Spuren des Matriarchats

Es wird für möglich gehalten, dass die realen Vorbilder für die Amazonen bei den Griechen die Sarmaten waren.

Streiche Sarmaten und setzte Skythen. Die Sarmaten als Reitervolk iransich/kaukasischer Herkunft hatten eine ausgeprägt patriarchalische Kultur !!

Man hat in Südrussland und der Ukraine zahlreiche Gräber (Kurgane) sarmatischer Frauen gefunden, die mit Waffen und Rüstungen begraben wurden.

Kurgane sind skythische Grabanlagen, aber man hat tatsächlich EIN PAAR Kurgane gefunden, in denen Frauen mit Bögen zusammen beerdigt wurden. Rüstungen wären mir neu, es gibt auch de facto keine Männergräber mit Rüstungen, die Skythen haben schlicht und einfach keine schwereren Rüstungen verwendet.

In der Frühzeit (600 v.Chr. bis 300 v.Chr.) wurden den weiblichen Gräbern sogar mehr Waffenbeigaben beigefügt als den männlichen.

Was nicht stimmt. Diese Aussage ist definitiv falsch.
Das ist wie mit Däniken und ähnlichen: Wer an Amazonen glauben will, der stellt solche Behauptungen und Halbwahrheiten hin, damit er "Beweise" hat.

Des weiteren gibt es Theorien, nach denen die Sarmaten in ihrer Anfangszeit matriarchalisch geprägt waren.

Die Skythische Gesellschaftstruktur war vielleicht matrilinear, aber nicht matriarchalisch.

Die Frauen wurden bei den Skythen recht ausgeglichen behandelt und als wichtiger und gleichgestellter Teil der Gesellschaft gesehen. Es ist nicht so, dass bei den Skythen die Frauen geherrscht hätten, geherrscht und Macht ausgeübt haben die Männer, aber die Frauen haben auch als Hirten fungiert, sind auf die Jagd gegangen und haben zusätzlich zu den Männern manchmal auch zu Pferd mit dem Bogen gekämpft. Die Skythen hatten ein im Vergleich recht modern anmutendes Geschlechterverhältnis in dem die Frauen nicht unterdrückt wurden sondern aktiver Teil der Gesellschaft waren.

Mehr aber auch nicht.

Kürzlich fand der russische Archäologe Leonid Jablonskij und seine amerikanische Kollegin Jeannine Davis-Kimball in Südrussland 2500 Jahre alte Frauenskelette, die anatomisch auffällig waren. Zum einen waren ihre Oberschenkelknochen gebogen und ihre Steißbeine gestaucht. Sie waren also viel geritten. Zum anderen wurden als Grabbeigaben unter anderem auch Waffen (Pfeilspitzen und ähnliches) gefunden. Die Waffen weisen Gebrauchsspuren auf, sind also sehr wahrscheinlich auch benutzt worden.

Nimm jedes beliebige Skellet einer Mongolin und du wirst die gleichen Verformungen finden. Natürlich sind die geritten ! Nimm jedes beliebige Skellet einer Turkmenin und du wirst ebenfalls solche Verformungen finden. Nichts desto trotz sind die Mongolen patriarchalisch und die Turkemenn allein schon durch den Islam streng patriarchalisch.

Der Bogen ist bei den Steppengesellschaften im übrigen ein Macht- und Herrschaftssymbol, er steht als Grabbeigabe für den Adel.

Männern gab man im übrigen wenn sie Adlig waren NEUE Bögen mit ins Grab !
So ein Kompositbogen war ja sehr wertvoll und ihm Vergleich zur Anzahl der damals vorhanden Bögen sind diese eben nicht häufig im Fundgut, da sie schlicht und einfach zu wertvoll waren.

Auch bei anderen, streng patriarchalischen Steppenvölkern erhielten die Adligen Frauen als Zeichen ihres Ranges einen Bogen mit ins Grab. Das war eine Prestige Frage für ihren Mann/ihre männlichen Familienmitglieder da man damit Reichtum und Macht darstellen konnte. Das der Bogen gebraucht war heißt dabei nicht, dass der Bogen auch von der Frau eingesetzt wurde.

