Also ich würd auch sagen, es sind die Chasuarier...

    hier ein ganz netter Text Unbenanntes Dokument
    kannst ja auch noch die Leute von der HP fragen *ggg*
     
  8. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Wenn man es genau nimmt, so liegt dieses Gebiet in einer Kontaktzone mehrerer gentes. Im NW saßen an der Hase die Chasuarier, im NE saßen, überwiegend im Wesertal, die Angrivarier. Von Osten her waren die Cherusker innerhalb der "Weserfestung" vorgeschoben, im SW saßen die Brukterer, bzw. die kleinen Brukterer. Chasuarier und Brukterer wurden in der 2. Hälfte des 1. Jhds. n.Chr. von Chauken bzw. Angrivariern und Chamaven verdrängt, so daß Anfang des 2. Jhd. der Raum dann eher im Grenzbereich chaukischer und angrivarischer Gruppen lag. Konkrete Aussagen zu deinem Gebiet halte ich daher für unzuverlässig. Auch archäologische Funde können da nur bedingt weiterhelfen. Ich weiß jetzt nicht, wie in deinem Gebiet die Fundlage ist, kommt eher Rhein-Weser-Material vor oder nordseegermanisches, vielleicht sogar elbgermanisches. Vielleicht gibt es über deine Region Literatur die sich hiermit im Einzellfall befaßt. Vielleicht habe ich auch was. Mal gucken.
     
  9. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Moorleichen

    Also ich wohne dierekt am mehr oder weniger bekannten Ochsenmoor. Ich meine mich erinnern zu können, dass dort ein Wanderer schon einmal eine Moorleiche gefunden haben soll, ist aber glaube ich schon länger her (30-50J. schätze ich). Ich glaube auch, dass dort schon einmal ausgrabungen gemacht wurden, aber ob da was gefunden wurde weiss ich nicht.
     
  10. Sascha

    Sascha Neues Mitglied

    Da gibt es einiges, zu empfehlen sind die Tagungsbände zu Kalkriese, die sich auch mit der Umgebung befassen. Mir liegt was an von einen Knüppelweg durchs Moor, wo Holzknüppel/Schwerter gefunden wurden.
     
  11. Sascha

    Sascha Neues Mitglied


    Frag mal Sindri, die hatte da was erwähnt die Tage...

    :yes:
     
  12. Sindri

    Sindri Neues Mitglied

    hab ich??:red: ich steh grad auf dem Schlauch... Ochsenmoor???:rotwerd:
     
  13. Constantin

    Constantin Neues Mitglied

    Vielleicht ist die Dissertation von Dieter Bischop, der (glaube ich) Kreisarchäologe für den Landkreis Diepholz ist, für dich von Interesse, Zar Alexander. Der Titel lautet "Die römische Kaiserzeit und frühe Völkerwanderungszeit zwischen Weser und Hunte".
    Direkt zu hier siedelnden Germanenstämmen habe ich darin zwar auf die schnelle nichts gefunden, wenn du dich aber für archäologische Funde im Landkreis interessierst, wird das Buch trotzdem sehr interessant für dich sein.

    Ich wollte gerade schreiben, dass es das in jeder gut sortierten Bibliothek in der Region geben wird, habe aber gesehen, dass die Unibibliothek in Vechta es nicht hat, und sage deshalb lieber erstmal garnix... :still:
     
  14. Zar Alexander

    Zar Alexander Neues Mitglied

    Knüppelweg

    Danke für den Tipp! Ich habe grad mal meinen vater bevragt und er hat mir auch etwas über den Knübbelweg gesagt und von sehr vielen Speerspitzen die dort gefunden wurden. Das ganze gibt es im Dümmermuseum in Lembruch, ebenfalls in der Samtgemeinde Lemförde, zu sehen, ich werde mich in nächster Zeit mal dort umsehen. Nach dem Buch werde ich auch mal sehen, ich könnte mir gut vorstelle wenn es das dort zu kaufen gäbe!

