Spielfilme angesiedelt im 18.Jh.

Dieses Thema im Forum "Dokumentarfilme/Spielfilme" wurde erstellt von Brissotin, 26. September 2006.

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Was ist der beste Film zum Thema 18.Jahrhundert?

  1. Barry Lyndon (1975)

    16 Stimme(n)
    21,6%
  2. Gefährliche Liebschaften (1988)

    14 Stimme(n)
    18,9%
  3. Jefferson in Paris (1995)

    1 Stimme(n)
    1,4%
  4. Der letzte Mohikaner (1992)

    18 Stimme(n)
    24,3%
  5. Rob Roy (1995)

    2 Stimme(n)
    2,7%
  6. King George - Ein Königreich für mehr Verstand (1995)

    4 Stimme(n)
    5,4%
  7. Revolution (1985)

    4 Stimme(n)
    5,4%
  8. Farinelli (1994)

    2 Stimme(n)
    2,7%
  9. Marie Antoinette (2006)

    1 Stimme(n)
    1,4%
  10. Amadeus (1984)

    12 Stimme(n)
    16,2%
  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Sagen wir mal so, der Kostümbildner ist sehr gut und Kirsten Dunst ist so ziemlich auf sich gestellt in dem Film "Marie Antoinette". Da er in allen Szenen abbricht, wenn es anfängt interessant zu werden, wie auch von der Regisseurin beabsichtigt, darf die arme Frau Dunst ja kaum schauspielern. Jason Schwartzmann fand ich recht gut als Louis XVI., auch wenn Frau Coppola der Rolle nicht die nötige Tiefe verlieh, aber daran krankt ja der ganze Film...
    Schön finde ich, dass Louis nicht als Trottel hingestellt wird, der er nicht war.:)
     
  2. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Bemerkenswert ist die Detailgenauigkeit sowohl bei "Gefährliche Liebschaften" als auch bei "Jefferson in Paris". Bei Letzterem wurde bspw. ein Originaljäckchen 1:1 (natürlich angepasst auf Greta Scacchi) aus dem weltberühmten Kyoto Costume Institute ( http://www.kci.or.jp/collection/collset-e.html ) nachgefertigt. Man sieht das Stück in dem Buch "Fashion" vom Taschen-Verlag 2002.
     
