Kreationismus

Langsam langt´s mir. Das ist nichts als Scheinheiligkeit.
huiuiui - spielt sich da einer im lächerlichen selbstgebastelten St. Georg Kostüm auf? :D Zu solchen Verhaltensweisen hatte ein hoch gebildeter - z.B. dir turmhoch rhetorisch wie auch sprachlich überlegener - Jesuit*) (sic!) die unsterblichen und passenden Worte gefunden:
Werden die Tugendesel stößig?
:D:D:D
Es ist nun 100 Jahre her, dass dieser Jesuit in aufgeheizter Atmosphäre die zitierten Worte prägte - "hundert Jahre, das ist eine lange Zeit": auch ein Zitat, übrigens ein sehr passendes, es fügt den Geschichtsbezug ein. Am Geschichtsbezug, oh hehrer lauterer St.Georg @Kreationist solltest du noch ein paar Stunden nachsitzen, denn dir gelingt nicht einmal, ein paar berühmte Naturwissenschaftler in die richtige zeitliche Reihenfolge zu bringen:
Nicht zu vergessen, dass die modernen Naturwissenschaften maßgeblich von Christen (mit)gegründet wurden. Eben weil sie an einen Schöpfer glaubten, glaubten sie auch dass die Schöpfung rational erforschbar und beschreibbar ist:
  • Isaac Newton gilt als Vater der klassischen Physik, war maßgeblich an der heutigen wissenschaftlichen Methode beteiligt und gilt als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler der Geschichte und er glaubte an Gott.
  • Johannes Kepler gilt als Vater der mathematischen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Galileo Galilei gilt als Vater der modernen Astronomie und er glaubte an Gott.
  • Max Planck gilt als Begründer der Quantenmechanik und er war gläubig.
  • Gregor Mendel gilt als Vater der Genetik und er war gläubiger Mönch.
  • Louis Pasteur gilt als Vater der Mikrobiologie er glaubte an Gott.
  • Francis Bacon war Philosoph, Wegbereiter der wissenschaftlichen Methode und er glaubte an Gott.
So konnte ich jetzt zum Schluss sogar doch noch auf etwas Geschichtliches zurück kommen.
...abgesehen vom zeitlichen Wirrwarr: die vermeintliche Kausalität ("eben weil sie (...) rational erforschbar") ist keine, sondern bloße rhetorische Pose. Dass sich - pars pro toto - Planck nicht vor den Kreationismuskarren spannen lässt, zeigt schon ein Wikipedia-Artikel:
Religion und Naturwissenschaft (...) Planck bejahte die geglaubte Wirklichkeit Gottes. Daneben stand seine Kritik an einer Pseudo-Metaphysik, die aus der Quantentheorie unzulässige Gottesbeweise abzuleiten versuchte. Außerdem kritisierte Planck die Absolutsetzung von „religiösen Symbolen“ durch die Kirchen, also mythologische Aussagen.

Soso, allerei Unwahrheiten über den Kreationismus ohne geschichtlichen Kontext verbreiten ist also geduldet, wenn diese dann aber berichtigt werden, beruft man sich auf einmal auf die Richtlinien? - Doppelmoral.
Dieser Einwand auf meinen Kommentar ist kompletter Blödsinn!
Fakten: 2007, also vor langer Zeit, hatte der Moderator @El Quijote darauf hingewiesen, dass die Diskussion in diesem Faden sich historisch orientieren und nicht weiter in weltanschauliches abdriften solle (sinngemäß) - ganze 19 Jahre später dann aus dem Nichts heraus dein @Kreationist Auftritt... und gleich hier, in deinem ersten Beitrag im Geschichtsforum, zeigt sich die Verlogenheit deiner Proselytenmacherei! Du hättest unschwer einsetzen können mit einer Darstellung des geschichtlichen Werdegangs deiner "Religion" (Kreationismus), wann und von wem in welchem geistigen/kulturgeschichtlichen Umfeld entstanden, welche Entwicklungen usw usf - nichts dergleichen kam von dir! Stattdessen ein Auftritt, den @El Quijote exakt auf den Punkt gebracht hat.
...klar, das schmeckt dir nicht - tja, dumm gelaufen, denn so kommt es halt, wenn man nichts anderes als "mimimi" in lächerlicher St. Georg Pose rabulistisch aufgemotzt heraustrompetet.


