Reste des Heidentums in der Folklore

In einigen Regionen wurde das Narrenfest in den letzten 12 Tagen des Jahres gefeiert (in anderen allerdings erst um Epifania), die Saturnalien laut wiki zuletzt von 17. bis zum 30. Dez. Insofern wäre dies immerhin ein Indiz.

Vorsicht, die alte Monatzählung ist eine andere. Heute sind September, Oktober, November und Dezember der 9. - 12. Monat. Wenn du dir aber die Bedeutung der Monatsnamen klar machst, dann handelt es sich dabei um den siebten bis zehnten Monat von zwölf.
 
Vorsicht, die alte Monatzählung ist eine andere. Heute sind September, Oktober, November und Dezember der 9. - 12. Monat. Wenn du dir aber die Bedeutung der Monatsnamen klar machst, dann handelt es sich dabei um den siebten bis zehnten Monat von zwölf.

Beziehen sich die Zeitangaben in Wikipedia bez. Saturnalien auf die Zeit vor dem julianischen Kalender ? (Mir ist schon klar, das der Dezember der "Zehnte" ist).
 
Vorsicht, die alte Monatzählung ist eine andere. Heute sind September, Oktober, November und Dezember der 9. - 12. Monat. Wenn du dir aber die Bedeutung der Monatsnamen klar machst, dann handelt es sich dabei um den siebten bis zehnten Monat von zwölf.
Das betrifft aber nur den ganz frühen römischen Kalender, bei dem der 1. März den Jahresanfang darstellte. 153 v.Chr. wurde der Jahresbeginn auf den 1. Januar verlegt.
 
Ich weiß nur, dass im Mittelalter die Auffassung, wann der Jahreswechsel sei, nicht mit unserem übereinstimmt. Er fand zumindest in den karolingischen Erbreichen häufig erst rund um den ersten März statt (wobei ich nie ganz begriffen habe, ob der erste März da ein Fixdatum war oder ob da nicht noch die Osterberechnung mit im Spiel war).
 
Nicht ganz richtig. Laut Grotefend (11 c) nutzte die kaiserliche Kanzlei seit Karolingischer Zeit und auch die westfränkischen Karolinger den 25. Dezember als Jahresanfang. Daher ist die Kaiserkrönung Karls zeitgenössisch auch unter 801 verzeichnet. Den 1.März hätten die Merowinger genutzt. (13 a)

Trotz der verschiedenen Jahresanfangsstile soll, wieder nach Grotefend, der 1.Januar gleichsam als bürgerlicher Jahresanfang das Mittelalter überdauert haben. Er zählt auf:

1. 1. Januar. Circumcisionsstil.
2. 1. März. Vorcäsarischer Jahresanfang.
3. 25. März. Annunciationsstil (Marienjahr)
4. Ostern. Osteranfang.
5. 1.September. Byzantinischen Jahresanfang.
6. 25. Dezember. Weihnachtsanfang.

Edit: Heidnische Abweichungen scheint es wenig gegeben zu haben: 1. März: Außer den Merowingern Venedig (bis 1797) und Russland (bis Mitte 13. Jh.).

1. Januar wird für Skandinavien aufgrund von Rückschlüssen als Alternative für den Weihnachtsanfang vermutet. Die spanische Ära (5.Jh. bis um 1500) begann ebenfalls mit dem 1. Januar. Sonst taucht er im Laufe des Mittelalters auf, setzt sich aber erst in der Neuzeit durch. Trotz der Bemerkung zum 'bürgerlichen Jahresanfang'.

(Der Byzantinische Jahresanfang wurde in Süditalien teilweise bis weit in die Neuzeit genutzt, in Russland war er vom 13. Jh. bis 1701 vorherrschend.)
 
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Ich weiß nur, dass im Mittelalter die Auffassung, wann der Jahreswechsel sei, nicht mit unserem übereinstimmt. Er fand zumindest in den karolingischen Erbreichen häufig erst rund um den ersten März statt (wobei ich nie ganz begriffen habe, ob der erste März da ein Fixdatum war oder ob da nicht noch die Osterberechnung mit im Spiel war).

