Ist Baskisch das gleiche wie Französisch, Deutsch und Japanisch?


Japanisch: hana
Altjapanisch: pana

Vorrjukjuanischt: *pana
Vorjapanischt (Protojapanischt): *pana

D.h. die Entwicklung im Japanischen verlief von p > h.
Exakt wie Baskischen, wo die Entwicklung von f > h verlief (bei lat. Lehnwörtern).

Ich spreche vom modernen Japanisch.
Dass in der Sprachgeschichte p zu f wird und/oder f zu h, haben wir in vielen Sprachen. Der lateinische pater entspricht dem deutschen Vater und dem irischen athair. Mit Sprachverwandtschaft hat diese Entwicklung wieder mal gar nichts zu tun; die Sprachverwandtschaft zwischen Italisch, Keltisch und Germanisch ist älter als die jüngeren Entwicklungen.

Leider befasst sich bislang keiner Deiner Beiträge mit Dingen, die für den Nachweis einer Sprachverwandtschaft nötig sind.
 
Wenn aber baskisch zu (du) klingt wie englisch thou (du),
Ach so! Ja wenn es um den Klang geht, betreten wir den musikalischen Bereich, und heutzutage können sich urheberrechtliche Konsequenzen ergeben, wenn sich englisch thou als Plagiat von baskisch zu erweisen sollte ;)
Klingklangliche Problematiken wie damals Geten & Goten bei Cassiodor/Iordanes sind heikles Gebiet... ;):D
 
Ach so! Ja wenn es um den Klang geht, betreten wir den musikalischen Bereich, und heutzutage können sich urheberrechtliche Konsequenzen ergeben, wenn sich englisch thou als Plagiat von baskisch zu erweisen sollte ;)
Klingklangliche Problematiken wie damals Geten & Goten bei Cassiodor/Iordanes sind heikles Gebiet... ;):D
"Denn das ist alles nur geklaut (eh-oh, eh-oh)
Das ist alles gar nicht meine (eh-oh)
Das ist alles nur geklaut (eh-oh, eh-oh)
Doch das weiß ich nur ganz alleine (eh-oh)
Das ist alles nur geklaut und gestohlen, nur gezogen und geraubt
'Tschuldigung, das hab ich mir erlaubt
'Tschuldigung, das hab ich mir erlaubt"

Die Prinzen: "alles nur geklaut"
 
Zuerst einmal: f ist das gleiche wie pf oder wie p, und p ist das gleiche wie b, richtig?
Nein.


Germanischt oder Innerindopäischt.
Also f = p = b - in vielen Fällen.
Nein F ist nicht gleich p und p ist nicht gleich b.
Es gibt im Hebräischen das >Pe<, das sowohl als /p/ als auch als /f/ ausgesprochen werden kann. Es gibt aber klare Regeln, wann es als /f/ und wann als /p/ ausgesprochen wird. Derselbe Buchstabe im Arabischen wird ausschließlich als /f/ ausgesprochen. Araber kennen kein /p/ und realisieren /p/ aus anderen Sprachen stets als /b/ (aber nie als /f/.

Es gibt verschiedene Phänomene. Im Altbaskischen gab es kein /f/. So wie die Araber kein /p/ sprechen können und es durch /b/ ersetzen, so konnten die Altbasken kein /f/ sprechen und ersetzten es durch /h/, was in den baskisch beeinflussten Dialekten (Gaskognisch, Kastilisch) dann zu einer Ersetzung des lateinischen /f/ zu /h/ führte.

fornum > horno (vgl. ital. forno)
faenum > heno
facere > hacer (vgl. port. fazer, frz. faire)
folium/folia > hoja (im 16. Jhdt. neu entlehnt also folio)
filum > hilo

Das zu /h/ gewordene /f/ ist dann irgendwann, wie Jahrhunderte zuvor das lateinische /h/, auch im Spanischen ganz unterdrückt worden und deshalb heute stumm.

