Ursache Palästina-Konflikt

ibkoeppen

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Hallo -

ich stelle mal die Frage in die Runde (tja - ein Forum ist manchmal doch lehrreicher als Google, Wikipedia oder Bücher):

was hat so eigentlich den bis jetzt brennenden Nahost-Konflikt ausgelöst?
War es, daß Großbritannien Anfang des 20.Jhdt Palästina den Juden zur Verfügung gestellt hat? Ist Israel deshalb noch immer ein unakzeptierter Fremdkörper in der Region?
 
ibkoeppen schrieb:
Hallo -

ich stelle mal die Frage in die Runde (tja - ein Forum ist manchmal doch lehrreicher als Google, Wikipedia oder Bücher):

was hat so eigentlich den bis jetzt brennenden Nahost-Konflikt ausgelöst?
War es, daß Großbritannien Anfang des 20.Jhdt Palästina den Juden zur Verfügung gestellt hat? Ist Israel deshalb noch immer ein unakzeptierter Fremdkörper in der Region?

Wir können gerne über die Gründunggeschichte Israels diskutieren und damit verbundenen Konflikte.

Denkt bei dieser Diskussion bitte daran, das wir das Thema schliessen sobald es in die aktuelle Politik hineingeht.
 
Der Ur-Konflikt geht sicherlich viel weiter zurück. Ich habe mal gelesen 3000 Jahre. Wie es dazu kam, kann ich aus dem Kopf allerdings auch nicht erklären. Dazu werden sich bestimmt noch die Fachleute melden.

Fakt ist, dass es in der besagten Region immer "gebrannt" hat. Schon zu Zeiten Jesus Christus. Weiterhin hatte das Land hatte etliche Kreuzzüge zu überstehen usw.

Die Region um Palästina und dem heutigen Israel liegt an einer Schnittstelle von 3 Weltreligionen. Hier ist bestimmt eine Ursache des langen Konfliktes zu suchen.
 
Und damals in der Antike lag diese Gegend im Kreuzungsgebiet mehrerer Handelwege und im Grenzbereich der damaligen Grossmächte. Das es damals ständig im Lande "brannte" hat demnach kaum etwas mit dem jüdischen Volk an sich zu tun gehabt, sondern schlichweg mit der Geographie.
 
ibkoeppen schrieb:
Hallo -

ich stelle mal die Frage in die Runde (tja - ein Forum ist manchmal doch lehrreicher als Google, Wikipedia oder Bücher):

was hat so eigentlich den bis jetzt brennenden Nahost-Konflikt ausgelöst?
War es, daß Großbritannien Anfang des 20.Jhdt Palästina den Juden zur Verfügung gestellt hat? Ist Israel deshalb noch immer ein unakzeptierter Fremdkörper in der Region?

Schau mal unter "Balfour-Deklaration", "Sykes-Picot Abkommen" und unter "Lawrence von Arabien"
Ein paar Teilaspekte nur.

Grüße Repo
 
In der Zeit des Osmanischen Reiches war es in dieser Gegend recht friedlich.

Der einzige wirkliche Störenfried in dieser Weltgegend war die Dynastie der Saud, die es aber gegen das Osmanische Reich nicht geschafft hätte, sich langfristig in einem größeren Territorium zu etablieren. Als die Sauds 1803 Mekka und Medina besetzten, ließ die osmanische Gegenreaktion nicht lange auf sich warten und das Wahabbiten-Reich der Sauds wurde zerschlagen.

Der Auslöser der heutigen Situation war der Vetrag von Sèvres zwischen den Alliierten und dem Osmanischen Reich 1920. Der Teil des Osmanischen Reichs zwischen Mittelmeer und Persischer Grenze und zwischen Südarabien (Aden) und Mittelanatolien sollte in eine Vielzahl von ganz oder teilweise unabhängigen Staaten und Völkerbundsmandaten aufgeteilt werden.

