La Vinca Kultur

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Gast, 12. Mai 2005.

  1. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Oder "Schreibübungen" :)
    Im Ernst, die eine Seite ist "Ritzen üben" und die andere jeweils die wichtigen "Hersteller/Herkunftszeichen"
    Zeichen ritzen, Kasten drum zur Abgrenzung und das nächste. Und dann ganz profan als "Erinnerungsstück" mitbrennen.
     
  2. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Und die Sumerer habe zig-tausende Ritzübungen in Ton gebrannt?

    "Ritze-Übungen" macht man nicht auf aufwendiger Töpferware, wie man sie aber bei den Donaukulturen öfter findet. Das waren wertvolle Stücke, die Schrift - so es eine ist - oft mit Muschelkalk ausgemalt. Das macht man auch nicht mit "Schmiedezeichen".
    Was spricht gegen die Interpretation als frühe - sicherlich einfache - Schrift? Dass es nicht sein darf?
     
  3. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Was bei diesen Tonscheiben gegen Schrift spricht?
    Die eine Seite ist zu sehr wie ein Ornament, allerdings "roh".
    Die andere zeigt Zeichen in Kästchen, gut, das sind Hieroglyphen auch.

    Ich bin nicht der Mensch, der behaupten kann, das sei keine Schrift, ich kann nur sagen, wie es für mich aussieht.

    Keilschrift zeigt auf einem Exponat wiederkehrende Zeichenfolgen und längere Zeichenfolgen, ägyptische und Chinesische Schrift auch. Das gleiche gilt für die japanische Silbenschrift. Auch Sanskrit sieht auf den ersten Blick schon wie Schrift aus. Auch arabische Schriftzeichen sind von Laien als Schrift zu erkennen.

    Diese Zeichen passen da nicht so rein
     
  4. chandartha

    chandartha Neues Mitglied

    Nachdem ich durch Haarmanns "Donauzivi." von der "Vinca-Schrift" las, suchte ich zum Vergleich mir "Karanovo III - Beiträge zu Neolithikum in Südosteuropa, von Stefan Hiller und Vassil Nikolov" dazu.

    Haarmann kommt mir etwas zu "populär-wissenschaftlich" herüber
    (Was mir durch Häuslers Meinung über Haarmanns Indogermanentheorie fast als Bestätigung erschien)

    Grundsätzlich würde ich nicht ausschließen, das es sich um Bedeutungsinhalte dabei handelt, wohl aber eher auf ein gesellschaftliches Gebiet (Kult, Religion) beschränkt.

    Hab das hier etwas versucht zusammen zu fassen:
    Kult & Geschichte: Alteuropa III - Vinca-Kultur (Donauzivilisation)

    Insbesondere:
    aus "Karanovo III" (Hiller+Nikolov),
    zu Körös-Keramik:
    "Vier mal drei parallele Linien laufen ... vertikal vom Boden bis zum Rand. Das Motiv imitiert ganz klar das ursprüngliche Trag- und Aufhängesystem von Kürbisgefäßen ..."
    ... wo ich fast meinen würde, das H.Haarmann daraus auch schon "Schrift" machen würde.
     
  5. Erich

    Erich Mitglied

    Wo wurde die Schrift erfunden: Ägypten, Sumer oder Balkan? - DIE WELT
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2016
  6. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Toby Griffen, ein remommierter US-Linguist und Präsident der ´ Linguistic Association of Canada and the United States´, hat unter der Prämisse, dass die Vinca-Symbole eine veritable Schrift darstellen, einen interpretativen Vorstoß unternommen.

    «Bärgöttin und Vogelgöttin sind wirklich die Bärgöttin»: Der älteste Satz in menschlicher Sprache - NZZ

    http://www.fanad.net/vincascript.pdf

    Griffen's Publications

    https://en.wikipedia.org/wiki/Linguistic_Association_of_Canada_and_the_United_States
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ob sich Prof. Griffens Deutung durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er für seine Schlüsse verschiedene Versatzstücke recht wild quer durch die Jahrtausende und Kulturen kombiniert hat.
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Griffens Deutung ist ja nun schon mehr als zehn Jahre alt, die Resonanz sieht bislang ziemlich dünn aus.
    Vielleicht liegt das an der dünnen Beweisführung und dem dünnen Ergebnis der "Entzifferung" (Zwei parallele Striche = Göttin, drei parallele Striche = Vogel...)
     

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