  3. Marcia

    Marcia Aktives Mitglied

    Tja, nach welchen Kriterien bewertet man einen Spielfilm? Ein Spielfilm hat an sich keinen Bildungsauftrag. Natürlich können die Filmemacher auch pädagogische Ambitionen haben und sich der historischen Genauigkeit verpflichtet fühlen, was ich normalerweise befürworte. Ich verstehe sehr gut, dass gerade hier im Forum immer wieder darauf hingewiesen wird, dass das Publikum oft das in Spielfilmen Gezeigte für bare Münze nimmt und sich manches falsch einprägt.
    Ich gehe ins Kino, um mich zu entspannen und zu unterhalten, und ich käme nie auf die Idee, einen Spielfilm anzusehen, um mich geschichtlich zu bilden. Aber als Einstieg in die eine oder andere historische Problematik sind mir Spielfilme ganz lieb. Man kann als Laie auf den Geschmack kommen und sich dann mit Hilfe von Literatur genauer informieren. Deshalb war ich froh, einen (geschichtsuninteressierten) Teenager in einen Historienfilm geschleppt zu haben, ohne dass dieser (oder besser: diese) sich gelangweilt hat. Ich hoffe ja immer, dass ein Funken Interesse zurückbleibt...
    Mir ist klar, dass Experten und besser informierte Zuschauer bei den meisten Spielfilmen, die von der betreffenden Zeit handeln (oder vorgeben, das zu tun ;)), das Gruseln kriegen. Als Laie ist man da weitaus besser dran. Aber das haben wir ja schon öfter diskutiert. ;)
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Vielleicht von der Französischen Revolution mal wieder in das Zeitalter der Höfe und Allianzen. Eine durchaus interessante Produktion war auch der UFA Film Münchhausen von 1942/43. Neben Hans Albers in der Titelrolle spielten Brigitte Horney (Zarin Katherina II.) Ilse Werner, Ferdinand Marian (Graf Cagliostro) und andere namhafte Schauspieler mit. Erstaunlich, was für ein Budget und wie viele Komparsen das Reichspropagandaministerium kurz nach dem Debakel von Stalingrad auszugeben bereit war. Natürlich war der Film als Massenunterhaltung und Ablenkung gedacht, in prächtig barocken Bildern beschwört er den Hof Katherinas II. die Festung Otschakow, das Topkapiserrail und schließlich Venedig herauf. Der Film enthält keine Durchhalteparolen es ist ein unpolitischer Unterhaltungsfilm, Drehbuchautor war der verfemte Erich Kästner, und es ist erstaunlich, was ihm gelang, an Zitaten an der Zensur vorbeizumogeln: "Krieg, Abenteuer, schöne Frauen, ich brauche das alles, Sie aber, Graf Cagliostro, mißbrauchen es!" Das wird noch deutlicher in dem Gespräch zwischen dem Konstrukteur eines Fesselballons und dem Dogen: "Ich diene nur der Wissenschaft!" "Lassen Sie sich diese Illusion nicht rauben, es ist die Kunst des Staatsmanns, ein Ding zu tun, und zweierlei zu bezwecken!" Am deutlichsten aber in Cassanovas Rat, sich vor der Inquisition in Venedig in Acht zu nehmen: "Seien Sie vorsichtig, Baron, die Staatsinquisition hat tausend Augen und Ohren und die Macht, Recht und Unrecht zu tun, ganz wie es ihr beliebt."

    Ferdinand Marian hatte ich bereits erwähnt, er ist vor allem auch bekannt geworden durch seine Titelrolle in dem Film "Jud Süß" von Veit Harlan. Er wurde von Goebbels förmlich gezwungen, diese Rolle zu übernehmen. Jud Süß ist natürlich ein ganz anderes Kaliber, als "Münchhausen". Neben "der Ewige Jude" ist es der Propaganda- und Hetzfilm des Dritten Reichs. Er liegt heute in den "Giftschränken" und man kann ihn sich bestenfalls im Rahmen von Seminaren und Projekten ansehen. Technisch ist er durchaus gut gemacht, und mit Ferdinand Marian, Werner Krauß, ´Heinrich George und Kristina Söderbaum nahmen einige der namhaftesten Schauspieler daran teil. Harlan hat im Ghetto von Warschau jüdische Komparsen rekrutieren lassen. Harlan schrieb:"hier zeige sich das Urjudentum, wie es damals war und wie es sich heute noch in Polen erhalten hat. Im Gegensatz zu diesem Urjudentum steht nun der "Jud Süß, der schlaue Politiker, der elegante Finanzberater des Hofes, kurz der getarnte Jude".
    Der Film zog alle register antisemitischer Hetze, in einigen Städten kam es nach Aufführung des Films zu antisemitischen Demonstrationen. SD Akten berichten, daß der Film alle Erwartungen der Nazis erfüllte, unter den Szenen, die von der Bevölkerung besonders beachtet wurden, war der Einzug der Juden mit Sack und Pack nach Stuttgart. Harlan mußte sich nach dem Krieg für den Film verantworten, wurde aber freigesprochen. Wir hatten das auch schon mal in einem Fernsehtipp: "Jud Süß, ein Film als Verbrechen"
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. November 2006
  5. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Ich habe nicht gerade das beste Filmgedächtnis, muss ich feststellen.
    Erst durch die in der Umfrage genannten Titel sind mir überhaupt erst "Amadeus" "Rob Roy" und "King George" wieder eingefallen. Und "Jefferson in Paris" den ich aber das letzte Mal vor vielen Jahren gesehen hab. Bei "King George" ist mir, neben dem grandiosen Nigel Hawthorne, Rupert Everett als fetter Prince of Wales in guter Erinnerung.

