Scharfschützen im Ersten Weltkrieg?

Haben sich nicht deutsche Soldaten/Offiziere zu Anfang ihre Zielfernrohre privat beschafft, bzw. wurde da nicht die
Jägerschaft in die Pflicht genommen (Ablieferung)!?
 
Guten Tag in die Runde,

Aber wie sieht das aus beim ersten Weltkrieg? Wurden Scharfschützen großflächig ausgebildet und eingesetzt? Oder ist das nur eine Randerscheinung?

Bin dankbar für jeden Hinweis.

Hallo Arnaud,

Wow:oops: 20 Antworten und nichts Verwertbares dabei.:rolleyes:
Wenn Du über Scharfschützen, vor allem des ersten Weltkrieges gute Infos willst, dann schau mal im Wikipedia Artikel nach. Deine Anfrage ist zwar vier Jahre alt, aber in den letzten vier Jahren wurde der Artikel stark erweitert. Vor allem im Bereich erster Weltkrieg.

Hier der Link:

Scharfschütze – Wikipedia

Dort werden so ziemlich alle Deine Fragen beantwortet:)
 
Haben sich nicht deutsche Soldaten/Offiziere zu Anfang ihre Zielfernrohre privat beschafft, bzw. wurde da nicht die
Jägerschaft in die Pflicht genommen (Ablieferung)!?

Ein preußischer Aristokrat, der Herzog von Ratibor ließ 1914 20.000 Jagd- und Sportgewehre mit Zielfernrohren ausstatten und spendete sie der Westfront.

Über das deutsche Scharfschützenwesen im Weltkrieg ist leider sehr viel Quellenmaterial verloren gegangen das Militärarchiv in Potsdam wurde 1945 zerstört, glücklicherweise überdauerte das bayrische alle Wirren des Krieges.

Leider wird man auch dort nicht viel Schriftliches finden. Im 1. Weltkrieg wurde zwar so gut wie alles was technisch möglich war auch praktiziert, selektiv aber Gegner durch gezielten Schuss auszuschalten, war zwar sehr effektiv, aber es gab im Grabenkrieg viele Scheußlichkeiten, die man zwar praktizierte, über die man sich als Offizier dann aber lieber nicht allzu deutlich schriftlich äußerte, weil vieles als unehrenhaft galt.

Die Effektivität von leichter Infanterie, von Jägern hatte sich schon im Siebenjährigen Krieg erwiesen, es kam aber vor, dass Scharfschützen, die gezielt Offiziere abschossen getötet wurden, wenn man sie erwischte.


Die deutsche optische Industrie war auf einem hohen Niveau, und in D gab es seit dem Mittelalter zahlreiche Vereine, Bruderschaften, die den Schießsport pflegten.
Die Jagd war sehr populär und auch die Wilderei. In Deutschland war Ansitzjagd weiter verbreitet als in F oder GB, und bei Gebirgsjagden hatten sich Zielfernrohre bewährt, und sie hatten sich schon vor dem Weltkrieg in der Jägerschaft durchgesetzt. August Stukenbrok, ein Jagdversand bot in seinem Katalog schon 1909 gut ein Dutzend von Zielfernrohr-Modellen mit 2,5 facher bis sechsfacher Vergrößerung und verschiedenen Absehen.


Scharfschützen waren im Grabenkrieg sehr effektiv. Durch gezielte Schüsse kann man ganze Grabenabschnitte terrorisieren, kann den Angriffsschwung einer zahlenmäßig überlegenen Truppe verzögern. An der Ostfront setzten die Russen Scharfschützen aus Sibirien ein, die sehr treffgenau schossen und sich sehr geschickt im Gelände tarnten. Diese Scharfschützen wurden schon 1914 durch eigene Scharfschützen gezielt bekämpft. Für den Karabiner 98 wurde schon vor dem Krieg ein Zielfernrohr mit 4,5 facher Vergrößerung entwickelt. Es fehlte nur an einer geeigneteren Montage.

Leider wird man zum Scharfschützen im 1. Weltkrieg nicht allzuviel an schriftlichen Quellen finden, keine "Dicta Boelcke" für Scharfschützen.
Es war effektiv, aber es verstieß in vielen Punkten gegen Kriegsgesetze und Kriegsethik. Man tat es, aber man hinterließ über so etwas nicht viel schriftliches Material. Es gehörte zu den Grausamkeiten und unfairen Kriegspraktiken über die man sich schriftlich nicht so ausließ wie im 2. Weltkrieg.

