Hitler-wie war es möglich?

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Tata, 28. Januar 2008.

  1. Panzerreiter

    Panzerreiter Neues Mitglied

    Zur Rechtslage von "Mein Kampf"

    Informative Webseite zur Rechtslage von "Mein Kampf":

    Marginalia
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Da das immer noch falsch herüber gekommen ist:

    - es ging mir nicht um eine "Schuld"-zuweisung, sondern um die Feststellung der Macht"verhältnisse", die sich aus Wahlen ergeben haben.

    - es ist mE keine Frage der tatsächlichen Information, sondern der Einschätzung/Unterschätzung von Hitlers Zielen und "Programmatik". Aus Reden und Schriften war das zugänglich und der Zulauf zu seinen Veranstaltungen war entsprechend hoch. Die Information über und die Wahrnehmung von Hitler können jedoch objektiv aus der nachträglichen Sicht auseinander fallen.
     
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich habe mal probiert "Mein Kampf" zu lesen. (von Opa auf dem Dachboden gefunden)
    Nach 2 Seiten habe ich entnervt das Buch in die Tonne geschmissen.
    Ich kann mir gar nicht vorstellen, das auch früher jemand diesen Schwachsinn bis zum Ende lesen konnte.
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Das denke ich auch, kaum jemand hatte "Mein Kampf" gelesen, auch wenn es als Pflichtlektüre im Regal stand und jeder Deutsche einen Band vom Standesbeamten geschenkt bekam.
     
  5. elysian

    elysian Neues Mitglied

    @Panzerreiter
    In diesem einen Punkt bin ich anderer Ansicht:
    Es ist nicht fahrlässig, Rechte und Pflichten zuzuweisen und es ist auch nicht so, daß die Menschen nicht anders KÖNNTEN.
    Was der einzelne Mensch daraus macht, steht auf einem anderen Blatt. DAS kann keine Verfassung leisten. Aber dem Menschen ein Persönlichkeitsrecht zuzuweisen halte ich dennoch für richtig und wichtig. Selbst wenn sich diese Entfaltung dann tierisch, zoomäßig in Formaten wie Big Brother niederschlägt.
    Auch sollte man bedenken, daß gerade der Deutsche seinerzeit preußisch, wie man sagt, erzogen Gesetze und Anweisungen strikt befolgte. Es ist demnach nur folgerichtig bei der Schaffung des Grundgesetzes das Widerstandsrecht festzuschreiben. Die WiderstandsPFLICHT wird, wie ich auch sagte, von einigen Staatsrechtlern vertreten. Diese Pflicht ist nicht unumstritten. Unumstritten ist jedoch, daß dieses Recht zum Widerstand zwar in der Verfassung steht, jedoch die Verfassungsnorm streng genommen einen deklaratorischen Charakter hat. Denn dieses Recht kommt, aus der Tradition der Naturrechtslehre und den Lehren von Hobbes und Locke und anderen hergeleitet, jedem Menschen ohnehin zu. Dieses Recht ist vorkonstitutionell. Deshalb würde auch die Beseitigung der Verfassung(snorm) das Recht nicht beseitigen.
    Ich denke, wir stimmen darin überein, daß bestimmte Rechte (Menschenrechte) nicht erst in einer Verfassung stehen müssen, um Geltung beanspruchen zu dürfen.

    Nachtrag:
    Das demokratische System besteht immer untrennbar aus Verfassungsorganen, Wahlvolk und Gewählten. Nur wenn sich das antidemokratische Element in allen drei Faktoren durchsetzt, stürzt die Demokratie.
    Auf Weimar übertragen läßt sich das antidemokratische Element sowohl beim Wahlvolk (--->Verlust der Mehrheit der demokratischen Kräfte im Reichstag bereits 1920!; in der Folge konnten die Radikalen mittels destruktiven Mißtrauensvoten destabilisierend wirken), bei den Verfassungsorganen (Regierung ab Präsidialkabinett, antidemokratischer Reichspräsident, politisch wenigstens naive Staatsgerichtshöfe usw.) und bei den Gewählten (Entstehung einer tragfähigen antidemokratischen Mehrheit im Parlament) feststellen.
    Insoweit muß man von einem kompletten Systemversagen sprechen. Der schwarze Peter läßt sich hier niemandem alleine zuschieben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. Februar 2008
  6. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    "Mein Kampf" wurde auch nicht als Bibel gelesen oder durchblätternd quergelesen.
    Die Sätze waren einfach und klar verständlich formuliert, ein dünnes Büchlein. Die Jugend wurde sicherlich nicht im Schulunterricht von diesem Buch ferngehalten.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Also meine Ausgabe von Mein Kampf hat 782 Seiten. Ich hab schon dickere Bücher gelesen und intelligentere sowieso, aber als "dünnes Büchlein" kann man es sicher nicht bezeichnen.
     
  8. Querdenker

    Querdenker Gast

    Wenn man das "dünn" auf den Inhalt bezieht macht es sehr wohl Sinn.
     
  9. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Stimmt. Ich hab das mit dem "Manifest der Kommunistischen Partei" von Marx/Engels verwechselt.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Das kann ich nicht finden, dass diese Schachtelsätze klar verständlich sind. ich habe einfach aus Zufall mal aufgeschlagen:

    "Wenn aber Völker um ihre um ihre Existenz auf diesem Planeten ringen, mithin sich die Schicksalsfrage von Sein oder Nichtsein an sie herantritt, fallen alle Erwägungen von humanität in sich zusammen, denn alle diese Vorstellungen schweben nicht im Weltäther, sondern stammen aus der Phantasie des Menschen und sind an diese gebunden."


    So geht der Gedankengang noch vier Zeilen weiter, und im gleichen Ton liest sich das ganze Buch.
     
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du hast den falschen Beitrag zitiert.
     
  12. Hulda

    Hulda Gast

    Mit folgender Literaturempfehlung möchte ich den Thread wieder etwas beleben... Der letzte Beitrag stammt vom 12. 2. 08...

    Die Diskussion hier im Forum hat mich dazu angeregt, mich noch intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen...

    Auf der Suche nach geeignetem Material bin ich auf folgendes Buch im Bücherschrank meines Vaters gestoßen, durch das ich mich zurzeit wühle:

    Broszat, Martin (Hrsg.);
    Internationale Konferenz zur Nationalsozialistischen Machtübernahme,
    Berlin (West) 1983

    Ein paar Stichpunkte zur Orientierung:

    Es ist das Protokoll einer dreitägigen internationalen Konferenz über Voraussetzungen und Hintergründe zur/ der Machtergreifung, an der ausländische und deutsche Historiker, Politiker und Publizisten teilgenommen haben.

    Schwerpunkte waren u. a.:

    Weimar- Krise und Zerstörung einer parlamentarischen Demokratie

    Errichtung und Stabilisierung einer totalitären Diktatur

    Der Nationalsozialismus und die Deutsche Frage in Europa

    Der Nationalsozialismus im politischen Bewusstsein der Gegenwart

    Hochinteressant und empfehlenswert, erschienen im Siedler Verlag
     

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