Terrorisierung der Zivilbevölkerung

Dieses Thema im Forum "Kriegsschauplätze" wurde erstellt von Trojan, 12. Dezember 2014.

  1. Trojan

    Trojan Neues Mitglied

    Warum ist es so, dass historisch gesehen immer wieder in Kriegen die Bevölkerung "terrorisiert" wurde, um ihren Widerstandswillen zu brechen, obwohl man weis, dass meist das genaue Gegenteil eintritt?

    Mein Hauptaugenmerk liegt hier im zweiten Weltkrieg, aber auch im amerikanischen Bürgerkrieg, in den napoleonischen Kriegen, im dreißigjährigen Krieg etc... gibt es ja genügend Beispiele.

    Dass die Zivilbevölkerung im Krieg terrorisiert wird, konnte natürlich auch andere Gründe haben (plündern, um sich einen Vorteil zu verschaffen, Rachegelüste etc...) aber der Grund der "Willensbrechung" war eigtl nie zielführend und wurde trotzdem oft angewandt.

    Besonders im zweiten Weltkrieg gibt es bekannte Beispiele:

    1. Bombenkrieg Deutschlands gg England.
    Anstatt die Luftwaffenangriffe 1940 nur auf englische Fabriken, Hangars und Luftabwehranlagen zu konzentrieren - was zweifelsohne zum Ziel hätte führen können - ging man aufeinmal dazu über, englische Wohnviertel zu bombardieren.
    Als ob dann ein Engländer sagt: OK die Deutschen bombardieren uns, jetzt geben wir auf.
    Im Gegenteil, der Hass der Zivilbevölkerung wird doch gesteigert, da wo vorher evtl. defätismus herrschaft, entwickelt sich nunmehr Widerstandswillen.

    2. Natürlich als Pendant dazu der Bombenkrieg der Alliierten gg Deutschland
    Auch hier erhoffte man ein Aufbegehren der Deutschen, was aber nicht eintrat, im Gegenteil, der Widerstandswillen war auch hier trotz komplett zerstörter STädte ungebrochen.


    Interessant ist, dass die dt. Führung beispielsweise auch widersprüchlich agierte.
    Einerseits setzte sie selbst auf Terrorisierung der feindlichen Zivilbevölkerung, um den Widerstandswillen des Gegners zu brechen, andererseits wurden dann solche Ereignisse wie Nemmersdorf ausgeschlachtet und man ging dazu über, Gräueltaten des Gegners dazu zu benutzen, die eigene Bevölkerung widerstandsfähiger zu machen.

    Für mich ein Widerspruch.


    Warum also, setzten (und tun es auch heute noch) viele Kriegsparteien auf Terrorisierung der Zivilbevölkerung um den Gegner zu brechen obwohl es historisch so gut wie kein Beispiel gibt, wo dies auch mal wirklich funktioniert hat?
     
    2 Person(en) gefällt das.
  2. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    könnte praktische Gründe haben, Flächenbombardements aus großer Höhe sind sicher weniger risikoreich als Angriffe auf verteidigte Punkte
     
  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hast Du ein Beispiel aus dem 30-jährigen Krieg?

    Legte man bspw. Isolanis Kroaten in besonders renitente Gebiete, um deren Willen zu brechen?
     
  4. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Nun, in die Köpfe von Militärs und Politiker zu gucken ist schwer.
    Ich vermute mal, diese Leute hoffen darauf, das die Politiker der Gegenseite mehr Mitleid mit dem eigenen Volk haben, als sie selbst. Zumindest erzählen die gegnerischen Politiker das meist. Dasselbe gilt für die Militärs, die ja angeblich für ihr Volk kämpfen.

