Sachsen-Anhalt - römische Lager, Funde, Interessantes

sollte nicht wundern, da sie durch das Elbsandsteingebirge fließt ;)
Fahr mal mit deiner Maus über meinen Beitrag.

Aus einem anderen Thread:

Zum Altar: Im vorliegenden Fall ging es angeblich um Sandstein, der abgebrochen und für einen Schleusenbau verwendet worden sein soll. Schleusen aus Sandstein gibt es hier, aber ohne etwas Römisches. Sandstein kommt aber hier örtlich nicht vor. Man hätte ihn mitschleppen müssen. Aber die Geschichten basieren auf neuzeitlichem Geschehen und helfen uns hicht weiter.

Weist du, unweit von Dresden, dessen Bausubstanz zu einem ganz wesentlichen Teil aus Sandstein besteht, gibt es ein bekanntes Ausflugs- und Wanderziel. Ein nach einem Fluss benanntes Sandsteingebirge. Welcher Fluss fließt durch Dresden?
Rüchtüg, die Weißeritz! Es muss sich also um das Weißeritzsandsteingebirge handeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann hätte man also eine Lieferung "Sandstein für Drusus" per Elbkahn bestellen müssen. Aber das hätte zu lange gedauert.
 
Dann hätte man also eine Lieferung "Sandstein für Drusus" per Elbkahn bestellen müssen. Aber das hätte zu lange gedauert.
Die Erwartung, in dieser Region irgendein steinernes Bauwerk der Römer zu finden, ist absurd. die Vorstellung also, dass es sich bei Bausteinen in behaupteter Zweitverwendung um Spolien aus einem römischen Bauwerk handele, ist eigentlich indiskutabel.
Das ist so ähnlich wie @LEG_XVII, der immer meinte, jeden Stein im Wald, der seiner Meinung nach nicht in die Umgebung passte, in die römische Okkupationszeit datieren zu können respektive müssen. Jeder auf die Grundmauern reduzierte Lost Place war bei ihm eine Spur der Römer. Und genauso argumentierst du auch. Die 200.000 Jahre vor den Römern und die 2.000 Jahre seit den Römern kommen gar nicht erst in Betracht, als gäbe es sie gar nicht.
 
Ich gebe nur wieder, was vor 150 und 70 Jahren aufgeschrieben wurde. Vermutlich war die "lateinische Inschrift", die angeblich an dem Denkmal gestanden hat, an der Zuordnung schuld. Ich meine aber, dass es sich um ein kirchliches Relikt gehandelt haben dürfte, worauf der Predigtstuhl hindeutet.
 
Vermutlich war die "lateinische Inschrift", die angeblich an dem Denkmal gestanden hat, an der Zuordnung schuld.
Auch vor 150 oder 70 Jahren hätte man leicht auf den Trichter kommen können, dass eine lateinische Inschrift auf einen kirchlichen oder auch profanen, mittelalterlichen (dann wohl eher kirchlich) oder auch neuzeitlichen Kontext gehören könnte.
 
1. Ist an der Geschichte überhaupt was dran oder ist sie komplett erdichtet? (Eine ganz ähnliche Geschichte wird über Caesar erzählt*)
Wobei es sich bei Lucanus' Werk freilich um ein Epos handelt. Im Unterschied zu Kollegen wie Silius Italicus ("Punica") hielt sich Lucanus zwar weitgehend an die Fakten, verzichtete aber dennoch nicht darauf, es mit allerhand Erzählungen über Omina und Prophezeiungen anzureichern.
 
Wobei es sich bei Lucanus' Werk freilich um ein Epos handelt. Im Unterschied zu Kollegen wie Silius Italicus ("Punica") hielt sich Lucanus zwar weitgehend an die Fakten, verzichtete aber dennoch nicht darauf, es mit allerhand Erzählungen über Omina und Prophezeiungen anzureichern.
Du wirst damit wahrscheinlich nicht sagen wollen, dass Sueton sich im Vergleich damit umso strenger an die Fakten gehalten hat und darauf verzichtet hat, seine Darstellung mit erfundenen Histörchen anzureichern.
 