Bei den Skythen haben aber auch die Frauen teilweise Bögen geführt und als berittene Bogenschützen die Männer im Kampf unterstützt. Die Betonung liegt auf teilweise und auf unterstützt !

Die große Anzahl der Pfeilspitzen lässt die Forscher vermuten, dass es sich bei der Toten um eine bedeutende Kriegerin handelt.

Im übrigen ist es bei bisher allen Steppengesellschaften, so auch bei den Mongolen so gewesen, daß je höher der Rang eines Kriegers war, desto weniger Pfeile führte er als Zeichen seines Ranges mit bzw bekam er mit ins Grab.

Damit zeigte er, daß er es wegen seiner Stellung eben nicht nötig hatte, mehr Pfeile mitzunehmen. Ein hoher Mongolischer Adliger führte z.B. nur 3 Pfeile mit sich um seinen Rang zu kennzeichnen. Im Kampf selber hatte er natürlich mehr Pfeile mit dabei, aber im Alltag wie auch im Grab eben desto weniger je mächtiger und bekannter er war.

Man sieht also, daß solche Zuordnungen, die aus westlichem Denken und von unserer heutigen westlichen Kultur getrübt sind, nicht immer stimmen müssen. Die Folgerung: viele Pfeilspitzen also bedeutsam ist bei allen Völkern wo man es weiß, eben nicht richtig.

Man folgert also hier falsch, und das weil man von seiner eigenen, westlichen Kultur dabei beeinflußt wird.

Das gleiche sehe ich überhaupt bei der ganzen Amazonendebatte hier. Da werden irgendwelche Matriarchate die heute irgendwo in Asien oder Mexiko existieren herangezogen, um die Herkunft der Amazonen zu erklären. Dabei fällt man mit seinen Folgerungen rein, da man sich nicht von seinem westlichen Denken frei macht.

Es gibt auch unter diesen Vergleichsmatriarchaten KEINES, in dem die Frauen ernsthaft Krieg führen und kämpfen. All diese Kulturen unterdrücken zwar die Männer, lassen aber eben auch die Männer kämpfen wenn es zu Auseinandersetzungen kommt.

Die meisten dieser Kulturen begründen und erhalten die Macht für die Frauen über die Religion, zum Teil (wie in Mexiko) über das Wissensmonopol und über den Zusammenhalt während die Männer untereinander aufgehetzt werden. Teile und Herrsche. Aber keine dieser Kulturen brachte Kriegerinnen hervor und keine bekannte Kultur verzichtete komplett auf Männer.

Die Amazonen muß man daher höchstwahrscheinlich als eine Legende abtun, die durch die im Vergleich !! mit Griechenland sehr freizügigen skythischen Frauen beeinflußt wurde.

In Griechenland war die Gesellschaft nämlich zur gleichen Zeit extrem patriarchalisch und die Frauen wurdne z.b. in Athen massiv unterdrückt und niedergehalten.

Evtl. hat den Männern das nicht gefallen, die Frauen irgendwann unterworfen und haben alle Hinweise auf Amazonen in der historischen Literatur entfernt. (Ähnlich wie bei der Päpstin Johanna, welche angeblich gestrichen wurde aus der Liste der Päpste).

Das Gegenteil ist der Fall:

Die Amazonen sind eine Sache die eben primär von Männern weitergegeben und von Männern archiviert und im Bewußtsein gehalten wurde.

Die Frauen haben sich mit dem Gedanken der Amazonen nicht nur nicht beschäftigt, sie standen ihm ablehnend gegenüber. Nur die Männer waren davon fasziniert und beschäftigten sich damit.

Erst heute, mit der Emanzipation haben die Frauen die Amazonen sozusagen entdeckt und für sich und eben diese Emanzipation vereinnamt.

Es stellt sich also die Frage, warum die Amazonen als Idee für die Männer so reizvoll waren, als Idee und Information gerade in besonders extrem patriarchalischen Gesellschaften so erfolgreich waren. Denn gerade die besonders patriarchalischen Gesellschaften, wie z.B. die Griechen beschäftigten sich mehr als andere, moderatere Gesellschaften mit diesem Motiv !
 
