Keltische Waffen

Dieses Thema im Forum "Die Kelten" wurde erstellt von streicher, 14. März 2007.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wieso meinst du, dass der durch die Falcata verursachte Schaden anders verheerend gewesen wäre, als der eines anderen Schwertes?
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2014
  2. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Weil eine andere Form und Schwerpunkt gegeben ist. Schonmal probiert mit einem geraden Schwert Holz zu hacken?
    Das selbe mit einer Machaira/Falcata/ Khukri, sieht schon gänzlich anders aus wegen der geschwungenen Klinge und Kopflastigkeit.
    Mit einer Falcata macht man schwerere Wunden an Schädeln und hartem Gewebe.
    Die Kopflastigkeit wirkt sich natürlich auf die Führigkeit aus.


    Wo wir schon beim Thema sind. Ich las vor kurzem zufällig einen Artikel über die metallografische Untersuchung La Ténezeitlicher Schwerter aus verschiedenen Fundstellen Europas. Quelle kommt noch.
    Interessant war das Ergebniss, dass es offenbar zwei große Gruppen von Schwertern gegeben hat.
    Erstere waren aus einfachen Weicheisenstäben zusammengeschmiedet und hatten katastrophale technische Eigenschaften mit Vickershärterwerte um die 120.

    Zweitere hatten einen Kern aus Torsionsdamast mit einer angeschweißten Schneide aus aufgekohltem Weichstahl. Zwar hatten diese Schwerter eine bessere Eigenschaft bezüglich flexibilität und Härte, aber offenbar fehlte auch hier eine wirklich Wärmebehandlung.

    Die römischen Berichte von wegen sich verbiegenden Schwertern sind also zumindest zum Teil kein Unsinn.

    Allerdings ist der Bericht etwas älter (60er) und die Schwerter stammen auch nicht aus nachverfolgbaren Fundzusammenhängen.
    Vielleicht gibt mitlerweile neue Untersuchungen an anderen Schwertern bezüglich deren Qualität und Wärmebehandlung

    edit:
    Quelle: E.H. Schulz, Untersuchungen an Klingen eiserner Latèneschwerter In: In: Technische Beiträge zur Archäologie 2, 1965
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Januar 2014
  3. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Die Erkenntnisse von Schulz sind meines Wissens nach immer noch state of the art. So verwunderlich ist die große Bandbreite der Stahlqualität alter Schwerter nicht, da der Produktionsprozess erfahrungsgeleitet anstatt wissenschaftlich fundiert war. Es gab daher einige Herstellungsmethoden nebeneinander. Größere Qualitätsunterschiede gibt es auch bei römischen sowie mittelalterlichen Schwertern.

    Was die falcata angeht, würde ich sie eher den Iberern zuordnen, wobei die Turdetani sie auch genutzt haben sollten. Die falcata ist sowohl zum Stoß wie zum Schnitt und vor allem Hieb geeignet. Da recht viel Masse in der vorderen Klinge steckt und diese recht stark gebogen ist, kann man Material leichter spalten als bei einer geraden Klinge. Ein mittelalterliches Falchion arbeitet ähnlich. Dazu kommt die hohe Schneidwirkung des konkaven Bereichs griffwärts der größten Klingenbreite, wenn man die Waffe zurückzieht. Man darf nur nicht annehmen, eine falcata wäre eine Superwaffe gewesen, die alles besser konnte als andere Schwerter. Dann hätte es diese wohl nach einiger Zeit nicht mehr gegeben.
     

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