    Von Münchhausen gab es auch eine sehr schöne jüngere Verfilmung von Terry Gilliam (Monty Python)
     
  6. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Wenn wir schon bei alten deutschen Filmen sind (Jud Süß, Münchhausen), sollten auch die sog "Fridericus-Rex-Filme" nicht unerwähnt bleiben.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fridericus-Rex-Filme

    In vielen spielte Otto Gebühr den Alten Fritz, das war gewissermaßen schon seine 2. Identität geworden.

    Sieht man von den teilweise propagandistischen und nationalistischen Tendenzen ab und konzentriert sich auf die Filmarbeit selbst, muss man zugeben, dass mit den technischen Mitteln der 1920er und 1930er Jahren enorm eindrucksvolle Szenen geschaffen wurden, die den Vergleich mit ausländischen Produktionen nicht zu scheuen brauchten.

    Gerade die Marsch- und Kampfszenen (die meist im Siebenjährigen Krieg spielten), waren für die damalige Zeit außerordentlich gut geraten. Wenn 3000 Mann kämpften, dann wurden eben 3000 Komparsen eingesetzt und nicht wie heute nur 50, die dann am Computer vervielfältigt werden.

    Und da die Fridericus-Filme alle im 18. Jh. spielten, passen sie auch in dieses Thema.

    Jacobum
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    @ Jacobum
    Ich kann mich noch sehr gut an die Fridericus-Rex-Filme erinnern. Wir haben sie im Geschichtsunterricht angeschaut und wenn sich Politische Bildung anschloss, gleich weiter gemacht, denn sie passen ja mehrfach als historisch interessant bis politisch geprägt.
    Interessant werden die Filme dann, wenn man Primiärquellen damit vergleicht und bei den Abwandlungen der Filme recht genau die Ziele erkennt, welche mit ihnen verfolgt werden sollten.
    Ich war immer amüsiert über das Quietschen der Stiefelsohlen durch die Gänge der Filmschlösser.;)

    @ Marcia
    Wenn ich mal Zeit habe, zitiere ich Janet Arnold zu dem Thema Authenzität der Kleidung in historischen Filmen. :)
     
  8. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    War zwar kein Film, dafür eine tolle Serie:
    Der Kurier der Kaiserin mit Klaus-Jürgen Wussow als Rittmeister von Rotteck.
    Heldenhafte Österreicher, hinterhältige Preussen die trotz übler Tricks ob ihrer Plumpheit immer ins Hintertreffen kamen - alles im Dienste für die große Maria Theresia.
    Herz, was willst du mehr!
     
  9. AndreasKlammer

    AndreasKlammer Gesperrt

    Ja, die Serie war klasse. Da werden Kindheitserinnerungen wach...
     
  10. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    @ Rovere
    Spielt aber nicht im 18. sondern im 19.Jh., auf jeden Fall der Roman "Der Kurier des Zaren".

    Bevor ich es vergesse, natürlich gibt es diverse Verfilmungen zu Katharina II. von Russland. Bis jetzt hat mich aber noch keine überzeugt, vor allem da die allermeisten ziemlich rasch, in ein ziemlich seichtes Fahrwasser abdriften.
     
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Habe mich in Gedanken vertippt, meinte den Maskenbildner.
     
  12. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    No way! Die Serie "Kurier der Kaiserin" hat mit dem "Kurier des Zaren" überhaupt nix zu tun. Rittmeister von Rotteck war Kurier der Kaiserin Maria Theresia (und die ist ja sowas von 18. Jdht.....)
     
  13. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Oh ich überlas. Kann ja mal vorkommen. :red:
    Dann habe ich die Serie auch noch nicht gesehen.
     
