Kreuzer

Dieses Thema im Forum "Technikgeschichte" wurde erstellt von Köbis17, 7. November 2008.

  1. Köbis17

    Köbis17 Gast

    In all den Diskussionen über politische und militärische Problematiken der neueren Seemachtsgeschichte, tauchen als Hauptträger der Flotten die Schlachtschiffe als der Kern der Seemachtsideologie auf. Doch auch schon zur Segelkriegsschiff-Ära waren große schwer bewaffnete Linienschiffe der Kern, die Mitte um die sich see-militärisch alles drehte.

    Doch waren es damals die kleineren schnelleren Segelschiffe, die nicht nur in Kriegszeiten Schwerstarbeit auf den Weltmeeren verrichteten, um die Handelsinteressen der Nationen der alten Welt auf den Kontinenten zu vertreten.
    In dem Einsatz, der Fregatten, Korvetten, Sloops und Briggs, waren die Schiffe meist auf sich gestellt und damit wurde der Begriff des „Kreuzen“ im 18. und frühen 19.Jahrhundert geprägt. Die Bezeichnung „Kreuzer“ entstammt somit einer Beschreibung der Aufgaben und nicht in der Klassifikation eines Schiffstyps.

    Mit der Einführung des dampfgetrieben gepanzerten Kriegsschiffes wurden ab den 1860iger Jahren große Schiffe in verschiedenste Klassen eingeteilt, wobei das Panzerschiff und später das Schlachtschiff im allgemeinem die alten Segellinienschiffe als der Flottenkern ersetzten.

    Doch der Typ des Kreuzers ist nie so recht einzuordnen gewesen, was wohl daran lag, das diesen Schiffen verschiedenste Aufgaben zugewiesen wurden, von der Fähigkeit eine Schlacht zu schlagen über Aufklärungsarbeiten bis zu Übersee- und Handelsroutenschutz.
    Die Bezeichnungen wurden je nach Größe und Panzerung in den verschiedenen Marinen angewendet. So gab es Panzerfregatten, Schraubenfregatten und Schraubenkorvetten.

    Als erste Kreuzer wurden die amerikanischen hölzernen Schraubenfregatten der Wampanoag - Klasse 1867-68 klassifiziert. Sie waren für einen Krieg gegen Großbritannien, der im Jahre 1863 allerdings sehr unwahrscheinlich war, als Handelsstörer entworfen und eingeplant. Die Klasse war kein Erfolg.

    Ab den 1870 begann man in den großen Marinen die Kreuzer wieder nach Rängen einzuteilen, die nach der Größe des Schiffes abgestuft wurden.

    Die Kreuzer 1.ranges waren von ihrer Größe her entsprechend gut gepanzert und wurden bald auch als Panzerkreuzer bezeichnet. Während kleine Kreuzer auch noch als Kreuzerfregatten bezeichnet wurden, zog auch hier bald eine Unterscheidung nach der Art des Panzerschutzes ein, so gab es die ungeschützten und die geschützten Kreuzer.

    Eine klare Bezeichnung für die verschiedenen Kreuzertypen gab es bis zum Ende des 1.WK nicht.
    So ging der Panzerkreuzer zu dem Schlachtkreuzer über und löste diesen Schiffstyp ab, der m.E. von den Aufgaben der Aufklärung und des Handelsschutz nach 1920 von dem schweren Kreuzer abgelöst wird.
    Auch die Kreuzer 2. und 3.ranges , oder ungeschützte Kreuzer oder kleine Kreuzer wurden nach dem 1.WK klar in der Klasse der leichten Kreuzer zusammengefasst.

    Doch noch viel wichtiger waren die Einsätze dieses Schiffstyps, die nicht nur in Kriegszeiten wichtig war, sondern auch viele Aufgaben in Friedenszeiten übernahmen.
    Diese Schiffe waren wichtigere politische Instrumente als die starren Schlachtschiffflotten.

    Sie waren wichtiger Bestandteil einer seestrategischen Ideologie vor dem 1.WK, der Jeune Ecole.

    Sie entschieden sie Schlachten wie 1905 bei Tsushima, sie führten Politik, wie die Goeben 1914 im Mittelmeer, sie führten erfolgreich Handelskrieg wie die Emden 1914 im Pazifik, usw.
     