    Das dies aber für beide Seiten nicht stimmt,-für die eigene Seite müssten die Beteiligten das ja wissen-, auf den Gedanken kommen die nicht
     
  5. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Vielleicht solltest du erst præzisieren, was du mit "Terrorisierung" meinst.
    So wie ich es verstehe, bin ich sehr unsicher, ob man das im Zitat von mir Hervorgehobene so formulieren kann.
    Unbestreitbar hat die Zivilbevølkerung in jedem Krieg besonders zu leiden. Die Ursachen/Gruende sehe ich aber anders, jedenfalls in den Kriegen vor dem 2.Weltkrieg:

    M.E. sind Gewalttaten im Zusammenhang mit Pluenderungen das Hauptphænomen - und davon war noch nicht einmal die eigene oder befreundete Bevølkerung ausgenommen.
    Bis zum Volkskrieg in Spanien ab 1808 sehe ich auch keine Beteiligung von Zivilbevølkerung an Kriegshandlungen (Partisanen, Guerilla), die "eine Brechung des Widerstands" erforderlich gemacht hætte.
    Aber auch in Spanien glaube ich, dass man einfach nur versuchte, dem damals neuen Phænomen Guerilla Herr zu werden - und wenn man diese nicht von der Zivilbevølkerung unterscheiden konnte, traff es natuerlich auch die Falschen.
    Dadurch kam es zu einer Gewaltspirale mit Exzessen auf beiden Seiten, wie sie leider auch in vielen (allen?) Kriegen zu beobachten ist.
    Dabei spielt dann aber die von dir angesprochene Rache, auch Ohnmacht, die grøssere Rolle.

    Im 2.Weltkrieg sah das anders aus, aber da kønnen andere sicher mehr beitragen: Es ist z.B. die Frage, ob die Bombardierung von Wohnvierteln wirklich der Brechung des Widerstandswillens galt.

    Gruss, muheijo
     
    1 Person gefällt das.
  6. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Mal abgesehen davon, dass es das Aufbieten von Formationen wie Landesdefension oder Ausschuss in fast jedem mitteleuropäischen Krieg als Randerscheinung gab, war es im 30-jährigen sehrwohl so, dass die Zivilbevölkerung mehr oder minder koordiniert mitkämpfte. Damit meine ich jetzt weniger die großen Aufstände, sondern die gezielte Selbsthilfe gegen sowohl Plünderer als auch gezielte Angriffe auf kleinere Kommandos. Man trifft das vor allem an, wenn die Existenzgrundlage der Landbevölkerung sowieso bereits zerstört war und eine Racheaktion mit Niederbrennen der Dörfer offensichtlich keinen Schrecken mehr bei den Bauern auslöste. Sie lebten ja schon oftmals entweder als Flüchtende in den Städten oder in den dichten Wäldern, Gebirgen oder anderen unzugänglichen Gegenden, wo sie die wenige übrige Habe hinverbrachten.
     
  7. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Ich glaube, die Versuchung, durch Angriffe auf die Zivilbevölkerung Konflikte abzukürzen, besteht immer. Sobald ein Land in einen Krieg eintritt, sitzt auf der rechten Schulter der Terror-Teufel und auf der linken der Werte-Engel. Das erklärt die von dir richtig erkannte Widersprüchlichkeit nicht nur in der deutschen Führung.

    Ob eine Partei der Versuchung erliegt, hängt oft von der tatsächlichen militärischen Stärke , besser Schwäche, ab. Die Stimme der Vernunft (wir wollen keine Märtyrer schaffen, wir müssen mit den Leuten später wieder zusammenleben, Verschwendung militärischer Ressourcen ...) verhallt in Krisen hinter der Verheißung schneller Erfolge: lasst uns richtig draufhauen, dann haben wir das ganze schnell hinter uns.

    Die "böse Stimme" kann sich aus verschiedenen Gründen durchsetzen: Terror kann die einzig mögliche Art der Kriegführung sein, von Bombardierungen bis Selbstmordattentaten. Den Briten blieb lange Zeit kaum eine andere Art der Kriegführung als die Flächenbombardierung.

    Oder der politische Druck, irgendwelche Erfolge vorzuweisen, ist hoch. Amerikaner und Briten zeigten mit den Bombardierungen zum Beispiel den Sowjets, dass sie noch im Spiel sind.

