Lebensmittelkonservierung historische Methoden

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Ist mir heute wg einem anderen Thread wieder eingefallen.

"Früher" hat man größere Mengen Eier im "Wasserglas" konserviert

Eine vor der Verbreitung von Kühlschränken gebräuchliche Konservierungsmethode, z. B. zum Einlegen von Eiern, beruht ebenfalls auf Wasserglas: Man rührt eine gewisse Menge der Alkalisilicatlösung in Wasser und schlägt die Mischung mit einem Schneebesen auf. Nach einer Weile wird die Lösung dann gallertartig/halbfest.

aus dem Wikiartikel
 
"Erbswurst-Suppe"

Ist mir dazu jetzt die "Erbstwurst" eingefallen.

Irgendwo las ich mal sie hätte den preußisch/deutschen Truppen 1870/71 eine erhebliche Verbesserung in der Beweglichkeit verschafft. Letztlich mit "kriegsentscheidend" gewesen.

Jetzt habe ich dem mal nach"gegoogelt", es ist was dran:

Entwickelt wurde die Erbswurst 1867 von dem Koch und Konservenfabrikanten Johann Heinrich Grüneberg aus Berlin. Er verkaufte seine Erfindung bald für 35.000 Taler an den preußischen Staat, der sie ab 1870 im Deutsch-Französischen Krieg – zuerst als „eiserne Ration“ – an seine Soldaten verteilte. Vorangegangen waren Versuche des Kriegsministeriums, zu denen Soldaten bei normalem Dienst über sechs Wochen ausschließlich mit Erbswurst und Brot verpflegt wurden. Bei Ausbruch des Krieges wurde auf Staatskosten eine Fabrik errichtet, in der 1.700 Arbeiter zuerst täglich sieben Tonnen produzierten, später bis zu 65, insgesamt waren es 4.000 bis 5.000 Tonnen.


Man kann sie wohl noch heute kaufen.

Aus meiner Pfadfinderzeit ist sie mir noch vertraut, die Erbstwurst, man brauchte nur noch Wasser einen Topf und Feuer. Verbessert mit einer Dose Schweinefleisch war sie gar nicht schlecht.
 
"Bei Ausbruch des Krieges wurde auf Staatskosten eine Fabrik errichtet, in der 1.700 Arbeiter zuerst täglich sieben Tonnen produzierten, später bis zu 65, insgesamt waren es 4.000 bis 5.000 Tonnen."

Aber doch nicht für den Krieg 1870/71. Der Krieg begann im Juli 1870 und endete im Mai 1871. So schnell kann niemand eine Fabrik aufbauen. Entweder die Fabrik war schon vorher da und hat auf Vorrat produziert, oder der Krieg war der Anlaß zur Gründung selbiger.

Im übrigen bedauere ich die Soldaten, die so etwas essen mußten. Die von Dir genannten Probanden zumal.


M.
 
"Bei Ausbruch des Krieges wurde auf Staatskosten eine Fabrik errichtet, in der 1.700 Arbeiter zuerst täglich sieben Tonnen produzierten, später bis zu 65, insgesamt waren es 4.000 bis 5.000 Tonnen."

Aber doch nicht für den Krieg 1870/71. Der Krieg begann im Juli 1870 und endete im Mai 1871. So schnell kann niemand eine Fabrik aufbauen. Entweder die Fabrik war schon vorher da und hat auf Vorrat produziert, oder der Krieg war der Anlaß zur Gründung selbiger.

Im übrigen bedauere ich die Soldaten, die so etwas essen mußten. Die von Dir genannten Probanden zumal.


M.

Zum zeitlichen Ablauf kann ich natürlich nichts sagen.

Aber, wie gesagt, es ist natürlich Geschmackssache, mir hat sie damals nicht schlecht geschmeckt.

Vielleicht sollte man noch ergänzen, das deutsche Feldheer hatte erst kurz vor dem 1. WK Feldküchen eingeführt.
70/71 mussten die Soldaten noch "abkochen". Waren also in der selben Lage, wie einer Pfadfinderguppe des Jahres 1966, trockenes Holz muss her, (man sollte gar nicht glauben, wie oft es bei uns regnet) sauberes! Wasser, paar Steine ums Feuer herum....
Da ist es schon eine große Erleichterung, wenn der Inhalt für den Topf schnell gegessen werden kann, und lastnotleast leicht zu tragen ist.
 
o.t.

@KeineAhnung

Naja, wie Du meinst. Ich jedenfalls habe mich dieser "militärischen" Fertignahrung enthalten.

M.
 