Eine ähnliche Diskussion hatten wir auch hier http://www.geschichtsforum.de/f32/keltisches-kalendarium-am-glauberg-17019/index5.html

Ginzel spricht im Band III (Handbuch der mathematischen und technischen Chronologie) von einer "archaischen" Zweiteilung des Jahres bei den altgermanischen Gentes, einer Zählung nach Wintern.
"Beda (im 8.Jahrh. ) spricht noch von Halbjahren und läßt die Monatsreihe der Angelsachsen mit dem Spätherbst beginnen. Auf die Trennungslinie dieser Zweiteilung des Jahres, die Zeit der Tag - und Nachtgleichen, wird man früh aufmerksam geworden sein, ohne natürlich diesen Zeitpunkt des Jahres näher angeben zu können. Die großen Opferfeste der Germanen, welche auf Kosten der Stämme und Staaten gefeiert wurden, verhalfen dann zur Dreiteilung des Jahres (Vorsommer,Ernte, Totenfest, Einf.von mir):... daher finden wir bei Tacitus die Nachricht über die Germanen, dass diesen nur für Winter,Frühjahr und Sommer Begriffe und Namen hätten, und dass der Herbst ihnen nach Namen und Gaben unbekannt sei."
Unten schwedische Runenkalender aus dem 17.Jahrhundert:
Die gezeigten Stabkalender mit Griff und Knauf wurden nach alter Tradition von Vertretern der bäuerlichen Bevölkerung geschnitzt, zu einer Zeit, als die Kunst der Anfertigung von Runenkalendern dabei war zu verfallen. Jede Seite eines Stabes ist von links nach rechts zu lesen und gibt eine Jahreshälfte wieder. Diese reicht bei dem oberen Stab auf der einen Seite vom 8. Januar bis zum 9. Juli und auf der anderen vom 10. Juli bis zum 7. Januar. Der Stab darunter ist durch die eingeschnitzte Jahreszahl 1638 genau zu datieren und zeigt auf einer Seite die Sommer- und auf der anderen die Winterhälfte, die vom 16. April bis zum 7. Oktober bzw. vom 8. Oktober bis zum 15. April reicht.
 

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Es müsste belegt werden, dass dem Weihnachtsdatum 25. Dezember ein Sol-Invictus-Festdatum vorausging.
Das Geburtsdatum ist auch heute noch unbekannt.

Für die leidige Frage, inwieweit die Wintersonnenwende als Geburtstag der Sonne anzusehen ist, habe ich vielleicht doch noch eine Quelle gefunden, Kaiser Julian Hymne 4 an Helios (156b,c); den Text gibt es auf wikisource
Hymn to King Helios in Englisch:

Before the beginning of the year, at the end of the month which is called after Kronos,[i.e. December] we celebrate in honour of Helios the most splendid games, and we dedicate the festival to the Invincible Sun. And after this it is not lawful to perform any of the shows that belong to the last month, gloomy as they are, though necessary. But, in the cycle, immediately after the end of the Kronia [The festival of Saturn, the Saturnalia, was celebrated by the Latins at the close of December, and corresponds to our Christmas holidays. Saturn was identified with the Greek god Kronos, and Julian uses the Greek word for the festival in order to avoid, according to sophistic etiquette, a Latin name.] follow the Heliaia. That festival may the ruling gods grant me to praise and to celebrate with sacrifice! And above all the others may Helios himself, the King of the All, grant me this, even he who from eternity has proceeded from the generative substance of the Good: even he who is midmost of the midmost intellectual gods; who fills them with continuity and endless beauty and superabundance of generative power and perfect reason, yea with all blessings at once, and independently of time!

Hier wird also ausdrücklich das Fest des Helios auf die Wintersonnenwende gelegt, was auch aus den Ausführungen vor §156 besprochen wird. Es wird auf das "splendid" Fest eingegangen, das explizit dem Sol Invictus gewidmet ist. Ich meine, das ist doch relativ eindeutig, auch wenn Aurelian's Name hier nicht fällt.
 
