Sie machten sich einen Namen

Auf russisch wird er Iwan Grosny genannt, und das kann auf vielerlei Weise übersetzt werden (s. demuatlands Beitrag); streng, drohend, bedrohlich, oder eben fürchterlich oder schrecklich.

Aus Wikipedia: "Seit einer aufgedeckten Bojarenverschwörung gegen seine Mutter und Regentin Helena Glinskaja, die offenbar vergiftet wurde, war Iwan mit einem krankhaften Misstrauen gegen fast jedermann erfüllt. Schon als Kind zeigte sich bei Iwan der Hang zum Choleriker und Sadismus gegenüber Tieren, gefördert durch die grausame und unmenschliche Behandlung seitens der Bojaren nach dem Tod seiner Mutter."


Der größte Sympath oder Menschenfreund scheint er jedenfalls nicht gewesen zu sein...
 
Was war eigentlich so schrecklich an Iwan dem Schrecklichen bzw. Furchteinflößenden?
Eigentlich wie der Freund >dokumatland< schreibt -> auf Russisch „Grosny“.

Wenn man sich einige Daten ansieht, dann versteht man warum die Westeuropäer sagen -> „Iwan der Schreckliche“.
Grosny klingt auch nach der Hauptstadt der russischen Teilrepublik „Tschetschenien“/Kakasus

Für mich gilt er mit seiner speziellen Militäreinheit die „Opritschniki“ als Vorbild für die Bolschewiken Feliks Edmundowitsch Dzierżyński (1877 – 1926) und auch für Josef Wissarionowitsch Stalin (1878 – 1953).

Siehe hierzu auch wiki -> Opritschnina:
Opritschnina – Wikipedia

Und siehe hierzu auch wiki -> Ivan IV/Abschnitt 3:
Iwan IV. (Russland) – Wikipedia

Georges Bizet/Frankreich hat über ihn sogar eine >Grand Oper< in 5 Akten komponiert. Libretto Francois-Hippolyte Leroy und Henri Trianon.
Auch hier informiert das Internet.
So schreibt „Die Frankfurter Allgemeine“ -> Ein Schreckenszar im Verfolgungswahn -> Georges Bizets Oper „Ivan IV.“ in Meiningen
 
Vielleicht war es ein ausdrücklicher Befehl des Markgrafen eine solche Operation zu versuchen.
Vermutlich, denn er wollte ja unbedingt über die Alpen ziehen, trotzdem würde es mich interessieren, auf welcher theoretischen Grundlage der Eingriff versucht wurde. Übertrieben gesprochen: Hätte der dicke Dedo einen Physikus beauftragt, ihm einen dritten Arm anzunähen, hätte sich wohl niemand bereitgefunden. Es muss sich also jemand gedacht haben: Ja, das ist möglich, versuchen wir's. Woher nahm er die Gewissheit?
Abgesehen davon, dass Machtmissbrauch hat es sicher immer wieder gegeben, aber die Vorstellung der Ärzteverstümmelung bei misslungenen Operationen klingt doch sehr nach Mittelalterklamotte.
Ein, zwei Beispiele fallen mir aus dem Stegreif ein, etwa durch Ludwig XI. von Frankreich, wobei ich zugegebenermaßen noch nicht geprüft habe, ob es sich dabei um Faktoide handelt. Andererseits: Immerhin muss das Problem, Ausübende von Heilberufen für misslungene Eingriffe zur Verantwortung zu ziehen, verbreitet genug gewesen sein, dass eigene Vorschriften in die Constitutio Criminalis Carolina aufgenommen werden mussten, wie man einen unglücklichen Todesfall unter ärztlicher Obhut von heimtückischem Mord bzw. strafbarem Pfusch unterscheidet.
Für so eine doch eher heikle Operation wird sich ein Markgraf wohl kaum einen dahergelaufenen Bader oder Wundarzt von der Straße aufgelesen haben.
Gerade das macht den Fall für mich so interessant. Gibt es Näheres zur Biographie dieser Person, und sei es nur ein Vorname? Ich weiß, dass gerade jene Tätigkeiten, die wir heute als Chirurgie bezeichnen würden, niedrig angesehen waren und in den Quellen meist verschwiegen werden; andererseits würde ich erwarten, dass jemand hoch im Kurs stand, dem man es zutraute, einen solchen Eingriff vorzunehmen. Zumindest ein Vorname oder ein Rechnungsbeleg sollte dann überlebt haben.
 
Die Quelle dazu ist das hier: MGH SS 23 (ziemlich oben auf der Seite). Ob es noch weitere Quellen gibt, weiß ich nicht.
Danke.

Aber … uff. Mein Schullatein reicht dazu nicht mehr.