Na eigentlich schon - zumindest nicht mit selbst erfundenen Histörchen anreichern.
Von einem Epiker wurde geradezu erwartet, dass er seine Erzählung aufpeppt. Lucanus ging zwar nicht so weit wie Silius Italicus, der die Götter selbst (wie einst in der "Ilias" in den Trojanischen) in den 2. Punischen Krieg eingreifen ließ (was sich so auch in keiner seriösen Geschichtsdarstellung findet), aber allerhand Übernatürliches mengte er dennoch hinein.
 
Zum og. Hasselberg führt der Predigtstuhlweg. Kann jemand zur Namensherkunft etwas sagen?

Was ein Predigtstuhl ist, ist klar. Das ist der Ort, von dem aus in der Kirche gepredigt wird. Ein anderes, gebräuchlicheres Wort dafür ist Kanzel.

Wenn man "Kanzeln" oder "Predigtstühle" in der freien Natur antrifft, handelt es sich eigentlich immer um Berge, Plateaus oder Steinformationen. Da braucht man nicht nach untergegangenen Kirchen zu suchen.
 
Von "selbst erfundenen" war eigentlich nicht die Rede.

Se non è vero, è ben trovato...
Darauf wollte ich aber hinaus. Bei Lucanus kann ich mir gut vorstellen, dass er seine Erscheinung selbst erfunden hat, um das Epos aufzupeppen. Bei Suetonius hingegen würde ich vermuten, dass er lediglich wiedergab, was er bereits irgendwo vorfand.
 
Darauf wollte ich aber hinaus. Bei Lucanus kann ich mir gut vorstellen, dass er seine Erscheinung selbst erfunden hat, um das Epos aufzupeppen. Bei Suetonius hingegen würde ich vermuten, dass er lediglich wiedergab, was er bereits irgendwo vorfand.

Wenn Lucanus das Riesenweib erfunden hat, das den Feldherrn zum Umkehren auffordert, dann hat es Sueton vorgefunden.
 
Allein schon die Ortlichkeit, wo eine Weltmacht vor einer Seherin erzitterte und deren Feldherr vor Schreck zu Tode kam, strahlt doch eine unheimliche Energie aus. Hier muss man einfach mal gewesen sein.

Von weltgeschichtlich ungleich größerer Bedeutung ist doch wohl der Rubicon. Der Fluss, den Caesar überschritten hat. Da muss man einfach mal gewesen sein! Ich nehme an, Du als eingefleischter Römerfan bist mindestens schon dreißigmal dort gewesen.

Aber wer bitte muss unbedingt an dem Fluss gewesen sein den - wie heißt der noch gleich? - nicht überschritten hat?

Ich befürchte, 95 % der Deutschen wissen nicht einmal wer Drusus ist.

Ich befürchte, das ist noch reichlich optimistisch. Eher wissen 95% der geschichtlich Interessierten nicht, wer Drusus ist.

Wieviel Prozent der Deutschen werden sich für ein Quiz, bei dem es darum geht, die Namen von 84 römischen Kaisern zu erraten?
Und sogar von dieser geschichtsinteressierten Elite kommen 67% nicht auf den Namen Tiberius. (Drusus war noch nicht mal Kaiser, in meiner Schulzeit war mir der Name kein Begriff, im Gegensatz etwa zu Maxentius oder Arcadius.)
 
Wieviel Prozent der Deutschen werden sich für ein Quiz, bei dem es darum geht, die Namen von 84 römischen Kaisern zu erraten?
Und sogar von dieser geschichtsinteressierten Elite kommen 67% nicht auf den Namen Tiberius. (Drusus war noch nicht mal Kaiser, in meiner Schulzeit war mir der Name kein Begriff, im Gegensatz etwa zu Maxentius oder Arcadius.)
Zumindest 81 von 84. Vetranio, Avitus und Glycerius fielen mir leider nicht ein (was aber nicht bedeutet, dass ich noch nicht von ihnen gehört hätte).
 