Im Vertrag von Lausanne wurden einige kleinere Verbesserungen in dieser Gegend für die - nunmehr - Türkei erreicht, so blieb Südostanatolien bei der Türkei, der armenische Teil wurde nicht unabhängig und Kurdistan nicht autonom.

Dieser sehr unglückliche Frieden wurde dadurch möglich, dass Großbritannien nun nicht mehr das Osmanische reich als ein Bollwerk zur Eindämmung Russlands erhalten wollte.

Ein weiteres Element auf dem Wege zur heutigen Situation war die Balfour-Deklaration 1917, in der der britischen Außenminister der Zionistischen Weltunion in Form eines Briefes an einen bekannten britschen Zionisten die Unterstützung Großbritanniens bei der "Errichtung einer Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" zusagte. Dabei sollte aber nichts geschehen, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina in Frage stellen könnte.

Großbritannien erhielt nach dem Krieg das Völkerbundsmandat über Palästina, in das die Balfour-Deklaration als eine Bedingung der Mandatsausübung eingebunden wurde. Für Großbritannien stand wohl hier eine geostrategische Frage in Vordergrund der Überlegungen, nämlich die Sicherung des Suez-Kanals auch von der Ostseite, von wo die Osmanische Armee während des Krieges zweimal bis zum Suezkanal vorgestoßen war.

Zunachst gab es auch durchaus das Bemühen von beiden Seiten, zwischen Juden und Arabern zu einer Verständigung und zu einem Ausgleich der beiderseitigen Interessen zu kommen. Eine formelle Einigung scheiterete aber daran, dass Großbritannien während des Krieges gegenüber arabischen Führern gemachte Zusagen, etwa die Unabhängigkeit Mesopotamiens, nicht einhielt.

Als großer psychlogischer Fehler stellte sich heraus, dass Großbritannien einen britischen Juden zum ersten Hochkommissar für Palästina machte, obwohl dieser eine außerordentlich zurückhaltende Politik betrieb. Er hat übrigens den nationalistischen Großmufti von Jerusalem ernannt, der später von Hitler als Verbündeter angesehen wurde.

Ab Anfang der 20-er Jahre verschärften sich die Spannungen, als sich arabisch-nationalistische Vereinigungen bildeten, die gegen die Einwanderer polemisierten und dabei auch von Teilen der britischen Besatzungsoffiziere unterstützt wurden.

1922 stellte die britische Regierung den Arabern Selbstverwaltungsorgane in Aussicht und gab de facto die Balfour-Doktrin auf.

Die britische Mandatspolitik änderte sich jedoch immer wieder je nach weltpolitischer lage, die Einwanderung der Juden nahm mal zu, mal ging sie wieder zurück, die Spannungen zwischen Juden und Arabern nahmen den gleichen Verlauf und beide Parteien haßten die Mandatsmacht, auf die sich keine der beiden Seiten verlassen zu können glaubte.

So schaukelte sich die Sitaution über mehr als 25 Jahre auf.

Im und nach dem zweiten Weltkrieg trafen viele politische Veränderungen zusammen:
1941 wurde der Libanon unabhängig, 1946 Syrien.
1946 entließ auch Großbritannien Transjordanien, den Osten Mandatsgebiets Palästina, in die Unabhängigkeit. Das verbleibende Mandatsgebiet hatte nun eine Umgebung von unabhängigen, politisch zunächst noch eher instabilen, arabisch bestimmten Staaten, und so musste die Verhältnis Araber und Juden in diesem Gebiet auf eine Entscheidung zutreiben.

Die UNO überlegte zunächst föderale Strukturen, verwarf sie aber und versuchte dann, mit ihrem Teilungsplan die Situation auf Dauer zu stabilisieren. Jetzt kam es zu ersten Kämpfen zwischen Juden und Arabern. Als es jedoch zu einem Massaker kam, beriefen die USA eine Sondersitzung der UNO ein, um den Teilungsplan zurückzunehmen. Die Briten, die eigentlich den Teilungsplan mit umsetzen sollten, wollten jedoch nichts damit zu tun haben und zogen schnell ihre Zivilverwaltung und ihre Truppen ab.

