Met bei den Südslawen?

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von SergejKorolev, 5. November 2008.

  1. Hallo!

    Mir fiel, als ich mal wieder ein Glas Met genossen habe, auf, dass das bulgarische Wort "met" um Grunde nichts anderes übersetzt heißt, als Honig.

    Da stellte sich mir eine Frage:

    Wo überall war das köstliche Getränk verbreitet? Kannten auch die Südslawen Met, neben dem Wein? Bis wie weit in den Süden kam das Met-Rezept?


    Gruß

    Sergej
     
  2. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Laut Wikipedia war die Met-Herstellung sehr weit verbreitet - nicht nur bei den Slawen - und ist später zurückgegangen, weil Bier und Wein billiger zu produzieren waren.
    In Äthiopien gibt es übrigens T'edj, ein metähnliches traditionelles Getränk. Lecker aber gefährlich.....
     
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  3. Ich habe selber nachgesehen, aber da stand mehr was von den Russen, und die haben das vielleicht auch von den Wikingern übernommen.

    Wie war das mit Byzanz. Kannten die Met?

    Aha, interessant.
     
  4. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Laut englischer Wiki war Met in der Zeit, als die Stadt Byzanz gegründet wurde, das bevorzugte Getränk der Griechen. Met dürfte also auch in Byzanz eine große Rolle gespielt haben. Ob sich dann aber in der Spätantike nicht eher der Wein durchgesetzt hat? Könnte sein.
     
  5. Maksim

    Maksim Gast

    Ich kenne Met sowohl in der klassischen Form, als Honigwein, wie auch in der abgewandelten Form des Medowucha . Letzmalig getrunken habe ich Met auf einem Mittelaltermarkt, dort unter Verwendung von Kirschen hergestellt / mit Kirschsaft gemischt. (Wird in dem von Turandokht genannten Wiki-Eintrag auch erwähnt)

    Bei der Frage nach der Verbreitung des Met-Rezeptes würde mich folgendes ebenfalls interessieren. Sicherlich kein "harter Fakt" und vermutlich künstlerische Freiheit ohne Wahrheitsgehalt.

    Im Film "Der 13te Krieger", basierend auf dem Roman von Michael Crichton "Schwarze Nebel" , findet nach einem Kampf ein Dialog zwischen dem Nordmann Herger und dem Muslim Ahmed Ibn Fahdlan statt. Herger bietet Ahmed sein Trinkhorn an, der lehnt dankend ab, mit der Begründung "Ich darf weder vergorenes aus der Traube noch aus Korn zu mir nehmen".

    Herger lacht, spricht "Honig, Met wird aus Honig gemacht", woraufhin Ahmed das Trinkhorn annimmt und daraus trinkt.

    Ich habe dazu hier nachgeschlagen, wurde nicht schlau daraus, würde daher gerne wissen ob Met in muslimischen Ländern bekannt ist / war und getrunken werden darf / durfte.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. November 2008
  6. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Ob die Araber zu Muhammads Zeiten Met kannten, weiß ich nicht. Aber im Koran wird "Wein" (khamr) - im Sinne von "berauschendes Getränk" - verboten. Man kann natürlich spitzfindig sein und nur die alkoholischen Getränke für verboten halten, die der Prophet (vermutlich) kannte, also lokale Erzeugnisse aus Trauben, Datteln usw. Aber die Koranauslegung besagt schon, daß sich das Verbot generell auf Alkohol bezieht.
    Wie jetzt jeder einzelne für sich die Sache auslegt, ist dann wieder eine andere Geschichte. In Zentralasien sagen sie auch, daß Qumys ja im Koran nicht veboten wird. Konnte auch nicht, weil Qumys nun wirklich nicht auf der Arabischen Halbinsel bekannt war. Streng genommen ist aber auch Qumys eben nicht gestattet.
     
  7. Ja, das kann schon möglich sein.

    Wie war das bei Steppenvölkern, wie den Hunnen.

    Haben die nur Kymis getrunken, oder auch met?
     
  8. Turandokht

    Turandokht Aktives Mitglied

    Erfahrungsgemäß haben die ALLES getrunken, was sie in die Finger bekamen. :D Ob sie aber Met selber hergestellt haben, kann ich Dir auch nicht sagen. :grübel:
     
  9. Maksim

    Maksim Gast

    Mein Gedanke hierzu wäre, dass Steppenvölker überwiegend (oder gar ausschließlich ?) nomadisieren. Wenn man nicht ausschließlich Honig von Wildbienen - sofern diese in der Steppe vorkommen (?) - nutzt, dann müsste man die domestizierten Bienenstöcke permanent transportieren. Kann man Bienenstöcke mit einer gewissen Regelmäßigkeit transportieren ?Mögen Bienen dies ?

