Verbotene Archäologie? was bedeutet das?

Dieses Thema im Forum "Archäologie" wurde erstellt von EnliL, 12. November 2010.

  1. tela

    tela Aktives Mitglied

    Den Eindruck hatte ich auch. Illig und Mitstreiter streichen 297 Jahre, aber im Prinzip konzentriert sich alles auf die Jahre von Karl dem Großen. Die restlichen 200 Jahre Phantomzeit führten da doch ein extremes Schattendasein, die wurden eigentlich sehr selten, falls überhaupt, thematisiert. Karl der Große ist halt bekannt, da kann man Aufmerksamkeit erlangen, wenn man ihn als erfunden ansieht. Mit Childebert II. wäre das sicherlich nie gelungen. :devil:
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wirkliche "Mitstreiter" hat Illig kaum noch. Die Chronologiekritikerszene macht einen ziemlich zerfaserten Eindruck. Wie könnte es auch anders sein, wenn jeder sich sein eigenes Geschichtsbild zurechtfantasiert und sich aus Werken anderer nur herauspickt, was den eigenen Thesen nutzt.

    "Krauser Inhalt", so lautet das Urteil des Herrn I. über die Bücher eines Herrn M., dafür wird das Opus des Herrn I. wiederum von einem Herrn P. als "reiner Stumpfsinn" bezeichnet. Wo sie recht haben, haben sie recht.
     
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  3. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Das scheint mir auch so zu sein. Illig war zwar immer der Hauptautor der "Zeitensprünge", doch mittlerweile stammen mehr als die Hälfte aller Beiträge von ihm selbst. Persönlich habe ich auch das Gefühl, das Illig selbst auch mit dem mittlerweile auch außerhalb Russlands wesentlich erfolgreicheren Fomenko fremdelt.
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Einen hab ich noch:
    Roland P. Mayer ("Das Werden des Abendlandes", o. O. 2003) schmeißt das arianische Christentum mit dem Mithraskult in einen Topf. Das Sahnehäubchen ist dann die Behauptung: Kaiser Konstantin "installierte im Jahr 327 eine neue einzige Staatskirche, 'den Arianismus'."
     
  5. Ogrim

    Ogrim Aktives Mitglied

    Ich bitte meine reichliche Verspätung zu diesem Gefecht nachzusehen, ich war noch garnicht in der nötigen Gewandung. Ich vermisse irgendwie den Bezug zu vielem was vorher im Thread gesagt wurde zugunsten oder zulasten einer Chronologie-Kritiker-Diskussion, bei der ich den Überblick über die eigentlichen Kontrahenten verloren habe. Trotzdem bin ich positiv überrascht von den vielen und gut recherchierten Beiträgen an unerwarteter Stelle. Da habe ich doch manchen klugen Ansatz gefunden, der nichts falsches sagt. Hatte ich nur zum falschen Moment dazwischen gerufen, oder stimmt der aufgefangene Unmut?? Ratlos, Ogrim
     
  6. Nemetona

    Nemetona Neues Mitglied

    Huhu,

    ich möchte nochmal auf den Ursprung dieses Threads zurückkommen.
    Damals ging es um ein Buch mit Titel "Verbotene Archäologie".
    In Antwort #15 dazu zitierte Ingeborg folgendes aus einer Rezension zum Buch:

    " Verbotene Archäologie: Die neuen Beweise!

    Gab es eine Menschheit vor der Menschheit? In diesem reich illustrierten Buch dokumentiert Luc Bürgin, was uns Archäologen verheimlichen –[...]
    Ob Fußspuren moderner Menschen vor Jahrmillionen, Saurierzeichnungen aus grauer Vorzeit oder uralte menschliche Haare, deren DNA sich keiner irdischen Rasse zuordnen lässt[...]
    Wussten Sie, dass die ältesten figürlichen Kunstwerke der Welt aus Deutschland stammen? Wie gelangte eine Skulptur der alten Römer in ein mittelamerikanisches Grab bei Mexico City [...] Und wie schafften es die alten Chinesen bereits 2.000 Jahre vor uns Waffen zu verchromen, die bis heute nicht rosten?
    »Die Geschichte der Menschheit muss umgeschrieben werden!«, fordert der Mystery- Jäger und Journalist Luc Bürgin[...]. "

    Ich hatte mich über die Diskussion nur amüsiert bis ich heute eine mögliche Quelle für diese Denke (des ursprünglichen Autors) gefunden habe:

    "Strata" von Terry Pratchett. :)

    Sir Pterry (R.I.P) ist einer meiner größten Helden. Ich bin ein sehr großer Fan seiner Scheibenwelt und habe bis auf 4 oder 5 alle seiner Scheibenweltromane gelesen. - Köstlich.
    Heute habe ich "Strata" (Original von 1981) angefangen - und was lese ich da bereits auf der ersten Seite?