  14. ning

    ning Gesperrt

    Würde Dir gefallen, Brissotin ;-)
    Nachtrag(sfrage): Spielraum 7-jähriger Krieg oder zweiter schlesischer Krieg alleine, Signore delle Quinteclesiae?

    Und falls Barry Lyndon (orig. "Die Memoiren des Junkers B. L.) hier noch nicht steht (Roman v. W. Thackeray, Mitte 19. Jh, Film Stanley Kubrick, frühe 70er jahre letztes Jh.) dann seht mir diesen meinen geliebten Spam bitte nach ...
     
  15. ning

    ning Gesperrt

    *lach*

    Da gibts ja sogar ne Abstimmung!
    Für mich war's schwer, sich zwischen den ersten beiden Titeln zu entscheiden. Das der "letzte Mohikaner" so rigoros führt, erscheint mir allerdings bedenklich ... warum nicht gleich "Patriot"? ... ;)
     
  16. ning

    ning Gesperrt

    Da erlaube ich mir doch gleich mal, das Buch zu empfehlen. Zwar "cool amerikanisch", aber ein interessantes Sittengemälde eines "Rokoko du Nouveau Monde".
    Schreiberin (selbst gebürtige Neu-Orleanoise): http://de.wikipedia.org/wiki/Anne_Rice

    Habt ihr, punkto "schmutzige Hinterhöfe des 18. Jh.", eigentlich schon "Das Parfum" hier erwähnt? Schon wie bei "Schlafes Bruder" hat mir ein Film ein Buch kaputtgemacht,- woran ich selber schuld bin, weil ich ja aus Fandom ins Kino gehen musste ...(ich meine, ich bin den Autoren nachträglich böse, dass sie die Filme nicht nur zuließen, sondern, wie im Falle der Einmischung Robert Schneiders in Vilsmaiers Arbeit, sogar noch gänzlich kaputt machten) Diese heutige neue Poesie kann man nicht verdrehbuchen.

    (Soll ich nun Marie Antoinette anschauen? *grübel* Wo ich doch schon beleidigt war, als sich die Coppola auf ein Buch stützt, das alle Quintessenz von Stefan Zweigs Biographie abgeschrieben zu haben scheint ... hm)
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2006
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Den können wir ruhig noch mit rein nehmen. Ich glaube sogar, dass er Stimmen kriegt, wenn wir die Umfrage nur lange genug laufen lassen.
    Och mich hat die Abstimmung gereizt. :D Außerdem ist das interessant, denn jemand der seinen Favorit nicht oben drin findet, kann schnell mal reklamieren und von guten historischen Filmen höre ich gern, weil man in historischen Filmen, gerade in den zum 18. und 19, Jh. manchmal erstaunliche Primiärquellen sieht, mal ganz abgesehen von den Aufnahmen von Schlössern etc..

    Barry Lyndon erwähnte ich schon auf Seite 2 dieses Themas. Rein filmerisch würde ich ihn auch fast als den besten Film einordnen, nicht allein wegen der Kameraarbeit sondern auch weil Kubrick einfach durch die Schneidearbeit etc. eine unbekannte szenische Tiefe schuf. Kubrick machte, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, Kostümentwürfe, Regie, Produktion, Schnitt und Drehbuch alles selbst. Besser als am Ende des Films habe ich noch nie die Dramatik des Duells eingefangen gesehen.:anbetung: Die Schwächen nannte ich bereits in meinem Beitrag. http://www.geschichtsforum.de/showpost.php?p=214883&postcount=39 Hinzu kommt noch, dass die Musik manchmal etwas verfälschend ist. "British Grenadiers" bis zum nervraubenden Dauerschlager überspitzt gespielt ist zwar zeitgenössisch auch Händels Stück, aber z.B. der Text von "Ansbach Dragoner" stammt aus dem 19.Jh.. Dennoch zeichnet Kubrick beinahe zutreffende Stereotypen, aber eben nur beinahe und leider oftmals eher die Karikatur eines Adeligen der Zeit (der Chevalier de Balibari (Patrick Magee)). Schön wird die Langeweile des Adels in den Spielabenden der Lady Lyndon eingefangen und die Stimmung an den Höfen dieser Zeit.
     