Für die leidige Frage, inwieweit die Wintersonnenwende als Geburtstag der Sonne anzusehen ist, habe ich vielleicht doch noch eine Quelle gefunden, Kaiser Julian Hymne 4 an Helios (156b,c)

Inwiefern belegt eine Rede Julians aus dem Jahr 362 ein Sol-Invictus-Fest für die vorkonstantinische Zeit?
 
Inwiefern belegt eine Rede Julians aus dem Jahr 362 ein Sol-Invictus-Fest für die vorkonstantinische Zeit?
Hier kann ich nur nach Ausschlussverfahren argumentieren. Kann man sich für Konstantin und seine christlichen Söhne vorstellen, ein Fest für Sol Invictus arrangiert zu haben? Nein, besonders wenn man sich den Christus-Mythos Konstantins an der Milvischen Brücke vor Augen führt: da hat Sol versagt. Auch die vielfältigen Tetrarchien hatten keine kultischen Absichten, sondern rein machtpolitische. Wenn ich Diokletian betrachte, dann fällt mir jene Inschrift in Carnuntum zu Sol Invictus ein. Ich kenne sie nicht, nehme aber an, dass sie Bezug nimmt auf einen schon bestehenden Kult, und damit wäre die Frage schon fast beantwortet. Was nun die Kaiser davor betrifft: Tacitus, Florianius, Probus und Carus... Nun ja, Tacitus war gerade 1 Jahr an der Macht, Probus war ständig in der Schlacht, auch Carus, gerade mal 1 Jahr im Amt, vor allem im Krieg. Zeit genug für die Einrichtung solcher Feste hätte Diocletian gehabt, aber hiervon ist m.W. nichts überliefert, also bleibt Aurelian übrig.
Wie auch immer, was man von den Soldatenkaisern weiß: dass NACH Konstantin ein solches Fest gegründet wurde, halte ich für abwegig.
 
Kann man sich für Konstantin und seine christlichen Söhne vorstellen, ein Fest für Sol Invictus arrangiert zu haben?
Konstantin war weiterhin Pontifex Maximus und wurde erst getauft als er bereits im Sterben lag. Auf dem Konstantinsbogen, der den Sieg bei der Milvischen Brücke feiert, fehlen christliche Motive. Die Siegesgöttin Victoria wird bspw. aber dargestellt.
 
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Kann man sich für Konstantin und seine christlichen Söhne vorstellen, ein Fest für Sol Invictus arrangiert zu haben?.

Warum denn nicht?

Konstantin hat bekanntlich vor ziemlich genau 1700 Jahren (3. März 321) den Tag der Sonne zum gesetzlichen Ruhetag erhoben.

"Omnes iudices urbanaeque plebes et artium officia cunctarum venerabili die solis quiescant. ruri tamen positi agrorum culturae libere licenterque inserviant, quoniam frequenter evenit, ut non alio aptius die frumenta sulcis aut vineae scobibus commendentur, ne occasione momenti pereat commoditas caelesti provisione concessa."

"Kaiser Konstantin an Helpidius: Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die gesamte Gewerbetätigkeit sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen. Nichtsdestoweniger sollen die Landleute den Anbau der Felder frei und ungehindert betreiben,weil es sich ja häufig trifft, daß kein anderer Tag ebenfalls geeignet ist, Getreide auszusäen oder Weinstöcke einzupflanzen, damit nicht zugleich mit der günstigen Gelegenheit des Augenblicks der durch die himmlische Vorsorge verliehene Vorteil verloren gehe."
 
