Keltische Oppida in germanischer Hand

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Aragorn, 3. August 2004.

  1. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Und das dann mit dem Satz abgeschlossen:
    Dabei haben wir in der Markomannia über einen relativ langen Zeitraum reges (wenn auch nur Ansätze zu einer Dynastiebildung).
    Aber lassen wir es gut sein: ich habe mich darin geirrt, dass Du hier auf Unterschiede zwischen Kelten und Germanen hinauswolltest, und Du revidierst dafür ein Stück weit Deine Position.

    Um noch eines in Tschechien zu nennen:
    Königsgrab von Mušov – Wikipedia

    Was macht Dich so sicher? Sowohl Pomponius Mela wie auch Ptolemaios beschreiben die Weichsel eindeutig als Grenze zwischen Germanien und Sarmatien.
     
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  2. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Gute Hinweise.

    Sicher ist nichts in der Geisteswissenschaft. Ich habe das Gefühl, dass Historiker und Archäologen noch nicht ausreichend verzahnt sind. In den letzten Tagen habe ich wiederholt aus einem periodisch erscheinenden Heft zitiert, welches das Schwerpunktthema Germanen hat. Und auch hier tritt zu Tage:

    Ein Beitrag bezieht sich ausschließlich auf antike Schriftquellen, der andere Autor explizit auf Ausgrabungsergebnisse. Dann widersprechen sich die Schlussfolgerungen. Ein ähnliches Problem sehe ich jetzt auch bei unserer Diskussion. Du zitierst Schriftquellen, ich beziehe mich auf Ausgrabungen mit Fundgut zur Przeworsk-Kultur.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Da die meisten Archäologen Historiker sind bzw. die Archäologie in Deutschland als historische Wissenschaft verstanden wird (in England und Amerika wird sie eher als ethnologische (oder auch soziologische) Wissenschaft verstanden), ist das eigentlich kein reelles Problem, sieht man mal von interfachlichen Sticheleien ab, wenn Prähistoriker die Historiker ärgern wollen (ein Bekannter von mir sagt immer, alles was nach der Bronzezeit käme, sei langweilige Neuzeit), oder Historiker die Archäologie zur Hilfswissenschaft "degradieren". So, wie es auch Sticheleien zwischen Klarchos (klassische Archäologen, "Lockenzähler") und Prähistorikern/UFGler ("Ufologen") gibt. Als ob sich die Scherbenkleber methodisch groß voneinander unterschieden ;)
     
  4. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    nun ja, leider ist das die einzige Seite auf der von einer Zerstörung in den 350ern ausgegangen wird
    Damals drangen die Alamannen unter Rando kurzfristig über die Brücke in die Stadt ein ,besetzten sie und zogen sich wohl auch über diese Brücke beim Heranrücken der römischen Armee ,die aus Trier kam ,wieder zurück.
    Von einer Zerstörung der Brücke ist in den Quellen,die sich mit der Zeit befassen jedoch nichts erwähnt. Es dürfte also ,wenn überhaupt , lediglich eine leichtere Beschädigung der Brücke erfolgt sein, die aber kurzfristig zu reparieren war.Ansonsten wäre hier eine breitere Erwähnung in diversen Quellen erfolgt. Im übrigen war die Brücke auch zu wichtig für die Römer als dass man sie über einen längeren Zeitpunkt bis zum Feldzug gegen Macrian unrepariert gelassen hätte.
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Von einer Reparatur ist aber in den Quellen auch nichts zu lesen. Stattdessen berichtet Ammianus ausdrücklich, dass Julian 357 eine Brücke errichten ließ, um den Rhein bei Mainz zu überqueren.
     
  6. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Wie oben erwähnt berichtet er sogar von drei Brückenbauten
     
  7. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    um es mal rein praktisch zu sehen
    die steinernen Pfeiler der Römerbrücke blieben jedenfalls unzerstört
    und da Rando sich relativ schnell zurückziehen musste können eigentlich nur ein oder zwei hölzerne Segmente zerstört oder beschädigt worden sein, um eine direkte Verfolgung zu verhindern . Die aber hätten römische Pioniere relativ kurzfristig reparieren können, zumindest so kurzfristig dass es in den Annalen keiner Erwähnung wert war.
    und aus taktischen und strategischen Gründen waren bei grösseren militärischen Operationen ohnehin mehrere Brücken von Vorteil
     
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