Der Krieg, den Israel als Unabhängigkeitskrieg kennt, begann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Frau Merkel sagte vor kurzem: Man muß immer im Blick haben, wer angefangen hat.
Ich bin grundsätzlich ein Verfechter, daß jedes Volk eine Heimat haben soll und in Frieden und Freiheit leben muß. Ich muß aber zugeben, daß das bei den Israelis mir, bei allem Verständnis für ihre Geschichte, schwerfällt. Eine Mehrzahl der heutigen Israelis war annähernd 2000 Jahre fort aus Palästina. Viele der Juden, die damals nicht von den Römern vertrieben wurden, sind mit der Zeit bedingt durch Glaubenswechsel Vorfahren der heutigen Palästinensern. Ich habe mich mal gefragt, was wäre, wenn ein paar katholische Nordiren, die sich unterdrückt und verfolgt fühlen, eines Tages auf die Idee kämen, daß Süddeutschland ihre keltische Urheimat ist, das Land ihrer Glückseligkeit. Was wäre, wenn plötzlich hundertausende von Iren nach Bayern zögen und nach kurz oder lang die Bayern in unwirtliche Alpenreservate oder nach Österreich und die Schweiz verdrängt hätten, wo sie in Flüchtlingslagern über Jahrzehnte ihre karges Dasein fristeten.
Die Israelis sind mittlerweile in Israel zu Hause und es wäre ein Verbrechen sie von dort wieder zu vertreiben, wer aber ihr Verhalten, das wie ich meine bis hin zum Staatsterror reicht, damit verteidigt, daß ihnen durch die Nazis großes Unrecht zu teil wurde, verkennt, daß für die neue Heimat der Juden bzw. Israelis viele ihre angestammte Heimat verloren haben. Solang nicht von Gleich zu Gleich verhandelt wird, befürchte ich, daß es keinen Frieden geben wird.
 
Man muss sehen, dass den Juden nicht allein durch die Balfour-Deklaration eine Heimstätte zugewiesen wurde, wie es der britische Außenminister Balfour 1917 zusagte. Damals versprach er, die zionistische Bewegung bei der "Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina" zu unterstützen. Nachdem die britische Regierung 1920 das Mandat für Palästina vom Völkerbund erhalten hatte, tolerierte und förderte sie die jüdische Einwanderung. Man kann den Juden also nicht vorwerfen, sie hätten sich das Land rechtswidrig angeeignet, abgesehen davon, dass sie ihr Siedlungsland den ansässigen Arabern abkauften, es also ganz legitim in Besitz nahmen.

Die Entstehung des jüdischen Staates nach dem 2. Weltkrieg erfolgte genauso legitim: Am 29. November 1947 stimmte die Vollversammlung der UNO mit überwältigender Mehrheit (!) für die Entstehung eines jüdischen Staates in Palästina, und zwar mit der Stimme der Sowjetunion!

Wenn man also einen Sündenbock für diesen Brennpunkt sucht, so ist das nicht das israelische Volk, sondern es sind die Großmächte und auch die UNO, die die Gründung Israels angesichts der Nazigräuel legitimierten.

Im übrigen ist es müßig, darüber lange zu lamentieren. Israel besteht inzwischen seit 60 Jahren, und kein vernünftiger Mensch wird am Existenzrecht dieses Staates zweifeln - höchstens verblendete Fanatiker!
Ebenso, wie die Deutschen den Verlust ihrer Ostgebiete akzeptieren mussten, die eine tausendjährige deutsche Besiedlung aufwiesen, so müssen auch die Araber die Realität eines Staates Israel anerkennen, der seinerseits einen Palästinenserstaat zu akzeptieren hat.
 