Aber /f/ ist nicht gleich /h/, das ist der gleiche Fehler, wie deine vorherige Behauptung, dass /l/ = /r/ wäre, weil es Lambdazismus gibt.
Da ging es um die Kirsche (< ceresia), die im Italienischen zur ciliegia wurde. Der Lambdazismus ändert aber nichts daran, dass es Minimalpaare sind. Wie eben lana und rana nicht dasselbe sind, sondern 'Wolle' und 'Frosch'.
Und im Spanischen kann man den hijo ('Sohn' < Filius) auch nicht einfach durch fijo ('fest' bzw. 1. P. Sg. von fijar, 'befestigen' < figere/ficus) ersetzen.
Es handelt sich um Minimalpaar


Da f = p = b ist, ersetzen sowohl Baskisch als auch Spanisch f/p/b durch h!!
Diese Aussage ist in vielfacher Hinsicht falsch. Vom Lateinischen zum Spanischen ist unter baskischen Einfluss /f/ durch /h/ ersetzt worden. Aber nicht /p/ oder /b/.
Im Spanischen selbst passiert das nicht und im heutigen Baskisch existiert auch das /f/.
In der Westromania ist das intervokalische /p/ zu /b/ lenisiert worden, im frz. oft gar ganz ausgefallen.
Auch das ist allein für sich kein Beweis. Aber es ist noch ein Indiz dafür, dass Baskisch und Japanisch doch ein paar Gemeinsamkeiten haben könnten ... und dass Baskisch und und Japanisch doch miteinander (entfernt) verwandt sein könnten.
Nein, ein ähnlicher Sprachwandel in zwei Sprachen belegt nicht deren Verwandtschaft. Wenn ein ähnlicher Anlass besteht, werden ähnliche Phänomene des Sprachwandel passieren. Und da kommen wir wieder zum Thema Artikulationsort.
Des weitern sollte man Sprachwandel diachron betrachten (also innert derselben Sprache die Entwicklung zwischen den Sprachstufen),wohingegen du es mit dem synchronen Vergleich versuchst. Synchronische Sprachbetrachtung ist ein legitimes linguistischen Werkzeug, aber falsch angewendet führt es eben zu sehr seltsamen Schlussfolgerungen. Das ist, als würdest du als Schreiner sägen müssen, aber anstelle zur Stichsäge zum Hammer greifen. Beides Werkzeuge, die in keiner Schreinerei fehlen dürfen, aber es gibt Gründe, warum ein Schreiner über mehr als ein Werkzeug verfügt. In der Linguistik ist das nicht anders.
 
Auch wenn es sich hier vermutlich tatsächlich um einen Versuch das Forum hinters Licht zu führen handelt und keine ernstgemeinte Hypothese – Kaixo streut ja zahlreiche Hinweise, wie etwa das absichtliche Falschschreiben von Hypothese, Indikativ, Bibel etc., anzunehmen ist, dass es sich um ein altes Forenmitglied handelt, dass uns foppen will – so ist doch mal ein wenig linguistisches Handwerkszeug in diesem Thread einzubringen.

Ich bin mir zwar sicher, dass Kaixo dieses Handwerkszeug a) ignoriert und wahrscheinlich b) entgegen dem hiesigen Auftreten bzw. gerade wegen des hiesigen Auftretens die Nachhilfe nicht wirklich benötigt. Aber dennoch.

Ich hatte schon auf die Minimalpaarbildung hingewiesen. Minimalpaare bilden zwei Laute (die meist unterschiedlich graphisch realisiert werden), die eine Bedeutungsveränderung bewirken.

Also wenn ich Hand [hant] schreibe, meine ich nicht Hund [hunt]. Das Minimalpaar hier wären /a/ und /u/. Wenn ich haaren [ha:rǝn] schreibe, meine ich nicht harren [harǝn]. Das Minimalpaar bildeten hier [a:] und [a]. Wenn ich lana (ital. Wolle) schreibe, meine ich nicht den Frosch: rana, das Minimalpaar sind [r] und [l].

