Nostradamus (Aufklärung unter Androhung)

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Mittelalter" wurde erstellt von Mohikaner74, 6. Dezember 2012.

  1. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    Ähm, ich glaube, Du verwechselst da etwas, das Geschichtsforum setzt sich mit Geschichte und nicht mit Geschichten auseinander. Das Forum für Geschichten und Phantasien ist eine Tür weiter. Und laß bitte die Finger von Kant.
     
  2. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Nein, ich verwechsle nichts. Ich komme wirklich aus der Märchenmorphologie (Historische Wurzel des Zaubermärchens usw.). Du hast mit deiner Vermutung recht. Und Märchen, Mythen, Legenden, Aberglaube usw. sind ein fester Bestandteil der Geschichte. Auch prägender Bestandteil.
     
  3. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    mag sein - aber was Nostradamus (16. Jh.) mit der philosoph. Aufklärung (17.-18. Jh.) zu tun haben soll *), wird dadurch nicht begreiflicher... :winke: --- warum formulierst du deine Frage(n) zu Nostradamus nicht etwas einfacher? (nebenbei: das dürfte ein Thema sein, das eher rezeptions- und kulturhistorisch zu sehen ist - es würde also allgemein in den Bereich Kulturgeschichte gehören)

    __________
    *) eigentlich hat das nichts miteinander zu tun...
     
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  4. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Nostradamus könnte der Vordenker der Aufklärung sein und die Wurzel gesetzt haben (= Aufklärungsstifter). So die seltsame Hypothese :)

    Im juristischen Sinne bedeutet Androhung: in Aussicht stellen eines zukünftigen Übels, wobei der Täter vorgibt, auf dessen Verwirklichung Einfluss zu haben. Kommt ungefähr hin. Nostradamus erschafft mit seinen Androhungen eine Zwangslage, die zum Erfahrenmüssen führt (Minerva, Myrmidonen und Akvilon). Das Problem "Absolute Fokusierung auf Jesus" wäre damit zumindest angegangen. Das ist aber nur ein Aspekt.

    + Inflation der Angst. Ausschlaggebend für sein Wirken waren wahrscheinlich die Eindrücke aus den Pestherden

    Bei der Themenzuordnung bin ich mir auch nicht sicher. Er ist ein Universalproblem.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Dezember 2012
  5. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Die Vorstellung, dass Nostradamus nicht im 17.-18. gelebt hat, weil er im 16. Jh. gestorben ist, ist in diesem Zusammenhang nicht unbedingt richtig.
    Zitat aus dem Brief an Heinrich: "[FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]Trotzdem werden jene, welchen die Böswilligkeit schlechter Sinne unverständlich ist, nach meinem Dahinscheiden von dieser Erde im Laufe der Zeit sehr viel mehr meine Schriften schätzen, als es zu meinen Lebzeiten der Fall ist[/FONT]...."
     
  6. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...nimm´s mir nicht übel, aber dieser Gedanke ist mir zu esoterisch... und ebenso ist mir völlig unbegreiflich, wie eine philosophische Idee (juristisch) angedroht werden kann :winke: (man wird Nostradamus kaum als Denk-Anregung bei Voltaire oder Kant finden)
     
  7. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    Eigentlich der Spruch des Jahres! :ironie:
    Eigentlich!:aua:
     
  8. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Die Bücher von Nostradamus waren zu Zeiten der Aufklärung der Top-Bestseller. Das ist keine Esoterik. Der Nachlass lebt doch fort.
    Ich habe schon verstanden, dass dich dieses Thema nicht begeistert. Aber vielleicht findet sich noch jemand.
     
  9. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Frage war doch, wie soll denn einer auf das 18. Jh. Einfluss nehmen können, wenn er ja bereits im 16. Jh. gestorben ist. Eigentlich!:aua:
     
  10. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Man sollte jedenfalls annehmen, daß es so herum bedeutend einfacher ist als umgekehrt.... :fs:

    Geschrieben hattest du jedenfalls:

    Zu gut Deutsch: er ist zwar im 16. JH gestorben, aber die Möglichkeit, daß er trotzdem im 17.-18. JH gelebt haben könnte, ist nicht komplett von der Hand zu weisen. Das könnte man jetzt kommentieren, wenn hier nicht auf Netiquette Wert gelegt würde...
     
  11. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Gelebt im Sinne von "ein Rätsel aufgegeben". Man kann aber darauf rumhacken. Müsste doch eigentlich klar, was ich meine.
     
  12. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Ich war jedenfalls nicht auf Diskussionen aus, sondern auf Nachhilfe. Sein Nachlass hat auch ein komplexes Eigenleben entwickelt. Über die letzten 500 Jahre müssten es bestimmt über 1.000 Bücher sein. Deshalb ist es auch für mich als Laie schwer hier auf Anhieb durchzublicken. Ich war auf der Suche nach Experten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Dezember 2012
  13. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Nein, es ist überhaupt nicht klar, was Du meinst, weil Du Dich durchgehend unverständlich ausdrückst. Dass das dann Diskussionen auslöst, sollte nicht verwundern. Es wäre nicht verkehrt, das als die gewünschte Nachhilfe durch Experten zu betrachten: Bring verständliche Beiträge und die Chance auf die von Dir gewünschten Antworten wird steigen.
     