beorna schrieb:
Frau Merkel sagte vor kurzem: Man muß immer im Blick haben, wer angefangen hat.
Ich bin grundsätzlich ein Verfechter, daß jedes Volk eine Heimat haben soll und in Frieden und Freiheit leben muß. Ich muß aber zugeben, daß das bei den Israelis mir, bei allem Verständnis für ihre Geschichte, schwerfällt. Eine Mehrzahl der heutigen Israelis war annähernd 2000 Jahre fort aus Palästina. Viele der Juden, die damals nicht von den Römern vertrieben wurden, sind mit der Zeit bedingt durch Glaubenswechsel Vorfahren der heutigen Palästinensern. Ich habe mich mal gefragt, was wäre, wenn ein paar katholische Nordiren, die sich unterdrückt und verfolgt fühlen, eines Tages auf die Idee kämen, daß Süddeutschland ihre keltische Urheimat ist, das Land ihrer Glückseligkeit. Was wäre, wenn plötzlich hundertausende von Iren nach Bayern zögen und nach kurz oder lang die Bayern in unwirtliche Alpenreservate oder nach Österreich und die Schweiz verdrängt hätten, wo sie in Flüchtlingslagern über Jahrzehnte ihre karges Dasein fristeten.
Die Israelis sind mittlerweile in Israel zu Hause und es wäre ein Verbrechen sie von dort wieder zu vertreiben, wer aber ihr Verhalten, das wie ich meine bis hin zum Staatsterror reicht, damit verteidigt, daß ihnen durch die Nazis großes Unrecht zu teil wurde, verkennt, daß für die neue Heimat der Juden bzw. Israelis viele ihre angestammte Heimat verloren haben. Solang nicht von Gleich zu Gleich verhandelt wird, befürchte ich, daß es keinen Frieden geben wird.

Ein Fakt noch:

In Palästina in der "Vor-Israelischen Zeit", also bis 1948, gab es eine Feudalstruktur. Grund und Boden hat Feudal-Herren gehört, und von diesen haben die Juden bis zum 48er Krieg völlig legal Grund und Boden erworben.

Dass die Palästinenser, die Grund und Boden von den Feudal-Herren gepachtet hatten, davon nicht erbaut waren, ist klar.
Nur, beschweren hätten sie sich bei ihren "Emiren" müssen.

Und ich habe so ein bißchen das Gefühl, das will auf arabischer Seite auch keiner mehr wissen.

Grüße Repo
 
Dieter schrieb:
...
Die Entstehung des jüdischen Staates nach dem 2. Weltkrieg erfolgte genauso legitim: Am 29. November 1947 stimmte die Vollversammlung der UNO mit überwältigender Mehrheit (!) für die Entstehung eines jüdischen Staates in Palästina, und zwar mit der Stimme der Sowjetunion!
...

Mich würde interessieren wieviel Mitspracherecht die Palästinänser an dieser Entscheidung hatten.

Auch würde mich interessieren ob die Gründung eines Staates durch die UNO bis heute ein einmaliger Vorgang war. Und ob die Vollversammlung der UNO überhaupt das Recht besitzt Staaten zu gründen.
 
Die jüdischen Neusiedler siedleten sich auch extra in den Öd- und Wüstengebieten an, um die Einheimischen nicht zu verdrängen. Und diese profitierten sogar davon, das diese jüdischen Bewegung das Land urbar machte und Wüsten bewässerte. Soweit ich weiß nannte sich diese landwirtschaftliche Siedlerbewegung "Zionisten". Erst später wurde es das Synonym für Okkupanten.

Man darf auch nicht vergessen, das das ursprüngliche Israel nach UNO-Plan lediglich die Gebiete umfasste in denen schon seit fast 2 Generationen kaum noch Araber wohnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Joinville schrieb:
Mich würde interessieren wieviel Mitspracherecht die Palästinänser an dieser Entscheidung hatten.

Auch würde mich interessieren ob die Gründung eines Staates durch die UNO bis heute ein einmaliger Vorgang war. Und ob die Vollversammlung der UNO überhaupt das Recht besitzt Staaten zu gründen.