    Ausserdem, falls ihr noch nicht wisst wo ihr im Sommer mal Urlaub machen wollt, kommt in die Dümmerregion! Wir haben sogar ein Staatlich anerkanntes Erholungsgebiet! *CHILL*

    (((Man darf doch wohl mal Werbung machen...)));)
     
  15. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Revision einer Behauptung über die Chattuarier

    Durch Zufall ist mir eine Notiz in die Hände gefallen: Die Chattuarier werden auch bei Velleius Paterculus zum Jahre 4 n. Ztr. erwähnt, und zwar bezüglich eines Feldzugs des Tiberius bis jenseits der Weser.
     
  16. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Auch wenn es nervt: Ich lese gerade in einer Anmerkung (Seyfahrt, 1968, Bd. 2, S.199, Anm.95) zu dem Feldzug Julians gegen die Attuarier zum Jahre 360 bei Ammianus Marcellinnus (Buch XX 10) nicht nur, daß sie bereits von Velleius Paterculus erwähnt werden, sondern daß man sie meistens auch mit einem bei Strabon (VII, 292) Stamm sowie den bei Tacitus erwähnten Chasuarii (Germania 34) identifiziert.
     
  17. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Also dieser Stamm ist mir noch nie unter gekommen - hab auch noch mal nachgeschlagen.
    :grübel:
     
  18. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Dann lies: Chattuarier, das sagt dir sicherlich, da bin ich mir sicher mehr;
    ansonsten aber beachte

    1) Ammiani Marcellini Res gestae XX 10,2 (z. B. Ammianus Marcellinus: Liber XX):
    Die Übersetzung in der von Wolgang Seyfahrt (Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte, Berlin: Akademie-Verlag, 1968, Bd. 2, S.115) kommentierte Ausgabe tatsächlich übersetzt: "Franken, die man Attuarier nennt"

    2) Velleius Paterculus (sogar übersetzt)
    Velleius Paterculus:
    oder auf Latein: Velleius Paterculus

    Vielleicht hättest du es mal mit Googeln probieren sollen:


    Limesprojekt - Lexikon - A

    oder

    chronik für das Jahr 360 - Jahreschronik bei '2000 Jahre Chronik - Geschichte online' - 2000 years in history: this year = history of 3 - (c) 2001 ff by ICA-D, Jockgrim, Germany
     
  19. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Es wäre fast sinnvoller, für die Frage, ob Chattuarier (Attuarier) und Chasuarier (Hasuarier) ein und derselbe Stamm sind oder nicht, einen eigenen Thread aufzumachen. Aber wie auch immer; da ich mich eben durch Barbarossas kritische Bemerkung zum Googeln gezwungen fühlte, bis ich zufällig auf diese Seite gestoßen:
    Römer und Franken

    Dort findet sich diese Karte (angehängt), auf der tatsächlich mal beide in Frage stehenden Germanenstämme eingetragen sind, nach Literaturangabe auf der Seite: B. Harenberg (Hg.), Chronik des Ruhrgebietes. Dortmund: Chronik-Verlag, 1997, S.11
     

    Anhänge:

    Zuletzt bearbeitet: 25. März 2008
  20. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Also ich habe heute die Reclamausgabe von Tacitus "Germania" gekauft und lese darin folgende Sätze:

    Als ich zunächst die Übersetzung las, dachte ich, daß die Lokalisierung auf den heutigen Karten nach Tacitus demnach verkehrt sein muß. Aber es scheint sich um einen Übersetzungsfehler zu handeln? Im lateinischen Original steht ja "a tergo" (Tacitus: Germania), was Der kleine Stowasser mit "im Rücken" übersetzt. Ist nordostwärts also doch die annähernde Rekonstruktion des Wohnsitzes der Chasuarier nach Tacitus?
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. März 2008

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