Mein gestriger Beitrag um 21:19 Uhr wurde im Thread Was waren Beweise gegen die griechischen Götter/Religion? wegen OT gelöscht. Ich folge der Anregung Sepiolas auf und poste ihn – umformuliert und ergänzt – hier noch einmal:

Weder gibt es einen quellenmäßigen Hinweis darauf, dass Aurelian am 25. Dezember irgendeinen Tempel geweiht hat noch gibt es einen quellenmäßigen Hinweis darauf, dass Aurelian den 25. Dezember als Feiertag für irgendwas bestimmt hat.
Ich akzeptiere diesen Einwand: Die von mehreren Historikern erwähnte 25. Dezember 274 als Sol-Tempel-Einweihung und die Bestimmung des Tags als Feiertag ist anscheinend nicht belegt.

Im Gegensatz dazu gibt es ein Indiz, dass Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde: Die armenische Kirche, die ja älter als die römische ist, feiert nach wie vor die Christi Geburt am 6. Januar – Zitat:

Die Armenische Apostolische Kirche hält am umfassenden Festtermin vom 6. Januar fest. Da in dieser Kirche weiterhin nach julianischem Kalender gerechnet wird, fällt dieses Fest nach gregorianischem Kalender auf den 19. Januar.

Mithras, auch Sol invictus genannt, wurde am 25. Dezember in einer Höhle geboren; Kirchenväter* polemisierten zwar gegen dieses Datum, aber sie können die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, dass der Mithraskult älter ist und damit auch älteren Anspruch auf dieses Datum hat. Siehe dazu auch dieses Zitat:

Die Übernahme des Dies solis invicti (Geburtstag des Mithras) am 25. Dezember durch das Christentum und dessen Umdeutung zum Geburtstag Jesu, festgelegt durch einen Bischof von Rom im 4. Jahrhundert, ist weitgehend unbestritten.

* Zitate:

Justin der Märtyrer († um 165):

Deutlich spricht er nun in dieser Prophetie einerseits von dem S. 117 Brote, welches unser Christus uns gegeben hat zur Erinnerung daran, daß er Fleisch geworden ist um seiner Gläubigen willen, deretwegen er auch gelitten hat; deutlich spricht er in dieser Prophetie andererseits von dem Kelche, welchen er in der Eucharistie uns gegeben hat zur Erinnerung an sein Blut6. Auch das offenbart diese Prophetie, daß wir eben Jesus als einen König, von Herrlichkeit umgeben, sehen werden7.

Kommentar des Übersetzers: Justin stellt die christliche Feier der Eucharistie dem Brauche der Mithra-Verehrer entgegen, bei den Weihen eines neuen Jüngers Brot und einen Becher Wasser vorzusetzen. Von der Herrlichkeit des messianischen Königs spricht er wohl, da Mithra als Sonnengott galt. Justin setzt voraus, daß die Lehren der Mithrareligion allgemein bekannt sind.

Weiter Justin der Märtyrer:

Wenn ich, o Tryphon“, fuhr ich fort, „von Perseus8 höre, er sei von einer Jungfrau geboren worden, dann weiß ich, daß auch diese Erzählung eine Nachäffung durch die trügerische Schlange ist.

Mein Kommentar: Auch hier ist es erkennbar, wie Justin sogar versucht, die Legende von der Geburt Jesu als älter darzustellen als die von Perseus. :D


Tertullian († um 220):

… von den Kämpen des Mithras. Diese werden bei der Aufnahme durch den Weiheakt in der Höhle, dem wahrhaftigen S. 263 Heerlager der Finsternis, ermahnt, den dargebotenen, gleichsam zur Nachäffung des Martyriums auf einem Schwerte steckenden und ihnen sodann auf den Kopf gesetzten Kranz mit abwehrender Hand vom Kopf zu entfernen und ihn womöglich auf die Schulter hinüberzuschieben mit den Worten: „Mithras ist mein Kranz,“

Mein Kommentar: Auch hier – und anderen Stellen – ist vom Nachäffen die Rede.


Hieronymus († 420):

Für unsere Ansicht entscheidet sich auch die Natur; die Welt selbst ist Zeuge für unsere Worte. Bis zu diesem Tage nimmt die Finsternis zu, von diesem Tage an nimmt die Dunkelheit ab. Das Licht wächst, die Finsternis schwindet. Der helle Tag nimmt zu, der Irrtum weicht, die Wahrheit rückt vor. Heute wird uns die Sonne der Gerechtigkeit geboren.