  2. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Welche Wirkung Kreuzer haben konnten zeigt 1914 das deutsche Ostasiengeschwader. Nachdem die Emden zum Handelskrieg entlassen wurden war, bewegte man sich Richtung Atlantik.

    Die beiden Panzerkreuzer Scharnhorst und Gneisenau, sowie die kleinen Kreuzer Nürnberg, Leipzig und Dresden hatten bei dem ersten Seegefecht vor Coronel zwei britische Panzerkreuzer versenkt.

    Dies war eines der wenigen Gefechte zwischen einer Schiffsklasse die 1914 ansich nicht mehr existierte. Die deutschen Panzerkreuzerbauten waren im vergleich zu britischen Bauten immer "belächelt" worden, doch erwiesen sie sich in diesen Gefecht doch als überlegen.
    Die britischen Panzerkreuzer Good Hope und Monmouth waren nur ca. 4 Jahre älter als die deutschen Kreuzer, waren aber unterlegen, da sie nicht so stark bewaffnet waren ( gesamt 2x 23,4cm und 30x15,2 cm)wie die deutschen Kreuzer (gesamt 16x21cm, 12x15cm). Zudem bestand die Mannschaft der britischen Kreuzer aus Reservisten und die Schiffe waren in einem schlechten Zustand.

    Diese deutschen 2 Panzerkreuzer und 3 kleinen Kreuzer sollten nun nach dem Gefecht bei Coronel von folgenden Geschwadern abgefangen werden:

    in Suva, Fiji-Inseln:
    japanische Panzerkreuzer Kurama, Tsukuba, Ikoma und kleinen Kreuzer Chikuma und Yahagi;
    französischer Panzerkreuzer Montcalm;
    britischer kleiner Kreuzer Encounter

    vor der Westküste Südamerikas:
    britischer Schlachtkreuzer Australia, kleiner Kreuzer Newcastle;
    japanisches Linienschiff Hizen, Panzerkreuzer Idzumo

    vor Montevideo:
    britisches Linienschiff Canopus, Panzerkreuzer Defence, Carnarvon, Cornwall und Kent, kleine Kreuzer Bristol und Glasgow
    (zu dieser Gruppe stießen noch die beiden britischen Schlachtkreuzer Inflexible und Invincible)

    am Kap der Guten Hoffnung:
    britisches Linienschiff Albion, Panzerkreuzer Minotaur, kleine Kreuzer Weymouth, Dartmouth, Astraea und Hyacrinth

    in Westindien:
    britischer Schlachtkreuzer Princess Royal, Panzerkreuzer Berwick und Lancaster;
    französischer Panzerkreuzer Conde

    Somit konnten 4 Schlachtkreuzer, 3 Linienschiffe, 13 Panzerkreuzer sowie 10 kleine Kreuzer gebunden werden, die die kleine deutsche Gruppe jagten.

    Was für eine Übermacht...
     
  3. Loudon

    Loudon Neues Mitglied

    man sollte aber fairerweise erwähnen, dass mit Ausnahme der leichten Kreuzer, das restliche Material in der Nordsee kaum zu gebrauchen war. Die "Linienschiffe" waren allersamt altersschwache pre-Dreadnoughts und die Panzerkreuzer auch net unbedingt der die neusten Modelle.
    Gebunden schön und gut, aber wo hätten die Aliierten den Kram sonst großartig kiegsentscheidend einsetzen sollen?
    die Invincible und Inflexible sind erst nach Coronel in den Südatlantik abkommandiert worden und waren auch net besonders lange da.
     
  4. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Nein, lange waren sie dort nicht. Der Spee ist ihnen sofort ins offene Messer gelaufen.
    Und zum Pinguine erschrecken haben die alten Kästen dann durchaus gelangt

    Keine Sternstunde in der deutschen Marinegeschichte. Die Falklandinseln.

    Militärs werden ihr ganzes Leben lang für solche Situationen erzogen, und dann sowas von einer Panikreaktion.
     
  5. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Das ist so nicht richtig.

    Die neuen Großkampschiffe werden in ihren Einsatz überbewertet, da die nicht alle Seemächte des 1.WK auch schon einsatzfähige Modelle aufstellen konnten.

    So ist zu nennen, das die britischen Panzerkreuzer in 2 Kreuzergeschwadern aufgestellt waren und so in die Skaggerakschlacht zogen. Die Verluste waren so allerdins vorprogrammiert, denn schon die deutschen hatten Erfahren müssen, dass Panzerkreuzer nicht mit den modernen Schlachtkreuzer operieren können, siehe Blücher.