So konnte ich jetzt zum Schluss sogar doch noch auf etwas Geschichtliches zurück kommen.
...nein, das ist dir nicht nicht wirklich gelungen. Und es geht dir auch nicht um informieren über historische Entwicklungen etc.

Nebenbei noch:
"Wissenschaft" ist eine Methode und diese kann sowohl von Evolutionstheoretikern, als auch von Kreationisten angewendet werden.
schauen wir uns diese durchsichtige Nebelkerze an:
- spaßeshalber vorausgesetzt, der Satz könne inhaltlich ernst genommen werden, dann kann man ihn ergänzen (Ersetzungsproben), d.h. die "Methode Wissenschaft" kann auch von weiteren Gruppen, z.B. von Nazis, von Ökofundamentalisten, von Historikern, von Keltologen, von Medizinern und und und angewendet werden. Der Erkenntniswert dieses als Satzes, der nur eine rhetorische Pose ist, beschränkt sich darauf, dass "Wissenschaft" (vermutlich im Sinn von wissenschaftliche Methoden) angewendet werden kann... banale Beliebigkeit also.
- der plumpe rhetorische Trick: eine Praesupposition. Diese, die Reduktion auf Evolution und Kreation, soll beide auf denselben Level der Wissenschaftlichkeit heben.
- inwiefern plump? "`Wissenschaft` ist eine Methode" ist nur eine Behauptung wie jede andere andere auch, etwa "Religion ist eine Droge", und diese Behauptungen zeichnen sich lediglich durch radikale Verkürzung (Reduktion) auf Schlagworte aus. Die Absicht wiederum, Kreationismus unter Wissenschaft zu subsumieren. Tatsächlich gibt es nicht "die eine, allen gemeinsame wissenschaftliche Methode", sondern es gibt deren viele: Keltologen, Virenforscher, Astrophysiker verwenden nicht die identische Methode, Wissenschaftler sind sie dennoch und arbeiten wissenschaftlich.

...wenn mich Kreationismus interessieren und ich mich darüber informieren wollte, ich würde den selbsternannten Kreationismus-Profi @Kreationist weder nach seinen bisherigen Auftritten hier noch via seiner Links konsultieren.

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*) mag sein, dass das nachfolgende Zitat nicht sehr freundlich war, aber ich bin überzeugt, dass es nicht weggelöscht wird, denn erstens passt es prima auf die selbsternannte Opferrolle unseres kreationistischen Proselytenmachers, zweitens ist es prominentester Herkunft. Der zitierte gläubige und partiell "kreationistische" Jesuit ist Leo Naphta.
 
"Wissenschaft" ist eine Methode und diese kann sowohl von Evolutionstheoretikern, als auch von Kreationisten angewendet werden.
Fast richtig, wie bei Loriot [Link aus unverständlichen Gründen entfernt], nur:

Wenn die Kreationisten Wissenschaft anwenden würden, wären sie keine Kreationisten.

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Nachtrag:
ich bin nicht sehr glücklich darüber, wenn dieser Thread zum Polemikwettbewerb ausartet.
ich respektiere @Sepiolas Wunsch, aber ich habe eine dünne Haut, wenn kausales Denken in Frage gestellt wird:

Regt uns die Dummheit kreationistischer Argumentation deshalb so auf, weil uns die Dummheit allgemein aufregt?

NOTA: Der Nachsatz erfolgte erst als drei Leser den vorangegangenen Text gut fanden. Dieser Nachsatz gibt nicht die Meinung der geneigten Mitleser wieder.

Zurück zum Kreationismus, oder zu einem seiner Feindbilder:
 
