Luftkrieg: Wieluń, die Bombardierung am 1.9.1939

... und weil die Luftwaffe vor Kriegsbeginn kaum Gelegenheit hatte die Stuka im Nahkampf zu testen. - so steht es im Artikel.
Ist über Google leicht zu finden.
Landläufig wird der Spanische Bürgerkrieg als "Test" angesehen, auch für die Luftwaffe. Das trifft wohl auch auf die Stuka zu. (?)
 
Landläufig wird der Spanische Bürgerkrieg als "Test" angesehen, auch für die Luftwaffe. Das trifft wohl auch auf die Stuka zu. (?)
Bezüglich Technik und Taktik schon, jedoch treten häufig noch Fehler auf, auch im technischen Bereich. Ebenso kann man auch taktische Erfahrungen ändern/erweitern. Von daher wundert es zumindest mich nicht, wenn hierin ein "Grund" für Wielun lag. Obacht: weder eine Rechtfertigung/Billigung oder wie auch immer geartet, für ein Kriegsverbrechen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
 
Neitzel sagt da garnichts weiter zu, soweit ich mich erinnere.

Volkmann schreibt das die Stuka bei Guernica nicht zum Einsatz kam, was auch korrekt ist.
Er folgert, dass es um eine Generalprobe ging. Ohne eigene Verluste, aber im echten Einsatz.
 
Neitzel sagt da garnichts weiter zu, soweit ich mich erinnere.

Volkmann schreibt das die Stuka bei Guernica nicht zum Einsatz kam, was auch korrekt ist.
Er folgert, dass es um eine Generalprobe ging. Ohne eigene Verluste, aber im echten Einsatz.
Korrekt, die wurden an Dörfern "erprobt" ( 500kg Bomben).

Die eingesetzten Flugzeuge waren entweder Prototypen, "zivile Typen in der "Bomber-Aufklärerrolle", Erst-Zweitversionen der Serientypen, wenig Versionen mit denen man dann in den Krieg ging, zumindest waren die dann verbessert/leitungsgesteigert worden.

Der Wikiartikel gibt hier einen guten Überblick.
 
hallo zusammen
seit dem letzten mal hat sich meinerseits nicht viel geändert
zweifellos hat sich in den Augen der unschuldigen Bevölkerung der Höllenschlund aufgetan, Terror pur
die völkerrechtliche Einordnung überlasse ich lieber den Völkerrechtlern, tendiere aber zu kein Kriegsverbrechen, zumindest kein absichtliches
ich bin nach wie vor der Meinung daß die Angriffe nicht mit der Absicht die Bevölkerung zu terrorisieren und zu töten geflogen wurden, obwohl auf die Menschen in Wielun kaum Rücksicht genommen wurde
auch glaube ich immer noch daß die Angriffe dem polnischen Militär gegolten haben, die zivilen Opfer wurden in kauf genommen
dazu später mehr
die 10. Armee hatte Sorge um ihre linke Flanke und hat, wovon ich ausgehe, deshalb die Angriffe befohlen
die Angriffe selbst hatten in erster Linie polnische Flugfelder zum Ziel, Wielun war "nur" ein Ausweichziel
aber ihr wolltet Akten die ihr jetzt bekommt

online verfügbare Akten von der Seite germandocsinrussia, dem Bundesarchiv/Militärarchiv in Freiburg und ein paar weitere Funde
bitte habt Geduld es sind mehrere dutzend

ich fang mal mit den Heeres-Akten und dazu passende Funde an

Planung nach abgebrochenem Angriff (26.8.) und Umgliederung der Armee, seitliche Verschiebung einiger Verbände, Infanterie Divisionen in die erste Linie und Panzer Divisionen zurück in die zweite Linie