Naja,
da gab es in der ersten Hälfte der 40er irgendwo in Mitteleuropa einen Gasmann, und deshalb ist der Staat Israel schon ein Sonderfall.
Insbesonders für die Deutschen.

Mit anderen Worten, den Vorgang der Staatsgründung als solchen halte ich für "Nichtdiskutabel"
Jedenfalls für Deutsche!

Grüße Repo
 
Wenn man so will, kann man den Beginn des Konfliktes natürlich mit Abraham und seinen Söhnen Isaak und Ismael ansetzen und dann weiterführen auf Moses und die Kämpfe zwischen Juden und Edomitern, Moabitern etc. im heutigen Jordanien, von denen die Thora berichtet. Man muss dann aber auch feststellen, dass Bar Kokhba mit den Nabatäern (ergo Arabern) verbündet war, als es gegen Rom ging. Nein, ernsthaft würde ich nicht behaupten, dass der Konflikt älter als etwa 80 Jahre ist. Und wer will den Juden den großen Exodus aus Europa nach dem WK II. ernsthaft verdenken? Halb Europa hat doch an der Shoa mitgewirkt. Eine einseitige Schuldzuweisung für den Konflikt ist jedenfalls nicht möglich. Die wechselseitigen Feindseeligkeiten zwischen Juden udn Arabern haben schon unter britischer Ägide begonnen und sich nach der israelischen Staatsgründung ausgeweitet: zum einen griffen die arabischen Nachbarstaaten in einer konzertierten Aktion Israel an, als der Staat noch keine 24 Stunden alt war, zum anderen nutzen israelische Milizeinheiten wie Etzel und Lechi, die im britischen Palästina noch Terrororganisationen waren, dies als Grund, die Palästinenser zu vertreiben. Was für mich der eigentlich Skandal ist, ist dass nach bald 60 Jahren die Palästinenser immer noch in ihren Flüchtlingslagern sitzen. Dies zeigt doch eigentlich recht deutlich, dass die arabischen Brüder, die Filastini immer nur benutzt haben, aber an ihrem Schicksal eigentlich völlig desinteressiert waren.
 
Joinville schrieb:
Mich würde interessieren wieviel Mitspracherecht die Palästinänser an dieser Entscheidung hatten.

Der Teilungsplan wurde an der Generalversammlung der UNO beschlossen und zwar mit 33 zu 13 Stimmen. In der UN-Resolution 181 heisst es:

"Unabhängige arabische und jüdische Staaten sowie das Besondere Internationale Regime für den Stadtbezirk von Jerusalem sollen, zwei Monate nachdem der Abzug der Streitkräfte der Mandatsmacht beendet worden ist, auf jeden Fall nicht später als am 1. Oktober 1948, zur Existenz gelangen. Die Grenzen des arabischen Staates und des jüdischen Staates sowie des Stadtbezirks von Jerusalem sollen verlaufen wie weiter unten in Teil II und Teil III beschrieben."

Beide betroffenen hatten kein Mitspracherecht. Grossbritannien enthielt sich der Stimme und die USA und Sowjetunion stimmten zu.

In der UN-Resolution wurde ein exakter Grenzverlauf geregelt. Tranistwege und die religiösen und bürgerlichen Rechte sowie die Staatsangehörigkeit waren geregelt.
Die Palästinenser und die arabischen Regierungen lehnten den Teilungsplan ab, die jüdischen Repräsentanten nahmen den Teilungsplan an.


Hier die Staaten welche die Resolution angenommen haben:

Australia, Belgium, Bolivia, Brazil, Byelorussian S.S.R., Canada, Costa Rica, Czechoslovakia, Denmark, Dominican Republic, Ecuador, France, Guatemala, Haiti, Iceland, Liberia, Luxemburg, Netherlands, New Zealand, Nicaragua, Norway, Panama, Paraguay, Peru, Philippines, Poland, Sweden, Ukrainian S.S.R., Union of South Africa, U.S.A., U.S.S.R., Uruguay, Venezuela.

