Schlesienfrage 1866?

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Nationalstaaten" wurde erstellt von Trojan, 14. November 2010.

  1. Trojan

    Trojan Mitglied

    Hab mich nochmal mit der preußischen Annektion Schlesiens befasst und gelesen, dass die Österreicher sogar noch nach dem 7jährigen Krieg planten Schlesien einzutauschen und Preußen sollte dafür von Polen wEstpreußen bekommen. letztendlich nahm Österreich ja dann Galizien.
    Die Österreicher hingen doch eigtl sehr an der Provinz, kann mir nicht vorstellen dass dieser Gedanke nach 3 Kriegen um diese Provinz auf einmal verschwandt.

    Deshalb:
    Planten die Österreicher vll 1806 nach der Niederlage der Preußen einen Frieden mit Frankreich und dadurch Schlesien wieder zu gewinnen?

    Und was war 1866?
    Was wäre gewesen, wenn die Österreicher Königgrätz für sich entschieden hätten?
    Gab es Pläne nach über 100 Jahren Schlesien wieder zurück zu bekommen?
    Hab im Netz nix darüber gefunden

    danke schonmal
     
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  2. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Ein sehr interessantes Thema! Herzlich willkommen im Forum, Trojan. :winke:

    Das wäre mir neu, hast du dazu nähere Angaben?

    Mir nicht bekannt.

    In der Tat stand da Schlesien zur Debatte, das hab ich mal irgendwo gelesen... :grübel:


    Edit: grad fand ich noch eine interessante Randnotiz:
    http://janeden.net/3912
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2010
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  3. Repo

    Repo Neues Mitglied

    1915 sollte ÖU für die angebotenen Gebietsabtretungen an Italien (um Italien neutral zu halten) vom DR Kompensation in Schlesien erhalten.

    In Bezug auf 1866 OT, zeigt aber wie lange die "Schlesienfrage" auf der Tagesordnung stand.
     
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  4. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Richtig, das Schlesische Angebot. Das hatte ich mir letzte Nacht (vorerst) ersparen wollen, ist imho aber nicht wirklich offtopic, da den Fragesteller auch zu interessieren scheint, wie lange man in der Donaumonarchie an Schlesien hing.

    Um welche Gebiete es sich dabei genau handelt, verrät der Wikiartikel zu Bethmann Hollweg:
     
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  5. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Ich danke Dir, Freund Tekker.
    Genau diese Info habe ich seit langem gesucht.
     
  6. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Ich auch, mein Guter, ich auch. Mich dünkt, die Frage nach den Gebieten vor Urzeiten hier mal gestellt zu haben, worauf jedoch nie eine Antwort kam. Letztlich wurde ich dann dieses oder letztes Jahr selbst fündig - nach unzähligen Googleanfragen. ;)
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  8. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Das ist ja soweit altbekannt.
    Aber die Info um was es sich in Schlesien konkret handelte, hatte ich bisher nicht gefunden.
    Aber jetzt, dank Tekker
     
  9. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    In Rede waren auch allerdings auch ein Stück des Kreises Habelschwerdt in Schlesien, Teile des Dombrowaer Reviers, Teile von Russisch-Polen (so Fürst Hatzfeld), ebenso kleiner bayerischer Gebiete (gegen Kompensation). Das Angebot von Leobschütz oder Pleß sollte die Außerordentlichkeit des deutschen Opferbeitrags [-> Zechlin] betonen. Das Handschreiben Wilhelms unterblieb indessen, es folgte ein weiterer Vorschlag von Erzberger bzgl. des Sosnovicer Reviers. Der Sosnovicer Vorschlag wurde offiziell, in einem weitern Schreiben schlug man nur eine "Partizipation" an preußischen Grenzen vor.

    Das "schlesische Angebot" wurde so nicht offiziell (obwohl die schwächere Fassung im Handschreiben mit der unbestimmten "Partizipation" schon unterschrieben, aber nicht abgesandt worden ist, da die öster. Antwort schon vorher eintraf).
     
  10. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Sosnovice war klar, ist aber doch nicht mehr Schlesien. ;)

    Und woher hast du das?
     
  11. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    War mir klar, ich wollte damit nur die Spannbreite der internen Überlegungen bis zum Offiziellen Angebot unterstreichen (das "schlesische Angebot" lag in der Hinterhand).

    Zechlin, Das schlesische Angebot und die italienische Kriegsgefahr 1915; in: Egmont Zechlin: Krieg und Kriegsrisiko. Zur deutschen Politik im Ersten Weltkrieg. Aufsätze, Düsseldorf 1979, S. 234 - 263.

    EDIT:
    Wenn das Thema Schlesien in Wien virulent gewesen wäre, ist doch mE ein spannendes Problem, wieso Napoleon 1870 bei den Bündnisverhandlungen und -angeboten damit nicht stärker gewunken hat. In Wien interessierte wohl mehr der Ausgang der "Römischen" als der Schlesischen Frage.
    Kolb, Eberhard: Der Weg aus dem Krieg - Bismarcks Politik im Krieg und die Friedensanbahnung 1870/71 oder:
    http://books.google.com/books?id=qY...resnum=5&ved=0CCQQ6AEwBA#v=onepage&q=&f=false
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2010
  12. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Aus gegebenem Anlaß möchte ich den Thread nochmal aufgreifen.
    Der Link von flavius-sterius in einem andern Thread bringt Licht ins Dunkel:
    Militärischer Widerstand: Studien ... - Google Bücher

    Auf Seite 82 werden österreichische Wünsche nach Glatz und Teilen Oberschlesiens bei Krakau erwähnt.
     

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