"Scharfschützen", "Heckenschützen" Franctireurs, Nettoyeur de tranches, das war ein Kapitel darüber wurde eher hinter vorgehaltener Hand gesprochen, da begab man sich leicht in die Grauzone, die nicht mehr von der Haager Landkriegsordnung oder der Genfer Konvention gedeckt war, in die Grauzone, wo man von Vorgesetzten nicht gedeckt wurde.

Die Frage, ob es im 1. Weltkrieg Einsatz von Scharfschützen gab muss man mit einem eindeutigen Ja! beantworten. Im Grabenkrieg lag das nahe, technisch war da einiges möglich, nur wird man kaum erwarten können, dass man dazu auf einen reichen Fundus schriftlicher Quellen zurückgreifen kann.
 
Ein preußischer Aristokrat, der Herzog von Ratibor ließ 1914 20.000 Jagd- und Sportgewehre mit Zielfernrohren ausstatten und spendete sie der Westfront.

Über das deutsche Scharfschützenwesen im Weltkrieg ist leider sehr viel Quellenmaterial verloren gegangen das Militärarchiv in Potsdam wurde 1945 zerstört, glücklicherweise überdauerte das bayrische alle Wirren des Krieges.

Leider wird man auch dort nicht viel Schriftliches finden. Im 1. Weltkrieg wurde zwar so gut wie alles was technisch möglich war auch praktiziert, selektiv aber Gegner durch gezielten Schuss auszuschalten, war zwar sehr effektiv, aber es gab im Grabenkrieg viele Scheußlichkeiten, die man zwar praktizierte, über die man sich als Offizier dann aber lieber nicht allzu deutlich schriftlich äußerte, weil vieles als unehrenhaft galt.

Die Effektivität von leichter Infanterie, von Jägern hatte sich schon im Siebenjährigen Krieg erwiesen, es kam aber vor, dass Scharfschützen, die gezielt Offiziere abschossen getötet wurden, wenn man sie erwischte.


Die deutsche optische Industrie war auf einem hohen Niveau, und in D gab es seit dem Mittelalter zahlreiche Vereine, Bruderschaften, die den Schießsport pflegten.
Die Jagd war sehr populär und auch die Wilderei. In Deutschland war Ansitzjagd weiter verbreitet als in F oder GB, und bei Gebirgsjagden hatten sich Zielfernrohre bewährt, und sie hatten sich schon vor dem Weltkrieg in der Jägerschaft durchgesetzt. August Stukenbrok, ein Jagdversand bot in seinem Katalog schon 1909 gut ein Dutzend von Zielfernrohr-Modellen mit 2,5 facher bis sechsfacher Vergrößerung und verschiedenen Absehen.

Ist das die KI Zusammenfassung vom Wikipedia Artikel über Scharfschützen?;)
(Die Frage ist jetzt nicht provokant gemeint)
 
Ist das die KI Zusammenfassung vom Wikipedia Artikel über Scharfschützen?
ich glaube nicht, dass @Scorpio für seine Beiträge KI_Unterstützung nötig hat.

was den Wikipedia-Artikel betrifft: der holt sehr weit (evtl. zu weit) aus, wünschenswert wäre da eine Beschränkung, die erst ca. Ende 19. Jh. einsetzt (vermeintliche Armbrust-"Scharfschützen"...warum nicht gleich Robin Hood...) - es soll Lehrgänge mit Zielfernrohr-Gewehren gegeben haben, was wohl Richtung Scharfschützen deutet.
 
Zielfernrohr mit 4,5 facher Vergrößerung entwickelt. Es fehlte nur an einer geeigneteren Montage.
Ja, die Montage ist bei den meisten Waffen so ein Problem. Nachladen muß möglich sein, das Zielfernrohr muß gleichzeitig auch gut benutzbar sein. Deshalb wurden "Montageschienen oder entsprechende Aussparrungen im Gehäuse entwickelt/geschaffen.

PS:
"Scorpio" gehört nicht zu den Mitgliedern hier der auf "KI" zurückgreift/greifen muß.:)
 
ich glaube nicht, dass @Scorpio
was den Wikipedia-Artikel betrifft: der holt sehr weit (evtl. zu weit) aus, wünschenswert wäre da eine Beschränkung, die erst ca. Ende 19. Jh. einsetzt (vermeintliche Armbrust-"Scharfschützen"...warum nicht gleich Robin Hood...) - es soll Lehrgänge mit Zielfernrohr-Gewehren gegeben haben, was wohl Richtung Scharfschützen deutet.