Zuletzt bearbeitet:
In einem Geschichtsforum halte ich es für angemessen, bei einem Jahrtausende alten Text den Kontext seiner Entstehungszeit zu berücksichtigen. Damals war die babylonische Astronomie maßgeblich, und die war untrennbar mit der Astrologie verknüpft. Den Himmelskörpern waren Gottheiten zugeordnet, und diese bestimmten, was auf der Erde passierte. Aus heutiger Sicht wird man die Versuche, aus dem Lauf der Gestirne das Schicksal der Menschen deuten zu wollen, als Pseudowissenschaft bezeichnen müssen.
Und da ist die Position des Autors der biblischen Schöpfungsgeschichte durchaus bemerkenswert: Sonne, Mond und Sterne haben nur nachrangige Bedeutung. "Zeit" und "Licht" sind zunächst völlig unabhängig von den Himmelskörpern. Letztere werden von Gott konstruiert, damit man daran Festzeiten, Tage und Jahre ablesen kann. Der Himmel als riesige Uhr, als riesiger Wandkalender. Etwas anderes haben die Gestirne uns nicht zu sagen.
Astrologie ist Pseudowissenschaft, stimmt. Die Bibel ist gar keine Wissenschaft, und das kann man mE hier ganz gut sehen. Die Babylonier betrachteten das Universum und versuchten, es zu verstehen, es zu berechnen. Bei allem Aberglauben ist das moderner Wissenschaft schon wesentlich näher als die Herangehensweise der Schreiber des Alten Testaments, die Naturerscheinungen einfach zum Werk Gottes erklärten, dass dieser für die Menschen eingerichtet hat. Da gibt es nichts zu verstehen, da gibt es nur Glauben.

Folge: Der Einfluss der Babylonier auf Zeitmessung und Astronomie ist heute noch sichtbar. Der Einfluss der Bibel auf die Zeitmessung beschränkt sich immer noch auf die Festlegung des wöchentlichen Feiertages...
 
ich bin nicht sehr glücklich darüber, wenn dieser Thread zum Polemikwettbewerb ausartet.
vom Wald und dem Schall aus diesem will ich nicht anfangen, stattdessen vorsichtig die Hoffnung, es könnte sich vielleicht doch noch was in diese, vor knapp 19 Jahren schon angesprochene Richtung entwickeln:
Auch der Kreationismus selbst und seine Bewertung eignet sich nicht zur Diskussion, deshalb wollen wir es hier mal bei den historischen Wurzeln belassen.
mir scheint, dass ein paar Anfänge (nicht alles!) dessen, was später in mannigfaltiger Form verschiedener Kreationismus-Bewegungen auftaucht, sich aus einer merkwürdigen, quasi antimodernen, antiwissenschaftlichen Atmosphäre von Irrationalismus speisen, also ebenso wie z.B. Okkultismus, Theosophie und andere quasireligiöse Merkwürdigkeiten der Belle Epoque. Die Anfänge in den USA wohl im Umfeld von religiösem Fundamentalismus.
 
Du setzt dabei Evolution als gegeben voraus.
Man kann die Evolution als solche, also die kontinuierliche Entwicklung von Lebewesen aus anderen, ja vielfach direkt am Fossilbefund ablesen. In älteren Gesteinsschichten findet man andere Tiere als in neueren und es gibt viele Fälle, wo man die Entwicklung über Zwischenformen mehr oder weniger detailliert nachvollziehen kann, wobei wir natürlich kein vollständiges Bild haben und der Fossilbefund für unterschiedliche Erdzeitalter und unterschiedliche Tiergruppen unterschiedlich gut ist.

Aber man kann z. B. die Entwicklung von Landwirbeltieren aus den Quastenflossern, die Entwicklung der Vögel aus ungeflügelten Dinosauriern (eigentlich sind die Vögel ja auch Dinosaurier, die damit streng genommen eigentlich gar nicht ausgestorben sind), die Entwicklung der Säugetiere aus reptilienarten Vorfahren über Zwischenformen unmittelbar nachvollziehen.

Innerhalb der Säugetiere kann man z. B. die Evolution der Pferde und der Hominiden (Menschen und Verwandte) unmittelbar nachvollziehen.

Strittig können da nur die Mechanismen sein. Und da liefert die Evolutionstheorie Darwins und die sich daraus entwickelten Theorien wie die Synthetische Evolutionstheorie mit Mutation und Selektion als hauptsächlich treibende Kräfte der Evolution nach heutigem Wissen die beste Erklärung.

Jedenfalls sind die Lebewesen keineswegs einfach so auf der Erde aufgetaucht und es war auch keineswegs so, dass nach Katastrophen, die die mit Mehrheit der Lebewesen ausgelöscht haben, von denen es ja mehrere gegeben hat, sofort dann eine neue Klasse von Lebewesen ausdifferenziert vorhanden war, sondern die neuen Lebewesen haben sich über Millionen von Jahren aus den Überlebenden der jeweiligen Katastrophe entwickelt.

