Lots Frau

Dieses Thema im Forum "Religionsgeschichte" wurde erstellt von Dido, 28. November 2012.

  1. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Der Spruch kommt so oder ähnlich - ohne Verbindung zu Lots Frau - im Neuen Testament ziemlich häufig vor. Wer am Leben hängt, verliert. Wer sein Leben liebt, verliert es. Wer sein Leben aufgibt, wird aber im Sinne der Eschatologie gerettet.

    Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen verliert, der wird es retten. Lukas 9, 24
    Wer sein Leben festhalten will, wird es verlieren. Wer sein Leben aber meinetwegen verliert, der wird es finden.
    Matthäus 10, 39
    Wer sein Leben liebt, wird es verlieren. Aber wer sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es für das ewige Leben erhalten. Johannes 12, 25
    Denn wer sein Leben unbedingt bewahren will, wird es verlieren. Wer aber sein Leben meinetwegen verliert, der wird es gewinnen. Matthäus 16, 25
    Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis an den Tod. Offenbarung 12,11

    Es geht bei Lukas 17, 31-33 gar nicht mehr um die Vertreibung aus der Stadt oder um den Untergang von Sodom und Gomorra. Sodom und Gomorra sind hier bei Lukas ebenso wie Noahs Sintflut Vorboten eine apokalyptischen Reich Gottes, in dem der einzelne Mensch entweder von Gott (oder dem Menschensohn) gerettet oder verdammt wird.
    Lots Frau ist hier nicht die Märtyrerin, sondern die Verdammte.

    Ansonsten ähneln die von mir genannten Bibelzitate auf erschreckende Weise dem von Scheich Nasralla (libanesische Hisbollah) geprägten Selbstmordattentäter-Wahlspruch: "Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod."
     
  2. van Kessel

    van Kessel Mitglied

    ich kann aus dem Text der Bibel nur ersehen, dass die Frau des Lot - wie auch immer - bei ihrer Flucht aus Sodom ums Leben kam. Daraus etwas ableiten zu wollen halte ich für überzogen. Auch das Angebot des Lot an den Lynchmob, seine Töchter betreffend, ist eine Geschichte mehr und einer Moral geschuldet, welche einer heutigen Gesellschaft 'seltsam' vorkommen mag - oder auch nicht, wenn man die heutige Armutsprostitution als Vergleich nimmt.

    Interessanter ist schon die Vernichtung der beiden Städte; nur- in Palästina gibt es keinen Vulkanismus, 'Schwefel und Feuer von Jahwe regnen' ist in Israel und rundum nicht nachgewiesen, wohl aber in Südwestarabien/Jemen mit reichlich 'Vulkanbesatz'.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    In der EÜ steht: "Als Lots Frau zurückblickte, wurde sie zu einer Salzsäule."
    Salzsäule ist die ÜS der Genitivverbindung נְצִיב מֶֽלַח bzw. nəṣīv (bzw. nətsīv) mælaḥ. Wörtlich bedeutet das so viel wie 'Posten' oder 'Wächter des Salzes'. Das Verb וַתְּהִי ist die konjugierte Form (qal, 3. Pers. Sing. fem) von der Šōreš (Wurzel) היה, was so viel wie 'werden' bedeutet.

    Die Golanhöhen sind durch Vulkanismus (Ḥaurān) entstanden, das ist näher an Israel als der Südjemen. Was jetzt hoffentlich nicht in die Richtung missverstanden wird, dass ich die Erzählung für ereignishistorisch halte. Lediglich, dass es nicht unbedingt ein aus Südarabien stammendes Wandermotiv sein muss.
     
  4. van Kessel

    van Kessel Mitglied

    hi El Quijote,


    off topic an
    der Dalton-Basalt der Golanhöhen wurde im Mittleren Miozän 'gebildet'. Das Miozän 'endete' vor ca. 5 Millionen Jahren. Danach ist im nördlichen Jordangraben nur noch Sedimentation festgestellt.

    Im Gegensatz zu diesem doch eher 'ruhigen' Gebirge, ist es im Jemen ziemlich feurig. Der letzte Ausbruch war dort 1937 (Dhamar-Vulkanfeld).

    Der Golan (mit Neanderthal-Fundstellen) ist relativ gut erforscht. Reszente Tektonik ist dort nicht nachgewiesen.
    off topic aus
    nur noch eines: mir geht es nicht um eine Verteidigung von Thesen des Prof. Salibi, sondern um unvoreingenommene Archäologie. Dies schliesst für mich die sogen. Bibelarchäologie aus. 'Fest zu machen' wäre da. z.B. die Interpretation der Totes-Meer-Siedlung Qumran und die Einpassung ins Korsett 'Essener'.

    Diese archäologischen Interpretationen binden Wissenschaftlichkeit und dienen nur einer zweifelhaften Beweisführung 'vorgefertigter' Thesen.

     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter



    Kann es sein, dass du zwei Threads durcheinander bringst? Den zur ätiologischen Legende um Lots Frau und den zur Eroberung Jerusalems durch David?
     
  6. van Kessel

    van Kessel Mitglied

    hi El Quijote,
    weil ich schrieb:'noch eines'?, ich denke nicht, da sich meine Antwort in der Hauptsache auf die Geologie Nordpalästinas bezog.

    Noch kann ich Themen durchaus zuordnen. Meine 'Abschweifung' betrifft - und dies brachte ich zum Ausdruck - einer Kritik an der sogen. Bibelarchäologie; ich dachte dies wäre verstanden worden. Mein Hinweis bzgl. Prof. Salibi war eingestellt durch deine Bemerkung über jemenitische Entfernungen vs. Golanhöhen.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Aber es geht in diesem Thread doch gar nicht um Bibelarchäologie, sondern um eine ätiologische Legende.
     

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