Dazu der Kommentar der Übersetzer: Dieser Hinweis auf das Zeugnis der Natur legt die Vermutung nahe, daß der in der spätrömischen Zeit eifrig gepflegte Mithraskult, eine Huldigung an den Sonnengott, den Christen Veranlassung gab, das Weihnachtsfest auf den 25. Dezember, den Geburtstag des Mithras, zu verlegen, um das heidnische Fest durch ein christliches zu verdrängen und der wachsenden Kraft der Sonne das neue Licht der Welt entgegenzustellen.


https://bkv.unifr.ch/works/7/compare/17/106076/465] Augustinus von Hippo (354-430)[/url]:

Die Juden sprachen nämlich: „In sechsundvierzig S. 152 Jahren wurde der Tempel gebaut.“1 Nun gibt sechs mal sechsundvierzig zweihundertsechsundsiebenzig. So viele Tage machen aber neun Monate und sechs Tage aus. Diese Zeitdauer nimmt man für zehn Monate und rechnet sie für schwangere Frauen, nicht weil etwa alle bis zum sechsten Tag nach dem neunten Monate kommen, sondern weil, wie man weiß, der vollkommene Leib des Herrn nach soviel Tagen geboren wurde, wie das kirchliche Lehramt von den Vorfahren als Erbgut empfing und bewahrt. Wir glauben nämlich, daß er am 25. März empfangen wurde, an dem er auch gelitten hat — dem neuen Grabmal, in das er gelegt wurde, in das noch kein Toter gelegt worden war,2 weder vorher noch nachher, entspricht der Schoß der Jungfrau, in dem er empfangen wurde und sonst kein Sterblicher. Geboren wurde er aber nach der Überlieferung am 25. Dezember.

Mein Kommentar: Die Begründung für diese Behauptung ist abenteuerlich.
 
Im Gegensatz dazu gibt es ein Indiz, dass Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde
Das Geburtsdatum von Jesus ist nicht verbürgt; aus irgendwelchen Festen, die später gefeiert wurden, lassen sich weder Indizien für noch Indizien gegen ein historisches Geburtsdatum gewinnen.

: Die armenische Kirche, die ja älter als die römische ist, feiert nach wie vor die Christi Geburt am 6. Januar – Zitat:
Die armenische Kirche ist nicht älter als die römische, sie gilt nur als die älteste Staatskirche der Welt.

Schau mal, was ich in diesem Thread schon geschrieben habe:

Das mit dem Mai habe ich inzwischen gefunden, bei Clemens von Alexandria:
"Manche wollen mit übertriebener Genauigkeit bei der Geburt unseres Heilands nicht nur das Jahr, sondern auch den Tag angeben; sie setzen die Geburt in das 28. Jahr des Augustus, und zwar auf den 25. Pachon."
https://www.unifr.ch/bkv/kapitel167-44.htm

Der 25. Pachon entspricht dem 20. Mai.

O wie wundervoll ist die Vorsehung, dass an dem Tag, an welchem die Sonne geboren ist (...), Christus geboren wurde.
Das vollständige Zitat lautet:

O quam praeclara et divina Domini providentia! ut in illo die quo factus est sol, in ipso die nasceretur Christus, V kl. apr. feria IV

Cyprianus_Carthaginensis_Incertus_cps2

An den 5. Kalenden des April also, am 4. Wochentag.

Das Datum lautet klipp und klar: Mittwoch, der 28. März.

Mithras, auch Sol invictus genannt, wurde am 25. Dezember in einer Höhle geboren
Hast Du denn einen einzigen Quellenbeleg, der die Geburt des Mithras auf den 25. Dezember legt?

Kirchenväter* polemisierten zwar gegen dieses Datum
Leider hast Du versäumt, ein Zitat eines Kirchenvaters aufzutreiben, in dem gegen das Datum polemisiert wird.

