Neue archäologische Entdeckungen

Im ägyptischen Tal der Könige haben europäische Forscher Graffiti in "indischer Schrift" entdeckt. Dabei waren die Forscher überrascht, dass dies bisher noch niemanden zuvor aufgefallen ist. Wenn ich es richtig verstehe, haben verschiedene Personen in verschiedenen Schriftarten ihren Namen in den Gräbern hinterlassen, deren Schreiber man nach Nordwestindien, Westindien sowie Südindien verorten kann. Diese Graffiti werden zeitlich 1. bis 3. Jahrhundert uZ datiert. Demnach besuchten diese Menschen die Gräber während der römischen Kaiserzeit.

Tamil Brahmi inscriptions found in Egypt’s Valley of the Kings shed light on ancient trade links
 
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Der norwegische Archäologe Frans-Arne Stylegar hat eine These zu dem Ergebnis verschiedener Ausgrabungen entwickelt. Entlang der norwegischen Südwestküste finden Ausgräber Bootshäuser. Diese Häuser können Booten von bis zu 40 Meter Länge aufnehmen. Es gibt auch Fundstätten bei welchen mehrere diese Bootshäuser aufgereiht waren. Zeitlich fallen diese in einem Zeitraum von 180 uZ bis 540 uZ. Stylegar ist die Ähnlichkeit mit militärischen Bootshäusern im römischen Imperium aufgefallen. Stylegar vermutet, dass germanische Söldner solche Anlagen in römischen Diensten kennengelernt und diese dann in Skandinavien nachgebaut hätten. Dann stellt er sich die Frage, was machten die Germanen in Norwegen mit diesen Bootshäusern. Er vermutet, dass von dort aus Orte in Großbritannien und der gegenüberliegende Küste am Ärmelkanal überfallen wurden. In der römischen Literatur habe man diese Angreifer als Sachsen dokumentiert. Dies wäre aber kein geographischer beziehungsweise ethnischer Begriff, sondern einfach eine Beschreibung von Kriegern, welche einen Sax benutzt haben. Demnach sind die vermeintlichen Sachsen in Wirklichkeit "Norweger" gewesen.

The Vikings’ ancestors may have raided the North Sea coasts as early as the 3rd century
 
Aus dem Artikel: "Saxony is also the name of a geographical area in northern Germany. But this name only emerged later, in the early European Middle Ages."

Wenn es denn Stamm der Sachsen nie gab, müsste ein Großteil der spätantiken bzw frühmittelalterlichen Geschichte umgeschrieben werden...

Im fraglichen Zeitraum gab es laut herkömmlicher Geschichtsschreibung neben den Sachsen noch die Angeln und Jüten, die sich in Britannien breit machten. Diese stammten aus Jütland und mWn auch aus Schonen (heute Südschweden). Wäre interessant, wenn sich Südnorwegen als Ursprungsgegend dazugesellt. Aber die Schlüsse, die da gezogen werden, scheinen mir zu weitgehend.
 
Für mich stellt sich außerdem folgende Frage:
Wenn die Sachsen, die in der Spätantike Britannien und Nordgallien heimsuchten, in Wahrheit aus Norwegen stammten, wieso stellten die Norweger ihre Plünderungsfahrten dann zwischen dem 6. und dem späten 8. Jhdt. ein? Es war ja nicht so, dass die Kleinstaaten in Britannien unbedingt widerstandsfähiger gewesen wären als die römischen Provinzen zumindest noch im 3./4. Jhdt.
Wenn man hingegen traditionell davon ausgeht, dass die sächsischen Plünderer aus Kontinentaleuropa kamen, dann gingen eben die Plünderungen in Landnahmen über.
 
Für mich stellt sich außerdem folgende Frage:
Wenn die Sachsen, die in der Spätantike Britannien und Nordgallien heimsuchten, in Wahrheit aus Norwegen stammten, wieso stellten die Norweger ihre Plünderungsfahrten dann zwischen dem 6. und dem späten 8. Jhdt. ein? Es war ja nicht so, dass die Kleinstaaten in Britannien unbedingt widerstandsfähiger gewesen wären als die römischen Provinzen zumindest noch im 3./4. Jhdt.

Das könnte allerdings auch mit der "kleinen Eiszeit" von etwa 536 bis 660 zusammenhängen.

Klimasimulationen legen besonders starke Ernteeinbußen in Skandinavien und dem Baltikum nahe. In Skandinavien wurden im 6. Jh. viele Siedlungen aufgegeben, in manchen Regionen 75 % und mehr, auf Öland wurden anscheinend sämtliche der aus der Zeit bislang entdeckten 1300 Häuser verlassen.
Die Bevölkerungszahl könnte sich in etwa halbiert haben.
 
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