Über Walthers Herkunft wird ja bekanntlich seit langem gestritten. Die berühmte Stelle in seinem Werk, in der er sinngemäß sagt, man habe ihm "das Land" gezeigt "von der Elbe bis an den Rhein", hat Generationen von Philologen zu den unterschiedlichsten Lokalisierungsversuchen verleitet – von Franken über Österreich bis eben Südtirol.
Die Südtirol-These stützt sich vor allem auf spätmittelalterliche Überlieferungen und lokale Traditionen, die Walther mit der Gegend um Lajen/Waidbruck in Verbindung bringen – konkret mit der Vogelweide, einem Hof, der diesen Namen bis heute trägt. Zwingend beweisen lässt sich das nicht, aber es ist auch keineswegs bloße Legendenbildung ohne Substanz: Es gibt durchaus ernstzunehmende Argumente, warum gerade dieser Landstrich als Herkunftsort infrage kommt, auch wenn die communis opinio in der Mediävistik hier gespalten bleibt.
Genau diese Frage – wie belastbar die Südtirol-These wirklich ist, und was für bzw. gegen sie spricht – wird im Oktober bei der "Minnehuswoche" in Lajen (Südtirol) öffentlich diskutiert. Am Expertentisch sitzen dabei Prof. Peter Dinzelbacher (Univ. Wien), Dr. Christoph Gufler und Dr. Georg Mühlberger, dazu gibt es einen Vortrag zu Walthers Leben, Rezitationen und Werkbesprechungen sowie eine Wanderung "auf den Spuren Walthers" durch die Landschaft, die ihn möglicherweise geprägt hat.
(Offenlegung: Ich schreibe das im Auftrag des veranstaltenden Museums – wollte die Frage aber unabhängig davon einfach mal zur Diskussion stellen: Wie seht ihr die Südtirol-These? Überzeugend oder eher romantisierende Regionalgeschichte?)
Die Südtirol-These stützt sich vor allem auf spätmittelalterliche Überlieferungen und lokale Traditionen, die Walther mit der Gegend um Lajen/Waidbruck in Verbindung bringen – konkret mit der Vogelweide, einem Hof, der diesen Namen bis heute trägt. Zwingend beweisen lässt sich das nicht, aber es ist auch keineswegs bloße Legendenbildung ohne Substanz: Es gibt durchaus ernstzunehmende Argumente, warum gerade dieser Landstrich als Herkunftsort infrage kommt, auch wenn die communis opinio in der Mediävistik hier gespalten bleibt.
Genau diese Frage – wie belastbar die Südtirol-These wirklich ist, und was für bzw. gegen sie spricht – wird im Oktober bei der "Minnehuswoche" in Lajen (Südtirol) öffentlich diskutiert. Am Expertentisch sitzen dabei Prof. Peter Dinzelbacher (Univ. Wien), Dr. Christoph Gufler und Dr. Georg Mühlberger, dazu gibt es einen Vortrag zu Walthers Leben, Rezitationen und Werkbesprechungen sowie eine Wanderung "auf den Spuren Walthers" durch die Landschaft, die ihn möglicherweise geprägt hat.
(Offenlegung: Ich schreibe das im Auftrag des veranstaltenden Museums – wollte die Frage aber unabhängig davon einfach mal zur Diskussion stellen: Wie seht ihr die Südtirol-These? Überzeugend oder eher romantisierende Regionalgeschichte?)