    Auch die "alten" Linienschiffe waren rege an Operationen beteiligt. Stichworte zB. Kanalflotte, Dardanellen, Skaggerakschlacht...und selbst im 2.WK wurde der "alten Kram" eingesetzt.:pfeif:

    Schlachtkreuzer hatten die Vorteile gegenüber Panzerkreuzern, a.) sie waren schneller und b.) besser bewaffnet. Die Standkraft glich allerdings denen oder war bei britischen Schlachtkreuzern noch schlechter.

    Der Schlachtkreuzer an sich war kein "Kreuzer" mehr, sondern gehört zur Vorstufe des schnellen Großkampfschiffes.

    Der Schlachtkreuzer war aus den Aufgaben des Panzerkreuzer geboren, doch verleitete die schwere Artillerie den Einsatz in der Schlachtlinie bei den Großkampfschiffen, doch dafür war die Standkraft nicht ausgelegt.

    Aber für die Aufgaben des Panzerkreuzers waren die Schlachtkreuzer zu groß, zu kostspielig. Die entstandene Lücke wurde mit neuen größeren kleinen/leichten Kreuzern aufgefüllt, dem schweren Kreuzer.
     
  6. Loudon

    Loudon Neues Mitglied

    die Präsenz der alten Panzerkreuzer bei Jütland war für die Katz. Was die deutschen Linienschiffe bei Jütland angeht, netter Kugelfang, ansonsten wird Scheer es bedauert haben die Pötte mitzunehmen. Genutzt haben sie der Kaiserlichen Marine genausoviel wie die ACs der Royal Navy.

    Und was den Einsatz im Mittelmeer usw angeht, das waren Nebenkriegsschauplätze.
    Aber ich hatte etwas anderes gefragt: Wo hätten die Seelenverkäufer den sonst gross eingesetzt werden sollen, wenn die deutschen Handelsstörer sie nicht auf der Südhalbkugel beschäftigt hätten?

    Der "richtige", für die Kriegsführung tatsächlich relevante, Effekt den die gesamten Handelsstörer hatten, war weniger das temporäre "binden" von obsoleten Kriegsschiffen, sondern die Verteuerung der Versicherungsprämien für Handelsschiffe. die SMS Dresden hat nicht unbedingt allzuviel versenkt, zahlreiche Schiffe sind abgehauen und davongekommen, dennoch ist zeitweilig fast der gesamte Handel and der südamerikanischen Westküste zum Stillstand gekommen.
     
  7. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Das ist nicht unbedingt die Frage nach dem Einsatz, sondern allgemein die mehr defensive strategische Ausrichtung. Sicher hätte man bei der Royal Navy alle alten "Potte" außer Dienst stellen können und sich auf das moderne Material konzentrieren, mit dem Wissen, dass die deutsche Flotte nicht genutzt wird.
    Doch in dem Fall war den Briten wohl nicht nur technologischer Vorsprung wichtig, sondern immernoch die Anzahl wichtig, so spielte dies übrigens wohl auch ein psychologischer Effekt ein Rolle, ob nun 2 Schiffe auf jagt waren oder über 20ig. Der Gefechtswert spielt dabei nur zweitrangig eine Rolle.

    Der Kreuzer im Handelskrieg, da gebe ich dir recht, ging in seine Konzept voll auf, doch für Deutschland war ein Handelskrieg durch seine geographische Lage in der Nordsee nicht von Dauer gekrönt.
    Wenn man bedenkt, dass man gerade in Frankreich auf die Ideologie des Handelskrieges setzte, ist die geographische Lage der franzöischen Küste besser geeingnet.

    Doch das denken in "Schlachtschiffen" war von dieser Zeit geprägt und konnte erst nach den Erfahrungen in einem globalen Seekrieg teilweise wiederlegt werden.
     