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  14. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Was willst du dann konkret wissen?Es gibt sprachwissenschaftlich gesehen, kaum ein schwieriges Thema als Michel de Nostre-Dame.Sein Einfluss auf die Aufklärung?Kaum,begeistert hat der eher die Anti-Aufklärer,die Romantiker.
     
  15. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    ok, ich hätte das Wort -gelebt- in Anführungsstriche nehmen sollen.
     
  16. Mohikaner74

    Mohikaner74 Neues Mitglied

    Meine Frage war, ob er sich nicht als düsterer Prophet getarnt hat, um den Horizont seiner einfachen Zeitgenossen zu erweitern und zum Nachdenken anzuregen. So wie er auch Kochrezepte herausgegeben und Parfümerie hergestellt hat, um so was wie Lebensgenuss aufkommen zu lassen.
    Ich sehe keinen anderen Grund, warum er das einfache Volk z.B. mit Begriffen aus der griechischen Mythologie konfrontieren sollte, es sei denn seine eigentliche Botschaft war langfristige verdeckte Aufklärung. Die Ursache für diesen Aufwand vermute ich in seinen Eindrücken aus den Pestherden (Höllenangst).


    Und die Grundlage für diesen Annahme hat Nostradamus selbst geliefert: [FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]Aber zum [/FONT][FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]Verständnis[/FONT][FONT=Arial, Helvetica, sans-serif] sollen gewisse, [/FONT][FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]schreckliche Dinge[/FONT][FONT=Arial, Helvetica, sans-serif] nur in wenigen [/FONT][FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]Weissagungen[/FONT][FONT=Arial, Helvetica, sans-serif] berührt
    werden.
    [/FONT]


    [FONT=Arial, Helvetica, sans-serif]
    [/FONT]
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Also ist deine Hypothese, dass Nostradamus Volksnähe durch den Einbau von Verständnishürden schaffen wollte? Das erscheint zunächst nicht sehr plausibel.
     
  18. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Gut.Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe,versuchte Nostradamus in seinen düsteren Versen etwas unterzubringen was den Zeitgenossen so nicht zuzumuten war.

    Das hat es tatsächlich gegeben.Siehe den Spruch von Rabelais-science sans conscience n'est que ruine de l'âme-also Wissen ohne Gewissen ruiniert die Seele-.Typische Warnung am Anfang eines Werkes das den Zeitgenossen überforderte.
     
  19. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun ja,ich glaube,ich weiß,worauf Du hinaus willst:
    Aber Michel de Nostredame war ein Mensch der Renaissance und als Apotheker und Produzent von Pharmazeutika, Kosmetika und Konfitüren sowie Herausgeber eines Almanachs gehört er zu den gebildeten und vermögenden Ständen des aufstrebenden Bürgertums.
    Das Geistesleben der damaligen Zeit war gekennzeichnet durch die Ablösung des theozentrischen Weltbilds des Mittelalters durch eine stärker anthropozentrische Sicht der Dinge. Es kam zu einem stärkeren Einfluss der Naturwissenschaften und der humanistischen Bildung und außerhalb des religiösen Kontextes gesetzt wurden Wissenschaft und Bildung zum Selbstzweck . Insoweit lag in dieser säkularen Geisteshaltung bereits ein aufklärerischer Ansatz
    Das trifft allerdings für fast alle Gelehrten des Humanismus und der Renaissance zu, so daß alle mehr oder weniger als Vorläufer der Aufklärung zu sehen sind.Insoweit ist es nicht verwunderlich,daß deren Gedanken und Erkenntnisse sich auch bei Nostradamus wiederspiegeln.
    Daß viele seiner Prophezeihungen Paraphrasen humanistischer oder antiker Texte sind ist ebenso bekannt wie die Tatsache,daß die astrologische Quelle seiner Prophezeihungen in den Arcandam-Büchern von Richard Roussat zu suchen ist,da er selbst von Astrologie erwiesenermaßen wohl wenig verstand .
    Das ganze könnte den Gedanken nahe legen,daß hier unter dem Deckmantel eines astrologischen Almanachs humanistisches und damit voraufklärerisches Gedankengut verbreitet werden sollte.
    Dem widerspricht jedoch die für Mit- und Nachwelt gleichermaßen schwer verständliche metaphorische Sprachwahl, die eher zur Mystifizierung dient als für Klarheit sorgt.

    Wenn man die Sache mal pragmatisch betrachtet, dann war Michel de Nostredame ein cleverer Geschäftsmann,der mit seinem Almanach , der sich an ein gebildetes und wohlhabendes Publikum wendete ein kleines Vermögen verdiente. Also hat er gängige Literatur plagiatiert und in seinen Prophezeihungen verarbeitet um ihnen den Anspruch von Wissenschaftlichkeit und Seriosität zu geben- ein Verfahren das Quacksalber, Astrologen und andere "Grenzwissenschaftler" heute noch mit Erfolg anwenden.- Also keine Spur von Aufklärung,eher von Vernebelung und Geschäftssinn.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Februar 2013
  20. Isleifson

    Isleifson Gesperrt

    Alors mon ami, den Dom noch nicht bestiegen?
     

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