  18. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Wenn du Zweigs Biographie magst, dann nein. Ein bisschen widerspricht Frau Coppola Zweig, ohne aber seine Größe zu haben, dem eine eigene Sichtweise der Dinge entgegen zu stellen. Na sie ist halt nicht Polanski. (Warum konnte er das nicht verfilmen? :weinen: ;) ) Immerhin gestand die Coppola ihr Unvermögen ein. Auf die Dauer ist das Bild, das sie in ihren Filmen macht aber wirklich langweilig. Ich muss zugeben, dass mich der Film vor allem langweilte. Konsequenter wäre ein Ende der Handlung bei 1783 gewesen, dann wären dem Zuseher 40 Minuten erspart geblieben und der noch weitaus langweiliger Teil des Films. Die Ausstattung war ganz nett, nicht schlechter als in "Das Parfüm". Ich würde an Deiner Stelle hinein gehen, allein die kurze Szene mit der Opernaufführung von "Castor et Pollux" (die Einspielung war von Meistern des Fachs "Les Arts Florissants") ist ganz nett. Immerhin sieht man ein bisschen Versailles und bekommt gleich mal Lust, mal wieder hin zu fahren. :w00t1: Beeil Dich aber, bei uns wurde der Film ziemlich schnell auch beim Schuhschachtel großen Kino aus dem Programm genommen!
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. November 2006
  19. ning

    ning Gesperrt

    Du hast mich (ohne zu wollen) überzeugt: ich scheiß auf die Schuhschachtel (pardon: verzichte auf die Bonbonniere).
    Womit ich "Farinelli" (bzgl. der von Dir herausgehobenen "Castor et Polluce"-Opernszene) nachträglich (=nachdrücklich) einen Punkt im Voting gebe.

    Ach ja, Frage bzgl. Musik und große Musiker im Film: weiß jemand zufällig den Titel und Regisseur jenes Films über den jungen Mozart, wo mir diese wunderbaren Szenen des langhaarigen jugendlichen Wolferls - in Italien zur Zeit seiner dortigen Etüden z.B. mit einem Freund durch die Olivengärten tollend -in ewiger warmer Erinnerung sein werden? Ich hab einfach keine Ahnung mehr, wer den Film machte, wie gesagt, spielt vor allem in der Zeit seiner Ausbildung, Reisen und vornehmlich in Italien ...
     
  20. Rovere

    Rovere Premiummitglied

    Marie Antoinette von Coppola habe ich großartig gefunden!

    Einige Einstellungen waren so genial! Die Kutschen die die junge Braut nach Versailles bringen klein im Vordergrund und das gigantische Schloss dahinter - ein sehr beeindruckendes Bild!

    Oder der Maskenball, gedreht in der Pariser Oper: Ein Prachtmenuett und die Musik von Hongkong Garden dazu - die Dekadenz zweier Zeitalter hat sich in diesem Bild berührt.

    Die Langeweile des Hoflebens, erstarrt im sich ewig wiederholenden, sinnentleerten Ritual - Coppola gelang es dieses einzufangen.

    Ich finde Marie Antoinette ist ein großer Film, ein Film der es möglich macht die Person Antoinette zu verstehen. (Die Szene wo Mercy über die politischen Auswirkungen der polnischen Teilungen referiert und Marie Antoinette gleichzeitig die Party für ihren 18. Geburtstag plant und dem Vortrag des Botschafters nicht zuhört - weil Politik den Teenager einfach nicht interessiert! Ich fands nachvollziehbar!)

    Ich kann den Film daher SEHR empfehlen - mit zwei ABERs:
    Originalfassung
    Vorkenntnisse zur Biographie Marie Antoinettes, sonst versteht man Bahnhof
     

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