König Heinrich wollte in die Gegend von Apulien reisen, um seine Frau zu führen [wahrscheinlich heimzuführen, also heiraten], und er wollte, dass der Markgraf Dedo ihn begleitet. Dieser aber, der wusste, dass die Härte der Reise und die Beschaffenheit des Klimas der Fettleibigkeit seines Körpers entgegenstünden, zog einen Arzt hinzu, um Fett seiner Eingeweide [seines Bauchs?] zu entfernen. Er verstarb an dem Bauchschnitt am 17. des Monats September und wurde in der Kirche von [wo?], die er selbst gegründet hatte, beigesetzt.

Ist mit "cillenensi" Celje gemeint?
 
Danke.

Aber … uff. Mein Schullatein reicht dazu nicht mehr.

König Heinrich wollte in die Gegend von Apulien reisen, um seine Frau zu führen [wahrscheinlich heimzuführen, also heiraten], und er wollte, dass der Markgraf Dedo ihn begleitet. Dieser aber, der wusste, dass die Härte der Reise und die Beschaffenheit des Klimas der Fettleibigkeit seines Körpers entgegenstünden, zog einen Arzt hinzu, um Fett seiner Eingeweide [seines Bauchs?] zu entfernen. Er verstarb an dem Bauchschnitt am 17. des Monats September und wurde in der Kirche von [wo?], die er selbst gegründet hatte, beigesetzt.

Ist mit "cillenensi" Celje gemeint?

König Wilhelm (II.) "der Gute", der Neffe von König Heinrichs Ehefrau Konstanze, war 1889 verstorben, nun galt es für König Heinrich die Nachfolge im Königreich Sizilien für seine Frau (und somit auch für sich) zu sichern. (Das sollte für dieses Mal schief gehen.)

Stellt sich noch die Frage, warum er Markgraf Dedo unbedingt als Begleitung wollte und warum Dedo nicht

Hatte König Heinrich VI. Probleme damit, für diese Unternehmung Begleitung unter seinen Fürsten zu finden? Immerhin fand etwa zeitgleich der sogenannte Dritte Kreuzzug statt, der als Kreuzzug seines Vaters beginnen sollte.

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Nach Wikipedia soll Markgraf Dedo 1187 als Fürsprecher für Bischof Heinrich in einem Rechtsstreit mit Herzog Friedrich (Bedrich) von Böhmen aufgetreten sein, der das Kloster Zschillen, ein Benediktinerkloster in Wechselburg, Sachsen, betraf. Auch wenn ich selbst bei Wikipedia-Angabe zur Vorsicht neige, würde ein sächsischen Kloster hier mehr Sinn machen als eine Burg im heutigen Slowenien.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Vermutung erscheint mir jedenfalls korrekt, da Dedo in seiner eigenen Gründung beigesetzt wurde. Es war üblich, dass ein Stifter in seiner Stiftung beigesetzt wurde.

Aber … uff. Mein Schullatein reicht dazu nicht mehr.

König Heinrich wollte in die Gegend von Apulien reisen, um seine Frau zu führen [wahrscheinlich heimzuführen, also heiraten], und er wollte, dass der Markgraf Dedo ihn begleitet. Dieser aber, der wusste, dass die Härte der Reise und die Beschaffenheit des Klimas der Fettleibigkeit seines Körpers entgegenstünden, zog einen Arzt hinzu, um Fett seiner Eingeweide [seines Bauchs?] zu entfernen. Er verstarb an dem Bauchschnitt am 17. des Monats September und wurde in der Kirche von [wo?], die er selbst gegründet hatte, beigesetzt.

Ist mit "cillenensi" Celje gemeint?
Nicht "am 17. des Monats September", sondern "am 17. Tag vor den Kalenden des September". Nach der inklusiven Zählweise (bei der also der Starttag - der 1. September - mitgezählt wird) ergibt das den 16. August.
 
Weiß zufälligerweise jemand etwas näheres zu Sancho Garcés II Abarca, König von Pamp(i)lona 970 - 994?
Abarca heißt auf Spanisch 'Sandale' oder 'Klotschen', so auch in der englischen Wikipedia, in der steht

In der spanischen Wikipedia wird angegeben, dass der Name im 12. und 13. Jahrhundert auftaucht. Kennt jemand eine deutsche, wissenschaftliche Referenz, vielleicht im LexMA? Mich würde interessieren, ob Abarca hier tatsächlich so zu verstehen ist, wie ich den Begriff abarca kenne und wie die englische Wikipedia ihn bestätigt. Danke!
Späte Antwort:
LexMA schreibt auch nur "erhielt ab ca. 1200 [?], den Beinamen 'Abarca', nach einem navarres. Flechtschuh" [Bd. VII, Sp.1356].
Das Fragezeichen hinter der Jahreszahl wird nicht näher begründet. Als Quellen sind abgegeben:
- J.M. Lacarra, Hist. del reino de Navarra, I, 1972
- A. Cañada Juste, De Sancho Garcés I° a Sancho Garcés III° el Mayor (926-1004), 1987.
 