    Oft sind Frustration und Einfallslosigkeit entscheidend. Etwa wenn ganze Ortschaften niedergebrannt werden, anstatt die Kärnerarbeit der Partisanensuche auf sich zu nehmen.
     
  8. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Können nicht auch Plünderungen gezielt als Terrorinstrument eingesetzt werden? Ich denke da an mittelalterliche Städte, die sich im Belagerungsfall bis zum bitteren Ende verteidigten und dafür zur Plünderung freigegeben wurden. Das war doch auch ein Terror-Signal an die nächste belagerte Stadt? Um deren Widerstandswillen zu brechen?
     
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich habe oft den Eindruck, dass da die Feldherren der Belagerer mit etwas drohten, was sie im Fall des Sturms auf eine Stadt eh nicht verhindern konnten. Nach dem Einbruch durch eine Bresche oder ein Tor wurde ja alles niedergemacht, was sich dem Angreifer entgegen stellte, was dann eben immer wieder in ein wildes Plündern ausartete.
     
  10. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Im Dreißigjährigen Krieg war das Massakrieren und Plündern der Untertanen quasi der Entzug der Wirtschaftsgrundlage des feindlichen Herrschers auf längere Zeit. Man muss bedenken, dass damals ein Bauer aus einem Korn Saatgut nur ca. 3 Körner Ernte herausbekam. Er brauchte also immer im günstigen Fall ein Drittel seiner Ernte für die nächste Aussaat. Selbst wenn man ihm „nur“ die Hälfte seiner Ernte wegnahm, bedeutete das Hunger. Bis er den Verlust wieder herausackerte, konnten Jahre vergehen. Für Abgaben blieb da dann wenig über.
    Zum Vergleich, heute bekommt man aus einem Saatkorn 20 bis 25 Körner Ernte.
     
    1 Person gefällt das.
  11. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Deutschland hat am Anfang des deutsch-britischen Krieges (der von deutscher Seite nicht gewollt war) nur die kriegswichtige Industrie angegriffen. Erst als die RAF dann gezielt nächtliche Luftangriffe auf deutsche Innenstädte und Wohnviertel geflogen ist, hat die deutsche Luftwaffe auch zivile Ziele in London und Co. angegriffen.

    Wenn man sich mal die Zahl der zivilen Opfer und die Art und Weise der Luftkriegsführung auf beiden Seiten ansieht, wird ziemlich deutlich, daß beide Staaten ganz andere originäre Ziele gegenüber dem jeweils anderen hatten.
     
  12. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    Darf man demnach als Konsens feststellen, dass Flächenbombardements zur Zermürbung der Zivilbevölkerung nicht zielführend sind? Ich fünde das eine durchaus beachtliche Feststellung.
     
  13. excideuil

    excideuil unvergessen

    Nun, ich weiß nicht so recht, ob sich Terror gegen die Zivilbevölkerung überhaupt gegen diese richtet/richtete oder doch vielmehr an den Monarchen, das herrschende Regime ... wie auch immer?

    Es ist einiges geschrieben worden zu Plünderungen etc. z.Zt. des 30. Jährigen Krieges, der Kabinettskriege, der Revolutions- und Napoleonischen Kriege. Völlig klar, waren die Ressourcen doch sehr begrenzt. Sicherlich gab es Drohungen, die Bewohner z. B. einer Stadt (Festung) betreffend, wenn der Kommandant sich nicht ergab, aber war die Bevölkerung gemeint oder doch eher der Kommandant?

    War die Bevölkerung Sachsen gemeint, wenn Napoleon 1813 Friedrich August I. drohte, Sachsen als Feindesland zu betrachten, wenn der König sich nicht wieder an seine Seite begab? Wohl kaum.

