Stein gefunden

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von Anna., 23. Oktober 2011.

  1. Anna.

    Anna. Neues Mitglied

    Hallo,
    Ich habe heute einen Stein im Garten gefunden und kann nun wirklich nicht einordnen was es darstellen soll. Ich hoffe einer von euch kenn sich ein bisschen besser damit mit aus und kann mir sagen was das ist. :winke:
    Zu den Fotos:
    Der "Tunnel" ist von innen weiß, obwohl der Stein von Außen schwarz ist(evtl. Kalk?). Der "Tunnel" ist leicht gewölbt.
    Was man auf den Bildern nicht so gut erkennen kann, ist das unter einer Öffnung Kerben sind.
    Danke im Voraus ! :)
     

    Anhänge:

  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ein schwarzes Inneres an den Bruchstellen und eine weißliche Außenhaut könnte auf einen Feuerstein hindeuten, allerdings sieht das auf den Fotos nur bedingt nach einem Feuerstein aus. Die Bruchstellen sollten dann glatt und glänzend sein, vielleicht auch ein wenig aussehen, wie gesprungenes Glas. Feuerstein besteht ja aus vor Jahrmillionen zusammengepressten Weichtieren und kommt vor allem in Verbindung mit Kalk vor (wer schon mal auf Rüchen, bei Dover oder auch an der französischen Kanalküste Spaziergänge gemacht hat, wird in den Kreidefelsen die Feuersteinbänder (sozusagen Flöze) gesehen (aber vielleicht nicht bemerkt) haben. Die Steinstrände an solchen Orten bestehen aus Feuersteinen.
    Feuersteine mit einem Loch drin nennt man Hühnergott, im Volksglauben sind damit u.a. Fruchtbarkeitsmythen verbunden. Ein Artefakt (also etwas menschengemachtes) scheint dies jedoch nicht zu sein.
     
  3. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin

    Sieht mir auch ganz stark nach einem Feuerstein aus! In welcher Region hast du das Teil denn gefunden?
     
  4. Anna.

    Anna. Neues Mitglied

    Ich hab das hier in Nordhessen gefunden. Nähe Korbach. Und wie ist dieser Hohlraum, "Tunnel" entstanden ? Der ist ja wie mit einer Bohrmaschiene hineingebohrt.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich bin kein Geologe, im Wikipedia-Artikel zu Hühnergöttern wird etwas von herausgewitterter Kreide und von Seelilienstengeln gesagt.
    Hühnergott ? Wikipedia
    Seelilien und Haarsterne ? Wikipedia
    Aber wie gesagt: Voraussetzung dafür wäre, dass es sich tatsächlich um Feuerstein handelt.
    Die Frage ist desweiteren, ob der Stein natürlich in eurem Gartne gelandet ist, oder nicht vielleicht als Urlaubssouvenir (Eltern, Vormieter, Vorbesitzer ...)
     
  6. Anna.

    Anna. Neues Mitglied

    Also es ist definitiv kein Urlaubsmitbringsel und auch nicht von Vorbesitzern, denn die gab es nicht :)
    Aber schonmal vielen Dank!
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Und, handelt es sich um Feuerstein, oder nicht? Wenn ja, gibt es bei euch weitere Feuersteinvorkommen?
     
  8. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Hmm? :grübel:

    Nordhessen / der Bereich Korbach ist nicht gerade das klassische Verbreitungsgebiet von Feuerstein. Auch ein glazialer Transport kommt nicht in Frage.

    Bleibt eigendlich nur der Faktor Mensch!

    Soweit eine Ferndiagnose es zulässt, bin ich mir recht sicher, dass es sich um einen Feuerstein handelt!
     
  9. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Das sieht für mich nach einem Stück "Tropfstein" aus. Also irgend eine Sinterung...
    Für einen Feuerstein erscheint mir der Brocken zu stumpf. Und das Loch passt da auch nicht. :grübel:

    Gruss Pelzer

    .
     