  8. Loudon

    Loudon Neues Mitglied

    ich habe
    kommentiert.
    Ich sehe es devinitiv nicht so, dass das temporäre blockieren von obigen Einheiten eine besondere "Waffentat" gewesen ist, noch hat sie dem Deutschen Reich einen militärischen Vorteil gebracht (wenn man die kurze Absenz der Invincible&Inflexible absieht, die aber erst bekannt wurde als es bei Falkland geknallt hat).
    Der einzige militärische (obzwar indirekt) Vorteil war die Störung des Handelsschiffsverkehrs.
    Die nächste Stufe wäre dann zu behaupten, dass Spee gut beraten gewesen wäre, die Einheiten zu trennen und individuell Kaperkrieg zu betreiben.
    Aber auch da wäre der Spuk bald vorbei gewesen, schon allein wegen Kohlemangel.
    Das Ostasiengeschwader hat aus der Not herau operiert versucht das Beste daraus zu machen. Ist z.T. gelungen (Coronel), danach hatte Spee die bemerkenswert schlechte Idee, den Stützpunkt auf den Falklandinseln anzugreifen. Was es dann gebracht hat ist hinreichend bekannt.
     
  9. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Hätte er doch angegriffen.
    Das Ergebnis wäre bemerkenswert besser gewesen.

    Der ist in Panik abgehauen.
    Wohl wissend, dass er nicht mal schneller rennen kann.
     
  10. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Mit dem Hintergrundwissen, der schlechten Panzerung der britischen Schlachtkreuzer, hätte er sie noch direkt im Hafen angreifen müssen, dann hätte er den absoluten Vorteil gehabt.

    Aber ihr wisst ja wie das ist, mit den Hund und dem Hasen.:)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 8. November 2008
  11. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Es geht hier doch nicht um eine Waffentat, sondern um den Aufwand, den man betrieb, 5 Schiffe abzufangen, unabhängig davon, welchen Gefechtswert die Schiffe hatten.

    Die Problematik auf britischer Seite war schon der Umstand, dass das deutsche Mittelmeergeschwader entkommen konnte, obwohl es von 5 Panzerkreuzern hätte angegriffen werden können. Admiral Troubridge war dadurch am Ende seiner Karriere.

    Ich verstehe nicht, warum von dir hier ein geschichtlicher Umstand runtergespielt wird?
     
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Auch ohne Hintergrundwissen.
    Der Geschwindigkeitsvorteil der Briten war bekannt, der Reichweitenvorteil der Artillerie ebenfalls, was bleibt da anders als rein in den Hafen solange die auch noch überrascht sind.

    Wie war das mit den Spartanern und Leonidas....
     
  13. Loudon

    Loudon Neues Mitglied

    Umstand? Die Wertung "spiele" ich herunter. Was militärisch nix bringt ist militärisch wertlos. Am Ende des Tages ist die Angelegenheit 2:4 ausgegangen. Mit Nachspiel 2:5. Und es hat grad' gar nix genutzt, dass der Gegner mehr laufen musste.
     
  14. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Werten tust du selbst. Von mir kam keine Wertung, weder für das deutsche Geschwader, noch für die Schiffe der Entente.

    Es ist eine Feststellung und ein belegter Umstand, dass nun mal ebend soviele Schiffe dran beteiligt waren, dem Weg des Ostasiengeschwaders zu versperren.
     
  15. Köbis17

    Köbis17 Gast



    Und dabei drug gerade diese Schiffsklasse die Hauptlast des Seekrieges im 2.WK.

    Vorgeschichte:
    Als 1906 die Schlachtkreuzer dem allg. Panzerkreuzer entwerteten, entstand eine große Lücke zwischen den Großkampfschiffen und den kleinen/leichten Kreuzern.
    Bei den Großkampfschiffen ging der Trend hinzu von den beiden Schiffsklassen Großlinienschiff und Schlachtkreuzer zum schnellen Großlinienschiff über, das ab den 20iger Jahren allg. als Schlachtschiff bezeichnet wurde.
    Der kleine/leichte Kreuzer wurde die Standartbewaffnung von 15cm Geschützen zugewiesen sowie einer Hohen Geschwindigkeit von über 35kn. Ein Panzerschutz war nur in geringen Maße vorhanden.
    Doch es wurden auch Kreuzer auf Kiel gelegt, deren Bewaffnung einem größeren Kaliber entsprach. So wurden in Großbritannien die Hawkins-Klasse gebaut und in den USA die Omaha-Klasse.
    Für die Briten waren diese mit sieben 19,1cm Geschützen bewaffneten Kreuzer bestimmt, die ausländischen Stationen zu besetzen. Doch war man mit diesen Schiffen nicht zufrieden. Bei der US-amerikanischen Marine hatte man als zukünftiges Operationsgebiet den Pazifik im Visiser. Die Omaha-Klasse erwies sich aber nicht geeinget für weitreichende Operationen im Pazifik. Wichtig war hier die Seeausdauer und die Feuerstärke. Es gab eine Reihe von Entwürfen bei Bureau of Construction and Repair – BuC&R, indem ein Entwurf mit dem 20,3cm Geschütz bewaffnet war und 35kn laufen sollte.
    Mit den Verträgen von Washington 1922 wurden dann die Kreuzer in zwei Klassen, dem leichten Kreuzer (B-Kreuzer) und schweren Kreuzer (A-Kreuzer)eingeteilt. Beide durften nicht Größer als 10.000 sein und unterschieden sich nur von der Kaliberobergrenze (A-Kreuzer 20,3cm und B-Kreuzer 15,2cm).