    Mit der bürgerlichen Revolution kam eine neue Qualität des Krieges, die Massenheere. Keine Frage, dass diese riesigen Truppenkörper eine ganz andere Quantität der Versorgung beanspruchten. Hier das Beispiel in Vorbereitung des Rußlandfeldzuges in Ostpreußen:

    "In Ostpreußen allein standen mehrere Wochen hindurch 300000 Mann Fußvolk und 45000 Reiter. Diese Provinz, welche schon durch den Feldzug von 1807 so viel gelitten hatte, wurde jetzt fast gänzlich ausgezehrt. Das Fußvolk verzehrte alles, was von der vorjährigen Ernte noch übrig war, aber für die zahlreiche Reiterei reichte das vorhandene Futter nicht aus, für diese musste das grüne Getreide auf dem Felde aushelfen. Die Unordnung konnte bei einem so ungeheuren Heer nicht ausbleiben. Man nahm Vorspann, Lebensmittel, Fourage, Schlachtvieh, selbst Geld, wo man es fand. Wohl kamen Klagen und Widersetzlichkeiten, aber man war genötigt, sich der Gewalt zu fügen. So musste Ostpreußen allein 77900 Pferde, 14000 Wagen, 22770 Ochsen usw. stellen. Große Herden von Schlachtvieh wurden hinter den Truppen zu ihrem unmittelbaren Unterhalt hergetrieben." [1]

    Solche oder ähnliche Schilderungen können natürlich der Meinung förderlich sein, dass sich Terror gegen die Zivilbervölkerung richtete, wobei natürlich nicht wegzureden ist, dass sich alle Seiten gern auf Kosten des Gegners versorgten.

    Der Krieg nimmt immer die Zivilbevölkerung als Geisel. Kriegsrecht, Notverordnungen, Willkür sind an der Tagesordnung. Und alles zum Zwecke des militärischen Sieges.

    M.A. nach ist im 20. Jahrhundert wieder eine neue Qualität zu erkennen: Gezielte militärische Einsätze gegen die Zivilbevölkerung als Teil der milit. Strategie der Kriegsführung. Das zeigt sich im Bombenkrieg Hitlers gegen Großbritannien, im Gegenzug die anglo-amerikanischen Bombenangriffe gegen Deutschland oder die Atomwaffenangriffe der USA auf Japan.

    Auch hier stellt sich mir die Frage, war tatsächlich die Zivilbevölkerung gemeint oder wurde sie nur als Geisel genommen, um ein militärisches Ziel zu erreichen?

    Grüße
    excideuil

    [1] Beitzke, Dr. Heinrich: Geschichte des Russischen Krieges im Jahre 1812, Leipzig, o.J. Seite 43
     
    1 Person gefällt das.
  14. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Ich denk schon. M. W. gibt es keine historischen Beispiele für wirksame Massenbombardements. Keine Aufstände, keine Demos als Folge, kein nichts.
     
  15. Jkt9

    Jkt9 Mitglied

    Für den 2. Weltkrieg trifft das so nicht zu. Die Strategie der Briten, Amerikaner und Deutschen unterschieden sich schon erheblich. Die Zielsetzung war aber bei allen keineswegs nur die Bevölkerung zu demoralisieren. Die Amerikaner z.B setzten das Flächbombardemnet am Tage nur deshalb ein weil es die einzige Möglichtkeit war Punktziele aus großer Höhe zu treffen. Die Briten griffen von kriegsbeginn an nur bei Nacht an weil ihnen die Verluste bei Tagangriffen zu hoch waren. Bei Nachtangriffen konnte man bis in die Kriegsmitte hinein nur ganze Städte treffen - alles andere war zu klein.
    Ansonsten möchte ich noch daraufhinweisen das es zwar das Militär ist das in Kriegen kämpft. Es sind aber Staaten/Völker die Kriege führen!!!
     
  16. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Trojan hat explizit die Frage aufgeworfen, warum in Kriegen immer wieder nicht nur harte Ziele (Militärische, logistische, industrielle) angegriffen werden, sondern auch die Zivilbevölkerung. Flächenbombardements auf zivile Ziele sind nur ein Beispiel unter vielen.

    Ich teilte hier Trojans Einschätzung, mein selbstgestrickter Erklärungsansatz s.o. Mir fiel gestern kein Beispiel ein, dass belegen würde, dass Angriffe auf die Zivilbevölkerung ein Land zum Einknicken gebracht hätten. Ich sollte mir mehr Zeit zum Nachdenken nehmen.