  10. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Löcher im Feuerstein sind nicht selten. Bin früher sehr oft in Kreidesteinbrüchen gewesen um Fossilien zu suchen, da konnte man immer die unmöglichsten Formen antreffen! Wenn das Fundstück lange an der Oberfläche gelegen hat, dann ist eine stumpfe oerfläche auch nicht ungewöhnlich.

    Gegen eine Sinterbildung spricht eigentlich die sehr dunkle, bzw.schwarze Färbung. Ich wüßte nicht, welches Sintermaterial schwarz sein soll?
     
  11. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Sieht für mich nach Feuersteinknolle aus. Ich habe solche auch öfters in Kieslieferungen auf Baustellen gefunden. So kann es auch in Gegenden kommen wo so etwas gar nicht üblich ist.
     
  12. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Hallo Anna, wenn du gewillt wärst, eine kleine Ecke abzuschlagen könnte man mit Sicherheit sagen was es ist.
     
  13. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    Es handelt sich um eine Silexknolle ohne anthropogene Bearbeitung.

    lg Galgenpapst / Prähistoriker
     
  14. Ogrim

    Ogrim Aktives Mitglied

    Hmm, Galgenpapst, wie hast du das denn so schnell fest gestellt? Hast du Bilder der "Kerben" gesehen, die wir nicht sahen? Oder hast du schon eine Erklärung für die feine, gleichmässige "Bohrung"?
    Nix für ungut.
    Silexknolle: Wahrscheinlich. "Ohne anthropogene Bearbeitung" hab ich schon öfter gelesen, als es gestimmt haben muss.
     
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  15. Ogrim

    Ogrim Aktives Mitglied

    LG Ogrim. Prähistoriker.
     
  16. Xander

    Xander Aktives Mitglied

    Moin

    Na, ja, sooo gleichmäßig ist die "Bohrung" nun auch wieder nicht! Der Querschnitt ist doch eher oval als kreisförmig.

    Zudem würde bei einer anthropogenen Bearbeitung die weiße Verwitterungskruste zerstört. Diese ist aber im "Bohrloch" noch erkennbar.

    Wie oben schon geschrieben treibe ich mich seit Jahren in Steinbrüchen der Oberkreide herum und stoße da auf die skurrilsten Feuerstein Formen. Auch diese "Bohrungen" sind nicht selten und garantiert nicht anthropogenen Ursprungs, da gerade ausgegraben.

    Gruß
    Andreas

    Geograph/Geologe, Fossiliensammler, Führerschein- und Waffeleisenbesitzer
     
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  17. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    @Ogrim: Als Paläolithiker, der mehr als 1/4 Jahrhundert im Beruf tätig ist, genügt irgendwann ein Blick auf ein solches Stück, um sicher entscheiden zu können, ob es sich um eine natürlich entstandene Knolle oder ein anthropogen entstandenes Artefakt handelt. Nix für ungut .... Galgenpapst / Urgeschichtsforscher
     
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  18. stonehunter

    stonehunter Neues Mitglied

    Hallo miteinander,

    wie schon geschrieben wurde, nur eine Feuersteinknolle. Da hier von antropogenen Bohrungen in Feuerstein geschrieben wurde, möchte ich darauf hinweisen, dass es die nie gegeben hat. Feuerstein ist viel zu hart, um gebohrt zu werden. Geht auch mit einem elektrischen Boher nicht.
     
  19. Wsjr

    Wsjr Aktives Mitglied

    Also SiO2 ists bestimmt. Könnte aber auch Hornstein sein, vom Aussehen her.
     
  20. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    1. Auch Feuerstein kann man mit "Sand und Wasser" um Holz herum bohren, wenn man will.
    2. Warum sollte man das wollen? Ausser um Prähistoriker und andere zu verklapsen?
    3. Das ist eine "natürliche" Öffnung, die "Kalkschicht" ist ja noch drin. Und die kriegt man nach dem Bohren nicht wieder rein und die bildet sich auch nicht wieder, jedenfalls wohl nicht in der Zeit, in der ein Mensch das hätte bohren können bis heut.

    Also eine skurile Ausprägung einer Feuersteinknolle.
     

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