Luftkrieg, das Potential von B- und C-Waffen

Das grundsätzlich kooperationsfähige und -willige Italien, kriegsmüde und geschlagen, war als zukünftiger Partner und Gegengewicht in Europa ein ernstzunehmender Verhandlungspartner.
Italien war ein militärisches Leichtgewicht, dass nicht als "Gegengewicht" zu Deutschland oder perspektivisch der Sowjetunion taugte.
Japan und Deutschland nicht. Da war die bedingungslose Kapitulation ein klares, einfaches, naheliegendes, für den Gegner einfach zu verstehendes, ehrliches wie legitimes Ziel.
In Deutschland war sie naheliegend, weil nicht absehbar war, dass irgendjemand das Regime stürzen und mit den Alliierten in Verhandlungen treten würde.

Der Hauptunterschied zwischen Italien und Deutschland lag darin, dass Mussolini nicht zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt war und die faschistische Partei Italiens mehr oder weniger vollständig oder jedenfalls in großen Teilen mit dem Staatsapparat verschmolzen war, wie das bei den Nazis in Deutschland der Fall war.
In Italien gab es eine politische Doppelstruktur, insofern es immernoch das Königshaus als politischen Bezugspunkt gab und Mussolini formal nut von König Vittorio Emanuele III. bestellter Ministerpräsident Italiens war, was es ermöglichte, dass der König ihn absetzen lassen konnte, als der Krieg schlecht lief, Mussolini und die Faschisten abgewirtschaftet hatten und der an der Tagespolitik wenig beteiligte König, der Bevölkerung zunehmend mehr als akzeptable Alternative erschien.

Was diese Strukturen angeht, ähnelte Japan mehr Italien, als Deutschland, weil die Agression vor allem aus dem Militärapparat kam, der sich verselbstständigt hatte und zunehmend in die zivile Politik drängte, nicht so sehr vom Kaiserhaus.
Auch hier, wäre es ähnlich Italien sicherlich möglich gewesen über Mittelsmänner Kontakt zum Monarchen aufzunehmen und diesem (vergleichsweise) Milde Bedingungen in Aussicht zu stellen, wenn er mitmachte und die verantwortlichen Militärs qua Amtsmacht als Staatsoberhaupt resultierend aus der japanischen Verfassung, für abgesetzt erklärte.

Was zukünftige Partnerschaft etc. angeht:

Ein Verhandlungsfrieden mit Japan, hätte wenn er dem sowjetischen Kriegseintritt zuvor gekommen wäre die Position der Westmächte in Ostasien erheblich gestärkt, weil es dann nämlich möglich gewesen wäre den sowjetischen Einfluss aus Korea und eventuell auch China heraus zu halten.

Werden bei diesen "Annahmen" nicht die Gegenmaßnahmen der Gegner außer acht gelassen? Zudem, wieviele strategische Bomber braucht man denn, um echte Wirkung zu erzielen!!!!!
Ich denke, das jede militärische Doktrin sich am Ende mehr auf die eigenen Fähigkeiten, als auf potentielle Gegenmßnahmen fokussiert.

Wie viele Bomer man dafür bräuchte hängt natürlich von deren Bombenlast ab und davon, mit welcher Frequenz Angriffe möglich sind.

Ja. aber die Militärs der damaligen Epoche haben hier eher einem Wunschdenken angehangen, einer Waffe ( hier der Bomber) Fähigkeiten und Leistungen abzuverlangen die sie schlicht nicht bringen konnte.
Sofern wir von den 1920er Jahren reden: Die Weichenstellungen des kommenden Jahrzehnts gingen in eine andere Richtung. Das heißt aber nicht, dass ihre Vorstellungen grundsätzlich unplausibel waren.
 
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