    Die Einäscherung von Hiroshima und Nagasaki, ohne irgendwelche Auswirkungen auf die Kampfkraft der japanischen Streitkräfte, führte tatsächlich durch einen massiven Angriff der USA auf zivile Ziele zur Kapitulation des Kriegsgegners.

    Folgerichtig weiter: Die Drohung mit der nuklearen Keule gegen die zivilen Zentren des Gegners verhinderte nach 1945 den Ausbruch eines Krieges zwischen den Blöcken Warschauer Pakt und NATO .

    Ich würde meinen obigen Beitrag daher folgendermaßen ergänzen:

    Bis zum Sommer 1945 waren Angriffe auf die Zivilbevölkerung Ausdruck der Schwächen. Dies gilt in den meisten Fällen bis heute (Selbstmordbomber etc).

    Die Option einer totalen Vernichtung der gegnerischen Zivilbevölkerung durch Nuklearwaffen schaffte aber neue Realitäten. Tatsächlich kann unter einer nuklearen Drohung gegen die Zivilbevölkerung keine Armee der Welt weiter operieren.

    Bomber-Harrys und seine Vorgänger scheiterten also nicht daran, dass ihr Konzept falsch war ("gebt auf, sonst bomben wir euch in Grund und Boden"), sondern daran, dass sie letztlich nicht über die Mittel verfügten, diese Drohung glaubwürdig umzusetzen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Dezember 2014
  17. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied

    Die Tagesbombardements der Amerikaner hatten eine militärische Auswirkung: Sie zwangen das DR, starke Ressourcen zur Abwehr dieser Angriffe einzusetzen.
    Die deutsche Jagdwaffe blutete nicht über England oder Russland aus, auch nicht in der Normandie, sondern über dem Reichsgebiet. Sie bekam den Kampf aufgezwungen, Zeit und Ort bestimmten die Amerikaner.
    So gesehen, war die Zivilbevölkerung eine Art Geisel.
     
    1 Person gefällt das.
  18. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Stimmt natürlich
     
  19. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Doch: In Italien hat die Bevölkerung fluchtartig die bombardierten Industriestandorte im Norden verlassen, wodurch dort die industrielle Produktion stark betroffen wurde. Auch in Japan führten die Flächenbombardements dazu, dass die Bevolkerung entweder getötet oder aufs Land vertrieben wurde.

    Zu Protesten kann es in einer Diktatur kaum kommen, die Betroffenen haben sich in diesen Fällen jedoch auf ihre Weise geholfen.

    Im Deutschen Reich hatte dagegen das Regime eine zu gute Kontrolle über die Bevölkerung. Man glaubte deshalb auch nicht, dass Terrorangriffe zum Erfolg führen könnten. Die deutschen Angriffe waren überwiegend taktischer Natur, die Terrorangriffe eher propangandistisch (Vergeltungsangriffe) oder ganz konkrete Druckmittel gegen die gegnerische Regierung (Rotterdam z.B.).

    Die Briten und (in geringerem Maße) die US-Amerikaner hingen mehr den Theorien Douets an, da in demokratischen Staaten die öffentliche Meinung einen höheren Stellungswert hatte, deshalb waren sie auch eher bereit an den Erfolg von "Moral Bombing" zu glauben. Auch deshalb gab es bei der Luftwaffe keine 4 Motorigen strategischen Bomber wie bei den Briten und Amerikanern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Dezember 2014
  20. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Japan war auch schon vor Hiroshima zur Kapitulation bereit und wollte über die Kapitulationsbedingungen verhandeln. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki dienten nur dazu, die neue "Superwaffe" mal in einem Feldversuch an einem echten Ziel zu testen, gleichzeitig gegenüber Stalin schonmal ordentlich die Muskeln spielen zu lassen und vor der amerikanischen Öffentlichkeit die gigantischen Kosten des Atomwaffenprogramms zu rechtfertigen.
     

Diese Seite empfehlen