    Jedenfalls herzlichen Dank für die bisherigen Antworten.
     
  10. Das ist in der Tat eine gute Frage.

    Aber, zB die Awaren, hatten ja auch seßhafte Slawen in ihrem Reich. Wäre ja gut möglich, das sie durch diese mit Met versorgt wurden.
     
  11. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    In den USA gibt es nomadisierende Großimker. Das Wandern ist also prinzipiell möglich Rätselhafter Exitus der Bienen - Das spurlose Sterben - Wissen - sueddeutsche.de
    Fraglich ist der für die Bienen ertragbare Rhythmus.
     
  12. Hmm, die Frage ist aber dann, ob es Belege gibt, ob es auch die europäischen Reitervölker gemacht haben.
     
  13. Bartek

    Bartek Aktives Mitglied

    In polnisch auch : miód bedeutet "Honig" und "Met" :)

    Schon die Romer haben hydromel und muslum gekennt und die Griechen - oinomeli und melititos.
    Heute wird Mel im Frankreich hydromel und in Italien idromele genannt, was seine altertumlicher Herkunft in diesen Lander beweisst.
    Romisches Hydromel war ein klassischer Met - also fermentierte Mischung von Honig und Wasser, oft mit Zutaten fur den bessere Geschmack. Muslum wurde aber aus Honig, Wasser und Wein vorbereitet. Im Griechen und Rom gab es auch melikraton - Getrank aus Honig, Wasser und Milk, der wahrend der religiosen Festen getrunken wurde.

    Uber Bienen, Honig und Met schreibt zB Columella in "Uber Landwirtschaft".
    Plinius der Altere nennt uber 100 Gattungen der Alkohol-Getranke, die nicht nur die verschiedenen Sorten von Wein waren.

    pozdrawiam :)
     
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  14. Ein sehr interessanter Beitrag.

    Also das Heißt, es wäre durchaus denkbar, das die Völker auf dem Balkan auch Met kannten und ihn genossen.

    Nur stellt sich dann wieder die Frage, bis wann.

    zB die Erzählungen des Khan Krum, der den byzantinischen Kaiser Nikephorus bezwang, besagen, das er aus dessen Schädel Wein trank. Bis wann wurde also Met auf dem Balkan genossen, und ab wann wurde es von Wein und Bier verdrängt?
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Gegenfrage: Welche vernünftigen Gründe sprechen gegen ein Nebeneinander der Getränke?
     
  16. Im Grunde gar nicht, aber...

    und wann ist das geschehen?
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich denke die Passage bei Wikipedia ist sehr schwammig formuliert.
    "Durch das Aufkommen von Bier im Norden und Wein im Süden Europas verringerte sich der Konsum von Met stetig, weil die Herstellung von Met im Vergleich zu Bier und Wein teurer und aufwändiger ist."
    Wein ist der Menschheit schon seit Jahrtausenden bekannt. Ebenso Formen von Bier. Dieser Verdrängungsprozess, der hier als plötzlich impliziert ist, muss sich ebenso über Jahrtausende vollzogen haben.
     
  18. Also das heißt:

    Das höchstwahrscheinlich noch bis ins tiefste Mittelalter Met auf dem Balkan verbreitet war.

    Wie ist es dann mit Schnäpsen? Wann sind die in Südost- und Osteuropa populär geworden?
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Schnapsherstellung wurde erst mit einem Kulturtransfer möglich: Dem Alambik (arab. al-inbīq), das ist ins Hochmittelalter zu verorten. Der Name des Geräts spricht wegen der Agglutination des Artikels und der extremen Imala (i > a) für eine Vermittlung über die iberische Halbinsel (alambique).

    Es kann aber auch sein, dass diese Gerätschaft erst mit dem Osmanischen Reich auf den Balkan gelangte. Da müsste man mal Quellenstudium betreiben.
     
  20. Murasaki

    Murasaki Neues Mitglied

    Hey Sergej,

    ich glaube, dass kann schon sein, dass die Russen den Met von den Wikingern übernommen haben.
    Schließlich war Fürst Rurik, der ja als Begründer Russlands gilt, skandinavischer Herkunft.
    Das erklärt wahrscheinlich auch, warum die Russen als trinkfreudig gelten.
    Angeblich sollen ja die Herrscher der Kiewer Rus nur zum christlichen Glauben übergetreten sein, weil man als Moslem kein Alkohol trinken darf.
    Aber ob das nun wirklich so war?
     

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