Genau deshalb ist der Artikel mittels Überschriften (bzw. Inhaltsverzeichnis, welches gleich am Anfang steht) gut strukturiert. Diese Überschriften kann man übrigens direkt anklicken.;)
So zum Beispiel:
2.11 Beginn des modernen Scharfschützenwesens
2.12 Erster Weltkrieg
usw.
 
wow - - dass man hier unaufgefordert Hilfestellung beim Wikipediaschmökern erhält, zeigt mal wieder, wie ungemein hilfreich dieses Forum in fachlicher Hinsicht zu Spezialthemen sein kann :D:cool::D

Ich habe lediglich auf Deinen "Vorwurf" reagiert.
Ich zitiere Dich:
Wikipedia-Artikel betrifft: der holt sehr weit (evtl. zu weit) aus, wünschenswert wäre da eine Beschränkung, die erst ca. Ende 19. Jh. einsetzt

Diese bzw. Deine Aussage vermittelte mir den Eindruck, dass Dir das direkte Anklicken von Überschriften bei Wiki-Artikel nicht geläufig ist.
 
Wow:oops: 20 Antworten und nichts Verwertbares dabei.:rolleyes:
[...]
Dort werden so ziemlich alle Deine Fragen beantwortet:)
Aus dem Wikipedia-Artikel:

Kriegsverbrechen an Scharfschützen​


Laut dem Historiker Richard Rubin haben amerikanische Soldaten während der Maas-Argonnen-Offensive einen starken Hass gegen alle Soldaten des Deutschen Heeres entwickelt. Der Hass aber auch die Angst vor den deutschen Gegnern resultierte durch Erzählungen, Gerüchten, aber auch durch gezielte Propaganda über angebliche Gräueltaten der deutschen Soldaten an alliierten Soldaten und Zivilisten. Vor allem die Effizienz der deutschen Scharfschützen bestätigte geradezu die Hinterhältigkeit der deutschen Soldaten allgemein. Deshalb zählten die deutschen Scharfschützen, neben Maschinengewehrpersonal, als prägnanteste Hassgruppe und wurden oftmals von der lebenden Gefangennahme ausgeschlossen und an Ort und Stelle getötet.
Ehrlich gesagt wurde doch zumindest dieser Aspekt inhaltlich vollumfänglich (!) von dieser - nunmehr vier Jahre alten - Diskussion vorwegnnomen. Ich bezweifle auch stark, dass dies sinvoll als gesonderte Entwicklung im Nachgang der Maas-Argonnen-Offensive im 1. WK betrachtet werden kann. Sind die als Literatur zitierten Werke von Rubin und Boger tatsächlich derart einseitig (um nicht zu sagen, "einschlägig"), wie hier zumindest impliziert?
 
Zuletzt bearbeitet:
Aus dem Wikipedia-Artikel:

Ehrlich gesagt wurde doch zumindest dieser Aspekt inhaltlich vollumfänglich (!) von dieser - nunmehr vier Jahre alten - Diskussion vorwegnnomen.

Stimmt, da hast du Recht, aber die Fragestellung des Threadstarters war folgende:

Zitat Arnaud28:
Aber wie sieht das aus beim ersten Weltkrieg? Wurden Scharfschützen großflächig ausgebildet und eingesetzt? Oder ist das nur eine Randerscheinung?

D.h. er wollte wissen wie Scharfschützen des Ersten Weltkrieges
1. Ausgebildet wurden?
2. Wie und in welchem Umfang wurden sie eingesetzt.


Und da war dann halt bei den 20 darauffolgenden Antworten nichts verwertbares dabei.:rolleyes:
 
Diese bzw. Deine Aussage vermittelte mir den Eindruck, dass Dir das direkte Anklicken von Überschriften bei Wiki-Artikel nicht geläufig ist.
ja, wozu viel text voller Buchstaben lesen - Bilder sind mir da geläufiger:
Bildschirmfoto 2026-11-04 um 16.36.21.png
 
D.h. er wollte wissen wie Scharfschützen des Ersten Weltkrieges
1. Ausgebildet wurden?
2. Wie und in welchem Umfang wurden sie eingesetzt.


Und da war dann halt bei den 20 darauffolgenden Antworten nichts verwertbares dabei.:rolleyes:
Während wiederum seine technische Detailfrage zur Vergrößerung der Zielfernrohre umfassend beantwortet wurde. Ein Diskussionsforum ist eben kein Lexikon, vielmehr ist die soziale Komponente inhärenter Bestandteil. Im Einzelfall mag es fachlich weit (!) über einen noch so fleißig erstellten Lexikon-Artikel hinausgehen (wenn z. B. ein Poster Spezialist in dem jeweiligen Thema ist), in anderen Fällen können sich interessante Folgethemen oder Detailvertiefungen ergeben, ebenso interessante Kontroversen und neue Aspekte, etc.
 