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"Amazonen, sagenhaftes Volk kriegerischer Frauen im Nordosten Kleinasiens. Den Namen erklärte ma als die Brustlosen von der Sitte, die rechte Brust wegzuschneiden, um im Kampf besser den Bogen führen zu können. Herakles kämpfte mit ihnen und auch Theseus; doch unternahmen die Amazonen einen Rachezug nach Attika. Im Troischen Krieg zogen die Amazonen den Troern zu Hilfe; Achilleus tötete ihre Königin Penthesileia.

Amazonenschlachten waren ein sehr beliebtes Thema der Kunst: Vasenbilder, Wandgemälde, Reliefs usw. "

aus dem kleinen Lexikon der Anike


Die Amazonen entstanden in der Sagenwelt der Griechischen Mytologie und diese wurde von Männern geschrieben. Man muss schon aufpassen die heutige Vorstellung auf die Anike zu übertragen. Die modere Emanzipationsbewegung hat diese Sagen von den Kriegerischen Frauen dazu benutzt ein Bild der "Kämpfenden Frau" gegen die ach so böse Männerwelt darzustellen. Das hat mit Wissenschaft sowenig zu tun wie ein Hahn auf einmal Eier legt.

Das vermischen von Tatsachen und Sagen kann als Vorlage für einen guten Roman oder einen Film dienen aber nicht um zu Beweisen das es etwas gab, das in der Fantasie des Menschen enstanden ist. Sonst könnte es ja auch sein das Peter Pan wirklich gelebt hat und keine Märchenfigur ist.
 
Zitat:" die durch die im Vergleich !! mit Griechenland sehr freizügigen skythischen Frauen beeinflußt wurde"

UM GENAU DIESEN PUNKT REDEN WIR DIE GANZE ZEIT, aber du krämst in der Märchenkiste und regst dich darüber auf das wir überhaupt darüber reden!
Der Rest ist eine Zusammentragung von Völkern und Lebensweisen die vergleichbar sind, und statt darüber nachzudenken, fängst du wieder mit dem Märchen an!
Kann es sein das du über dein eigenes Vorurteil gestoplert bist?


Ausserdem, die Zuordnung der Geschlechter von skythischen Gräbern wurde in der Sowjetunion seit den späten 60ern nicht mehr anhand der Grabbeigaben gemacht, aus genau den von dir angegebenen Gründen. Vielmehr anhand der Skelettuntersuchungen, deswegen kam man damals schon zu dem Schluss, das die Frauen genauso gekämpft haben wie ihre Männern, denn Verletzungsspuren und Verschleiß an Ellenbogen, Schulter und bestimmter Wirbelpartien lassen darauf schliessen. Zu diesem Schluß kamen aber keine Archologen, sondern Orthopäden.
 
Ähem, Askan ...

Verwechselt du da vielleicht mich und Marbod ? Das war mein erster Post überhaupt zu dem Thema, deshalb ist das Wort

WIEDER irgendwie falsch. Andernfalls verstehe ich nicht worauf du hinauswillst ?

Vielmehr anhand der Skelettuntersuchungen, deswegen kam man damals schon zu dem Schluss, das die Frauen genauso gekämpft haben wie ihre Männern, denn Verletzungsspuren und Verschleiß an Ellenbogen, Schulter und bestimmter Wirbelpartien lassen darauf schliessen. Zu diesem Schluß kamen aber keine Archologen, sondern Orthopäden.

Wobei die Verletzungsspuren sehr, sehr selten sind, und die Abnutzung sich auch durch harte Arbeit erklären läßt. Wobei ich ja auch geschrieben hatte, daß eben bei den Skythen manchmal und in geringer Anzahl vermutlich Frauen die Männer beim Kampf als Berittene Bogenschützen unterstüzt haben, dazu passt, daß die Verletzungen an Frauenskelleten primär durch Pfeile verursacht wurden.

