Die von mir erwähnten Schäden (Museum für Naturkunde, Sophienstr.) liegen tatsächlich in der ehemaligen „Hauptstadt der DDR“. Wenn man aber das Netz nach „Kriegsnarben Berlin“, o.ä. durchsucht, stößt man auch schnell auf Objekte in West-Berlin, z.B. die Yorck-Brücken, oder die AEG-Gebäude im Wedding. Aber beide lagen eben militärisch günstig, sprich, wurden als Bollwerk gegen die Sowjets genutzt, haben ihren Teil abbekommen, waren aber nicht so stark beschädigt, daß man sie nach dem Krieg abreißen wollte oder konnte (Die Yorckbrücken sind auch heute noch ein wichtiger Knotenpunkt der Berliner S-Bahn). Und ja, 1990 ist man eventuell mit etwas mehr Feingefühl ans Abreißen alter Bausubstanz gegangen, als noch in den 50ern (bitte jetzt keine Diskussion über den „Palast der Republik“ anfangen, das passt hier bestimmt nicht rein …) , vielleicht hatte man ja doch aus Kreuzberg und den Zeiten der Hausbesetzungen gelernt. Aber im alten West-Berlin wurde die Abrissbirne wesentlich eifriger geschwungen, als in Ost-Berlin und auf alte Kriegsnarben hat da bestimmt keiner Rücksicht genommen, eher im Gegenteil!
Zu den Flaktürmen : Meines Wissens hat man nur einen der Berliner Flaktürme vollständig beseitigt, nämlich den „Zoobunker“. Dieser lag, wir der Name schon sagt auf/am Gelände des zoologischen Gartens, also auch damals schon eine der besten Adressen. Habe gerade nochmal gesucht und nur gefunden, daß es „den Briten“ 1948 im dritten Anlauf, dann mit 40 Tonnen Dynamit, gelang, den Bunker zu zerlegen. Dabei und auch bei den beiden vorherigen Versuchen hatte es aber beträchtliche Schäden in der Umgebung gegeben und wenn die Erinnerung meiner Mutter (damals Buchhalterin in einem der Abbruchunternehmen, die den Schutt abgefahren haben) gestimmt hat, war daran auch die erste Sprengmeisterin Deutschlands beteiligt… diese Aktion aber nicht wirklich karrierefördernd (konnte ich bisher aber nicht belegen). Jedenfalls ist man daraufhin wohl dann sowohl mit dem Friedrichshain-, als auch mit dem Humboldthain-Bunker vorsichtiger umgegangen und hat diese dann nur weitgehend zugeschüttet, also Hügel draus gemacht.
Das der Humboldthain-Bunker überhaupt noch zu sehen ist, liegt daran, daß er direkt an der Bahn-/S-Bahnstrecke liegt, die man natürlich nur ungern zuschütten wollte. Vielleicht hat ja Hamburg aus diesen Erfahrungen gelernt?