Dann sind zu unterscheiden <Grapheme> von [Phonen] und /Phonemen/. Ein Graphem (Buchstabe) kann ganz unterschiedliche Phone bzw. Phoneme (Laute) abbilden:

to put, to pull, to push, pussycat [ u]
pure, pupil, computer [ju]
purpose [ɜ] (Standard, Substandard auch [ʊ] oder [ø])
Punjab, punk, public [ʌ]

Man beachte aber auch deutsch weg [ɛ] und Weg [e:], das – abseits von der deutschen Regel, Substantive groß zu schreiben, völlig gleich geschrieben, aber unterschiedlich ausgesprochen wird ([ɛ] und [e:] sind also auch ein Minimalpaar).

Kommen wir zur Morphologie: Man kann in grammatische Morpheme und lexikalische oder bedeutungstragende Morpheme (auch Lexem) unterscheiden. Verschiedene morphologische Schulen benutzen aber auch andere Begriffe (etwa Monem oder Opposition zw. freien und gebundenem Morphem)

Bleiben wir bei Hund und Hand:

Der Hund beißt in meines Freundes streichelnde Hand.
Der | Hund-ø | beiß-t | in | mein-es | Freund-es | streichel-nd-e | Hand-ø

Der = freies grammatisches Morphem (Artikel)​
Hund- = freies lexikalisches Morphem + -ø = gebundenes grammatisches Morphem (Nom. Sg. mask.)​
beiß- = lexikalisches Moprhem/Verbstamm - beißen + -t = gebundenes grammatisches Morphem (3. Pers. Sg, Präs.)​
in = freies grammatisches Morphem (Präposition)​
mein- = freies grammatisches Morphem (Possessivpronomen) + -es = gebundenes grammatisches Morphem (Gen. Sg. mask./neut.)​
Freund- = freies lexikalisches Morphem + -es = gebundenes grammatisches Morphem (Gen. Sg. mask.)​
streichel = lexikalisches Moprhem/Verbstamm - streicheln + -nd- = gebundenes grammatisches Morphem (Partizip I) +-e gebundenes grammatisches Morphem (Akk. Sg. fem.)​
Hand- = freies lexikalisches Morphem + -ø = gebundenes grammatisches Morphem (Nom. Sg. fem.)​
Es gibt auch noch Allomorphe, am Bsp. dieses Satzes wäre etwa das Allomorph -biss- (von -beiß-) zu nennen oder Händ- von Hand.

Warum dieser kurze Ausflug in die Morphologie? Weil hier Worte, aufgrund klingklanglicher Ähnlichkeit ohne Berücksichtigung ihrer morphologischen Struktur für verwandt erklärt wurden und das auch noch über Sprachgrenzen hinaus.

z.B. wurde behauptet, dass baskisch hogeita und schwedisch tjugo dasselbe Wort seien. Nur eben verdreht. Metathesen gibt es. Bekannt ist vor allem die Liquidametathese. Schlicht und ergreifend weil die Liquida (/r/ und /l/) besonders gerne verschoben werden, wenn sie in einem Wort vorkommen.
Bei hogeita und tjugo, so die Behauptung, sei einfach das ganze Wort umgedreht worden. Auch dieses Phänomen gibt es, allerdings ist das kein natürlicher Sprachwandel, sondern eine bewusste Manipulation der Sprache, etwa das frz. Verlan (< l’envers) oder das argentinische Vesre (< revés) zwei Jugendsprachen, welche Silben umstellen, quasi um aus der Alltagssprache Geheimsprachen zu machen. Einige frz. Verlanwörter sind mitlerweile in den gesamtfranzösischen Wortschatz eingegangen, so dass sie erneut verlanisiert werden: arabe > beur > rebeu
Metathese und Verlanisierung sind hier natürlich NICHT denkbar.
Aber schauen wir uns hogeita und tjugo mal morphologisch an:
Beides heißt ja zwanzig und in den germanischen Sprachen gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen
zwei, zwölf und zwanzig.