Einer fällt mir noch ein:
Wilhelm der Ältere, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1400-1482, Wikipedia gibt als Geburtsjahr 1392 an), genannt "der Siegreiche":
"Von seinem Lieblingsschwure soll der Beiname „Gotteskuh“ herrühren, den schon Herm. Bote in seinem Schichtbuche ihm beilegt: „W. de olde genomet, geheten de goddeskö“."
Das Wort bezeichnet nach Campe (ähnlich auch Grimm) "in manchen Gegenden, eine Kuh, die beständig auf einem gewissen Gute gehalten werden muß, zum Gebrauch der Kirchendiener."
Dreißig Jahre früher heißt es bei Adelung "im gemeinen Leben einiger Gegenden, eine eiserne Kuh, welche auf einem gewissen Gute haftet, und zum Gebrauche der Kirche oder Kirchendiener bestimmt ist".
Was heißt hier "eisern", so viel wie "angepflockt"?
Begegnet ist mir dieser Wilhelm vor langer Zeit in einem Roman von Arno Schmidt, ich weiß leider nicht mehr, in welchem. Hat jemand eine Idee?
 
Begegnet ist mir dieser Wilhelm vor langer Zeit in einem Roman von Arno Schmidt, ich weiß leider nicht mehr, in welchem. Hat jemand eine Idee?
(ist schon lange her, dass ich Schmidt gelesen habe) möglicherweise in Aus dem Leben eines Fauns (da spielen regionale Lüneburger "Altertümer" eine Rolle) oder evtl in Schwarze Spiegel
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielleicht "eisern" wie in "eiserne Reserve", die auch nichts Metallisches meint?
Danke für den Tip. Ich hätte ja gleich mal bei Adelung nachsehen können:

"Figürlich [...] 2) Im gemeinen Leben werden diejenigen Dinge, welche bey einer Sache unveränderlich und beständig bleiben, und wenn sie verderben, wieder hergestellet werden müssen, eisern genannt. Eisernes Vieh, eiserne Pferd, eiserne Kühe, welche als Stücke des Inventarii zu einem Gute u. s. f. gehören, und von dem Besitzer bey dessen Abtritte wieder mit eingeliefert, oder an deren Stelle andere Stücke von eben der Güte angeschaffet werden müssen. Dergleichen Vieh wurde schon im mittlern Lateine Bestia ferri, im Franz. aber ehedem Beste de fer genannt."
 
Ein kleines Lehrstück über Propaganda und national gefärbte Perspektiven ist der Beiname Waldemars II. von Dänemark (regierte 1202–1241): der Sieger. Diesen erhielt er 1201 nach seinem Sieg über Adolf III. von Schauenburg und Holstein in der Schlacht bei Stellau, mit der die Grafschaft Holstein zu Dänemark kam. (Einen zweiten Sieg errang er noch 1219 über die Esten bei Lindanise.)

Allerdings: 1223 wurde Waldemar durch Graf Heinrich von Schwerin gefangen genommen. Denn wie schon im Falle Adolfs zwanzig Jahre zuvor, hatte er die Abwesenheit Heinrichs, der sich auf dem Kreuzzug befand, genutzt, um sich dessen Domäne anzueignen.

Waldemar verweigerte Heinrichs Forderungen und trug seinem Neffen Albrecht II. von Orlamünde auf, durch militärischen Druck seine Befreiung zu erreichen. Doch Albrecht wurde geschlagen, Holstein ging verloren.

Im Frieden von Bardowick musste Waldemar ein Lösegeld von astronomischen 45.000 Mark Silber versprechen, seine Ansprüche auf alle Reichslehen aufgeben, deutschen Kaufleuten Privilegien einräumen, Urfehde leisten und seine drei Söhne Heinrich als Geiseln ausliefern.

Dänemarks Status als bestimmende Großmacht im Ostseeraum war dahin.

In den Folgejahren missachtete Waldemar den Vertrag und versuchte, in der Schlacht von Bornhöved die Gegebenheiten umzukehren, wurde aber vernichtend geschlagen. Alle dänischen Besitzungen im Ostseeraum (außer Rügen und Estland) gingen endgültig verloren.

Die enormen Schulden und Konflikte, die Waldemar II. hinterließ, schwächten das dänische Königtum und führten zu einer hundertjährigen Phase zeitweiliger Anarchie und Fremdherrschaft, die bis zu Waldemar IV. Atterdag andauern würde.

Anders gesagt: nix "Sieger"!
 
"Nix Sieger" - eher zu Beginn scheinbar Sieger, zuletzt doch kein Sieger. Interessant ist hier allerdings, warum er den Beinamen "der Sieger" letztlich für die Nachwelt behalten hat. (Immerhin gibt es genug historische Leute, die später einen anderen Beinamen erhielten.)
 
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