Hier die welche sie abgelehnt haben:

Afghanistan, Cuba, Egypt, Greece, India, Iran, Iraq, Lebanon, Pakistan, Saudi Arabia, Syria, Turkey, Yemen.


Und die welche sich enthalten haben:

Argentina, Chile, China, Colombia, El Salvador, Ethiopia, Honduras, Mexico, United Kingdom, Yugoslavia.

Quelle: UN-Resolutionvom 29. Nov. 1947

Bild-Quelle: Die Zeit vom 20.04.04
 

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Neben den vielen Fehlern der Mandatsmächte im Nahen Osten zwischen den Kriegen sehe ich den Hauptfehler im UN-Teilungsplan von 1947. Den Juden wurden zu große Gebiete zugestanden, dadurch kamen zuviele Araber in den jüdischen Staat. Zum anderen ist die Grenzziehung derart wild, dass keine Seite Seite ein geschlossenes Staatsgebiet hatte.

Die militärische Inkompetenz der Araber hat inzwischen Israel zu einem geschlossen Siedlungsgebiet verholfen, während die Palästinenser weiter als 1947 davon entfernt sind.

Ein weiteres Problem ist, dass der israelisch-Arabische Krieg ohne Beteiligung der Palästinenser geführt wurde. Die Flüchtlinge wurden politsch von den anderen Arabischen Staaten im Stich gelassen, die Folgen sind heute immer noch überdeutlich.

Solwac
 
Solwac schrieb:
Den Juden wurden zu große Gebiete zugestanden, dadurch kamen zuviele Araber in den jüdischen Staat.


So eine Sicht blendet aus arab. Sicht absichtsvoll den Umstand aus, daß ein Teil Palästinas bereits zu dem ausschließlich arabischen Emirat Transjordanien, dem heutigen Jordanien erklärt wurde ,welches alle Juden verlassen mußten.
Die Gründung Jordaniens 1923 durch Briten mit der Installierung des Haschemitenherrschers brachte schon damals den offiziellen Ausschluß aller Juden aus diesen Gebieten.
 
@Arcimboldo: Das ändert doch nichts an der Tatsache, dass anstelle von zwei separierten Gebieten (Juden bzw. Araber) ein gemischtes Gebiet und eines für die Araber geschaffen wurde.

Ich glaube zwar, dass die Araber auch einen kleineren jüdischen Staat abgelehnt hätten, aber das macht den Teilungsplan ja nicht besser.

Solwac
 
Repo schrieb:
Ein Fakt noch:

In Palästina in der "Vor-Israelischen Zeit", also bis 1948, gab es eine Feudalstruktur. Grund und Boden hat Feudal-Herren gehört, und von diesen haben die Juden bis zum 48er Krieg völlig legal Grund und Boden erworben.