    Zitat:
    "Der Vorarbeiter eines Bergwerks hat mir ein Stück Kohle gezeigt, das eine aus dem Jahr 1909 stammende Goldmünze enthält. Ich habe einAmmonshorn gesehn, das allen Anschein nach im fossilen Fußausdruck einer Sandale zerdrückt wurde.
    Im Keller des Museums für Naturgeschichte gibt es einen Raum, der immer verschlossen bleibt. Dort befinden sich viele Kuriositäten, unter anderem der Tyrannosaurus mit einer Armbanduhr und der Schädel eines Neanderthalers mit Goldplomben in den Zähnen. ..."

    Da habe ich schon gequiekt vor Freude. Laut aufgelacht habe ich bei den Stiefeln in einem Köhleflöz und nicht mehr halten konnte ich mich beim Plesiosaurierfossil, das ein Transparent mit der Aufschrift 'Schluß mit den Atomtests' trug.

    Ich lieeebe Sir Pterry :)

    Vielleicht sollten viel mehr Menschen eher die klugen und teilweise hochphilosophischen Fantasieromane dieses Humanisten lesen und sich prächtig amüsieren statt die Verschwörungstheorie der Autoren des Kopp-Verlags u. a. zu konsumieren.

    (Ähm ... Wo ist mein Aluhut? ;) )

    Nur mal so.

    VG
    Nemetona
     
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  7. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Da hat Pratchett nicht so viel erfunden. Die angeblich menschlichen Fußabdrücke unter lauter Dino-Spuren tauchen in der kreationistischen Propaganda ab 1950 auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Palux...en_entdecken_die_Fu.C3.9Fspuren_f.C3.BCr_sich

    Auch die Jahreszahl "1909" dürfte eine Anspielung auf die Paluxy-Fußspuren sein.
     
  8. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  9. hatl

    hatl Premiummitglied

    Na ja, so ganz genau ist das ja net.. :D
    "Heutzutage werden solche seltsamen Funde in Kohle nicht selten gemacht. Zum ersten Mal geschah dies im Jahr 1851 im amerikanischen Staat Massachusetts bei Explosionsarbeiten in einem Schacht. Dort fand man eine Silbern-Zink-Vase in Kohle, die auf die Kambrium-Periode datiert wurde, welche vor 500 Jahren begann. 1912 fand ein amerikanischer Wissenschaftler aus Oklahoma einen Eisentopf in Kohle, der 312 Jahre alt ist. 1974 tauchte ein unbekanntes Aluminiumteil in der Sanderde eines Bergwerkes in Rumänien auf. Es ähnelt einem Hammer oder aber der Stütze, die am Landungsfuß des „Apollon“-Weltraumapparates angebracht war. Von Menschenhand kann es nicht gemacht sein, da es zur Jura-Periode gehört. Alle diese Funde sind für die Wissenschaftler äußerst rätselhaft, weil sie das moderne Wissenschaftsverständnis in Frage stellen."
    Auch Übersetzungsfehler sind peinlich, sofern man diese unterstellen will...

    Eine andere Frage, die viel interessanter ist:
    Wie kann man fossile Kohlenstoffproben, die ein paar hundert Millionen Jahre alt sind, datieren? Es tät mich interessieren, wie das geht.
    Und das scheint mir deshalb interessant, weil ich es nicht weiß.
    (Dass das Vergnügen beim Betrachten unsinniger Einlassungen ein Besonderes ist,
    erfährt man sinnlich beim Betrachten eines allenthalb opulent angebotenen Unsinns.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. März 2016
  10. Opteryx

    Opteryx Aktives Mitglied

    Das bekannte C14 hat eine Halbwertszeit von etwas über 5000 Jahren. Nun könnte man leicht nachrechnen, was da in ein paar hundert Millionen Jahren noch davon übrig ist, wenn sich der Wert alle 5000 Jahre halbiert. Aber das Problem mit den Artefakten ist ein ganz anderes. Die Altersbestimmungen wurden von Geologen gemacht. Kein Archäologe hat die Funde jemals in situ überprüft. Die "Einschlüsse" steckten vermutlich nicht in einer gewachsenen Schicht, sondern lagen, wie beim Hammer, lose im Bruchmaterial und waren nur versintert. Oder eingequetscht. Das Ganze ist also unter Ulk zu verbuchen.
     
  11. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    Oder gewisse Russische Wissenschaftler haben doch recht und fossile Brennstoffe bilden sich schneller als gedacht. ;)
     

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