Siehe dazu auch dieses Zitat:

Die Übernahme des Dies solis invicti (Geburtstag des Mithras) am 25. Dezember durch das Christentum und dessen Umdeutung zum Geburtstag Jesu, festgelegt durch einen Bischof von Rom im 4. Jahrhundert, ist weitgehend unbestritten.
Was heißt denn "weitgehend"? Dass die große Masse ungeprüft abschreibt, was irgendwer mal behauptet hat. Wer sich in Fachkreisen mit solcherlei Behauptungen exponiert, erntet Gegenwind.

"Noch ein Topos, der des 'Geburtstags des Mithras' = der Sonne am 25. Dez. wird weitergetragen, als ob er ein unerschütterliches Faktum statt eines ausgedienten Mißverständnisses eines Eintrags im Kalendar von 354 wäre." (Richard Gordon Manfred Clauss, Mithras. Kult und Mysterium )

"Es gibt keine Indizien für eine ältere Festtradition in den sogenannten Mysterienreligionen, insbesondere nicht - wie gelegentlich zu lesen - im Mithraskult." (Martin Wallraff Christus verus sol )
 
Konstantin hat bekanntlich vor ziemlich genau 1700 Jahren (3. März 321) den Tag der Sonne zum gesetzlichen Ruhetag erhoben.
Ich habe mir zum Thema den Artikel von Herrmann Usener zum Sol Invictus durchgelesen (H. Usener, Sol invictus, Rheinisches Museum, 1905). Anhand von Münzfunden zeigt er die Bedeutung des Sonnengottes im Kaisertum schon vor Aurelian auf, führt dessen Münzen an, aber auch die des Probus, ebenso des jüngeren Konstantin, macht aber auch deutlich, dass diese Form der Münzprägung um 323 aufgehört hat, passt also ungefähr vom Datum her, was Sepiola zum Feiertag der Sonne i.J. 321 geschrieben hat:
... dass die Prägung des Sonnengottes unter den bekannten Legenden seit dem J. 323 aufhört; selbst die Münzen mit claritas rei publicae gehören der mit 323 abgesohlossenen Epoche an: der Übergang hatte sich vorbereitet, schon als die Verwendung von Soli invicto (comiti) durch Constantin noch gestattet wurde. Den Wendepunkt bildet, wie schon Hettner bemerkt hat, die Entscheidungsschlacht gegen Licinius (Juli 323). Constantin ging aus ihr als Alleinherrscher hervor, er war jetzt durch keine Rücksichten auf Mitherrscher mehr gehindert, die Folgerungen seines Übertritts zum Christentum zu ziehen." (S.479)
Schon einige Prägungen Konstantins vor 323 wurden nicht mehr mit "Sol" betitelt, sondern mit "claritas rei publicae", allerdings mit dem Bild des Sol. (Man wollte wohl die Prägestempel nicht wegwerfen, ergänze ich.^^)

Des Weiteren gilt, dass unter Constinus II und Crispus die Verwendung des Soli invicto comiti sehr selten wurde und bei Constans und Constantius überhaupt keine Götter mehr auf den Münzen erscheinen, auch nicht die Sonne. (S.478f)
 
Hier unterliegst du einem Denkfehler: Du musst nicht belegen, dass Jesus nicht am 25. Dezember geboren wurde, weil das niemand hier glaubt.

Das Geburtsdatum von Jesus ist nicht verbürgt; aus irgendwelchen Festen, die später gefeiert wurden, lassen sich weder Indizien für noch Indizien gegen ein historisches Geburtsdatum gewinnen.
Doch – die Tatsache, dass die Kirchenväter den Tag der Wintersonnenwende, der schon in prähistorischer Zeit – in der Kaiserzeit dann als Geburtstag des Sol invictus – gefeiert wurde, reichlich spät für Jesus reklamierten, sprich dagegen. Auch deren Schriften, die Mithras den Titel Sol invictus absprachen und dazu abenteuerliche Begründungen lieferten, deuten darauf, dass Mithras zuerst diesen Titel trug; ob Mithras wirklich am 25. Dezember geboren wurde, spielt deswegen fast keine Rolle mehr.

