Naresuan
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Eine zwischen 1903 und 1925 aufgezeichnete und 1926 publizierte Sage aus dem Kanton Uri, Schweiz:
Der wahre Kern:
Im Kloster Seedorf wurde 1606 tatsächlich eine Grabung durchgeführt.
Der Knecht hieß nicht Wälti, sondern Imboden. Er grub vorwiegend im Klostergarten und hatte dabei Geistererscheinungen, wie er zu Protokoll gab. Dabei hätten diese Geister eine "alte stegen" erwähnt.
Es wurde nicht nach einem Schatz im engeren Sinne, sondern besonders nach Reliquien gesucht.
Die Grabung kam zustande, weil eine der Benediktinerinnen in Seedorf 1606 davon zu erzählen begann, im Klostergarten seien Heiligtümer der Lazariter vergraben. Man glaubte ihr zuerst nicht und hielt sie für besessen, doch nach seltsamen Erscheinungen und dem gleichzeitigen, zufälligen Fund eines alten Ablassbriefes der Lazariter im Archiv von Uri, welcher die Reliquien des alten Klosters auflistete, ließ man dann doch Grabungen zu.
Dabei kamen um die 40 Skelette, ein Siegelring, ein zerbrochenes Schwert, ein Reiterschild sowie Dokumente des Lazariterordens aus dem 14.Jh. zum Vorschein.
Das berichtet der Luzerner Stadtschreiber und Sagensammler Renward Cysat – Wikipedia in "Seedorffische Histori im Land Uri Anno 1608". Eine Gruselgeschichte mit Geistererscheinungen und Wunderheilungen, aber unter Einbezug von z.T. heute noch vorhandenen Protokollen und der Befragung Beteiligter durch Cysat selbst.
Kommentare und Edition in:
Die ausführlichen, wenn auch literarisch ausgeschmückten Aufzeichnungen Cysats waren wohl die Basis für obige Sage, doch gibt es daneben auch noch andere Sagen von feurigen und kopflosen Reitern, die das Kloster heimsuchen (844. in Sagen aus Uri Band 2)* oder von zu küssenden Kröten, um an den Schatz zu gelangen (389./4 in Sagen aus Uri Band 1).
* siehe auch: Sagen
Aus der Zeit kurz nach den Grabungen ist auch eine Gründungslegende des Klosters erhalten, in der angeblich Balduin von Jerusalem, in Uri vom Aussatz geheilt, dort persönlich aus einem bereits seit 1097 bestehenden Kloster ein Lazariterkloster machte.
Kurzfassung: Kloster St. Lazarus
älteste erhaltene Fassung: Die Lazariter-Häuser und das Benedictinerinnen-Kloster in Seedorf
Unklar bleibt, wie die 18-jährige Nonne zu ihrer "Vision" kam bzw. warum man ihr zuerst so skeptisch begegnete (inkl. Exorzismus). Wie viel wusste man in Uri vor dem Fund im Altdorfer Archivturm und den Grabungen im Kloster noch von der Vergangenheit mit den Lazaritern? Das Lazariterkloster wurde um 1530 aufgegeben und ab 1559 mit Benediktinerinnen neu belebt.
Cysat vermerkte, es hätte eine "Tradition" zum Vorgängerkloster gegeben, welche von einer Zerstörung des alten Klosters durch Überschwemmung oder durch Brand ausging.
Zudem behauptete der Verfasser der Gründungslegende von 1635, er hätte nur eine frühere Version aus der Mitte des 16. Jh. kopiert und notierte einen durch Schotten verursachten Brand des alten Klosters, wie wenn zu seiner Zeit eine solche Geschichte allseits bekannt gewesen wäre.