Nach dem Aussterben der ungeflügelten Dinosaurier am Ende der Kreidezeit waren eben nicht sofort alle heutigen Säugetiere da, sondern die haben sich in den 65 Millionen Jahren, die seitdem vergangen sind, aus urtümlichen Säugetieren entwickelt. Das lässt sich unmittelbar am Fossilbefund ablesen.

Evolution soll ziellos und ungerichtet verlaufen.
Evolution ist ungeplant, aber das bedeutet nicht, dass sie völlig wahllos in irgendeine beliebige Richtung verläuft.

Konvergenzen wurden einfach in die ET übernommen, doch es ändert nichts an der Tatsache, dass sie evolutionstheoretisch nicht zu erwarten sind. Da reicht es auch nicht auf ähnliche Selektionsdrücke zu verweisen, denn bevor die überhaupt greifen können, benötigt es ja die gleichen / ähnlichen zufälligen Mutationen.
Mutationen ereignen sich ständig in großer Zahl. Eine Mutation, die für sich genommen einen Evolutionsvorteil bietet, wird früher oder später erfolgen und auch mehrfach. Einfache Merkmale, wie etwa ein dickerer Schnabel, um härtere Samen aufzubrechen, können deshalb ohne weiteres immer wieder erfolgen, zumal dafür auch nicht immer unbedingt das gleiche Gen mutieren muss.

Je komplexer ein Merkmal ist, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es mehr als einmal entsteht. So sind etwa die Haare der Säugetiere und die Federn der Vögel nach allem was wir wissen jeweils nur einmal entstanden. In beiden Fällen hat ein ähnlicher Selektionsdruck (Haare wie Federn vermeiden das Auskühlen des Körpers und ermöglichen es Tieren, unabhängig von der Umgebungstemperatur zu werden) zu einer funktional ähnlichen Lösung geführt, die in der Ausführung aber so unterschiedlich ist, dass der Unterschied auch für Laien sofort ersichtlich ist.

Die Klassifizierung von Homologien und Konvergenzen hängt dagegen nicht von der Richtigkeit der ET ab. Die ET muss nicht zwingend richtig sein, um Ähnlichkeiten als homolog oder konvergent deuten zu können, sie muss nur vorausgesetzt werden.
Jedenfalls ist das biologische System, das eben u. a. über Homologien ermittelt wurde, konsistent mit der Evolutionstheorie. Natürlich kann man auch annehmen, dass ein Gott die Lebewesen bewusst so geschaffen hat, um so eine Konsistenz vorzutäuschen. Anders ist das biologische System außer durch Evolution kaum zu erklären.

Einige ähnliche morphologische Merkmale zwischen Eulen und anderen Vogelordnungen widersprechen molekulargenetischen Daten, die diese von den Eulen trennen. Genaueres habe ich aber gerade auch nicht mehr im Kopf.
Das sind nur scheinbare Widersprüche, die sich eben dadurch ergeben, dass ähnliche Selektionsdrücke zu Konvergenzen führen können.

Klar, weil sich andernfalls wohl noch viel mehr Konvergenzen ergeben würden. Wieder ist Evolution vorausgesetzt.
Nein, sondern weil es zwischen den Linsenaugen der Tintenfische und der Wirbeltiere fundamentale Unterschiede gibt.

Z. B. ist die Netzhautstruktur ganz anders. Bei den Wirbeltieren zeigen die Photorezeptoren in der Netzhaut nach unten, davor liegen die Nervenfasern. Dadurch ergibt sich auch der Blinde Fleck im Auge der Wirbeltiere. Bei den Tintenfischen liegen die Photorezeptoren dagegen außen, direkt zum Licht. Im Grunde ist das Tintenfischauge in dieser Hinsicht dem Wirbeltierauge überlegen. Bei einer Schöpfung würde sich da die Frage stellen, wieso Gott für die Tiergruppe, zu der die "Krone der Schöpfung" gehört, ein suboptimales Design ausgewählt hat.

Daneben gibt es noch viele weitere Unterschiede, die ich jetzt nicht alle aufzählen kann. Wichtig ist noch der Außengruppenvergleich. Bei den Tintenfischen haben die Nautiliden, die urtümlichste Gruppe noch keine Linsenaugen, sondern Lochkameraaugen. Auch die Verwandten der Tintenfische, also die übrigen Mollusken haben entweder keine oder nur primitive Linsenaugen (die unabhängig entstanden sind).