    Ich vermute, dass nun mit dem Stillgelegten Schlachtschiffbau, der Bau von schweren Kreuzern als Ersatz betrieben wurde, da er als Kampfstärkstes Neuzubauendes Schiff nach den Tonnagebegrenzungen in den jeweiligen Marinen aufzufüllen war.
    Außerdem bot er eine gute finanzielle Alternative zum Schlachtschiff.
     
  16. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Ich habe mal zwei wertelose Grafiken angehängt, um für den nicht ganz so tief in der Materie steckenden Leser die Gefechte zu verdeutlichen.
    coronel.jpg
    falklandinseln.jpg
    Das Gefecht bei Coronel stellte für die Briten eine selbst empfundene erhebliche Schmach dar. Der Erste Lord der Admiralität, Churchill, schrieb für denjenigen eine Belohnung von 5000 Pfund in Gold aus, der die bei den Falklandinseln entkommenen "Dresden" stellen und vernichten würde.
     
  17. Eber

    Eber Gesperrt

    Ich weiß jetzt nicht ob ich willkommen bin aber ich werde trotzdem schreiben.
    Die brit.Flotte rüstete schon vor den I WK ihre Flotte auf Ölfeuerung um während die deutsche Flotte fast nur Kohlefeuerung hatte,und erst bei den Neubauten im I WK auf Ölfeuerung umstellte.
    Die Kohlenfeuerung wirkt sich im Seekrieg besonders nachteilig aus, da der Gegner diese Schiffe besser und früher orten kann.Bei dem Ostasien Kreuzergeschwader von Graf Spee war dieser Fakt von großen Nachteil,die Briten hatten zwar bei diesen Gefechten im Südatlantik, auch Schiffe mit Kohlenfeuerung aber sie waren ja auch nicht die gejagten.Im WK I gabe es auf See nur eine optische Ortung und eventuell eine Funkortung aber diese konnte durch Funkstille umgangen werden.
    Erst im II.WK wurde der Vorteil der Ölfeuerung aufgehoben durch Bordflugzeuge.

    Noch eine kleine Bemerkung.Es heißt nicht unbedingt,die Atlantikschlacht,sondern die Schlacht um den Atlantik.
     
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  18. Köbis17

    Köbis17 Gast



    Danke für die Darstellungen.

    Dieses Kreuzergefecht ist insoweit sehr interessant, weil es das einzige ist, was zwischen Schiffen einer "ausgestorbenen" Typenklasse stattfand. Die Panzerkreuzer waren zu diesem Zeitpunkt den Kaliberstärkeren Schlachtkreuzern gewichen. Aber hier standen sich ebend diese alten Pötte gegenüber, die verdeutlichten, welche Probleme die Royal Navy zu diesen Zeitpunkt hatte. Durch immer wieder neue und verbesserte Schiffe diverser Klassen, wurde schon vorhandenes Schiffsmaterial entwertet. Durch die britische Politik, die neuen und großen Kriegsschiffe um die britischen Inseln zu konzentrieren, um Deutschland eine mächtige Flotte entgegen zu stellen, blieben die Auslandstationen auf der Strecke. Hier wurden alte Schiffe, die teilweise schon außer Dienst waren, reaktiviert und mit Mannschaften ausgerüstet, die aus der Reserve geholt wurden. Somit kamen mehrere Parameter zusammen, die den Kampf dieser alten Schiffe mit ungeübter Besatzung fast aussichtslos auf einen Sieg erschienen lassen. Hinzu kam gewisse Arroganz der Unbesiegbarkeit der Admiralität, vor allem gegen die deutschen Panzerkreuzer, die als Konstruktionen von den Briten immer wieder belächelt wurden, oder gar als "10 Minuten Schiffe" bezeichnet wurden.
    Erstmals zeigte sich, daß eine Massive Überzahl an Kriegsschiffen nicht gleich der Garant ist, über die Seeherrschaft. Die exzellente Ausbildung der deutschen Matrosen, konnte über so manchen Makel an den Schiffskonstruktionen hinweg helfen.