Der Schatz des Klosters Seedorf
Zu Kriegszeiten habe einmal das alte Kloster auch die Monstranz und andere kostbare Sachen verborgen. Jahrhunderte später haben die Benediktinerinnen, die auf die Lazariter folgten, davon vernommen und zwar aus alten Büchern. Darinnen soll gestanden haben, der Schatz sei unter der "alten Stiege" versteckt. Aber wo mag wohl diese alte Stiege zu suchen sein? Item die Klosterfrauen schickten ihren Knecht, Michel Wälti, zu graben. Er grub in einem Kellerraum, aber die Geister liessen ihm keine Ruhe und pressten ihm manchen Schweisstropfen aus. Endlich offenbarten sie ihm, dass die gesuchten Kostbarkeiten zum Vorschein kommen werden, wenn das Kloster am ärmsten sein werde.
K. Zgraggen 82 J. alt
Sagen aus Uri
www.google.de
Der wahre Kern:
Im Kloster Seedorf wurde 1606 tatsächlich eine Grabung durchgeführt.
Der Knecht hieß nicht Wälti, sondern Imboden. Er grub vorwiegend im Klostergarten und hatte dabei Geistererscheinungen, wie er zu Protokoll gab. Dabei hätten diese Geister eine "alte stegen" erwähnt.
Es wurde nicht nach einem Schatz im engeren Sinne, sondern besonders nach Reliquien gesucht.
Die Grabung kam zustande, weil eine der Benediktinerinnen in Seedorf 1606 davon zu erzählen begann, im Klostergarten seien Heiligtümer der Lazariter vergraben. Man glaubte ihr zuerst nicht und hielt sie für besessen, doch nach seltsamen Erscheinungen und dem gleichzeitigen, zufälligen Fund eines alten Ablassbriefes der Lazariter im Archiv von Uri, welcher die Reliquien des alten Klosters auflistete, ließ man dann doch Grabungen zu.
Dabei kamen um die 40 Skelette, ein Siegelring, ein zerbrochenes Schwert, ein Reiterschild sowie Dokumente des Lazariterordens aus dem 14.Jh. zum Vorschein.
Das berichtet der Luzerner Stadtschreiber und Sagensammler Renward Cysat – Wikipedia in "Seedorffische Histori im Land Uri Anno 1608". Eine Gruselgeschichte mit Geistererscheinungen und Wunderheilungen, aber unter Einbezug von z.T. heute noch vorhandenen Protokollen und der Befragung Beteiligter durch Cysat selbst.
Kommentare und Edition in:
Die ausführlichen, wenn auch literarisch ausgeschmückten Aufzeichnungen Cysats waren wohl die Basis für obige Sage, doch gibt es daneben auch noch andere Sagen von feurigen und kopflosen Reitern, die das Kloster heimsuchen (844. in Sagen aus Uri Band 2)* oder von zu küssenden Kröten, um an den Schatz zu gelangen (389./4 in Sagen aus Uri Band 1).
* siehe auch: Sagen
Aus der Zeit kurz nach den Grabungen ist auch eine Gründungslegende des Klosters erhalten, in der angeblich Balduin von Jerusalem, in Uri vom Aussatz geheilt, dort persönlich aus einem bereits seit 1097 bestehenden Kloster ein Lazariterkloster machte.
Kurzfassung: Kloster St. Lazarus
älteste erhaltene Fassung: Die Lazariter-Häuser und das Benedictinerinnen-Kloster in Seedorf
Unklar bleibt, wie die 18-jährige Nonne zu ihrer "Vision" kam bzw. warum man ihr zuerst so skeptisch begegnete (inkl. Exorzismus). Wie viel wusste man in Uri vor dem Fund im Altdorfer Archivturm und den Grabungen im Kloster noch von der Vergangenheit mit den Lazaritern? Das Lazariterkloster wurde um 1530 aufgegeben und ab 1559 mit Benediktinerinnen neu belebt.
Cysat vermerkte, es hätte eine "Tradition" zum Vorgängerkloster gegeben, welche von einer Zerstörung des alten Klosters durch Überschwemmung oder durch Brand ausging.
Zudem behauptete der Verfasser der Gründungslegende von 1635, er hätte nur eine frühere Version aus der Mitte des 16. Jh. kopiert und notierte einen durch Schotten verursachten Brand des alten Klosters, wie wenn zu seiner Zeit eine solche Geschichte allseits bekannt gewesen wäre.