Sorry @Opteryx , aber: Wie bereits von zwei Vorrednern geschrieben:

Kaum ein Deutscher kann mit "Drusus" etwas anfangen.

Das Desinteresse kann man alleine schon daraus folgern, dass "Drusus" & Co quasi nahezu nie in Medien, Filmen, Foren, Presse oder Unterhaltungen im Bekanntenkreis auftauchen.


Seien wir ehrlich: geschichtsforum.de widmet sich Themen, die die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung null interessiert.
(Deswegen gehe ich u.A. gerne mit meinem kleinen Sohn ins Museum: Da ist es angenehm leer, während Zoos, Schwimmbäder, Parks & co völlig überfüllt sind. Die Bevölkerung interessiert sich eben kaum.)

Ein Drusus-Museum an der Elbe, und das wegen (vermeintlichen) Marschlangern: No way.

Öffentliche Mittel sind begrenzt und ich nehme an, dass fast alle Museen hoch-defizitär wirtschaften.

Ich persönlich fände ein Drusus Museum fantastisch, aber es ist ohne irgendeinen richtig gewichtigen Fund echt sehr unrealistisch, die öffentliche Hand von so einer Ausgabe zu überzeugen.
 
Auch vor 150 oder 70 Jahren hätte man leicht auf den Trichter kommen können, dass eine lateinische Inschrift auf einen kirchlichen oder auch profanen, mittelalterlichen (dann wohl eher kirchlich) oder auch neuzeitlichen Kontext gehören könnte.
Vor 150 Jahren hat das nicht interessiert. Vor 70 Jahren sah aber jemand überall Römer. Leider grundsätzlich am falschen Ort. Das besagt aber nicht, dass seine zusammengetragenen Informationen keiner Prüfung wert wären. Und gesammelt hatte er eine ganze Menge, wovon man noch nie etwas gehört hatte.
Zu Drusus: was will man denn von einer hipp-hopp--tralala und dazu werbeverblödeten Gesellschaft noch erwarten? Man kann mit ihm nicht punkten. Anders sieht es mit theatralen Vorführungen aus. Wenn man ein Tiberiuslager fände, könnte ein Flottentreffen für reichlich Publikum sorgen. Leider gibt es hier keinen Römerverein mehr. Man müsste die Akteure borgen.
Auch das Bauhausmuseum klagt über Besucherschwund, die Zahl hatte sich vor Jahren von ca.150000 auf ca.80000 halbiert. Die erste Luft war raus. Damit müssen wir leben.
 
Was mir an der Schweiz gefällt: da gibt es mit der Schweizer Bundesbahn günstige Kombinationsangebote, z.B. Anreise mit dem Zug zum Besuch des Verkehrshauses in Luzern, dort Fahrt mit einer historischen Eisenbahn zum Ostufer des Vierwaldstädter Sees, Rückkehr nach Luzern mit einem Schaufelraddampfer.

Themenbezogen ist so etwas in der Wetterau möglich: die staufische Burg Münzenberg, die römischen Kastelle, der Limes, Kloster Arnsburg, eine Mühlenbesichtigung, eine Wanderung in der Horloffaue, ein Besuch einer Gartenwirtschaft wie in Münzenberg.
Ich denke, dass man Schulkindern auch heute das Bewusstsein für historische Landschaften und für Geschichte so gut nahe bringen kann wie unsere Lehrer es mit uns gemacht haben.

Auf einem planen Acker an der Elbe, der nichts bietet als ein Luftbild, ist das nicht möglich.
 
im Gegensatz etwa zu Maxentius oder Arcadius

Maxentius sagt mir spontan etwas aufgrund der Basilica in Rom (müßte aus der Spätantike sein, aber immer noch beeindruckende Ruinen). Arcardius sagt mir überhaupt nichts. Muß ich erst Tante Wiki fragen.

