Herzogtitel

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von fingalo, 25. Juli 2012.

  1. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Welchen titel führten eigentlich die nachgeborenen Söhne eines Herzogs?
    Was war z.B. Albrecht von Mecklenburg, bevor er schwedischer König wurde? Herzog war ja noch sein Vater.
     
  2. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

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  3. PlusUltra

    PlusUltra Neues Mitglied

    Im Mittelalter ziemlich sicher Herzog. So führten nicht nur alle bayerischen Wittelsbacher, sondern auch die rheinischen Verwandten den (Titular-)Herzogstitel von Bayern. Das war in Mecklenburg ziemlich sicher genauso.

    Nur mal ein Beispiel aus dem Jahre 1358:

    Wir Stephan der alt von gotz genaden vnd
    wir Stephan vnd Friderich vnd Hans di iungen von gotz genaden all
    pfallentzgrafen bei Rein vnd
    hertzogen in Baiern

    Der Prinzentitel ist m. E. im Mittelalter hier verfehlt.
     
  4. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Das war doch im Mittelalter von Land zu Land unterschiedlich. Wenn ich das überschaue, war es einzig im deutschen Feudalgefüge möglich, Titel und damit Rechtsbefugnisse an alle Söhne zu vererben. Siehe die bayerischen Herzogtümer der Wittelsbacher, die sächsischen Herzögtümer in Thüringen der Wettiner oder die Hohenzollern-Markgrafen in Brandenburg und Franken.

    In Frankreich, England, Spanien oder Italien waren Titel unteilbar und wurden in der Regel auch nur an den ältesten Sohn vererbt, oder an die älteste Tochter wenn kein Sohn vorhanden war.
     
  5. PlusUltra

    PlusUltra Neues Mitglied

    Ich bezog mich einzig auf das Heilige Römische Reich.
     
  6. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    naja, nach dem Ableben des Vaters wurden alle Söhne Herzog, Graf o.ä, da das Erbe geteilt wurde. Jeder ein halbes Herzogtum gibt 2 Herzöge. Es gab auch die Fälle, wo die Söhne die Gebiete in "Erbengemeinschaft" verwalteten.
     
  7. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Das galt für Mecklenburg erst im 15. Jh., als die Mecklenburger mit dem Lehen "zur gesamten Hand" belehnt wurden. Und das Herzogtum wurde auch nicht geteilt. Albrecht III. wurde allein regierender Herzog, nachdem er aus Schweden vertrieben worden war.
     
  8. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Es ist ein erheblicher Unterschied zwischen Herzog in Bayern und Herzog von Bayern.
    Herzog in Bayern ? Wikipedia
    Die Nachgeborenen des Hochadels konnten in aller Regel nur mindere Titel für sich beanspruchen (wie auch in England und Frankreich), gerade weil sich im Lauf des Mittelalters (im Unterschied zum Ausland) die hochadeligen Titel in Deutschland zu Funktionsbezeichnungen für de facto souveräne Landesfürsten/Staatsoberhäupter entwickelten. Nur gelegentlich kam es dazu, dass nach dem "Ganerben-Prinzip" mehrere gleichberechtigte Grafen etc. die Herrschaft ausübten oder (wie bei den Wittelsbachern) eine Teilung in mehrere Linien erfolgte. Für die Nachkommen der geteilten Linien galt aber wieder das "Normalprinzip".
     
  9. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Was sich in Bayern entwickelte muss nicht für Mecklenburg im Mittelalter gelten.

    Ich zitiere aus den Regesten:

    "1442 Juni 24 Cölln
    v
    erleiht Heinrich dem ältern und Heinrich seinem Bruder und Hanns, ihrem Vetter, Herzogen zu Mecklenburg ihre Lehen zu gesammter Hand, und bestätigt ihre Privilegien."
    Vorher also nicht!

    Im übrigen guckst Du mal die Diskussion zu diesem Thema hier:

    Wikipedia:Auskunft ? Wikipedia
     
  10. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Wäre das Kondominium erst dadurch entstanden, hätte ich recht gehabt, dass ihm ein minderer Titel zustand. Für sein erstes Lebensjahrzehnt galt das auch jedenfalls, weil da auch sein Vater noch kein Herzog war.

    Da es aber das Kondominium schon vor 1442 gab, stimmt mein erstes Post für diesen Fall nicht, sondern er gehört zu den Sonderfällen meines zweiten Posts.
    Z.B:
    Albrecht II. (Mecklenburg) ? Wikipedia
    Mecklenburg-Stargard ? Wikipedia
     
  11. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Das Kondominium gab es durch die Erhebung der Brüder in den Fürstenstand, das bedeutete aber nicht, dass auch deren Söhne ebenfalls automatisch alle ein Kondominium innehatten. Sonst hätte ja die Lehensverleihung zur gesamten Hand 1442 keine Wirkung mehr gehabt.
     

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