Mangel an Kontinuität in der Städtekultur

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von muhtig(ger), 5. März 2007.

  1. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Wenn ich nochmals auf Pergamon zurückkommen darf: Die zum Burgberg führenden Druckleitungen aus eumenischer Zeit sind mitnichten nur um der Annehmlichkeit willen erbaut worden, sondern auch um in Krisenzeiten bzw. z.B. konkret bei Belagerungen die Wasserversorgung zu gewährleisten.
     
  2. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

    Das eine schließt das andere nicht aus, aquilifer. Dennoch bleibe ich bei meiner Hauptaussage, dass die wirklichen "zivilisatorischen" Leistungen der römischen Stadt eindeutige "Friedensleistungen" sind, welche militärische Sicherheit in einem Maße voraussetzen, die bei einer mittelalterlichen Stadt nicht vorausgesetzt werden konnte. Ein Aquaedukt erfordert, dass das Land sicher ist, nicht nur die befestigte Stadt.
     
  3. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Mummius, Du hast vollkommen recht, die Kölner Eifelwasserleitung war nicht notwendig sondern man hat sie gebaut weil man das spezielle Eifelwasser haben wollte. Im 13.Jhd. war Köln größer als im römischer Zeit, aber man konnte den Wasserbedarf ohne Fernwasserleitung decken.
    Die spätmittelalterliche Wasserleitung der Blankenheimer Burg ist übrigens ein gutes Beispiel für "vergessene Technik". Der sog. Tiergartentunnel wurde in Qanatbauweise errichtet, was man in den tausend Jahren vorher nicht mehr gemacht hat (zumindest nicht in unseren Gefilden).
    Die Länge der Wasserleitungen spricht für sich:
    Blankenheim (15. Jhd.): 1 km
    Eifelwasserleitung (2. Jhd): 95 km.
     
  4. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Das wollte ich ja auch nicht in Abrede stellen. :winke:
     

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