Kriegstagebuch 10. Armee
28.8.
...
"1. und 4. Pz.Div. werden dem XVI. A.K. unterstellt, welches dann die 31. und 14. I.D. in vorderster Linie und die beiden Pz.Div. in 2. Linie hätte.
Die 1.l.Div. wird als Armee-Res. bereitgestellt."
...
"Der Grundgedanke der gesamten Lösung war ;
Mit den I.D. die feindl. Stellungen, von denen man annehmen konnte, dass sie in den letzten Tagen erheblich verstärkt worden sind, zu durchbrechen. Dann mit den Pz.Div. durch die geschlagene Lücke zu brechen. Es war beabsichtigt, die 1.l.Div. hinter den beiden Pz.Div. vorzuziehen, so dass sich von selbst vor der Front der Armee ein Pz.-Stosskeil bestehend aus dem XVI.A.K. mit der 1. und 4. Pz.Div. und der 1.l.Div. ergeben hätte. Das XVI.A.K. brauchte nur die 31.I.D. nach Norden zum XI.A.K. und die 14.I.D. nach Süden zum IV.A.K. abzugeben, um für eine Verwendung als Pz.-Korps freizuwerden."
...
"XIV.A.K. mit 13. und 29. (mot) Div. blieben Armee-Res. mit der Absicht, es dem Pz.-Korps nachzuführen."


daraus wurde bekanntlich nichts wegen den Meldungen im Raum Wielun

31.8.
...
"Der O.B. beabsichtigt, am 1.9. persönl. zum XI.A.K. zu fahren und den Einsatz der 1.l.Div. zu befehlen."
...
1.9.
...
"Die Luftwaffe unterstützt den Grenzübertritt durch wirksame Bombenangriffe auf feindl. Stellungen und milit. Liegenschaften im Hinterland."
...
"1.l.Div. erhält Befehl, ein bei Wielun gemeldete feindl. Kav.-Brig. anzugreifen."

Quelle: BArch RH 20-10/1

grüßle didi
 
Was Du hier vorstellst sind keine neuen Quellen, sondern die Wiederholung Deines Werturteils.


Die Dinge sind anhand der (korrekt und ausführlich!) von @silesia vor fast 20 Jahren zitierten Quellen schon lange geklärt.

Angriffe am frühen Morgen, direkt gegen Wielun:
I./StG 76 5.30 Uhr, rd 20 to Bomben (Start 5.02 Uhr)
I./StG 77 6.05/6.10 Uhr, rd 10 to Bomben (das kann nicht die gesamte Gruppe gewesen sein, sondern ca. die Hälfte)
Begleitschutz: Bf109 der 3./ZG 2 für die I./StG 76 (Start 4.57 Uhr)


Eine Aufklärungs-Do17 (2 waren für den Bereich gestartet, um 4.50 und 5.02 Uhr) meldete folgende Ergebnisse: polnische Truppenbewegungen
- Waldgegend 12 km südöstlich Wielun
(Bombenangriff I./StG 2 gegen 14.00 Uhr)
- Waldgegend 5 km nordöstlich Wielun
(Bombenangriff I./StG 76 gegen 14.00 Uhr)
- 15 km östlich Wielun und Gebiet Krzeczow-Mokra-Chorzyna-Walkow
(Bombenangriff I./KG 77 gegen 15.40 Uhr)
Zitate nach KTB der Luftwaffengruppen.

KTB I./StG 76 - BA/MA Freiburg, RL 10/342
KTB I./StG 77 - BA/MA Freiburg, RL 10/345
KTB I./ZG 2 - BA/MA Freiburg, RL 10/248

Nun soll die Meldung über die polnische Kavalleriebrigade fehlerhaft sein (die 1. leichte Division meldete am 2.9. bei Einnahme der Stadt, dass die polnischen Truppen bereits nach Norden zurückgezogen seien, möglicherweise ist dieses am vorhergehenden Vormittag erfolgt), dieses läßt sich bis heute nicht aufklären. Von daher halte ich es ebenfalls für wahrscheinlich, dass die drei für den Nachmittag angestetzten Angriffe gegen die Stadt gegangen sind.

zusammengefaßt aus dieser Diskussion:
http://forum.12oclockhigh.net/archive/index.php?t-2585.html

P.S. da in den deutschen KTBs generell (ich kenne nun einige) die Bürokratie wütete, würde ich den Zeitangaben Glauben schenken, zumal sie alle plausibel zueinander passen. Abweichende Uhrzeiten halte ich daher für mündliche Übermittlungsfehler (oder gab es einen Stundenunterschied in der Zeiterfassung zwischen dt. und polnischen Quellen - so etwas analog der "Sommerzeit")?
 
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