Die armenische Kirche ist nicht älter als die römische, sie gilt nur als die älteste Staatskirche der Welt.
Stimmt. Doch das ist nicht wesentlich, sondern dass die armenische Kirche dieses ganze Brimborium, das die römische Kirche um den 25. Dezember als Geburtstag Jesu veranstaltete, nicht mitmachte und bis heute am 6. Januar als Geburt und Taufe Jesu festhält, was schon damals nichts mit der Sonnenwende zu tun hatte und nach gregorianischem Kalender jetzt (allerdings nur in Tiflis und Jerusalem) auf den 19. Januar fällt.

Leider hast Du versäumt, ein Zitat eines Kirchenvaters aufzutreiben, in dem gegen das Datum polemisiert wird.
Sorry, das war ich ungenau: Kirchenväter polemisierten nicht gegen das Datum, sondern gegen Mithras als Sol invictus, der, also dieser Sol invictus, zweifellos am 25. Dezember Geburtstag hatte.

Was heißt denn "weitgehend"? Dass die große Masse ungeprüft abschreibt, was irgendwer mal behauptet hat. Wer sich in Fachkreisen mit solcherlei Behauptungen exponiert, erntet Gegenwind.
Wenn dieses „weitgehen unbestritten“ in der Wikipedia nicht stimmt, dann schlage ich vor, dort für eine Änderung zu sorgen. Ich als Laie kann das nicht.
 
Ich habe mir zum Thema den Artikel von Herrmann Usener zum Sol Invictus durchgelesen
Da hätte ich noch etwas Neueres dazu:
Ein Abschied in Gold. Konstantin und Sol invictus, in: Konstantin der Große. Zwischen Sol und Christus, ed. K. Ehling – G. Weber, Mainz: Philipp von Zabern 2011, 53–63

"Von einer kompromissorientierten Anpassung der kaiserlichen Selbstdarstellung zeugt auch eine Reform der Heereskulte, die Konstantin spätestens im Jahr 321 durchführen ließ. Das neue Ritual wurde am dies Solis, dem Tag des Sol (dem heutigen Sonntag), durchgeführt. Die Soldaten richteten die Hände und den Blick gen Himmel (zur Sonne?) und sprachen gemeinsam ein bekenntnishaftes Gebet, mit dem eine nicht näher bezeichnete Gottheit um Verleihung militärischer Siege und Bewahrung der konstantinischen Dynastie ersucht wurde. Dieser neue Ritus zielte offenbar auf einen Ausgleich zwischen paganen und christlichen Ansprüchen an die kultischen Vollzüge im Heer ab: Das Gebet verzichtete auf die Nennung des Namens der angerufenen Gottheit, konnte also sowohl von nichtchristlichen Soldaten als henotheistisches Gebet für eine summa divinitas wie von Christen als monotheistisches Gebet für den christlichen Gott verstanden werden. Solare Sinnbezüge prägten zwar in hohem Maße das Ritual, enthielten aber keine expliziten Verweise mehr auf den paganen Sonnengott."
 
Doch – die Tatsache, dass die Kirchenväter den Tag der Wintersonnenwende, der schon in prähistorischer Zeit – in der Kaiserzeit dann als Geburtstag des Sol invictus – gefeiert wurde, reichlich spät für Jesus reklamierten, sprich dagegen.

Wogegen spricht das denn?

Den meisten frühen Kirchenvätern war es schlicht wurscht, an welchem Tag Jesus geboren worden war, einige hielten es sogar für Blödsinn, einen genauen Tag angeben zu wollen. Wieder andere griffen das eine oder andere der fiktiven Geburtsdaten auf und versuchten, ihm einen Sinn abzugewinnen.