Dass die Palästinenser, die Grund und Boden von den Feudal-Herren gepachtet hatten, davon nicht erbaut waren, ist klar.
Nur, beschweren hätten sie sich bei ihren "Emiren" müssen.
Ganz so einfach war es nicht.
Vor 1858 gab es einerseits wenige Großgrundbesitzer, andererseits überwiegend Clan-Land, das traditionell von den Clan-Scheichs an Mitglieder ihres Clans zugewiesen wurde.
In dem neuen Bodengesetz des Sultans wurde 1858 der Kauf und Verkauf von Grundbesitz erleichtert, andererseits alles Land ohne private Eigentumstitel zu Land im Eigentum des Sultans. Das betraf insbesondere das Clan-Land, für das es keine Eigentumstitel bei den Stämmen gab. Praktische Konsequenzen hatte dies aber nicht, da der Sultan nicht in die Nutzungsstrukturen des Bodens eingriff.
Die Zahl der Großgrundbesitzer vermehrte sich in den folgenden Jahrzehnten; sie lebten häufig in entfernten Städten, weit von ihren Grundstücken und deren Pächtern entfernt. Hier konnten im Zuge des zionistischen Landerwerbs häufig problemlos größere Landflächen erworben werden.
Nun lag aber nach dem osmanischen Bodenrecht, das auch in der Mandatszeit fortgalt, das Besitzrecht bei dem Nutzer, solange die Nutzung zwangsläufig andauerte. Bei Getreideanbau hätte sich das schnell erledigt, aber in weiten Bereichen erfolgte die Nutzung durch Plantagen von Olivenbäumen. Die Erwerber glaubten nun, hier ein Recht auf Inbesitznahme zu haben, die ansässigen Pächter indessen an eine Fortdauer ihres Besitzanspruchss, wie es zuvor immer gehandhabt worden war.
Diese unterschiedliche Rechtsauffassung war schon seit Frühzeit des zionistischen Landerwerbs immer ein großer Konfliktherd. Ungenutztes Land in Privateigentum gab es nicht, da solches Land automatisch wieder ins das Eigentum des Sultans zurückfiel.
Auch heute gibt es Gebiete in dem nur noch kleinen Beduinenbereich im Süden Israels, in denen die Nutzung nach dem Clan-System seit altersher andauert. Israel geht davon aus, dass alles dieses Land Staatseigentum ist, da die Beduinen über keine Eigentumstitel verfügen. So führt Siedlungsbau hier auch heute noch zu Konflikten, wenn Beduinen das vom Scheich zugewiesene Land verlassen müssen, um Raum für den Bau von Siedlungen zu schaffen.
So hat das osmanische Sachenrecht, insbesondere das Bodengesetz von 1858, auch heute noch tiefgreifende Wirkungen.
 
Arcimboldo schrieb:
So eine Sicht blendet aus arab. Sicht absichtsvoll den Umstand aus, daß ein Teil Palästinas bereits zu dem ausschließlich arabischen Emirat Transjordanien, dem heutigen Jordanien erklärt wurde ,welches alle Juden verlassen mußten.

Und nicht nur das allein; es kommen auch andere Dinge nicht zur Sprache: genaugenommen fällt nämlich selbst das israelische Staatsgebiet incl. Gaza-Streifen und Westjordanland aus israelischer Sicht keinesfalls zu groß aus. Ursprünglich hatten die Zionisten (Theodor Herzl, 1897) in etwa das Gebiet für Israel als jüdische Heimstätte veranschlagt, wie es der israelischen Ausdehnung nach dem Sechs-Tage-Krieg entsprach.
Ein weiterer Punkt ist das Verhalten der arabischen Staaten, welche stets eine aggressive Haltung gegenüber Israel gezeigt haben und zudem die Palästinenser nach dem Israelischen Unabhängigkeitskrieg 1948 (auch Erster Arabisch-Israelischer Krieg genannt) bereitwillig aufnahmen - und das, ohne ihnen eine Perspektive jenseits der Flüchtlingslager zu bieten. Es gibt diesbezüglich sogar die Aussage, daß die Palästinenser von Seiten der arabischen Nachbarn zur Flucht ermutigt wurden.
Anm.: Bei dieser anti-israelischen Front arabischer Staaten zeigt sich übrigens die Ironie der Geschichte, da Ägypten vom einstigen "Hauptgegner" zum Verbündeten Israels (ab 1979) wurde...

@Solwac: Noch als Nachtrag dazu, daß der Krieg 1948 ohne palästinensische Beteiligung geführt wurde, muß gesagt werden, daß im Raum Nablus sehr wohl bewaffnete Verbände der Palästinenser operierten.
Vgl. auch http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3f/1948_arab_israeli_war_-_May15-June10.jpg
 
El Quijote schrieb:
Was für mich der eigentlich Skandal ist, ist dass nach bald 60 Jahren die Palästinenser immer noch in ihren Flüchtlingslagern sitzen.

Gibt es denn keine Konvention, wie lange jemand den Status "Flüchtling" beanspruchen darf ? Muss er nicht zumindest persönlich geflohen sein (davon gibt es ja kaum noch jemanden in den Flüchtingslagern) ?
 
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