Ostgermanisch
Gotisch twai twalif twai tigjus
Nordgermanisch
Isländisch tveir / tvær / tvö tólf tuttugu
Norwegisch to tolv tjue
Dänisch to tolv tyve
Schwedisch två tolv tjugo
Westgermanisch
Englisch two twelve twenty
Scots twa twal twinty
Niederländisch twee twaalf twintig
Westfriesisch twa tolve tweintich

Wir können hier sehen, dass das germanische hier einen Halbvokal (/v/, /j/) hat, der auch mehr zum Konsonanten /f/ /v/, /j/, mal mehr zum Vokal tendiert /o/ /u/ /y/

Morphologisch können wir sehen, dass schwedisches tjugo aus den Elementen für zwei (tju-) und zig -g- besteht sowie dem alten Überrest einer Flektionsendung: -o (vgl. gotisch twai tig-jus oder isländisch tu-ttu-gu).
Im Baskischen hingegen haben wir zwei = bi - aber ist das wirklich altbaskisch oder ggf. eine Entlehnung aus dem keltischen oder lateinischen Superstrat? Auch die sechs (sei) erinnert an lateinisch sex, spanisch seis.
Wenn wir uns das im Baskischen ansehen, dann haben wir dort bi - hamabi - hogei. (man kann es erraten, hamar ist zehn, das <r> fällt weg.)
"Hogei? Du hast eine Silbe vergessen, El Quijote!"
Nein! Das -ta- ist ein zusätzliches Morphem: 'und' - hogeita bedeutet nicht 'zwanzig', sondern 'zwanzig und', also etwa hogeita bi - 'zwanzig und zwei' > zweiundzwanzig.
Deshalb ist Morphologie wichtig.
Wir sehen also: a) das baskische zählt anders, b) im Baskischen sind die Zehner, anders als in den germanischen Sprachen nicht so an die Einser gebunden.
im Baskischen ist etwa 30 20 und 10 hogeita hamar, 50 ist 40 und 10 berrogeita hamar, 70 ist 60 und 10 hirurogeita hamar und 90 ist 80 und 10 laurogeita hamar.
Keine dieser Zahlen im Baskischen hat morphologisch etwas mit den Einsern zu tun.

Dann müssen wir noch über Polysemie und Homonymie reden. Zwei Worte in einer Sprache, die gleich geschrieben werden (ein Sonderfall ist die Homophonie wie leeren und lehren oder fiel und viel) aber etwas anderes bedeuten.
Der Unterschied zwischen Polysemie und Homonymie:
Kiefer = Homonym 1. der Knochen des Kauapparats, 2. der Nadelbaum (unterschiedliche Herkunft)
Bank = Polysem: 1. die Sitzbank, 2. die Geschäftsbank (die Herkunft ist gewissermaßen der Wechseltisch)

Für die Historiolinguistik (die Wissenschaft vom äußeren Wortwandel, Gestalt) und Etymologie (Wissenschaft vom inneren Wortwandel, Inhalt) ist es wichtig, dies alles sauber trennen zu können.


Wie gesagt, ich glaube nicht, dass Kaixo diese Nachhilfe nötig hat. Anfangs hielt ich Kaixo für einen im deutschsprachigen Raum lebenden Basken. Aber offensichtlich ist es mit der Kenntnis des Baskischen dann doch nicht so weit her. Das ganze Thema scheint mir eher als akribisch vorbereitete Provokation einer Person konzipiert zu sein, die tatsächlich mehr Ahnung von Linguistik hat, als sie vorzugeben vorgibt (sic!) und vermutlich genau weiß, wie sie das Forum hier triggert, sprich, bereits eine Geschichte mit dme Forum hat.
 
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