Ebenso haben die Verwandten der Wirbeltiere, also z. B. Lanzettfischchen, Seeigel, Seegurken, Seescheiden etc. fast alle keine Linsenaugen. Einige Seesterne verfügen über primitive Linsenaugen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei einer Schöpfung würde sich da die Frage stellen, wieso Gott für die Tiergruppe, zu der die "Krone der Schöpfung" gehört, ein suboptimales Design ausgewählt hat.
@Nikias diesen Zweifel hatte Bertrand Russel sehr hübsch formuliert:
Wenn man das teleologische Argument näher betrachtet, ist es höchst erstaunlich, daß Menschen glauben können, diese Welt mit allem, was sich darin befindet, und mit all ihren Fehlern sei das Beste, was Allmacht und Allwissenheit in Millionen von Jahren erschaffen konnten. Ich kann das wirklich nicht glauben. Meinen Sie, wenn Ihnen Allmacht und Allwissenheit und dazu Jahrmillionen gegeben wären, um Ihre Welt zu vervollkommnen, daß Sie dann nichts Besseres als den Ku-Klux-Klan oder die Faschisten hervorbringen könnten?
 
Evolution ist ungeplant, aber das bedeutet nicht, dass sie völlig wahllos in irgendeine beliebige Richtung verläuft.


Mutationen ereignen sich ständig in großer Zahl. Eine Mutation, die für sich genommen einen Evolutionsvorteil bietet, wird früher oder später erfolgen und auch mehrfach. Einfache Merkmale, wie etwa ein dickerer Schnabel, um härtere Samen aufzubrechen, können deshalb ohne weiteres immer wieder erfolgen, zumal dafür auch nicht immer unbedingt das gleiche Gen mutieren muss.
Ich möchte hier reingrätschen. Kein direkter Widerpruch, lediglich eine andere Nuancierung:

Evolution passiert. Punkt. Wenn eine Mutation einen Vorteil bietet, wird sie vermutlich das Überleben dieser bevorteilten Nachkommen gegenüber denen, die diesen Vorteil nicht erben, weil die Mutation nicht im Erbgut erhalten oder rezessiv ist, wahrscheinlicher machen. Wer dem Raubtier schneller entkommt, wird wahrscheinlicher überleben und Nachkommen zeugen. Aber der Teufel steckt im Detail. Das Raubtier, das besser riecht, wird eher satt werden und Nachkommen zeugen, als die, welcher schlechter riechen. Der Falter, der erfolgreich eine Baumrinde imitiert oder aussieht, wie das Gesicht eines Raubvogels, wird von Fressfeinden eher übersehen bzw. diese abschrecken.
Mutationen, die sich als Nachteil entpuppen, werden das Leben wahrscheinlich schwieriger machen und somit die Fortpflanzung erschweren.
Manche Mutationen haben auch keinerlei Nutzen oder Nachteil und sind einfach da.
Evolution ist letztlich nichts anderes als die Summen der Erfolge und Misserfolge von Mutationen.
 
Ich möchte hier reingrätschen. Kein direkter Widerpruch, lediglich eine andere Nuancierung:

Evolution passiert. Punkt. Wenn eine Mutation einen Vorteil bietet, wird sie vermutlich das Überleben dieser bevorteilten Nachkommen gegenüber denen, die diesen Vorteil nicht erben, weil die Mutation nicht im Erbgut erhalten oder rezessiv ist, wahrscheinlicher machen.
Ja, ich habe das etwas missverständlich formuliert. Ob eine Mutation erfolgt, ist natürlich unabhängig davon, ob diese einen Vorteil bietet oder nicht. Das wirkt sich erst im zweiten Schritt, bei der Selektion, aus.

Was ich eigentlich meinte, ist, dass eine Änderung, die einen evolutionären Vorteil bietet und auf einer einzelnen Mutation beruht, früher oder später mit großer Wahrscheinlichkeit erfolgen wird, weil Mutationen eben ständig passieren und früher oder später auch diese günstige Mutation erfolgen wird. Andere Mutationen natürlich auch, aber die setzen sich dann halt nicht durch. Oder gegebenenfalls nur, wenn noch weitere Mutationen dazu kommen.

Evolution ist letztlich nichts anderes als die Summen der Erfolge und Misserfolge von Mutationen.
Das ist klar.
 
