Kegelbetontürme - Winkeltürme

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Köbis17, 4. April 2011.

  1. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Hallo Zusammen,

    auf dem Weg mit der Bahn in Süddeutschland, treffe ich immer wieder auf eigenartige Betontürme an Bahnhöfen.
    Gesichtet habe ich dies Betontürme am Bahnhof in Kaiserslautern (Oder war es Heidelberg?), Mannheim oder Stuttgart, wobei die Türme bei den beiden erstgenannten direkt in der nähe des Hbf zu finden sind, der Turm in Stuttgart an den Gleisen in der Nähe von Feuerbach steht.

    Wie ein Turmunterbau eines alten Flakstandes sieht es aber auch nicht aus, denn diese Türme sehen im Grunde, wie eine überdimensionale Granate aus, also haben unten einen ca. 10m Großen Durchmesser und sind oben bis auf wenige Meter verjüngt.

    Im Interent habe ich schon recherchiert, aber nichts zu diesen Betontürmen gefunden.

    Vielleicht gibt es hier Fachuser, die mehr über diese Bauten wissen.
     
  2. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Kannst Du bitte ein Bild zu den Türmen einstellen. Vielleicht kann dann jemand was dazu sagen.

    Apvar
     
  3. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Im www. kann ich leider nichts finden. Am Freitag bin ich wieder Quer durch den Südwesten unterwegs, versuche Bilder zu machen. Aber ich dachte, vielleicht kann jemand hier schon durch die Beschreibung etwas zu diesen Gebäuden sagen....
     
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  4. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Meinst du den Turm hier in Stuttgart-Feuerbach?
     

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  5. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Genau Lili, ich habe auch etwas dazu gefunden:

     
  6. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Genau richtig, das ist ein Hochbunker. Google mal nach Winkelturm, oder Winkelbunker, so nennt sich diese konische Bauart der Hochbunker, benannt nach ihrem Konstrukteur Leo Winkel.
     
  7. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Interessant ist, warum diese Art von Bunker nun gerade an dem Gleisanlagen der Bahnhöfe errichtet wurden und gibt es noch mehr von denen in Deutschland, also ausserhalb Südwestdeutschlands?:)
     
  8. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ja die gibts deutschlandweit. Öffentliche Bunkeranlagen in der Nähe von (Haupt-)Bahnhöfen sind keine Seltenheit, sondern vielmehr Usus, weil dort üblicherweise im Fall der Fälle viele Leute auf einmal entsprechende Schutzunterkünfte brauchen (zentrale Lage, Reiseknotenpunkt).

    Konkret zu den Winkeltürmen gibts hier einiges (insbesondere bei den weiterführenden Links):
    Leo Winkel ? Wikipedia
     
  9. Apvar

    Apvar Premiummitglied

  10. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Aber die Liste ist bei weiten nicht vollständig, denn in Mannheim steht auch so ein Ding und in andern Städten, dei in der Liste fehlen. Werde Aufmerksamkeit walten lassen, bei der nächsten Bahnfahrt.
     
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  11. Apvar

    Apvar Premiummitglied

    Das kann ohne weiteres der Fall sein. Wikipedia hat, wie wir wohl alle wissen, auch seine Schattenseiten. Und Listen sind bei Wikipedia meist nicht vollständig.

    Apvar
     
  12. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Auf dem Gelände des ehemaligen Oberkommando des Heeres in Zossen-Wünsdorf sind mehrere dieser Türme. Die kann man sogar besuchen.

    Wünsdorf ? Wikipedia
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. April 2011
  13. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ich hab grad nochmal nachgeschaut: in Mannheim gibts keinen Winkelturm, dafür aber drei in Ludwigshafen (ich hab sie dir in Maps gemarkert, nachdem ich online keine entsprechenden Aufnahmen gefunden habe), evtl. meinst du einen von denen:
    Winkeltürme Ludwigshafen - Google Maps
     
  14. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Naja, sagen wir mal so, wenn ich mit der Bahn nach Mannheim komme, fährt der Zug auch durch Ludwigshafen, allerdings achte ich weniger darauf, auf welcher Seite des Rheins sich gerade die Bahn befindet und Haltestelle ist Mannheim, somit ist für mich alles dort Mannheim...;) (PS: meine persönliche geographie Intoleranz, Bewohner beider Städte mögen es mir nachsehen...)