Zwar nur irgendwie am Rande zum Thema Konservierung, aber irgendwie doch passend:

Im Jahr 1880 schreibt Hermann Gundert - Großvater von Hermann Hesse - über seine Enkelin Marie (Schwester von Hermann Hesse) in einem Brief:

"Mariele scheint sich langsam zu bessern. Drei- bis viermal des Tages kommt die Amme, aber langsam und halb ungern trinkt das Kind. Dagegen ihr Schöpplein, Nestlés Kinderspeise, leert sie in der Nacht mit Lust. ..."

Damit ernte ich bei meinen Gästen immer wieder sehr erstaunte Blicke ;)

Nestlé ? Wikipedia

Gruß
KeineAhnung
 
Ist mir dazu jetzt die "Erbstwurst" eingefallen.
Man kann sie wohl noch heute kaufen.

Jepp, mein Papps hatte für abends immer eine in der Küche liegen - war schnell gebaut und schmeckte gar nicht schlecht.

Die britische Marine nutzte einen Vorläufer: "Tragbare Suppe" - Portable Soup.

Das war ein großer Brocken eingekochter Schlachtabfallbrühe, der ab dem 18. Jahrhundert ein zunehmend geschätztes Mittel in der Krankenpflege an Bord.

So sah sie aus:

http://www.portablesoup.com/portable_soup_images/portable_soup.jpg

Fertiggericht ? Wikipedia - Kapitel "Teilfertiggerichte"

Die Aussage "wurde nicht kommerziell" hergestellt, kann allerdings nicht stimmen, da sie ein eingeführtes Verpflegungsmittel in der Royal Navy wurde.

Die sah dann so aus:

http://www.portablesoup.com/portable_soup_images/portable_soup.jpg


(Der Preil (Broad Arrow) war das Hoheitszeichen, das - zur Sicherung gegen Diebstahl und Weiterverkauf - anzeigte, dass das Suppenstück Regierungsbesitz war.)

Further Reading:

Lobscouse and Spotted Dog: Foods—Portable Soup
 
Lebensmittelkonservierung durch einen kompetenten Präsidenten, eine Gabe passend zum 250jährigen Jubiläum der USA:
Vor ca. 250 Jahren, auf jeden Fall vor dem Jahr 1775 (Datum der Übermauerung eines Vorratskellers), in Alkohol und in Glasflaschen sorgsam eingelegte Kirschen.

Und das im Keller von George Washington, in dessen Landhaus in Mount Vernon bei Washington, hoch über dem Potomac:


"Archäologen, die in Mount Vernon, dem Anwesen in Washington am Ufer des Potomac, Ausgrabungen durchführten, entdeckten Dutzende Flaschen mit – scheinbar unmöglich – gut erhaltenen Kirschen und Beeren.

Die 35 Flaschen – sechs zerbrochene und 29 intakte – wurden im Rahmen von Ausgrabungsarbeiten im Zusammenhang mit einem Restaurierungsprojekt gefunden; die ersten beiden Flaschen wurden bereits im April entdeckt, und die Funde setzten sich während der gesamten Ausgrabungsarbeiten fort.

Laut Jason Boroughs, dem leitenden Archäologen von Mount Vernon, ist der Fund von so vielen perfekt erhaltenen Lebensmitteln aus einer so fernen Vergangenheit mehr oder weniger beispiellos."

„Es ist ziemlich spektakulär, 250 Jahre später im Grunde genommen frisches Obst zu finden“, sagte Boroughs gegenüber AP. „Dafür müssen sozusagen alle Sterne richtig stehen.“

"Was den genauen Inhalt der Flaschen angeht, so waren einige Früchte leicht als Kirschen zu erkennen, während das US-Landwirtschaftsministerium derzeit DNA-Tests durchführt, um zu bestätigen, ob es sich bei anderen um Johannisbeeren oder Stachelbeeren handeln könnte."

Es besteht auch die Möglichkeit, dass die aus den Flaschen geborgenen Kirschkerne eingepflanzt werden könnten, obwohl der Pflanzengenetiker des US-Landwirtschaftsministeriums, Benjamin Gutierrez, zugab, dass dies „eher unwahrscheinlich“ sei, da die meisten der in Mount Vernon gefundenen Proben durchnässt waren.

"Aufzeichnungen aus Mount Vernon zeigen, dass George und Martha Washington eine Vorliebe für Kirschen hatten – zumindest in Kombination mit Brandy –, wie Martha Washingtons erhaltenes Rezept für einen „Cherry Bounce“-Cocktail nahelegt."

Also, liebe Freunde des Geschichtsforums, ab in Omas Keller, Gläser und Flaschen durchsuchen, damit wir alle stilecht mit Kirschen in Brandy feiern können...
 
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