Wie bereits zweimal erwähnt (s.o.) werden historische Ereignisse, Figuren, Artefakte… in der DE/TS u.a. zeitlich extrem zusammengestaucht und so zu neuen historisierenden Geschichten (Mären) geformt. Im Nibelungenlied sind ebenfalls Spätantike, Früh- und Hochmittelalter zusammengestaucht. Das ist also keine Besonderheit der av. DE.
Künftig bitte (an alle) selber etwas besser zu recherchieren.
Du quirlst Dir da irgendetwas zusammen – und machst den anderen Diskutanten Vorwürfe.
Der Rosengarten soll auf eine Rosenhecke als Verteidigungsanlage zurückgehen, der Faden auf einen Faden mit Glöckchen als
Stolperdraht Warneinrichtung. Das alles soll auf die Eroberung des Langobardenreiches durch Karl den Großen zurückgehen, Laurin hingegen auf den Bayernherzog Tassilo, und Dietrich auf Karls Sohn.
Dazu postulierst Du noch eine zeitnah entstandene althochdeutsche Frühform des Rosengartenliedes – für deren Existenz es keinerlei Beleg gibt.
Wie Dir sicherlich bekannt ist, gab es im Hochmittelalter eine Vielzahl an Dichtungen rund um Dietrich von Bern, in denen er meist mit ein paar Gefährten recht fantasievolle Abenteuer erlebt. (Eine Vielzahl derartiger Dichtungen gab es auch – auch abseits der Thidrekssaga - im skandinavischen Raum.) Dahinter jeweils einen realen historischen Hintergrund zu vermuten, halte ich für äußerst gewagt. Dietrich als Hauptfigur oder zumindest Nebencharakter (wie im Nibelungenlied) kam beim Publikum offenbar einfach gut an. Schon daher mussten die Dichter ein Interesse daran haben, ihn in immer wieder neuen Geschichten unterzubringen.
(Mich erinnert Dietrich von Bern an den „Königssohn Marko“, die zentrale Gestalt der serbischen Heldendichtung. Auch von ihm gibt es eine Vielzahl an Dichtungen, in denen er Abenteuer erlebt. Sein reales Vorbild war ein mäßig bedeutender serbischer Regionalfürst des Spätmittelalters. Auch bei ihm wäre es müßig, hinter jeder Dichtung reale Ereignisse zu vermuten.)
Wieso der Karlssohn Pippin zu Dietrich geworden sein soll, bleibt offen.
Ebenso wieso in einem (hypothetischen!) althochdeutschen Rosengartenlied, das – wenn man Deinen Thesen folgt – bereits wenige Jahrzehnte nach den realen Ereignissen entstanden wäre, bereits all diese Vorlagen zu einer fantasievollen Geschichte rund um einen Rosengarten und einen Zwergenkönig verquirlt worden sein sollen.
Dass die althochdeutschen Dichter durchaus in der Lage waren, zeitnahe historische Ereignisse auch realitätsnah zu verarbeiten, sieht man am Ludwigslied. Da blieb der westfränkische König Ludwig Ludwig und wurde nicht zu Dietrich oder Siegfried oder wem auch immer, und die Normannen blieben Normannen und wurden nicht zu Zwergen oder Drachen.