Betrifft "Kriegsverbrechen an Scharfschützen"

Uns wurde wäre der Wehrdienstzeit klar kommuniziert, das wir als Scharfschützen wohl kaum mit einer gefangennahme zu rechnen hätten ( das war natürlich inoffiziell).
 
Hallo Arnaud,

Wow:oops: 20 Antworten und nichts Verwertbares dabei.:rolleyes:
Wenn Du über Scharfschützen, vor allem des ersten Weltkrieges gute Infos willst, dann schau mal im Wikipedia Artikel nach. Deine Anfrage ist zwar vier Jahre alt, aber in den letzten vier Jahren wurde der Artikel stark erweitert. Vor allem im Bereich erster Weltkrieg.

Hier der Link:

Scharfschütze – Wikipedia

Dort werden so ziemlich alle Deine Fragen beantwortet:)

Wow,
Ist das die KI Zusammenfassung vom Wikipedia Artikel über Scharfschützen?;)
(Die Frage ist jetzt nicht provokant gemeint)

Wow! Da haben wir ja Glück gehabt, dass du zu uns herabsteigst und uns erleuchtest. Auf Wikipedia wäre vermutlich keiner gekommen, nicht mit künstlicher, nicht mit Schwarmintelligenz und Restverstand.

Der Artikel ist einer der besseren Wiki-Artikel. Falls du ihn geschrieben hast oder bearbeitet hast mein Kompliment!

Es wirkt aber maximal arrogant und auch unsympathisch; wenn man Diskussionsteilnehmern unterstellt, nichts "Verwertbares" zum Thema beizutragen oder Beiträge mit Hilfe von KI zu erstellen.

Weltkriegs-Veteranen wie Ernst Jünger, Paul Ettighofer u. a. schreiben in ihren Memoiren auch von Scharfschützen. Soweit es sich aus solchen Erzählungen rekonstruieren lässt, gab es anscheinend aber im 1. Weltkrieg noch keine Scharfschützen-Einheiten, keine zentralisierte Scharfschützenausbildung und auch nicht so etwas wie ein allgemeines Handbuch mit bestimmten Regeln.

Eher war es so, dass Bataillons- und Kompanie-Führer sich Soldaten aussuchten, meist solche mit jagdlicher Erfahrung, die gute Schützen waren und die dann gegnerische Scharfschützen gezielt bekämpften
 
1:
Wow! Da haben wir ja Glück gehabt, dass du zu uns herabsteigst und uns erleuchtest. Auf Wikipedia wäre vermutlich keiner gekommen, nicht mit künstlicher, nicht mit Schwarmintelligenz und Restverstand.

2:
Es wirkt aber maximal arrogant und auch unsympathisch; wenn man Diskussionsteilnehmern unterstellt, nichts "Verwertbares" zum Thema beizutragen oder Beiträge mit Hilfe von KI zu erstellen.

3:
gab es anscheinend aber im 1. Weltkrieg noch keine Scharfschützen-Einheiten, keine zentralisierte Scharfschützenausbildung


4:
Eher war es so, dass Bataillons- und Kompanie-Führer sich Soldaten aussuchten, meist solche mit jagdlicher Erfahrung, die gute Schützen waren und die dann gegnerische Scharfschützen gezielt bekämpften

1: Gerne geschehen. Ich helfe stets wo ich kann um die Welt zu einem besseren Ort zu machen:)
2: Der erste verwertbare Beitrag zur eigentlichen Fragestellung kam von Dir heute um 14:03:) Aber halt mir 4 Jahren Verspätung.;)
3: Zitat Wiki: Die erste belegte Scharfschützenschule der Militärgeschichte mit einem standardisierten und strukturierten Scharfschützenlehrgang nahm im April 1915 in Döbeln bei der 87. Infanterie-Brigade ihren Betrieb auf. Zitat Ende.

Interessant wäre es zu wissen ob es noch weitere Ausbildungsstätten gab. Bei der Größe des deutschen Heeres muss es noch weitere Ausbildungsstätten gegeben haben.

Zitat Wiki: In der Armeeabteilung B wurden neben den regulären Scharfschützen in den jeweiligen Kompanien zusätzlich ab 3. April 1915 erstmalig geschlossene Scharfschützeneinheiten aufgestellt, die sogenannten Abschusskommandos. Sie wurden in einer Stärke von einem Offizier, vier Unteroffizieren und 48 Scharfschützen gebildet.Zitat Ende.

Also 53 Mann könnte man durchaus als Einheit ansehen. Oder wie siehst Du das?

4:
So wurde es definitiv am Anfang praktiziert
Siehe:
und
 
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