* Maxentius war der Gegenspieler des bekannten Kaisers Konstantin (der mir der Wende). Sehe gerade in der Wiki, dass vor knapp 20 Jahren seine Kaiserinsignien beim Palatin ausgegraben wurden. Das sind die einzigen aus der Antike bekannten Insignien.
Bei Arcadius sehe ich, dass er ein oströmischer Kaiser war, aber da kann ich in der Wiki auch nichts erkennen, warum man sich seiner besonders erinnern sollte.
 
Vor 150 Jahren hat das nicht interessiert.
Vor 150 Jahren waren die Leute auch nicht doof. Damals wurden durchaus sogar noch lateinische Inschriften angebracht.

Vor 70 Jahren sah aber jemand überall Römer. Leider grundsätzlich am falschen Ort. Das besagt aber nicht, dass seine zusammengetragenen Informationen keiner Prüfung wert wären. Und gesammelt hatte er eine ganze Menge, wovon man noch nie etwas gehört hatte.
Nach dem Motto, ein blindes Huhn fände auch mal ein Korn? Normalerweise wird dieser Satz ja als Understatement gebraucht. Du verlangst aber nicht weniger, als dass man tatsächlich mal prüfe was irgendein Spinner sich zusammengedichtet hat. Das ist so, wie das gestern zitierte Mitglied, das jeden auf die Grundmauern reduzierten Lost Place im Wald als römisch identifiziert. Das muss man nicht prüfen, das ist Ressourcenverschwendung.

Zu Drusus: was will man denn von einer hipp-hopp--tralala und dazu werbeverblödeten Gesellschaft noch erwarten?
Wir sind alle Teil dieser Gesellschaft. Die Gesellschaft ist die Summe des Ganzen.
@HipHop: Ich bin kein ausdrücklicher HipHop-Fan, aber neben dem Ghetto-Rap, der oft - aber nicht immer - eher peinlich ist (schlechte, dumme Texte, Angeberei, oft misogyn), gibt es durchaus auch intelligenten Hiphop. Ich sag mal Fettes Brot, Freundeskreis, Blumentopf (das sind natürlich alles keine aktiven Bands mehr, auch wenn die Musiker in Teilen noch aktiv sind, wie etwa Max Herre). Freundeskreis hat sogar ein Lied über Geschichtsbewusstsein gemacht (Leg dein Ohr auf die Schiene der Geschichte). Auch vieles, was man auf Poetry Slams hört, ist oft Hiphop.

Auch das Bauhausmuseum klagt über Besucherschwund, die Zahl hatte sich vor Jahren von ca.150000 auf ca.80000 halbiert.
Dessau oder Weimar?

Wenn man ein Tiberiuslager fände, könnte ein Flottentreffen für reichlich Publikum sorgen.
In Kalkriese findet m.W. alle zwei Jahre eine größere Reenactment-Veranstaltung statt,
In Xanten findet m.W. einmal pro Jahr eine größere Reenactment-Veranstaltung statt. Xanten hat mit der CUT einiges zu bieten. Es gibt in Dtld. zwei (oder drei?) nach wissenschaftlichen Kritierien rekonstruierte, fahrtüchtige römische Flußschiffe, plus das Ausflugsboot Neumagener Weinschiff, das sich locker an ein historisches Relieph anlehnt.

Vielleicht solltest du mal eine Reise an Rhein und Mosel machen, wenn dich die Römer interessieren?
Ich schlage folgende Route vor: Du startest in Xanten, besuchst das Römisch-Germanische Museum in Köln, fährst weiter nach Koblenz und begibst dich dann die Mosel entlang, mit Stopp in Neumagen, nach Trier. Bei Koblenz kannst du auch noch römische Basaltlavasteinbrüche besichtigen. Dann begibst du dich wieder an den Rhein und besuchst noch Mainz. (Auch wenn @zaphodB. über das Altertümermanagement dort schimpft).
Da hast du die Römer. (Es handelt sich nur um eine Auswahl, natürlich gibt es viel mehr).
 
Zurück
Oben