Verfolgung von Katholischen Christen durch Hunerich in Nordafrika.

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Wolfgang K, 31. Januar 2017.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Bei den Westgoten ist es höchst umstritten unter den Sprachforschern, dass diese noch gotisch sprachen, als sie das toledanische Reich errichteten. Ich habe das an anderer Stelle schon mal zitiert. Im iberoromanischen Wortschatz befinden sich (außer modernen Entlehnungen aus den modernen germanischen Sprachen) gerade mal 24 Entlehnungen aus den germanischen Sprachen, wie ganso (Gans), yelmo (Helm) oder albergue (Herberge).
    Die Linguisten, die sich mit der westgotischen Epoche befassen, gehen mehrheitlich davon aus, dass die Westgoten/Sueben etc. damals bereits vulgärlateinische Idiome sprachen. Quellen sind vor allem Schiefertäfelchen mit Textschnippseln.
     
  2. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Ergänzend ein Zitat von Roland Steinacher:

    "Herausstellen möchte ich, ohne näher auf Linguistisches eingehen zu können, die heterogene Zusammensetzung der Namen aus germanischen, römisch-griechischen und lokalen nordafrikanischen Elementen. Der arianische Patriarch von Karthago Cyrila etwa hat einen griechisch-germanischen Namen, zusammengesetzt aus dem griechischen κύριοϛ mit dem germanischen Suffix -ila. Der Vandale mit einer römischen Mutter Maioricus ist der älteste Sohn, der maior mit dem Suffix -rikaz, der mächtige älteste Sohn. Svartifan, ein Maure, der bei Corippus genannt wird, trägt einen germanischen Namensteil und das berberische Suffix -fan. Die Bedeutung einer gemeinsamen Sprache wurde für die Identität und den Zusammenhalt spätantiker großer gentes in der älteren Forschung überschätzt."

    https://homepage.univie.ac.at/r.steinacher/downloads/GruppenundIdentitaeten2008.pdf
     
  3. RAEDWALD

    RAEDWALD Mitglied

    Ist es nicht aber auch sehr gewagt, anders herum aufgrund von Namen auf so eine Schlussfolgerung zu kommen?
     
  4. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Wenn Steinacher eingangs sagt, hier nicht "näher auf Linguistisches eingehen zu können", wäre es verfehlt, hier irgendeine Art von Beweisführung "aufgrund von Namen" hineininterpretieren zu wollen. Die Namen sind zur Illustration des Sachverhaltes gedacht, viel mehr als Namen sind ja vom Vandalischen nicht bekannt.

    Die Schlussfolgerung ergibt sich vielmehr aus zahlreichen Untersuchungen zu verschiedenen spätantiken gentes; einen Eindruck davon mag der Band Sprache und Identität im frühen Mittelalter (Hrsg. Walter Pohl / Bernhard Zeller, Wien 2012) vermitteln.
     
  5. Pardela_cenicienta

    Pardela_cenicienta Aktives Mitglied

    Zu der sehr schönen Zisterne zu Beginn des Threads: Die Inschrift ist sehr schlank und kunstvoll. Sie nimmt Bezug auf den Wasserstand mit ihrer Höhe, den Bossierungen und der eleganten Spiegelung im Wasser. Ich meine dass "Rogatus" mit einem Punkt abgesetzt ist, und dass "FE" (beabsichtigt war wohl nicht ein"C" zu schreiben, der Stein war nicht weiter nach rechts geglättet) für"FECIT" steht.
    Interessant ist der Zulauf zur Zisterne, der ja eine große Felsplatte drainiert. Definierte Abflüsse der Zisterne, variable Zuflüsse: Letztlich gut durchdachte landwirtschaftliche Technik in ariden Regionen. Auch in Syrien haben die Römer Wüstennahe Regionen sinnvoll erschlossen.
     
    El Quijote gefällt das.

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