Zuerst einmal: f ist das gleiche wie pf oder wie p, und p ist das gleiche wie b, richtig?
Nein.
Germanischt oder Innerindopäischt.
Also f = p = b - in vielen Fällen.
Nein F ist nicht gleich p und p ist nicht gleich b.
Es gibt im Hebräischen das >Pe<, das sowohl als /p/ als auch als /f/ ausgesprochen werden kann. Es gibt aber klare Regeln, wann es als /f/ und wann als /p/ ausgesprochen wird. Derselbe Buchstabe im Arabischen wird ausschließlich als /f/ ausgesprochen. Araber kennen kein /p/ und realisieren /p/ aus anderen Sprachen stets als /b/ (aber nie als /f/.
Es gibt verschiedene Phänomene. Im Altbaskischen gab es kein /f/. So wie die Araber kein /p/ sprechen können und es durch /b/ ersetzen, so konnten die Altbasken kein /f/ sprechen und ersetzten es durch /h/, was in den baskisch beeinflussten Dialekten (Gaskognisch, Kastilisch) dann zu einer Ersetzung des lateinischen /f/ zu /h/ führte.
fornum > horno (vgl. ital. forno)
faenum > heno
facere > hacer (vgl. port. fazer, frz. faire)
folium/folia > hoja (im 16. Jhdt. neu entlehnt also folio)
filum > hilo
Das zu /h/ gewordene /f/ ist dann irgendwann, wie Jahrhunderte zuvor das lateinische /h/, auch im Spanischen ganz unterdrückt worden und deshalb heute stumm.
Aber /f/ ist nicht gleich /h/, das ist der gleiche Fehler, wie deine vorherige Behauptung, dass /l/ = /r/ wäre, weil es Lambdazismus gibt.
Da ging es um die
Kirsche (<
ceresia), die im Italienischen zur
ciliegia wurde. Der Lambdazismus ändert aber nichts daran, dass es Minimalpaare sind. Wie eben
lana und
rana nicht dasselbe sind, sondern 'Wolle' und 'Frosch'.
Und im Spanischen kann man den
hijo ('Sohn' < Filius) auch nicht einfach durch
fijo ('fest' bzw. 1. P. Sg. von
fijar, 'befestigen' <
figere/ficus) ersetzen.
Es handelt sich um Minimalpaar
Da f = p = b ist, ersetzen sowohl Baskisch als auch Spanisch f/p/b durch h!!
Diese Aussage ist in vielfacher Hinsicht falsch. Vom Lateinischen zum Spanischen ist unter baskischen Einfluss /f/ durch /h/ ersetzt worden. Aber
nicht /p/ oder /b/.
Im Spanischen selbst passiert das nicht und im heutigen Baskisch existiert auch das /f/.
In der Westromania ist das intervokalische /p/ zu /b/ lenisiert worden, im frz. oft gar ganz ausgefallen.
Auch das ist allein für sich kein Beweis. Aber es ist noch ein Indiz dafür, dass Baskisch und Japanisch doch ein paar Gemeinsamkeiten haben könnten ... und dass Baskisch und und Japanisch doch miteinander (entfernt) verwandt sein könnten.
Nein, ein ähnlicher Sprachwandel in zwei Sprachen belegt nicht deren Verwandtschaft. Wenn ein
ähnlicher Anlass besteht, werden
ähnliche Phänomene des Sprachwandel passieren. Und da kommen wir wieder zum Thema
Artikulationsort.
Des weitern sollte man Sprachwandel
diachron betrachten (also innert derselben Sprache die Entwicklung zwischen den Sprachstufen),wohingegen du es mit dem
synchronen Vergleich versuchst. Synchronische Sprachbetrachtung ist ein legitimes linguistischen Werkzeug, aber falsch angewendet führt es eben zu sehr seltsamen Schlussfolgerungen. Das ist, als würdest du als Schreiner sägen müssen, aber anstelle zur Stichsäge zum Hammer greifen. Beides Werkzeuge, die in keiner Schreinerei fehlen dürfen, aber es gibt Gründe, warum ein Schreiner über mehr als ein Werkzeug verfügt. In der Linguistik ist das nicht anders.