Heraldische Kuriosa

Das Wappen derer von Kommoß im Wappenbuch des Aegidius Tschudi. Man beachte die Helmzier.

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Ziemlich sicher handelt es sich dabei um ein altes Wappen aus der Gemeinde Romoos, Entlebuch, Kanton Luzern, Schweiz.
Laut dem lokalen Geschichtsschreiber war das früher eine Schaufel auf goldenem Grund. Das Wappen der Gemeinde wurde mangels historischer Grundlagen 1939 auf das heutige Wappen geändert.
Romoos und Entlebuch lässt sich, soweit es lesbar ist, auch im Text des Originals von Tschudi erkennen. Im Original muss man auch nicht unbedingt das sehen, was der Kopist später daraus gemacht hat. Vielleicht ist es eine Figur aus einer der zahlreichen Sagen im Entlebuch oder sie steht mit der dortigen Köhlerei im Zusammenhang.
St. Gallen, Stiftsbibliothek / Cod. Sang. 1085 – Wappenbuch des Aegidius Tschudy, Seite 126
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Im Original muss man auch nicht unbedingt das sehen, was der Kopist später daraus gemacht hat.
Ich tue mir sehr schwer, etwas anderes darin zu sehen. Ich würde auch annehmen, dass das Ergebnis nicht der erstbesten Assoziation des Kopisten entsprungen ist, das wäre viel zu heikel gewesen. Wir betrachten hier eine Zeit, in der es eine tödliche Beleidigung hätte darstellen können, aus irgendeiner nicht-sexuell intendierten Darstellung eine von Autofellatio zu machen.
Laut dem lokalen Geschichtsschreiber war das früher eine Schaufel auf goldenem Grund.
Das sind in beiden Darstellungen Schaufeln, interessanterweise aber zwei verschiedene—immer vorausgesetzt, beide Künstler hielten sich an die heraldischen Konventionen ihrer Zeit. Die mit dem gerade endenden Schaufelblatt ist einfach eine Schippe, die mit dem gelappten Blatt würde ich als Bäckerschaufel ansprechen, um Backwerk aus dem Ofen zu holen.
 
Im Original muss man auch nicht unbedingt das sehen, was der Kopist später daraus gemacht hat. Vielleicht ist es eine Figur aus einer der zahlreichen Sagen im Entlebuch oder sie steht mit der dortigen Köhlerei im Zusammenhang.
Du meinst, dass das, was uns heute als Autofellatio entgegenspringt, ursprünglich mal einen Blasebalg darstellte?
 
Das sind in beiden Darstellungen Schaufeln, interessanterweise aber zwei verschiedene—immer vorausgesetzt, beide Künstler hielten sich an die heraldischen Konventionen ihrer Zeit. Die mit dem gerade endenden Schaufelblatt ist einfach eine Schippe, die mit dem gelappten Blatt würde ich als Bäckerschaufel ansprechen, um Backwerk aus dem Ofen zu holen.
Würde ich nicht so interpretieren. Hier sieht man ein paar Beispiele für Spaten/Schaufeln, manche mit gradem, manche mit rundem Blatt:


Die Beispiele für Bäckerschaufeln hier sind länger, und überwiegend mit gradem Blatt:


Die Helmzier ist echt kurios. Ob die noch wirklich auf einem Helm getragen wurde, oder nur auf dem Papier existierte? Und was würd passieren, wenn sich ein Reenactor oder LARPer heute daran ein Beispiel nehmen würde?
 
Du meinst, dass das, was uns heute als Autofellatio entgegenspringt, ursprünglich mal einen Blasebalg darstellte?
Wäre eine Möglichkeit.

Ich denke aber mehr an eine herausgestreckte Zunge einer ursprünglich anders gestalteten Wappenzierde. Das heutige Wappen von Romoos zeigt ja einen Bärenkopf mit ziemlich prominenter, wenn auch nicht ungewöhnlicher Zunge.
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Aus der Webseite der Gemeinde: Der Bär stand im Wappen der Edelknechte von Bärenstoss, heute Bergstoos, die von 1273 bis 1426 den Freiherren von Wolhusen dienten.

Dieser Bärenkopf könnte auch mal über dem Wappen und auf dem, was Tschudi gesehen hatte, nicht mehr klar erkennbar gewesen sein.
 
Der Dorfchronist von Romoos schreibt, dass das alte Wappen der Gemeinde dem Wappenbuch des Renward Cysat (1545-1614) entnommen gewesen war. Nur der kopierte ja auch nur von Tschudi. Dennoch könnte sein Wappenbuch Aufschluss geben, weil er als Luzerner näher an der Vorlage gewesen sein dürfte. Leider finde ich dieses Wappenbuch ebenso wenig digitalisiert, wie dessen Kopie von Franz Carl Rusconi, 1730, ebenfalls Luzerner, welcher die Wappen mit weiteren Informationen ergänzt habe. Ich glaub', ich muss mal nach Luzern.

Was sagt denn der Text bei Tschudi noch? Den ersten Abschnitt kann nicht richtig lesen. Von Rormoss - Fester? von Rormoss - Edel?unft 1293?
 
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