Nachtrag:

ich respektiere @Sepiolas Wunsch, aber ich habe eine dünne Haut, wenn kausales Denken in Frage gestellt wird:

Regt uns die Dummheit kreationistischer Argumentation deshalb so auf, weil uns die Dummheit allgemein aufregt?

NOTA: Der Nachsatz erfolgte erst als drei Leser den vorangegangenen Text gut fanden. Dieser Nachsatz gibt nicht die Meinung der geneigten Mitleser wieder.
Doch, zumindest gilt dann mein Smiley auch dafür!!
 
Ab wann hatte der Kreationismus in der allgemeinen Vorstellung gegenüber der Evolutionslehre verloren?

Spätestens als Papst Johannes Paul II die Evolutionslehre als unbestreitbar bezeichnete?
Und können sich beide Lehren überhaupt widersprechen?
Denn geht man von einer schöpfenden Allmacht aus,
so kann diese sich doch ohne weiteres der Evolution für ihr Wirken bedienen.
Und wäre das so, so dürfte man sich mit demütigem Staunen vor dem genialen Wirken des Schöpfers neigen.
So wie der Johannes Paul II.

Es gibt aber, und gab es stets, Zeitgenossen die meinen, der Schöpfer könne nur so geschöpft haben,
wie sie selbst zu schöpfen im Stande sind.
Ein Konzept das Moden und Konjunkturen hat.

Na gut, das war jetzt Smalltalk.
Passt aber in den Rahmen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ab wann hatte der Kreationismus in der allgemeinen Vorstellung gegenüber der Evolutionslehre verloren?
Ich weiß nicht mehr, von wem das Zitat ist, und es geht auch nicht konkret um Kreationismus, trifft aber dennoch: Gott hatte in dem Augenblick gegen die Wissenschaft verloren, als die ersten Kirchen Blitzableiter bekamen...

Und können sich beide Lehren überhaupt widersprechen?
Denn geht man von einer schöpfenden Allmacht aus,
so kann diese sich doch ohne weiteres der Evolution für ihr Wirken bedienen.
Evolution und Gottesglauben kriegt man ohne großen Probleme zusammen. Junge-Erde-Kreationismus, oder eine wörtliche Auslegung der Bibel nicht. Und auch die Stoßrichtung jedes intelligent design-Ansatzes, den ich kenne, ist: Ohne Gottes Eingreifen hätts nicht funktioniert. Denn letztendlich geht es nur um Ideologie.

Pillen-Paule hat auch mal gesagt: Die Bibel lehrt nicht, woraus die Himmel gemacht sind, sondern wie man in den Himmel kommt. Genau das wollen solche Leute nicht hören. Für die muss die Bibel (vorzugsweise in ihrer Auslegung) die höchste Autorität in jeder Lebenslage sein. Und das funzt genau so wenig wie eine 6.000 Jahre alte Erde...
 
Evolution ist letztlich nichts anderes als die Summen der Erfolge und Misserfolge von Mutationen.
Das ist hübsch ausgedrückt. Aber vielleicht als Ergänzung dazu: Ein Großteil der Evolution bei sexuell reproduzierenden Spezies basiert auf der Rekombination von lange vorhandenen Gensequenzen. Natürlich ist genetische Vielfalt eine Folge von Mutationen, aber diese Mutationen können schon vor sehr langer Zeit passiert sein, bevor sie tatsächlich phänotypische Wirkung zeigen. Die Vorstellung (die ich keinem unterstellen will) "Eine Mutation tritt auf, und wird sofort dem Selektionsdruck unterworfen", ist so allgemein nicht richig, auch wenn das natürlich auch passieren kann.
 
Gott hatte in dem Augenblick gegen die Wissenschaft verloren, als die ersten Kirchen Blitzableiter bekamen...
erst in der Neuen Welt Franklin und kurz darauf Lichtenberg in Göttingen :) Da gibt es auch noch einen hübschen Aphorismus von Lichtenberg bzgl Blitzableiter.
als Papst Johannes Paul II die Evolutionslehre als unbestreitbar bezeichnete
(sorry @hatl ich habs dem Kontext entzogen, aber nicht grundlos, denn) ist dieser Papst oder überhaupt einer bzw das Papsttum von allerlei Kreationistenbewegungen als Chefetage anerkannt? Oder kochen die, weil ursprünglich bei den amerikanischen Evangelikalen wurzelnd, ihr Püppchen ganz ohne Rom/Katholizismus?
 
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