    Dennoch war dieser Schiffstyp vorerst „ausgestorben“ und wurde doch immer wieder eingesetzt, meist endete dies mit den Verlust des Schiffes, so .z.B. auf der Doggerbank oder vorm Skagerrak.
     
  19. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Man muss es wirklich so sehen, dass die Briten eine mehrmalige Übermacht aussendeten, um die deutschen Kreuzer zu vernichten. Das kommt einem Adelstitel gleich. Über ein Jahrhundert waren die Engländer die unumschränkten Herrscher über die Weltmeere. Jeden Gegner haben sie, selbst mit zahlenmäßig unterlegenen Kräften, bezwungen. Das lag an der Disziplin. Dann kamen die Deutschen. Die hatten Spaß an der Technik (Siemens=Elektromotor, Otto=Ottomotor, Diesel=Dieselmotor, na gut, Dampfmaschine= Watt, dagegen erklärt sich Krupp von selbst). Disziplin kannten die auch, allein schon wegen der Preußen. Pietisten, Kalvinisten usw. Das war hochgefährlich!
    Deutsche Flottenvberbände konnten nur wirklich mit einer deutlichen Übermacht bezwungen werden! Das lag an der gut durchdachten Konstruktion der deutschen Schiffe. Man muss nicht nur austeilen können, sondern auch einstecken können. Letzteres wiegt, so denke ich, sogar mehr. Kann jeder bestätigen, der mal in einer Schlägerei verwickelt war.
    Die deutschen Schiffe waren durch die Kohle benachteiligt. Das lag aber in der Natur der Sache. In Deutschlan gab/gibt es Kohle, kaum Öl.

    Ich denke da nur an die "Seeadler" des Grafen von Luckner oder die "Wolf" unter Korvettenkapitän Nerger. Ich wage da mal eine Linie zu Francis Drake zu ziehen. Kaper unter Segeln. Die Deutschen waren die letzten "Ritter" zur See. Das wissen die Briten und sind... ach, na ja, sie reden nicht unbedingt gerne darüber.
     
  20. Eber

    Eber Gesperrt

    Deutschland deckte im WK I zu 90% seinen Erdöl Bedarf aus eigenen Quellen,so das die Versorgung mit Öl kein Problem darstellte im Bezug auf die Kriegsschiffe.Die brit Marine rüstete ihre Schiffe nur früher mit Ölfeuerung aus,denn auch in der brit.Marine war noch viel Kohlefeuerung vorhanden.Das Problem lag eigentlich im technischen Bereich,denn das Problem war der rasante Fortschritt ab Anfang dem 20.Jahrhundert im Kriegsschiffbau so das Kriegsschiffe bereits beim Stapellauf veraltet waren.In Deutschland schob man das mit der Ölfeuerung hinaus,um beim Flottenrüsten gegenüber den Briten nicht in ein Hintertreffen zu geraten.Die Qualität der brit. Marine war damals die Beste,das lag erstmal daran das die brit. ihre Marine als erste im 18.Jahrhundert vollkommen zu einer Millitär Streitmacht organisierten dadurch hatten sie natürlich einen gewissen vorsprung,wo andere Marinen erst später folgten.Deutschland konnte in Sachen Diziplin und Ausbildung bei ihren Flottenaufbau mit den Briten nicht nur mithalten,sondern übertrafen sie auch.Im Vergleich zur brit.Armee wo man sich im Gegensatz zur Marine sein Offizierspatent kaufen konnte,wird es auch verständlich welchen Rang die brit.Marine in der Gesellschaft einnahm.

    Nun das mit dem Öl habe ich jetzt keine Quelle aber das kann man leicht nachvollziehen.
    Und der Rest bin ich die Quelle,da ich mir das erlesen habe aus zig Büchern.
    Ach nee,über die brit.Armmee gibt es ja doch eine Quelle.Das wäre Friedrich Engels(der mit Karl Marx) und seine Beschreibung der brit. Armee zum Krimkrieg.
     

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