Der von mir oben erwähnte Turiner Bischof Maximus fand, das mit der Geburt am 25. Dezember hätte Gott super eingerichtet, nämlich genau zwischen den Festen der Heiden, nämlich den Saturnalia (17. Dezember) und den Kalenden des Januar (Neujahr). (Ein erwähnenswertes heidnisches Fest am 25. Dezember scheint in Turin niemandem geläufig gewesen zu sein.)

Sorry, das war ich ungenau: Kirchenväter polemisierten nicht gegen das Datum, sondern gegen Mithras als Sol invictus
Ja, dann zitier doch bitte jetzt mal genau: Welcher Kirchenvater erwähnt "Mithras als Sol invictus"?

Doch das ist nicht wesentlich, sondern dass die armenische Kirche dieses ganze Brimborium, das die römische Kirche um den 25. Dezember als Geburtstag Jesu veranstaltete, nicht mitmachte
Ja, und weiter? Die äthiopische Kirche hat es mitgemacht - dafür hat sie wiederum einige andere Dinge nicht mitgemacht, die die armenische Kirche mitgemacht hat. Was ist damit belegt, außer dass sich verschiedene Dinge in verschiedenen Kirchen verschieden entwickelt haben?
 

Vielleicht wäre der Hinweis noch angebracht, dass die frühen Christen von Geburtstagsfeiern allgemein wohl nicht viel gehalten haben. In der 8. Predigt zum Buch Leviticus sagt Origenes:

Nemo ex omnibus sanctis invenitur diem festum vel convivium magnum egisse in die natalis sui, nemo invenitur habuisse laetitiam in die natalis filii vel filiae suae; soli peccatores super huiusmodi nativitate laetantur. Invenimus etenim in veteri quidem testamento Pharaonem, regem Aegypti, diem natalis sui cum festivitate celebrantem, in novo vero testamento Herodem. Uterque tamen eorum ipsam festivitatem natalis sui profusione humani sanguinis cruentavit. Ille enim 'praepositum pistorum', hic sanctum prophetam lohannem obtruncavit 'in carcere'. Sancti vero non solum non agunt festivitatem in die natalis sui, sed et Spiritu sancto repleti exsecrantur hunc diem.
=
Man findet niemand unter allen Heiligen, der seinen Geburtstag als Festtag oder mit einem großen Gastmahl begeht, man findet niemand, der sich am Geburtstag seiner Söhne oder Töchter erfreut; nur die Sünder freuen sich über derlei Geburten. Wir finden allerdings im Alten Testament den Pharao, Ägyptens König, seinen Geburtstag feiern, und im Neuen Testament den Herodes. Jeder von beiden hat ja seine Geburtsfestlichkeit mit vergossenem Menschenblut besudelt. Jener hat nämlich den Oberbäcker, dieser den heiligen Propheten Johannes im Kerker niedermetzeln lassen. Die Heiligen aber begehen nicht nur keine Festlichkeit an ihrem Geburtstag, sondern vom Heiligen Geist erfüllt verwünschen sie diesen Tag. [Origines führt als Beispiele aus dem Alten Testament Jeremias und Hiob an]​
Origenes Werke ; : Origen : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive
 
Welcher Kirchenvater erwähnt "Mithras als Sol invictus"?
Das habe bereits in meinem gestrigen Beitrag getan, in dem ich auf Justin den Märtyrer verwies. Justinus sagt das nicht explizit, aber aus dem Zusammenhang ist es ersichtlich, was er meinte.

Auch wird Sonntag (dies solis, also Tag der Sonne) vom Konstantin zum freien Tag erklärt, was eher auf Mithras als Sol invictus deutet, der ja von allem bei den Soldaten beliebt war; und wenn man Eusebius von Cäsarea († um 340) glauben will, befahl Konstantin seinen (heidnischen) Soldaten am Sonntag zu einem Gott zu beten, was auch jenen möglich war, die an Mithras glaubten.

PS: Ah, ich sehe gerade, dass du diesen letzten Punkt heute um 15:40 Uhr schon viel besser erklärt hast.
 
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