Völkerrecht im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von HoppeReiter, 14. Dezember 2009.

  1. Gast²

    Gast² Gast

    Die Bewertung kam nicht von mir, gleichwohl:
    Es sei mir die Frage gestattet, wenn du die Neugier schon so anheizt, wie wurden diese Verletzungen der Ehre geahndet?
     
  2. Imperator

    Imperator Premiummitglied

    Na ja, eine strafrechtliche Ahndung oder dergleichen hätte sich der Kaiser wohl kaum leisten können - es handelte sich ja nicht um seine Untertanen. Hätte er ihnen irgendein Haar gekrümmt, wäre der Krieg sicher gewesen.
    Ein schönes Beispiel stellt jedenfalls der Konflikt Barbarossas mit Isaak II. während des 3. Kreuzzugs dar. In mehrfacher Weise hatte dieser Barbarossas Ehre verletzt: dessen Gesandtschaft wurde in Geiselhaft genommen, sowie eine eigene sprach Barbarossa als "rex allemanorum" an, obwohl er ja ein "imperator" war (irgendwelche Kalauer im Zusammenhang mit meinem Nickname erspare ich uns allen an dieser Stelle mal...) und zu guter Letzt forderten die griechischen Gesandten zu allem Überfluss neue Geiseln.
    Wie reagierte Barbarossa? Er schickte die Gesandten zurück nach Konstantinopel und forderte seinerseits Geiseln sowie eine "satisfactio" (Genugtuung), damit seine Ehre wiederhergestellt wird. Nachdem Isaak sich weigerte und die Bestimmungen des Vertrags von Nürnberg (indem sie sich vor Barbarossas Kreuzzugsantritt auf den Ablauf der Durchquerung byzantinischen Gebietes geinigt hatten) zusätzlich noch missachtete, kam es zum Krieg mit zahlreichen "zivilen" Opfern. Erst mit dem Vertrag von Adrianopel, der u. a. Isaak zur Wiedergutmachung der Barbarossas Gesandten zugefügten Schäden und zur Stellung von Geiseln zwang, war Barbarossas Ehre "wiederhergestellt" und er konnte seinen Zug fortsetzen.
     

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