    Aber klar, die Türme können auch auf der Ludwigshafener Seite stehen, ich habe hier mal einen Schnitt durch die Bunker:
    Den Anhang 10255 betrachten

    Als Luftschutzbunker nicht architektonisch schön aber sicherlich sehr wirkungsvoll, oder?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Mai 2014
  15. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi Köbis

    Ich finde „deine“ Spitzbunker bemerkenswert. Habe ich so noch nie gesehen...
    Wir in der Schweiz kennen ähnliche Bunker, genannt „Zuckerstock“; "Kleinschutzraum System Schindler". Diese Bunker haben einen kugelförmigen, unterirdischen Schutzraum und einen eiförmigen, oberirdischen Zugangsraum…
    Die Bunker gibt sie aber auch noch in gross.

    Gruss Pelzer

    .
     

    Anhänge:

  16. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Hatte ich bisher auch nicht gesehen, oder es war mir nie aufgefallen, aber eine Zugfahrt durchs Ländle lässt einen Dinge entdecken, die wir so garnicht wahrnehmen.

    Die Wirkungsweise solch eines Hochbunkers ist interessant. Mit der Kegelform ist ein Volltreffer nahezu unmöglich. Jede Fliegerbombe rollt an der Kegelform ab und kommt erst am Boden des Bunkers zur Detonation. Das bedeutet, daß der Bunker nur in dem Bereich des Fundamentes verwundbar wäre, doch ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, daß mehrere Bomben zielgenau am Fundament des Bunkers Zerstörung anrichten können.
    Eigendlich ist der Bunker somit eine geniale Erfindung zum Schutz gegen einen Luftangriff, oder gar einem massiven Luftangriff, wie in der 2. Hälfte des 2.WK angewendet.

    Doch noch interessanter ist das Datum, als diese Bunkerart als Patent angemeldet wurde:
    Doch war der Luftkrieg in dieser Form, der solche Bunker notwendig erscheinen ließ, erst 10 Jahre später?
    Wie konnte eine Idee als Schutzfunktion entwickelt werden, wenn eine deratige Form von Krieg noch garnicht bekannt war?

    Die Reihenfolge der Entwicklung, salop gesagt, daß Angebot und Nachfrage - Moment erscheint mir hier komplett verschoben.:S
     
  17. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Die Schindler-Bunker wurden 1934/35 patentiert, in der Schweiz und in Deutschland…

    Gruss Pelzer

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  18. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Schau an, war der Luftkrieg in der massiven Art, wie nach 1940 praktiziert schon im Vorfeld erkennbar?

    Sicherlich hatte es z.B. im 1.WK schon einen Aufruf des Kaisers gegeben, nicht nur den Wirtschaftskrieg zur See gegen England zu fahren, sondern auch mit dem neuen Kriegsmittel Flugzeug bzw. Luftschiff, den Krieg auch weit hinter die Front zu tragen.

    Doch konnte zu dieser Zeit keiner erahnen, welches Ausmaß der Luftkrieg gegen eine Nation annehmen konnte.

    OT: Oh, ich schweife von dem Bauwerk ab und komme zur Strategie des Luftkrieges bzw. Bombenkrieges...:still:
     
  19. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Selbst wenn wir davon ausgehen, dass der Erfinder kommerzielle Interessen verfolgt hat: Muss erst ein "massiver" Luftkrieg zur Befürchtung anstehen, um auf die Idee zu kommen, einen Luftschutzbunker zu entwickeln?

    Der Schutz strategisch wichtiger Anlagen/wichtigen Personals mag als Anreiz gereicht haben.
     
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  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    OT eine Anmerkung:

    Bereits Studien in den 20er Jahren wiesen auf gewaltige -hier sogar noch weit übertriebene- zivile Verluste in einem künftigen Luftkrieg hin, aus denen kriegsentscheidende Wirkungen in kürzester Zeit vermutet wurden (zB die Szenarien zur Bombardierung von London).

    In den 1930er wurde dann die Luftgefahr für die zivile Bevölkerung voll erfasst, und durch den beginnenden Rüstungswettlauf richtete sich die Aufmerksamkeit auf den Luftschutz durch Bunkerbau. In Großbritannien gab es Tendenzen, große Teile der Bevölkerung zu "verbunkern". Gleiches setzte beim Luftschutz in Deutschland ein, im Kompetenzenwirrwarr von RLM und Bauministerium.

    Wenn man das so sehen mag, bereiteten sich beide Länder auf den uneingeschränkten Luftkrieg gegen Städte vor.

    Dazu: Bernd Lemke, Luftschutz in Großbritannien und Deutschland 1923 – 1939 - Zivile Kriegsvorbereitungen als Ausdruck der staats- und gesellschaftspolitischen Grundlagen von Demokratie und Diktatur, Dissertation 2005.
    Luftschutz in Grossbritannien und ... - Google Bücher
     
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