Die wenigen Schwert usw Verletzungen sind von der Lage her eher so zu erklären, daß die betreffende halt schlicht und einfach getötet wurde, niedergemacht wurde. Wieder verheilte Verletzungen von Schnitt und Schlagwaffen kommen meines Wissens nach nur bei einem oder zwei Funden vor.
 
Einspruch, ich hab hier das erste Mal an Askan ne Frage gestellt! Ich war das auch nicht mit dem WIEDER! Eigentlich könnte er nur Tib.Gabinius meinen. Interessant, dass Askan dann gerade uns drei durcheinanderschmeißt.
 
Vieleicht könnten sich alle mal etwas mehr mit der Zitat-Funktion auseinandersetzen... Sie vor allem mal konsequent benutzen und darauf achten, dass bei den Zitaten der Name des Zitierten beisteht...

Sonstige technische Mängel, wie vergessene Klammern usw. korrigieren wir ja noch, aber auch noch zu erraten, wer denn gemeint ist, ist etwas viel verlangt.

Wenn sich jeder etwas mehr Mühe gibt, kann man solche Missverständnisse in Zukunft vielleicht vermeiden...
 
Ich habe nur einen lateinsichen Namen gesehen und dann reagiert, eine klassiche Konditionsfehlleistung.
 
Kassandra schrieb:
Hallo Leute,

ich hätte mal eine Frage an alle, die sich mit dem Christentum auskennen.
In den Anfängen des Christentums waren doch Frauen noch genausoviel wert wie Männer, so glaube ich. Denn in der Bibel sind ja auch Frauen Begleiter von Jesus, oder haben zumindest eine Rolle gespielt.
Ich würde jetzt gerne wissen, wann und wer gesagt hat, das Frauen weniger wert sind, dass sie Sünder sind und nichts mehr zu sagen haben. Ich glaube, dass war nicht von Anfang an der Fall, sondern hat sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Mich würde jetzt mal interessieren, warum. Und warum die Frauen sich damals nicht gewehrt haben, schließlich gab es davor Naturreligionen, in den Frauen gleichberechtigt, wenn nicht sogar höher gestellt waren.
Wäre nett, wenn einer mir helfen könnte.

Liebe Grüsse

Kassandra

Hi
Nicht erst seit dem Christentum haben die Männer grösstenteils, Auch schon bei den Römer und Griechen gab es keine Gleichberechtigung lediglich bei klerikalen Tätigkeiten wie Priester politisch hatten sie schon seit der Akkade Zeit nichts lediglich bei den Germanen und Kelten gab es in gewissen noch gleichberechtigung. Auch das fast überall Matriarche in vergangener Zeit gegeben ist nicht nachgewiessen und die meisten Historiker halten es für unsinn. Diese These ist von Feministischen Historikerinnen aufgestellt wurden, es war aber nicht mehr als Geschichte im Dienste einer Idiologie. Forscher glqauben aber heute das es Matriachate gegeben hatt, Wahrscheinlich waren diese Gesellschaften Ackerbaugeselschaften wo Fruchtbarkeitskulte vorherschten wo meistens Göttinnen an der Spitze und somit Weibliche Elemente wichtiger als männliche Elemente waren. Die Patriarchischen Völker waren wahrscheinlich Nomadenvölker die eher eine Krieger und Hirtengeselschaft war. Doch das ist auch nur eine These. Einige Forscher glauben das es sich bei den Minoischen Kulturen um eine Mutterechtliche Kultur gehandelt hatt wo Frauen an der Spitze standen. Allerdings ist die Linear A Scvhrift noch nicht entschlüsselt und somit wissen wir nichts über ihren gesellschaftsaufbau. Die anderen Gegenden und Zeitabschnitte in denen man Mutterechtliche Gesellschaften vermutet keine Schrift.
 
Zitat:" Diese These ist von Feministischen Historikerinnen "

Echt? Friedrich Engels war eine feministische Historikerin?
 
Wenn du noch verraten hättest, wen du zitiert hast, könnten wir uns ja vielleicht über die Geschlechterrolle von Engels unterhalten.
 
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